| Bauartunterschiede
im Bild - Baureihe 064 |
| |
|
Auf den ersten Blick präsentierten sich
die Lokomotiven der Baureihe 64 in ihren letzten
Einsatzjahren recht einheitlich. Aber bei genauem
Hinsehen konnte man doch zahlreiche Unterschiede
endecken.
|
|
|
Bereits ab Werk waren die Loks mit unterschiedlichen
Bremsausrüstungen und Führerhausbelüftungen
ausgestattet. Die Loks mit Bauartabweichungen
wie Ventilsteuerung, Entfall des Knorr Oberflächenvorwärmers
und besonderer Kesselbauart waren bis zu Beginn
des hier betrachteten Zeitraums (ab 1968) entweder
bereits ausgemustert oder auf die Normalausführung
umgebaut.
|
|
|
Im Gegensatz zu anderen Baureihen waren alle
Loks BR 64 erstaunlich früh mit einem DB-Logo
am Führerhaus und einem mittig auf der Kesseltür
angeordneten Nummerschild versehen. Diese Art
der Beschilderung ist deshalb für den hier
betrachteten Zeitraum ab 1968 als Normalfall anzusehen.
Die unterschiedlichen Ausführungen der Lokschilder
mit alter Nummer und das Übergangsstadium
der nur aufgemalten neuen Nummern werden hier
nicht als Bauartunter- schiede behandelt, bei
den Bildern wird aber ggfs darauf hingewiesen.
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Die Loks der Baulose bis 64 234 waren mit einer
einfachen Führerhausbelüftung versehen.
Diese entsprach, konsequent entsprechend dem Vereinheitlichungs-
prinzip, derjenigen der Baureihen 80, 81, 86 und
87.
Aufnahme: 64 206 (Wei), Bw Kirchenlaibach,
31.07.68.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Ab 64 235 kam eine verbesserte Ausführung
mit seitlich ausstellbaren Klappen zur Ausführung.
Offensichtlich wurden die Oberteile der Führerhäuser
bzw. die Dächer nicht getauscht, denn mir
sind keine Bilder bekannt, bei denen Loks mit
Nummern größer 235 einen kleinen Aufsatz
besitzen bzw. umgekehrt.
Aufnahme: 64 289 (Tüb), Bw Tübingen,
30.03.69.
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Ein noch mit Fragen behaftetes Kapitel ist die
Bremsausrüstung der Baureihe 64. Bis zur
Betriebsnummer 383 wurden die Loks mit einfachen,
einseitig wirkenden Bremsen an den Treibradsätzen
ausgestattet, die Laufradsätze blieben unge-
bremst. Bis hierhin ist es noch eindeutig.
Aufnahme: 064 097 (Pla), Bw Plattling,
22.08.72.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Ab 64 384 bis 64 421 erhielten die Treibradsätze
eine beidseitige Abbremsung mit Scherenbremsen
zwischen den Treibrädern. Auch die Laufräder
wurden jetzt mit Bremsen versehen. Der Grund dafür
lag in einer geplanten Anhebung der Höchstgeschwindigkeiten
auf 100 km/h, die aber letztlich nicht realisiert
wurde.
Aufnahme: 064 393 (Wei), Bw Kirchenlaibach,
31.07.69.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Nach [1] und [2] sollen ab 64 422 wieder einfache
Treibradsatzbremsen, jedoch mit Laufradsatzbremsen
zur Anwendung gekommen sein. Bis auf das letzte
Jung Baulos (64 511 - 520) zeigen aber alle Bilder
aus dem Nummernbereich ab 422 (einzige Ausnahme:
64 462) Scherenbremsen, meist ohne Laufradbremse.
Aufnahme: 64 518 (Tüb), Bw Tübingen,
29.03.69.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Ein Beispiel für eine hohe Nummer mit Scherenbremse,
aber ohne Laufradsatz-bremse, ist 64 491. Da der
Umbau von Einfachbremse auf Scherenbremse sehr
aufwendig ist, erscheint die Durchführung
einer solche Änderung in großem Stil
zweifelhaft. Bei den Laufachsen dagegen ist ein
Wechsel durch Tausch der kompletten Laufgestelle
durchaus nachvollziehbar.
Aufnahme: 064 491 (Hbr), Bw Lauda. 19.07.70.
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Typisch für die Bundesbahnzeit war die Neugestaltung
des Rauchkammer- auftritts durch ein über
die ganze Breite reichendes Trittblech, ähnlich
wie bei den Neubauloks Reihe 23 bzw. den Neubaukesselloks
01, 03.10 und 41. In dieser Ausführung gab
es allerdings nur bei drei Loks: Während
bei 64 079 die Lampen auf diesem Trittblech montiert
waren, ....
