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Nein, das hier ist kein Ersatzbeitrag
für Helmuts (alias 03 1008) unvergleichliche Serie
"Dampf vor 40 Jahren“ – auch wenn der Zeitpunkt
meines Beitrags bewusst gerade heute gewählt wurde.
Zwar kann ich inzwischen auf eigene Bilder zurückgreifen,
die 40 Jahre und älter sind (mein Gott, wie die
Zeit vergeht) – aber mit Betriebsaufnahmen von
Zügen auf der Strecke oder im Bahnhof, wie sie
Helmut schon vor 40 Jahren konsequent durchgezogen
hat, kann ich leider noch nicht dienen. Meine
damalige Motivgestaltung war im zweiten Jahr als
Eisenbahnfotograf noch sehr Lok-bezogen. Auf den
Geschmack von Zugaufnahmen bin ich erst im Laufe
des Jahres 1968 gekommen, nicht zuletzt auf der
Urlaubsfahrt nach Oberfranken, von der ich jetzt
einige Bilder zeigen möchte.
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Erster Fotostopp auf dem Weg ins Urlaubsquartier
in Fichtelberg war Schweinfurt. Am 24.07.68 stehen
im Hbf die beiden T18 078 158 und 078
211 abfahrbereit vor P1961 nach Mellrichstadt
bzw. P4815 nach Würzburg.
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Bild 1:
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Bei 78 158 handelt es sich übrigens um
eine württembergische T18 (Nr. 1133), während
78 211 damals die letzte T18 bei der DB
mit rundem Führerhausdach war. Bemerkenswert ist
ferner, dass beide 78er, wie alle Loks des
Bw Schweinfurt, bereits die neue EDV-Nummer tragen,
lieblos mit Schablone einfach auf ein Stück
Blech oder sogar direkt auf die Lok gepinselt,
was mir nun überhaupt nicht gefiel.
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Im Bw Schweinfurt gab es dann die üblichen Vertreter
zu besichten, u.a. 098 886, die gerade
auf die Drehscheibe fuhr. Auch die bayrische Lokalbahnlok
ist bereits umgezeichnet – grrr :-((
Und so belasse ich es denn auch nur bei einer
Porträtaufnahme von vorn.
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Bild 2:
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Die ehemalige GtL4/4 2636 der Bayerischen Staatsbahn
hielt noch über ein Jahr durch, wurde am 25.10.69
Z-gestellt und am 04.03.70 als vorletzte Lok der
Baureihe 98.8 ausgemustert.
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Hof – hier war die Welt im Sommer '68 noch in
Ordnung. Keine durch neue Nummern verunzierten
Dampfloks weit und breit; dazu "hochrädrige" Pacifics
im Überfluss.
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Gleich am ersten Besuchstag, dem 27.07.68, präsentiert
sich 01 150 vor D146 auf dem Mittelgleis
im Hofer Hbf. Das Schauspiel mit zwei 01 und einer
V180 in den Hauptrollen, das sich hier alltäglich
abspielte, habe ich auf meiner Homepage in der
Galerie "Hof
– in Bayern ganz oben" mit Bild
und Text ausführlich beschrieben.
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Bild 3:
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Nach den ersten Aufnahmen im Bahnhof ging’s ins
Bw, wo 01 131 gerade in den Schuppen fährt.
Die Lok besitzt seit dem 25.01.66, also erst seit
gut 2½ Jahren, einen Neubaukessel, den sie als
"Nachzügler" von der verunfallten 01 122 erhielt.
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Bild 4:
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Draußen, auf dem Kanal, ist derweil 01 008
eingetroffen, eine der zehn 01-Prototypen. Die
Maschine ist erst seit dem 01.06.68 in Hof, und
soll hier eigentlich nur noch bis zur im Dezember
fälligen Frist abgefahren werden. Tatsächlich
wurde sie auch am 05.12.68 z-gestellt, erhielt
dann jedoch überraschend noch einmal eine Hauptuntersuchung
und kehrte im Juli 70 wieder in den Einsatzbestand
zurück.
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Bild 5:
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Am 28.07.68 konnte ich meine Mutter überreden,
mit mir an die Schiefe Ebene zu fahren – schließlich
braucht man als 17-jähriger führerscheinloser
Schüler noch einen Fahrdienst ;-))
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Während ich meine ersten Erfahrungen mit Streckenaufnahmen
mit meiner neuen Kamera sammelte, wurde die alte,
mit Diafilm bestückte Kamera, von eben meiner
Frau Mama bedient. Hat sie doch gar nicht so schlecht
hingekriegt? Meine schwarz/weiß Aufnahme siehe
Galerie "Hofer
01 – 1968/69“, Bild 15.
Zu sehen ist die Neubaukessel-Lok 01 131
vor E575 am Block Streitmühle.
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Bild 6:
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Zurück ins Bw Hof, wohin ich am nächsten Tag,
dem 29.07.68, fuhr, jetzt wieder mit dem Zug.
