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Tja, da unser Helmut alias 03 1008 zur
Zeit mal wieder die Welt nach den letzten noch
irgendwo herum kreuchenden Dampfloks absucht,
um so Material für’s HiFo 2047 zu erschießen,
gibt es heute leider keine Fortsetzung seiner
absolut grandiosen Serie. Ich glaube, das vermissen
nicht wenige hier.
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Nun könnte ich zwar selber einige Dampflok-Bilder
aus dem Jahr 1967 unter dieser Überschrift hier
einstellen. Aber abgesehen davon, dass ich als
damals blutiger Anfänger mit Helmuts Aufnahmen
ohnehin nicht mithalten kann, hielte ich es auch
geradezu für einen Frevel, unter dieser "heiligen"
Überschrift eigene Bilder ins HiFo zu stellen.
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Aber es gab vor 40 Jahren ja auch noch anderes
als Dampf. Und da ich von je her auch an den modernen
Traktions- arten interessiert war, bedeutete ein
Ort wie München so etwas wie ein Mekka für mich.
Und so setzte ich alles daran, im Spätsommer 1967,
im Anschluss an einen Urlaub am Bodensee, einen
kurzen Abstecher in die bayrische Landes- hauptstadt
zu unternehmen.
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Nach einer sehr abwechslungsreichen Zugfahrt
über Kempten, Reutte und Garmisch (leider jeweils
ohne größere Zwischenstationen) war ich am 01.09.67
endlich am Ziel meiner Träume: München. Am Anfang
stand ein Besuch im Bw München Ost.
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Vorrangiges Ziel dort waren natürlich die urigen
Stangen-Dreiteiler der Baureihe E91, die hauptsächlich
in den Münchener Rangierbahnhöfen Laim und Berg-am-Laim
(= Mü.Ost) eingesetzt wurden. Im Bw stand denn
auch mit
E91 88 ein Vertreter der preußischen Bauart.
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Bild 1:
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Dass diese Lok nur ein knappes halbes Jahr später
nach Oberhausen Osterfeld, also quasi vor meine
Haustür, umstationiert werden sollte, konnte ich
damals nun wirklich nicht ahnen. Leider ist sie
mir aber dort nicht mehr vor die Linse gefahren.
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Hinter der E91, auch nicht zu verachten, ET85
22, ebenfalls ein "Urviech" aus den Anfängen
der elektrischen Traktion in Bayern. 1967 wurden
die Münchener ET85 allerdings nur noch im Werksverkehr
zu den AW'en Neuaubing und Freimann eingesetzt.
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Bild
2:
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So ganz dampffrei war München damals allerdings
noch nicht. Nicht nur, dass 50er aus Mühldorf
noch regelmäßig hierhin kamen, am Berg in Berg
am Laim (daher der Name? ;-) ) wurden auch noch
die unverwüstlichen preußischen T16.1, BR
94.5, gebraucht. Gerade rückt 94 1522 zum
Dienst aus. Ihr Top-Zustand entsprach so gar nicht
dem gewohnten Erscheinungsbild der durchwegs "versifften"
T16.1 des heimatlichen Bw Vohwinkel.
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Bild 3:
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Auf ein Bild der 70 083, die als vorgesehene
Museumslok im Schuppen hinterstellt war, und die
mir freundlicherweise kurz ans Tageslicht gezogen
wurde, verzichte ich hier, denn schließlich soll
das ja eigentlich ein Beitrag ohne Dampf sein.
Auch einige weitere, im Bw abgestellte, sprich
abgebügelte Elloks sind nicht unbedingt zeigenswert.
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Nach dem Bw-Besuch stand als nächstes der Münchner
Hbf auf dem Programm. Es begann gleich mit einer
für mich neuen Baureihe, der E04, die wie die
E91 nur kurze Zeit später ebenfalls in den Westen
versetzt werden sollte.
Am 01.09.67 steht für E04 19 erstmal ein
Eilzug mit Ziel Garmisch (?) auf dem Dienstplan.
