| Bauartunterschiede
im Bild - Baureihe 169 |
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Für ihre Strecke Murnau - Oberammergau beschaffte
die Localbahn AG, München, kurz LAG, insgesamt
5 elektrische Lokomotiven mit der Bezeichnung
LAG 1 bis LAG 5. Nach der Verstaatlichung der
LAG im Jahr 1938 und Übernahme durch die
Deutsche Reichsbahn wurden die Loks in E 69 01
- 05 umgezeichnet.
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Die kleinen zweiachsigen Maschinen entsprachen
mit einem mittigen Führerhaus und kurzen
Vorbauten an beiden Enden der damaligen Grundkonzeption
für elektrische Lokomotiven der unteren Leistungsklasse
für Industrie- und Privatbahnen. Besonders
erwähnenswert ist die LAG 4 / E 69 04, die
1922 als Umbau aus einer Hälfte der Siemens
Drehstrom-Versuchslokomotive von 1902 für
die StES (Studiengesellschaft Elektrische Schnellbahnen)
Marienfelde - Zossen entstand.
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Ursprünglich war die Strecke Murnau - Oberammergau
mit 5 kV / 16 Hz Einphasenwechselstrom elektrifiziert.
Im Jahr 1954 erfolgt die Angleichung des Stromsystems
an die im übrigen Netz üblichen 15 kV
/ 16 2/3 Hz, was einen Umbau der Lokomotiven erforderlich
machte, der jedoch nur noch bei den E 69 02 bis
05 durchgeführt wurde.
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Da die Lokomotiven alle einzeln beschafft wurden,
unterscheiden sie sich alle untereinander. Die
DB tat ihr Übriges dazu durch kleinere Umbauten,
unterschiedliche Stromabnehmer und nicht einheitliche
Farbgebungen.
Um die Unterschiede deutlich zu machen, zeige
ich alle Lokomotiven (mit Ausnahme der LAG 1)
von der rechten und von der linken Seite. Betriebsbilder
vom Einsatz der Maschinen siehe Galerie
Murnau - Oberammergau.
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Die erste Lok, LAG 1 bzw. E 69 01, wurde nicht
mehr auf 15 kV umgebaut, sondern 1958 als Denkmal
im AW München Freimann aufgestellt.
Während Lyra-Stromabnehmer und Beschilderung
den Lieferzustand wieder-geben, entspricht die
flaschengrüne Lackierung der Denkmallok wohl
eher dem letzten DB Zustand - ein kleiner Stilbruch.
Aufnahme: LAG 1 (Mur), AW München
Freimann, 24.06.68
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Jetzt ist es perfekt: Die blassgrüne Farbe,
in der sich die Lok ab Ende der 70iger Jahre zeigt,
dürfte der ursprünglichen LAG Lackierung
nachempfunden sein. Auf keinen Fall ist es das
Grün aus Bild 1 in einem verblichenen Zustand,
da die Lok im AW MFM immer bestens gepflegt wurde.
Das zeigt sich auch daran, daß das Lokdenkmal
mit einem Stück alter Fahrleitung und einem
bayrischen Signal stilvoll ergänzt wurde.
Aufnahme: LAG 1 (Mur), AW München
Freimann, 06.04.82
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Die 169 002, Baujahr 1909, war lange Zeit die
älteste Betriebslok der DB.
Das Bild zeigt die Lok von der rechten Seite.
Merkmale: Grüne Farbgebung (für Streckenloks),
Stromabnehmer SBS39, Griffstangen auf den Vorbauten,
die bündig mit der Pufferbohle abschließen,
Seitenfenster vorn rechts und hinten links durch
Blechfeld ersetzt/verschlossen in Zusammenhang
mit dem Einbau der Indusi.
Aufnahme: 169 002-3 (Gar), Bw Murnau, 23.09.76
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Die linke Seite der 169 002. Gut erkennbar ist
das verschlossene Fenster hinten links. Im Gegensatz
zu ihren roten Schwestern besaßen die beiden
grünen Loks noch bis zu ihrer Ausmusterung
ein ausgeschriebenes "Deutsche Bundesbahn".
