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50 Jahre TEE – E-Traktion in Deutschland
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom
12.06.2007

 
 

Zu Beginn des dritten Teils zunächst die Links zu meinen bisherigen Beiträge zum Thema TEE:
- 50 Jahre TEE - Schweiz
- 50 Jahre TEE – Dieseltraktion in Deutschland
Heute geht es nun um die elektrisch betriebenen TEE-Züge der Deutschen Bundesbahn.

Der Grundgedanke des TEE-Systems war die Schaffung von schnellen, hochkomfortablen grenzüberschreitenden Zugverbindungen in (West-) Europa. Erstmals wurde eine Grenzabfertigung im fahrenden Zug angeboten, was einen enormen Zeitgewinn bedeutete.

International gesehen war das elektrifizierte Streckennetz in Europa zum Zeitpunkt der Einführung 1957 noch sehr lückenhaft. Und so sich denn elektrische Strecken an der Grenze berührten, stießen dort fast ausschließlich unter- schiedliche Stromsysteme aufeinander. Mehrsystemfahrzeuge oder Lokwechsel wäre die unausbleibliche Konsequenz gewesen. Das erklärt, warum alle beteiligten Bahnverwaltungen zunächst mit Dieseltriebzügen an den Start gingen.

Neben der SNCF war es vor allem die DB, die trotz ihres Paradezugs VT11.5 recht bald auch lokbespannte Wagen- züge im TEE Verkehr einsetzte. Diese Wagenzüge wurden, soweit sie unter Fahrdraht verkehrten, natürlich elektrisch bespannt. In Deutschland waren es die beiden TOP-Züge der DB, der "Rheingold" und der "Rheinpfeil", die zum Sommerfahrplan 1965 als TEE 9/10 bzw. TEE 21/22 den TEE Status erhielten. Eigens für diese Züge waren die sogenannten "Rheingold-Loks" beschafft worden, die aus der Serienbeschaffung der BR E10 abgeleiteten E10.12.

Aus meiner ganz ganz frühen Fotozeit (Bild Nr. 18 von heute ca. 60.000) stammt dieses Bild der E10 1265, die am 15.05.66 soeben mit dem TEE10 "Rheingold" die Hohenzollernbrücke passiert hat und nun langsam in den Kölner Hbf einfährt. Vom Licht her leider völlig von der falschen Seite und zudem stark überbelichtet, war diese Aufnahme nur unter Aufbietung aller meiner (bescheidenen) Bildbearbeitungskünste in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen. Noch präsentiert sich der ganze Zug in den klassischen Rheingoldfarben blau/beige, die kurz darauf den standardisierten TEE-Farben weinrot/creme weichen mussten.

Bild 18:

Weitere Farbbilder von blau/beigen E10.12 oder rot/beigen E10.12 mit alter Nummer in Farbe waren mir leider nicht vergönnt. Hier gab es aber kürzlich ganz hervorragende Bilder im Beitrag von railroadwilli zum gleichen Thema.

Bei mir ging’s jetzt erst mal weiter mit der schwarz/weißen Phase, aus der ich zwei Bilder von den 112.4 zeigen möchte. Die 20 Loks 112.4 verstärkten ab 1968 den Bestand an 160 km/h-fähigen Loks für den schnellen Fernverkehr mit F- und TEE-Zügen.

Die erste Lok dieser Nachbeschaffung, die Frankfurter 112 485, sehen wir hier am 26.07.69 mit TEE21 "Rheinpfeil" auf seinem Weg nach Süden. Die Stelle direkt neben dem Bw Aschaffenburg dürfte vielen bestens bekannt sein. Und die meisten waren hier sicher nicht wegen der E-Loks auf der Hauptstrecke (u.a. Altbau-E-Loks 110.0, 119, 144 und 194), sondern hauptsächlich wegen der Dampfer BR 64 und 65.

Bild 19:

112 504 war die letzte Lok der 112.4-Serie. Am 22.02.70 steht sie mit TEE76 "Helvetia" abfahrbereit im Bahnhof Hamburg Altona. Das diesige Februar-Wetter konnte mich nicht davon abhalten, den Namensgeber des von mir initiierten Pfiffclubs aufzunehmen.

Bild 20:

Der "Blaue Enzian" gehörte zu den allerersten lokbespannten TEEs bei der DB und war zudem die Starleistung der neuen E03. Am 26.08.66 ist es E03 003, die mit TEE56 bereits 542 km seit dem Start in Hamburg Altona hinter sich gebracht hat und in Würzburg den vorletzten Stopp vor dem Endziel München einlegt. Leider ist die Aufnahme spitz von vorn mit Zug völlig missraten, so dass ich nur ein Lokfoto zeigen kann.

Bild 21:

Gleich zwei der vier E03-Prototypen geben sich am 23.06.68 ein Stell-Dich-Ein im Münchener Hbf. Während 103 002 den TEE55 "Blauer Enzian" am Haken hat, bespannt 103 004 den F27 "Rheinblitz". Letzterer war ebenfalls ein renommierter Fernzug der DB, der es allerdings mangels grenzüberschreitenden Zuglaufs nie zu TEE-Ehren brachte.

Bild 22:

Jetzt wird’s wieder farbig. Zunächst mit einem Zug, der mit seinen 3 Wagen hinter einer 103 geradezu lächerlich wirkt - damit hat 103 117 bestimmt keine Mühe. Zu sehen ist TEE29 "Heinrich Heine" in Mülheim (Ruhr) am Heißener Berg, und zwar am 14.05.82.