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Bild
4:
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Jetzt ging’s Schlag auf Schlag. Ein Nürnberger
"Edelhirsch" – damals in München täglich zu sehen,
aber für mich die Krönung der Altbau-Elloks. Die
für meinen Geschmack schönere Siemens-Variante
(wegen des hohen Dachaufbaus) war mit D556 nach
München gekommen. Ich hatte E19 12 schon
am Prellbock in der Bf.-Halle gesehen und mich
rechtzeitig an der Bahnsteigspitze postiert, um
sie bei der Ausfahrt abzulichten.
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Bild
5:
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Die Lok zeichnete sich übrigens
bis zum Schluss durch den zusätzlichen weißen
Zierstreifen in Höhe Fensterunter- kante aus.
Dass es auch die Baureihe E19 noch in den Westen
nach Hagen Eck verschlug, haben wir in den letzten
Tagen ja in mehreren Bildern von und
Helmut Philipp gesehen. Weitere Bilder der E04,
19 und 91 in ihrem westlichen Exil gibt es bekannterweise
(?) auf meiner Seite in der Galerie Altbau-Elloks
im Revier.
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Nur knapp eine halbe Stunde nach
E19 12 war auch E19 01 mit D384 in München
eingetroffen. Hatte ich ein Jahr zuvor in Nürnberg
noch die beiden grünen E19 02 und E19 11 vor die
Flinte gekriegt, gaben sich jetzt also die beiden
blauen Loks die Ehre. Leider wurde in diesem Fall
nicht der ganze Zug hinter der Lok abgezogen;
den Postwagen musste unsere E19 noch selber wegrangieren,
bevor sie für eine kurze Pause ins Bw München
Hbf einrücken konnte.
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Bild
6:
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Im Starnberger Flügelbahnhof entstand
das nächste Bild, das zwei damals ganz alltägliche
Loks zeigt, zu denen man aber noch etwas sagen
muss: E44 094G war eine der wenigen E44
mit Wendezugsteuerung, deshalb auch der Zusatz
"G" (für "geschobenen Zug") hinter der Nummer.
Und E10 343 sehen wir hier noch im Lieferzustand
mit "normalem" Bügelfalten-Kasten. Nach einem
schweren Unfall in Mü.Pasing am 01.07.71 erhielt
sie bekanntlich einen neuen Kasten mit integrierter
Verschleißpufferbohle, wie das auf meiner Seite
bei den Bauartunterschieden
BR 110 zu sehen ist.
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Bild
7:
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Die letzten planmäßigen Einsätze
der Baureihe E32 waren gelegentliche Überstellfahrten
zwischen München Pasing und Hbf bzw. umgekehrt.
E32 12 hat einen Zug in den Hbf geschleppt
und kommt jetzt etwas überraschend für mich hinter
dem ausfahrenden Zug "hinterher geschossen". Da
war nicht nur der Finger zu spät am Abzug, sondern
auch noch ein weiterer Jung-Fotograf im Bild.
Vielleicht erkennt sich ja sogar jemand wieder?
Die Lampen an der Lok: Sind die nicht sehenswert?
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Bild
8:
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Ebenfalls nur im Überstell-Dienst
eingeteilt war E16 09, die hier den Leerzug
aus TEE22 "Rheinpfeil" am Haken hat. Ich hoffe,
man sieht es mir nach, dass ich das Bild hier
noch einmal zeige, nachdem ich es vor einiger
Zeit schon in meinem Beitrag "50 Jahre TEE" gezeigt
habe. Aber die Lok steht hier so schön im Abendlicht,
die blanken Kupferleitungen an den Buchli-Antrieben
glänzen, die feudale Wagengarnitur - und überhaupt,
es ist einfach eine meiner schönsten E16 Aufnahmen.