Aufnahme: 64 079 (Aal), Bw Aalen, 02.07.68.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
... waren sie bei 64 017 und 64 083 unterhalb
des Trittblechs befestigt, wohl um die Gefahr
einer Beschädigung zu vermindern.
Aufnahme: 064 017 (Hbr), Bw Heilbronn,
06.07.68.
Das Bild ist zugleich ein Beispiel für die
Heilbronner Unart, bereits 1968, kurz nach Einführung
der neuen Nummern, die alten Lokschilder zu entfernen
und die neue Nummer mit Schriftschablonen einfach
auf die Lok aufzumalen.
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Wahrscheinlich aus Tauschbeständen der Baureihe
86 stammen die Leichtlauf- radsätze , die
einige Loks der BR 64 besaßen (ab Werk nur
Speichenräder). Durch Radsatztausch wechselte
der Ausrüstungszustand allerdings häufig.
Mit Scheibenrädern (nur) auf der Vorlaufachse
sind bekannt: 64 018, 025, 041, 086, 231, 295,
422 und 519.
Aufnahme: 064 231 (Hbr), Bw Heilbronn,
06.07.68.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Andere Loks besaßen Scheibenräder
nur auf dem Nachlaufradsatz; der Vorläufer
war in der üblichen Speichen-Bauart ausgeführt.
Zum Beispiel: 64 136, 194, 250, 389 und 518.
Aufnahme: 64 250 (Aal), Aalen, 04.07.68.
Man beachte auch die Lokschilder mit spitzen Ziffern.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Und natürlich gab es auch Loks mit Leichtlaufradsätzen
auf Vor- und Nachläufer, als da waren:
64 141, 247 und 453.
Aufnahme: 064 247 (Afb), Bw Aschaffenburg,
04.04.71.
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Keine Bauartvariante im eigentlichen Sinne, sondern
eher ein Zubehör waren die Schneepflüge,
mit denen die Loks im Winter ausgerüstet
wurden. Das geschah vor allem dort, wo die 64
im Streckendienst in schneereichen Regionen einge-setzt
wurden, z.B. in der Oberpfalz.
Aufnahme: 64 194 (Hof), Bw Hof, 03.04.69.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Auch 64 031 ist mit einem Schneepflug ausgerüstet.
Vor allem aber besitzt sie auf der rechten Seite
noch einen vollständig genieteten Wasserkasten,
der ab Ende der 60iger Jahre nur noch selten anzutreffen
war.
Aufnahme: 64 031 (Hof), Bw Hof, 03.04.69.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Bei kleineren Reparaturen und der Beseitigung
von Rostschäden wurden die neuen Bleche eingeschweißt,
so daß die meisten Wasserkästen mehr
oder weniger große geschweißte Zonen
aufwiesen. Auch 64 031 besitzt auf der linken
Seite so einen Wasserkasten.
Aufnahme: 064 031 (NüR), Bw Nürnberg
Rbf, 02.08.69.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Ab Ende der 300er Betriebsnummern erhielten die
Loks ab Werk vollständig geschweißte
Wasserkästen, erkennbar an der abgerundeten
senkrechten Ecke an der Vorderkante. Im Zuge von
größeren Reparaturen und generell durch
Tausch kamen derartige Wasserkästen später
auch auf Loks mit niedrigeren Betriebsnummern
zum Einsatz, z.B. 64 024, 217 und 305.
Aufnahme: 064 519 (Hbr), Bw Lauda. 02.04.71.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Die Loks der BR 64 waren anfangs mit einer zentralen
Achslagerschmierung ausgerüstet, für
die unterhalb des linken Wasserkastens eine Schmierölpumpe
angeordnet war. Noch zu Reichsbahnzeiten wurde
diese Einrichtung größtenteils wieder
ausgebaut, nur bei wenigen Loks hielt sie sich
bis in die Bundesbahnzeit.
Mir bekannt sind: 64 094, 113, 305, 355, 424,
448, 459, 471, 496, 504 und 518.
Aufnahme: 064 094 (Tüb), Bw Tübingen,
14.08.69.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
Bis zum Ende der Einsatzzeit gab es noch Loks,
die nicht mit Indusi ausgerüstet waren. Die
Loks, die sie erhielten, hatten als in beide Richtungen
gleichermaßen einsetzbare Maschinen natürlich
beidseitig einen Indusi-Magnet.
Aufnahme: 064 438 (Hbr), Bw Heilbronn.
15.08.69.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
[1]
|
|
P. Melcher
Die Baureihe 64 - Der legendäre Bubikopf
EK-Verlag, Freiburg, 1987
|
|
|
|
|
[2]
|
|
H. Stockklausner
25 Jahre Deutsche Einheitslokomotive
Miba-Verlag, Nürnberg
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|