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Schwaben-Dampf
vor 40 Jahren
Beitrag im DREHSCHEIBE
Forum
"Historische Bahn" vom 25.10.2008
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Eigentlich sollte diese Fortsetzung meines Beitrags
Oberfranken-Dampf
vor 40 Jahren ja am vergangenen
Donnerstag erscheinen. Aber nachdem wir da bereits
in den Genuss einer neuen "Dampf vor 40 Jahren"
Folge kamen, habe ich das Vorhaben erst mal zurückgestellt.
Andererseits, die Bilder sind bereits gescannt
und aufbereitet, warum sollte man sie dann nicht
auch zeigen.
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Die Bilder entstanden auf der Rückreise von einem
einwöchigen Studienaufenthalt in München, der
mir erfreulicher- weise eine Einzelfahrkarte und
damit einen unabhängigen Reiseverlauf bescherte.
Und da sich die Sommerferien gleich anschlossen,
erfolgte die nunmehr mehrtägige Rückreise nicht
auf dem kürzesten Weg, sondern führte von München
über Ulm – Aalen – Crailsheim – Mudau – Heilbronn
– Steinheim/Murr – Mannheim – Darmstadt und Gießen
zurück ins heimatliche Wuppertal.
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In Ulm (nein, leider nicht und um Ulm herum)
standen erst einmal die Salondampfer der Baureihe
03 auf dem Programm. Zwar waren diese eleganten
Schnellzugmaschinen 1968 auch noch in Hamburg,
Braunschweig und Mönchengladbach/Gremberg zu finden,
dort aber nur mit einzelnen Saison- und Sonderleistungen
beschäftigt.
Das letzte richtige Einsatzgebiet mit mehrtägigem
Umlaufplan war Ulm.
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Die sicherste Bank, in der Kürze der mir zur
Verfügung stehenden Zeit ein paar Maschinen zu
erwischen, erschien mir ein Besuch im Bw Ulm.
Meldung in der Lokleitung, Begleitung durch einen
Lf aus der Bereitschaft – das ging damals auch
ohne Voranmeldung noch alles völlig problemlos.
Kaum waren wir an der Drehscheibe, als 03 263
aus dem Schuppen kommt und zu ihrem nächsten Einsatz
aufbricht. Wir schreiben den 02.07.1968.
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Bild 1:

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Es folgte ein (begleiteter) Rundgang durchs Bw-Gelände,
bei dem nur die s/w-Kamera zum Einsatz kam, obwohl
es neben diversen 50ern immerhin noch 23 071 und
78 293 zu sehen gab. Als dann auf dem Rückweg
an der Drehscheibe gerade eine weitere 03 eintraf,
wurde bei der nun fälligen "Foto-Runde" auch wieder
farbig zugeschlagen. Die Ehre gab sich 03 246,
eine Lok, die wie 03 263 noch lange beim Bw Ulm
durchhalten sollte.
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Bild 2:

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Natürlich war mir sofort der besondere Tender
aufgefallen, den ich bisher nur an Loks der BRn
41 und 44 kannte – so meinte ich damals jedenfalls.
Das war mir noch eine Aufnahme von hinten wert,
als 03 246 ihren Platz auf einem der Freistände
eingenommen hatte. Man beachte auch die ordentlich
an der Kohlenkasten-Rückwand aufgehängten Reserve-Luftschläuche.
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Bild 3:
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Erst viel später, und nicht zuletzt durch entsprechende
Diskussionen hier im HiFo, wurde mir klar, dass
es sich bei dem Tender der 03 246 nicht
um einen genieteten 2’2’T32 neue Bauart handelt,
sondern um einen
geschweißten Vorserien-Tender 2’2’T34
mit tief liegenden Wassereinläufen und Kohlenkasten
alter Ausführung.
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Noch am gleichen Tag, also dem 02.07.68, ging
es weiter nach Aalen, wo ein mehrtägiger Aufenthalt
eingeplant war. Auch hier wurde zunächst das Bw
aufgesucht. Und das war äußerst lohnenswert, denn
das Bw stand voll mit zahlreichen Loks der Baureihen
23, 50, 64 und 78, nicht zu vergessen die Ka 4013.