Auf der Drehscheibe konnte dort noch einmal 01
008 abgelichtet werden, die als Prototyp natürlich
meine besondere Aufmerksamkeit auf sich zog.
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Bild 7:
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Das von der Serien-Ausführung abweichende Führerhaus
der Prototyp-Lokomotiven veranlasste mich zu einem
weiteren Foto von 01 008, nicht nur in
schwarz/weiß, sondern auch in Farbe.
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Bild 8:
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Der nächste "Farb-Kandidat" am 29.07.68 war die
Hofer 86 346, die hier soeben auf die Drehscheibe
fährt.
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Bild 9:
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Und noch einmal eine 01, dieses Mal an der "Paradestelle"
hinter den Ausschlackgleisen im Bw.
Die Ehre gibt sich 01 088, eine Lok der
ersten Bauserie mit kleinen Vorlaufradsätzen (850
mm).
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Bild 10:
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Die Freistände der Drehscheibe am "Haus 2", der
vom Eingang aus gesehen vorderen Drehscheibe,
wurde haupt- sächlich von den Tenderloks des Bw
Hof bevölkert. Am 30.07.68 steht hier 86 705
direkt neben den Resten des Schuppens 2, in dem
damals die (wenigen) Hofer Dieselloks werkstattmäßig
betreut wurden.
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Bild 11:
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Am 31.07.68 stand eine Fahrt (mit dem Auto) nach
Weiden auf dem Programm. Im dortigen Bahnhof traf
ich zunächst auf die Weidener 50 1425.
Das war immerhin die erste Schürzen-50er, die
mir vor die Linse kam.
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Bild 12:
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Nachdem der kurze Aufenthalt in Weiden nicht
mit allzu vielen Aufnahmen der hier zahlreich
stationierten Bubiköpfe gesegnet war, ging es
weiter nach Kirchenlaibach. Auf dem Weg dorthin
wurde bei Seybothenreuth noch P1752 von Bayreuth
nach Kirchenlaibach abgepasst. Und, welch freudige
Überraschung, dieser Personenzug ist gleich mit
zwei Bubiköpfen bespannt, nämlich mit 64 206
und 64 248.
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Bild 13:
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Wenn ich damals schon selbst hätte fahren dürfen,
hätten wir den Zug sicher noch ein zweites Mal
erwischt. So aber trafen wir nach dem Zug in Kirchenlaibach
ein, wo die Vorspannlok 64 206 bereits
abgekuppelt hatte und gerade auf der Drehscheibe
im Bw ins rechte Licht gedreht wurde.
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Bild 14:
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Die Rückreise ins heimische Wuppertal führte
über Nürnberg, wo sich die unterschiedlichen Interessen
von Eltern (Kultur) und Nachwuchs (Eisenbahn)
mühelos unter einen Hut bringen ließen. Bei einem
Besuch im Bw Nürnberg Hbf gelang es mir, den mich
begleitenden Eisenbahner davon zu überzeugen,
dass die gut versteckt in einem Neben- schuppen
hinterstellte 98 307 unbedingt mal wieder
etwas Sonnenlicht bräuchte. Und so wurde kurzerhand
eine vor dem Schuppen stehende Köf gechartert,
um den bayerischen Glaskasten nach draußen zu
ziehen. Was waren das noch für Zeiten …
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Bild 15:
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Leider kam das Licht ziemlich genau von hinten,
so dass eigentlich nur Aufnahmen von der Heckpartie
des Glaskastens möglich erschienen. Aber ein Versuch
von schräg-vorn wurde doch gemacht – damit war
die Belichtungsautomatik allerdings völlig überfordert
und heraus kam ein Ergebnis vom Typ Schwarzafrika.
Erst die heutige Digitaltechnik zaubert daraus
wieder ein (gerade noch) vorzeigbares Bild.
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Bild 16:
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Soweit ein Großteil der bei der Tour vom Sommer
’68 entstandenen Farbaufnahmen. Ein Teil der Bilder
sind einigen sicher als schwarz/weiß Aufnahmen
von meiner Seite aus den Galerien "Hof, in Bayern
ganz oben" und "Hofer 01 – 1968/69" bekannt. Bei
der Bildauswahl für diese Galerien stand ich damals
vor der Frage, ob ich in einer Galerie Farbe und
Schwarz/weiß mischen sollte. Ich habe mich dagegen
entschieden, weil mir das einerseits zu unruhig
erschien und zudem die Qualität der Farbaufnahmen
nicht die beste ist. Immerhin sind die Bilder
1, 2, 3, 5, 9, 10, 14, 15, und 16 dieses Beitrags
Dias aus der "Schrottkiste", die erst mit Hilfe
der Digitaltechnik wieder zu neuem Leben erweckt
werden mussten. Ich würde mich freuen, hierzu
mal ein paar Meinungsäußerungen der geschätzten
HiFo-Kollegen zu hören.
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Schönen Tag noch,
Ulrich B.
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