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50 Jahre TEE – Diesel Traktion in Deutschland
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom
10.06.2007

 
 

Nachdem ich in meinem letzten Beitrag mein spärliches Bildmaterial zu den TEE-Zügen in der Schweiz vorgestellt habe, bewege ich mich nun wieder auf heimischen Terrain, dem Netz der DB zur Bundesbahnzeit.

Von allen in der Startphase der TEE-Züge verwendeten Fahrzeugen war der deutsche Dieseltriebwagen VT11.5 sicher der komfortabelste und auch technisch modernste Zug (dem Einwand des 'talentiertenThalys' folgend, verlege ich den schweizer RAe-TEE Viersystem-ET in die Phase 1b und nehme ihn damit aus der Konkurrenz). Basierend auf der Grundkonzeption der Kruckenberg’schen Schnelltriebwagen wurde mit dem VT11.5 ein für damalige Verhältnisse sensationeller Stahl-Leichtbau realisiert, der auch international große Beachtung fand. Mit 2x 1000 PS Antriebsleistung (gleiche Motoren wie in V100.10, V200.0 und VT08!) und der Regelkonfiguration mit 5 Mittelwagen war es kein Problem, die (ohnehin nur auf wenigen Streckenabschnitten ausfahrbare) Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h zu erreichen.

Durch die stetige Ausweitung des TEE-Angebots und einen knappen Reserve-Bestand ergab sich in den 60er Jahren schon mal die Notwendigkeit, Ersatzzüge in Form von VT08 einzusetzen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, in Köln Hbf einmal einen solchen Ersatzzug gesehen zu haben, mit einem verchromten TEE-Enblem provisorisch an der Front befestigt (mit einer Drahtschlaufe lose an der Scheibenwischerwelle aufgehängt). Leider hatte ich damals noch keine Möglichkeit, selbst zu fotografieren.

Es war wiederum Köln Hbf, wo am 15.06.66 mein erstes Bild eines VT11.5 entstand; Nummer leider unbekannt. Als TEE 26 "Diamant" von Antwerpen nach Dortmund hat er soeben die Domstadt erreicht. Auch wenn es 1966 mit dem "Rheingold" und "Rheinpfeil" schon 2 deutsche Lok-bespannte TEEs gab, der VT11.5 war und ist für mich bis heute der Inbegriff des TEE schlechthin.

Bild 8:

Das folgende Bild zeigt den Gegenzug TEE 25 "Diamant" bei der Einfahrt nach Duisburg Hbf am 08.04.68.
Die Köpi Reklame hinter der Bahn signalisiert dem Reisenden (und heutigen Bildbetrachter) unverkennbar, dass man sich hier in einer Stadt befindet, in der nicht nur guter Stahl gekocht, sondern auch ebenso gutes Bier gebraut wird. (Wat is schon ne bayrische Leicht-Bier-Plörre gegen en lecker Pilsken).

Bild 9:

Der Halt in Duisburg ermöglicht es, nach einem knackigen Spurt den Bahnsteig entlang den Zug noch einmal im südlichen Vorfeld des Hauptbahnhofs bei der Ausfahrt aufzunehmen. Der TEE mit Triebkopf VT11 5 002 am Schluss gibt erkennbar "Stoff", um auf Geschwindigkeit zu kommen, denn auf dem nun folgenden Streckenabschnitt bis Düsseldorf kann der Schnelltriebwagen endlich mal wieder seine Höchstgeschwindigkeit ausfahren.

Bild 10:

Mit dem nächsten Bild verlasse ich ein wenig den Pfad der Tugend, d.h. des selbst gewählten Themas.
Aber der VT11 5 010, der hier als F38 "Hans Sachs" im Bahnhof Wuppertal Elberfeld hält (damals noch nicht Haupt- bahnhof!), befindet sich noch im vollständig im Originalzustand: Mit alter Nummer, TEE-Enblem an der Stirnseite und ausgeschriebenem "Trans Europ Express" an den Seitenwänden der Motorwagen. TEEs hatte meine Wuppertaler Hausstrecke nun mal nicht zu bieten. Da war es (zumindest für den jungen Eisenbahnfreund aus dem Tal) eine kleine Sensation, als das Zugpaar F37/38 für eine Fahrplanperiode auf die eleganten TEE-Triebwagen umgestellt wurde.