Als 78 298 ins Bw einrückte und
im schönsten Nachmittagslicht neben dem Schuppen
Wasser nahm, wurde auch noch einmal ein Dia gemacht.
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Bild 4:
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Eine weitere Farbaufnahme wurde auf 64 079
verwendet, die mir wegen ihres ungewöhnlichen
Umlaufstegs vor der Rauchkammer auffiel; auf dem
Bild wegen des Frontschattens leider nicht besonders
gut zu erkennen. Während mir 64 079 später als
Heilbronner Lok noch öfter vor die Linse kommen
sollte, gab’s mit der leider unfotografierbar
dahinter abgestellten 50 1159 kein Wiedersehen
mehr.
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Bild 5:
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Die nächsten beiden Tage waren leider von eher
bescheidenem Wetter geprägt, so dass die Dia-Kamera
erst am Abreisetag aus Aalen wieder hervorgeholt
wurde.
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Den Anfang macht eine Diesellok – das ist zwar
überschriftwidrig, aber wenigstens schwarz war
sie auch. Von den beiden Aalener V36 wuselte eine
den ganzen Tag über als Rangierlok im Bahnhof
und den angrenzenden Gütergleisen herum. Am 05.07.68
war für diese Dienste V36 113 eingeteilt,
die hier gerade eine Zuggarnitur aus Gleis 2 holt.
Dabei steigen ganz beachtliche Qualmwolken über
dem Zug auf ...
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Bild 6:
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Nein, die V36 war’s nicht. Die dahinter stehende
64 250 heizt schon mal kräftig vor, um
gleich ihren P1432 zügig nach Schorndorf bringen
zu können. Den Modellbahnern, spez. den Märklinisten,
dürfte diese Aufnahme von der letztjährigen Modellankündigung
bekannt sein.
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Bild 7:
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Auch dem Bw wurde am 05.07.68 noch einmal ein
kurzer Besuch abgestattet. Am Kohle-Bansen sehen
wir 78 297, eine von mehreren erst vor
kurzer Zeit von Dillingen/Saar ins Schwabenland
versetzten T18 mit Wendezugeinrichtung.
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Bild 8:
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Während die Aalener 64 einen durchwegs akzeptablen
Pflegezustand aufwiesen, machten die 78er mehrheitlich
einen abgewirtschafteten Eindruck. Eine rühmliche
Ausnahme stellte da 78 307 dar, die, wenn
ich mich recht erinnere, just an diesem Tag von
einer Zwischenuntersuchung aus dem AW Offenburg
heimkehrte. Was Größeres kann es dort nicht gewesen
sein, denn an der Pufferbohle ist noch als letztes
HU Datum "Unt. Tr. 27.1.66" angegeben, mein
15. Geburtstag.
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Bild 9:
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Von der Seite sieht die Lok dann schon nicht
mehr ganz so sauber aus, was aber auch daran liegen
kann, dass es sich bei diesem Bild der 78 307
wieder einmal um ein "wiederbelebtes" Dia aus
der Schrottkiste handelt.
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Bild 10:
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Nächstes Ziel am 05.07.68 war Crailsheim.
Dort sehen wir an den bekannten Freiständen an
der Drehscheibe 23 021 in Wartestellung
auf ihren nächsten Einsatz.
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Bild 11:
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Oh Schreck! Eine Dampflok mit neuer Nummer. Mein
jugendlicher Eifer hätte mich fast dazu verleitet,
angesichts einer solchen Verunstaltung die Kamera
sinken zu lassen. Zum Glück siegte der Verstand
und so gibt es sogar nicht nur ein s/w-Bild, sondern
sogar eine Farbaufnahme von 023 054 mit
ihren "selbstgestrickten" Nummernschildern.
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Bild 12:
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Und gleich ein weiterer Dampfer mit neuer Nummer.