Aufnahme: 169 002-3 (Gar), Grafenaschau,
24.09.76
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Die 169 003 ist ihrer Schwesterlok 169 002 zwar
sehr ähnlich, weist aber außer der
Farbe weitere markante Unterschiede zu dieser
auf. Typische Merkmale:
Rote Farbgebung (für Rangierloks), DB-Logo,
Stromabnehmer SBS39, Griffstangen seitlich der
Vorbauten, die ein wenig über die Pufferbohle
hinaus ragen, das Seitenfenster vorn rechts ist
nur blind lackiert, aber nicht entfernt.
Aufnahme: 169 003-1 (Gar), Bf Murnau, 23.09.76
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Im Gegensatz zur 169 002 ist bei der 169 003
das Seitenfenster hinten links nicht
verschlossen. Die Loknummer (neue Nummer)
und Bremsgewichtstafel befindet sich auf beiden
Seiten der Lok jeweils rechts neben dem Führerhaus
auf dem Vorbau.
Aufnahme: 169 003-1 (Gar), Bw Murnau, 23.09.76
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Die heutige Form der E 69 04 entstand erst 1934
im Zuge eines Generalumbaus. Das Führerhaus
entspricht in seiner Gestaltung noch den älteren
Loks, die Vorbauten sind allerdings deutlich höher
und voluminöser. Merkmale: Grüne Farbgebung,
Stromabnehmer SBS10. 1968 war noch keine Indusi
eingebaut und dementsprechend auf beiden Seiten
je 2 Seitenfenster vorhanden.
Aufnahme: 169 004-9 (Gar), AW München
Freimann, 24.06.68
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Beim Einbau der Indusi wurden das Seitenfenster
vorn rechts (also auf der hier sichtbaren Seite)
vollständig entfernt. Durch die Blecharbeiten
mußten Teile des Führerhauses neu lackiert
werden. Die Loknummer ist auf der rechten Lokseite
rechts neben dem Führerhaus auf dem Vorbau
plaziert.
Aufnahme: 169 004-9 (Gar), mit P 6609 bei
Bad Kohlgrub, 23.09.76
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Auf der linken Seite dagegen ist das Seitenfenster
nur überlackiert (wie bei
169 003) und die Loknummer "normal"
auf dem Führerhaus angeordnet. Gut zu erkennen:
Der Unterschied zwischen der ursprünglich
flaschengrünen Farbgebung (DB, erste Nachkriegszeit)
und der neueren Farbe chromdioxydgrün (DB
Ep IV).
Aufnahme: 169 004-9 (Gar) vor 169 002,
Bw Murnau, 23.09.76
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Die schwerste Maschine der Baureihe war die 169
005 - und das sieht man ihr auch an. Dafür
besaß sie auch ca. 25% mehr Zugkraft und
eine 75% höhere Leistung. Wesentliche Merkmale:
Rote Farbgebung mit DB-Logo und Strom-abnehmer
SBS10. Wie das Rot eigentlich aussehen soll, zeigt
der Lackflicken am Führerhaus. Sobald die
Farbe etwas verblichen war, sah das Rot aber eher
rotbraun aus (wie bei den 160 und 163).
Aufnahme: 169 005-6 (Gar), vor P 6618 im
Bf Unterammergau, 23.09.76
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Im Gegensatz zu den anderen E 69 / 169 besaß
die 169 005 von Anfang an keine Seitenfenster,
vom Fenster in der Einstiegstür einmal abgesehen.
Der Einbau der Indusi brachte deshalb auch keine
Veränderungen am Fahrzeugkasten mit sich,
wie bei den anderen Maschinen.
Aufnahme: 169 005-6 (Gar), Altenau, 23.09.76
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D.Bäzold, G.Fiebig
Archiv elektrischer Lokomotiven
Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen,
Berlin, 1965
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[2]
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R.R.Rossberg
Die Lokalbahn Murnau - Oberammergau
Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart,
1970
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[3]
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B.Mühlstraßer
Die Baureihe E 69
EK-Verlag, Freiburg, 2005
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