Bild 11:

Der nächste Zug ist aber wieder ein "echter" TEE. Die Anreise zu der Sonderfahrt mit 18 316 am 12.05.68 wurde genutzt, um in Koblenz Hbf schnell noch TEE 19 "Saphir" auf seinem Weg nach Paris abzulichten. Notiert habe ich mir die Nummer VT11 5 019 für den führenden Motorwagen. Erstaunlich, dass solch’ ein Paradezug im Mai ’68 noch nicht umgezeichnet war.

Bild 12:

Zu letzten TEEs, die mit dem VT11.5 (neu BR 601) gefahren wurden, zählte das Zugpaar TEE 17/18 "Mediolanum" München – Mailand. Am 09.05.71 sehen wir 601 005 als TEE 18 bei der Einfahrt nach München Hbf. Der "Trans Europ Exress" Schriftzug an den Seitenwänden ist schon entfernt, da die Züge zu dieser Zeit auch im regulären IC-Verkehr eingesetzt wurden. In diesen Diensten wurde das TEE-Emblem an den Stirnfronten mit einem einfachen Blechschild mit aufgemaltem IC abgedeckt.

Bild 13:

Der Nachschuss in Richtung Bahnhofshalle auf 601 004 bringt auch noch die 118 054 ins Bild, die abfahrbereit vor D275 "Wörthersee" steht. Für die Ausfahrt dieses Zuges hatte ich mich eigentlich postiert, der zufällig einfahrende TEE war nur eine willkommene Zugabe.

Bild 14:

Damit genug der VT11.5 und der schwarz/weiß Bilder, es gab ja auch noch lokbespannte TEEs mit Dieselloks. Diese waren allerdings eher rar und auf genau zwei Zugpaare beschränkt.

Das eine davon war TEE 66/67 "Bavaria", der nach Abzug der schweizer RAm als Kurzzug mit 2 Sitzwagen (DB) +Speisewagen (SBB) gefahren wurde. Dass das nicht wirtschaftlich sein konnte, liegt auf der Hand. Am Morgen des 03.05.77 bin ich TEE 67 auf seiner Fahrt nach München extra bis an die nicht elektrifizierte Strecke hinter Geltendorf entgegen gefahren. Es führt 218 359, wie alle Kemptner 218 dieser Zeit im damals so verhassten ozeanblau/beige – und dabei sieht es hier doch gar nicht so schlecht aus.

Bild 15:

Am nächsten Tag wurde der Gegenzug TEE 66 in München Laim abgepasst. Zuglok ist diesmal 218 467. Die Stelle gegenüber dem S-Bahnhof gleichen Namens war zwar motivlich nicht so prickelnd, aber dafür war hier extrem viel los. Züge im Minutentakt und alle Baureihen, die München damals zu bieten hatte. Gerade auf Dienstreisen (und das hier war eine) galt schon mal das Motto "Masse statt Klasse".

Bild 16:

Hoch im Norden gab es den zweiten lokbepannten TEE mit Diesel. TEE 34/35 "Merkur" wurde im Abschnitt Hamburg – Puttgarden planmäßig mit 221 bespannt. Bilder davon gibt’s auf meiner Homepage in der Galerie "V200-Hochburg Lübeck", Bilder 17, 38, 43 und 44. Bisher noch nicht veröffentlicht ist das Bild von 221 109 mit TEE 34 am 31.03.78 in Lübeck Genin, das bei etwas traurigem Wetter entstand und es deshalb nicht in meine Galerie geschafft hat. In dieser Richtung hatte TEE 34 stets nur zwei Wagen, ein Kinderspiel für die 221, aber kostendeckend??

Bild 17:

Zusammenfassend muss man feststellen, dass die Diesel-betriebenen TEE im Deutschland nicht viel Abwechslung boten (unabhängig davon, dass der VT11.5 für mich stets etwas Besonderes darstellte). Abgesehen von dem Provi- sorium VT08 kamen planmäßig nur die drei Baureihen 601, 218 und 221 zum Einsatz. Das war bei den E-bespannten TEEs ganz anders, aber das zeige ich erst später in einem weiteren Teil. Ihr könnt ja schon mal überlegen, welche Baureihen da alle "zum Zuge" kommen.

Bis dahin,
Ulrich B.

 

 

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