Während der drei Tage in Aalen war mir 078
062 gar nicht vor die Flinte gekommen, erst
jetzt hier in Crailsheim. Mit ihrem äußeren Zustand
war sie sicher ein aussichtsreicher Kandidat für
den Sieg im Wettbewerb "Wer ist die Dreckigste
im ganzen Land". Wenn man sich aber anschaut,
was da aus dem Schornstein quillt, wird die Sache
durchaus verständlich.
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Bild 13:
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Zu guter Letzt noch einmal eine Lok mit alter
Nummer, im Jahr 1968 immerhin noch der Normalzustand
bei den DB-Dampfern. 23 088 ist gerade
in ihrem Heimat-Bw eingetroffen und ergänzt jetzt
ihre Vorräte. Neben der nur kurzzeitig in Crailsheim
beheimateten 23 105 war die 088 stets die Lok
mit der höchsten Betriebsnummer in diesem bedeutendem
23er-Bw, das sich mit den Mischvorwärmer-Loks
ja nie so richtig anfreunden konnte.
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Bild 14:
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Damit endet mein kleiner Bildbericht über meine
Reise durchs Schwabenland im wilden 68er-Jahr.
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Schönen Tag noch,
Ulrich B.
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64
in Aalen – ein kleiner Nachschlag
Beitrag
im DREHSCHEIBE
Forum
"Historische Bahn" vom 26.10.2008
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Im Nachgang
zu meinem Beitrag Schwaben-Dampf vor 40
Jahren möchte ich noch ein paar Bilder von
Aalener 64ern nachschieben, dieses Mal allerdings
in schwarz/weiß.
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Wie aus den
Kommentaren von Olaf Ott und Ronald Krug
hervorgeht, war es für die Bubiköpfe in
Aalen im Sommer 1968 wirklich "fünf vor
Zwölf". Das war mir damals gar nicht so
bewusst. Wenn auch die Aalener 78 die Mehrzahl
der Nahverkehrs- und einige Eilzug-Leistungen
fuhren, die 64ern waren eigentlich an allen
Tagen mit dabei.
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Zunächst noch
einmal der morgendliche P1432, bespannt
mit 64 250, bei der Ausfahrt aus
Aalen. Der Lokführer kachelt richtig rein,
um die kurze Fahrzeit zu halten. Aalen,
05.07.68.
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Bild 15:
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Wie gesagt, Bubiköpfe im Personenzugdienst
waren in allen drei Tagen vom 02. bis 05.07.68
immer wieder dabei.
So habe ich z.B. am Vortag, dem 04.07.68,
nachmittags die 64 415 vor P1468
ablichten können. Das in meinem letzten
Beitrag angesprochene schlechte Wetter am
03. und 04.07.68 ist hier mit Händen zu
greifen.
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Bild 16:
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P1468 war am 03.07.68 übrigens mit 64 250
bespannt, den Frühzug habe ich an diesen
beiden Tagen nicht aufgenommen.
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Zum Schluss noch ein Bild aus dem Bw Aalen,
wo 64 049 am 05.07.68 eine Ehrenrunde
für den Fotografen dreht, bevor sie sich
mit unbekanntem Ziel davonmacht. Eine Zugfahrt
ab Aalen war es jedenfalls nicht, die hätte
ich nicht unfotografiert gelassen. Warum
bloß hab' ich die nicht in Farbe aufgenommen?
;-((
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Bild 17:
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Was mich ein wenig verwundert, ist die
Aussage, dass es im Sommer 68 keinen Plan
mehr für die Aalener 64 gab. Habe ich da
einfach nur großes Glück gehabt (78er Mangel
- siehe Rückkehr 78 307 aus dem AW?), oder
muss die Geschichte neu geschrieben werden.
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Wie dem auch sei, ich habe mich gefreut,
dass die Bilder gefallen haben, obwohl es
doch "nur" Lokaufnahmen ohne Zug dahinter
waren.
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Schönen Abend noch,
Ulrich B.
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