Bild 23:

Schon von einem anderem Kaliber ist TEE15 "Bacchus", der am 26.09.79 bei Langenbrücken mit 103 229 nach Süden rauscht – 7 Wagen für einen reinen 1. Klasse-Zug sind nicht schlecht. Das große Gebäude im Hintergrund ist übrigens Schloß Kislau, dessen Ur-Anfänge bis in die Zeit um 100 n.Chr. zurückgehen.

Bild 24:

Das folgende Bild werden so manche von meiner Homepage her kennen. Serien-110 vor TEE/IC Wagen, das ist mir einige Male vor die Linse gekommen, aber mit einem "richtigen" TEE nur dieses einzige Mal: Am 02.02.75 legt sich die Münchener 110 329 bei Rosenheim vor TEE84 "Mediolanum" in die Kurve. Ich hoffe, man sieht mir die Wiederholung nach.

Bild 25:

Gut zwei Jahre später haben die zunächst ausschließlich nach München angelieferten 111 diese Leistung über- nommen. Wir schreiben den 07.05.77, als 111 065 mit eben jenem TEE84 "Mediolanum" durch den Bahnhof von Großkarolinenfeld düst. Das Düsen ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Maschinenwagen der FS-Wagengarnitur fiel mir stets unangenehm durch seine Motorgeräusche auf. Typisch für die FS-Wagen auch der etwas pastellfarbene Farbton, der dem üblichen TEE-weinrot nicht entsprach.

Bild 26:

Der Mangel an 103 nach Einführung des IC-Verkehrs im Stundentakt führte dazu, dass die 111 vereinzelt in IC und sogar TEE-Diensten planmäßig eingesetzt wurden. Dazu zählte auch TEE75 "Roland", den wir hier am 05.05.79 bei Neustadt am Rübenberge sehen. Bespannt ist er mit 111 109, die gut 2 Jahre später am 27.08.81 bei einem schlimmen Unfall in Wels/Österreich völlig zerstört wurde und als erste Lok ihrer Baureihe ausgemustert werden musste.

Bild 27:

E16 09 am 01.09.67 vor TEE22 "Rheinpfeil" in München Hbf. Ja, das gab’s wirklich! Allerdings blieb die Lok nicht bis Nürnberg Hbf, sondern nur bis München Pasing vor’m Zug. Die meisten werden es wissen: Das waren die für München typischen Leerzug-Überstellungen vom Hbf ins Pasinger Wagenwerk. Schade, dass ich damals als Anfänger noch so lokbetont fotografiert habe. Solch ein Zug auf der Strecke – das wär’s …

Bild 28:

Auch das nächste Bild zeigt einen Leerzug. Und zwar wiederum den aus TEE22 "Rheinpfeil", der am 23.06.68 von der Augsburger E44 036 nach Pasing geschleppt wird. Inzwischen war ich auch soweit, darauf zu achten, dass der ganze Zug ins Bild kommt.

Bild 29:

Wenn wir jetzt zu den Ellok-Baureihen zurückkehren, die planmäßig TEE-Züge befördert haben, kämen jetzt eigentlich die Mehrsystemloks an die Reihe. Da ist zunächst der TEE50/51 (später 24/25) "Goethe" zu nennen, der zwischen Frankfurt und Metz anfangs mit den Vorserienloks 181.0/1 und später mit den Serienloks 181.2 bespannt wurde. Leider habe ich davon keine eigenen Bilder und auch sonst keine auftreiben können. Aber vielleicht kommt ja noch etwas aus dem HiFo-Kreis.

Fehlanzeige auch bei den 184 im TEE-Zugdienst zwischen Köln und Lüttich. Aber dafür habe ich ja meinen Freund Martin Welzel, der mit Bildern aus der Region Aachen überreichlich gesegnet ist.

Von ihm stammt das Bild der 184 001, welches TEE33 "Parsifal" am 31.10.78 bei der Einfahrt nach Aachen Hbf zeigt. Noch ist die Fahrleitung über dem Bahnsteiggleis auf belgische 3000 V= geschaltet, erst nach dem Halt wird umgeschaltet auf den heimischen Saft.

Bild 30:

Ja, auch die Lufthansa-Tiefflieger durchs Rheintal waren TEEs – zumindest fahrplantechnisch. Korrespondierend zu den Flugnummern LH 1001ff wurden die Züge bahnintern als TEE61 ff geführt. Mit dem ursprünglichen TEE-Gedanken hatte das natürlich gar nichts mehr zu tun. Die Gattung TEE stand inzwischen nur noch für einen hochkomfortablen und schnellen Zug der Extraklasse. Nördlich von Remagen am Schloß Marienfels kurvt der Lufthansa-Express TEE65 (LH1005) über die linke Rheinstrecke gen Süden. Eingesetzt ist am 31.05.84 eine vierteilige Garnitur mit 403 001 an der Spitze.

Bild 31:

Damit bin ich am Ende meines kleinen Exkurses durch die Vielfalt der deutschen TEE-Züge. Ich fasse noch einmal zusammen, welche Fahrzeuge planmäßig zum Einsatz kamen.

Diesel:
Baureihen 210, 218, 220, 221, 601 und VT08 (als Provisorium)

Elektrisch:
Baureihen 103.0, 103.1, 110.1, 111, 112.2/3/4, 181.0/1, 181.2, 184 und 403 (unechter TEE)

Dazu kamen außerplanmäßige Bespannungen mit Ersatzloks und Leergarnitur-Überführungen mit allen gängigen Lokbaureihen der damaligen Zeit. Zwischen München Hbf und Pasing halte ich selbst den Einsatz von 175 und 191 für durchaus möglich, waren diese doch seinerzeit noch in diesen Diensten beschäftigt. Davon eine Zugaufnahme in Farbe – das wäre der absolute Brüller!! Ob wir das hier im HiFo wohl irgendwann noch zu sehen kriegen?

Schönen Tag noch,
Ulrich B.

 

 

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