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Bild
9:
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München Hbf war aber nicht nur für
alte Elloks gut, auch die modernsten Triebfahrzeuge
waren hier regelmäßig anzutreffen. Beheimatet
im Bw München Hbf, waren die Vorserien-E03 natürlich
hier häufiger zu sehen. Am 01.09.67 gibt sich
E03 002 die Ehre. In dieser Perspektive
sehr gut zu sehen ist der Stromabnehmer der Bauart
DBS54 mit Wanischwippe. Als erste abgenommene
E03.0 war diese Lok während der IVA 65 als "E03
001" unterwegs.
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Bild 10:
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Im letzten Büchsenlicht des 01.09.67
kam mir noch ein weiterer moderner Exot vor die
Linse: Die Kemptener Gasturbinenlok V169 001,
die hier abfahrbereit vor D102 nach Lindau steht.
Auch diese Maschine verschlug es später in den
tiefen Westen nach Gelsenkirchen Bismarck, wo
sie ihr Altenteil verbrachte.
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Bild
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Neuer Tag, neues Glück – leider
anfangs bei noch etwas trübem Wetter. Vom 02.09.67
zeige ich zunächst die Freilassinger E18 055,
die vmtl. einen Balkanzug am Haken hat. Grüne
Lok mit Glubschaugen und Reko-Strom- abnehmer,
das gab es auch nur übergangsweise.
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Bild
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Als sich dann V320 001 vor
D94 nach Lindau setzt, scheint die Sonne zum Glück
wieder. Auch dieses Bild dürfte bekannt sein,
steht hier aber im passenden zeitlichen Kontext.
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Bild
13:
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Beim anschließenden Besuch im Bw
München Hbf entstanden, heute überhaupt nicht
mehr nachvollziehbar, nur ganze 5 Aufnahmen. Und
dabei muss doch hier wirklich alles voll gestanden
haben – aber vmtl. war "Filmsparen" angesagt,
war doch das knappe Schüler-Budget nach der Rundreise
durch Süddeutschland ohnehin mehr als angefressen.
Nun denn, wenigstens den schönen Sechsachser aus
Österreich habe ich nicht verschmäht: 1010.12
von der Zfl Wien West.
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Bild
14:
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Zum Schluss noch einmal Überschrifts-widrig
eine Dampflok. Die vor dem Krauss-Maffei Verwaltungsgebäude
aufgestellte 18 528 war mir einen Abstecher
nach Allach wert, war es doch zum damaligen Zeitpunkt
die einzige erhaltene und fotografierbare S3/6.
Noch zeigt der Tender zur Straße, so dass nur
eine Seitenansicht möglich war. Als ich der Lok
11 Jahre später erneut einen Besuch abstattete,
stand sie andersherum auf dem Denkmalgleis mit
der Rauchkammer zur Strasse.
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Bild
15:
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Damit ist mein kurzer Streifzug
durch die Münchener Eisenbahnszenerie vor 40 Jahren
beendet. Man sieht den Aufnahmen an, dass ich
als Anfänger noch sehr lokbetont fotografiert
habe – motivlich kann ich da mit den alten Hasen
(die ja meist auch nur wenige Jahre länger im
Geschäft sind, als ich) nicht mithalten. Aus heutiger
Sicht ist es zudem absolut nicht nachvollziehbar,
wie wenige Aufnahmen man damals gemacht hat: Insgesamt
gerade mal 31 Bilder an 2 Tagen! Aber sei’s drum,
wenigstens DIE hab’ ich im Kasten.
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Was gab es damals in München nicht
alles zu sehen.
Nach meinen Aufzeichnungen (ohne die Loks im AW
Freimann und ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
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E-Traktion:
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E03.0, E04, E10.1, E10.12, E16, E17, E18,
E19, E32, E40, E41, E44, E50, E75, E91,
E94, ET85, ET91
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Diesel:
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Köf II, Köf 11, V36, V60, V100, V160, V162,
V169, V200.1, V320, VT11.5
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Dienstfzge.:
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Mü5015 (ex ET11), Mü6202/05 (TVTalt), VT55
(TVTneu)
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Allein bei der Aufzählung wird mir
der Mund noch wässrig.
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Schönen Tag noch,
Ulrich B.
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