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Als Eisenbahnfotograf, der über sensationell
altes Bildmaterial aus der frühen Bundesbahnzeit
verfügt, ist Herbert Schambach ja schon in diversen
Büchern und Zeitschriften in Erscheinung getreten.
Und als aktives Mitglied bei den Eisenbahnfreunden
Witten hat er dort wiederholt mit
seinen Diavorträgen für Begeisterung gesorgt.
Nur im Internet und speziell im HiFo war er bislang
nicht aktiv, da ihm die Möglichkeiten zum Scannen
und Bildeinstellen fehlen. Vor einiger Zeit hat
er mir nun einige Filme zum Scannen zur Verfügung
gestellt und von diesen Bildern möchten wir, wenn’s
meine Zeit erlaubt, hier gelegentlich ein paar
"Schmankerln" zum Besten geben.
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Ein erster Test war das kürzlich von mir eingestellte
Rätsel
mit der P8 und 23 in Wuppertal Vohwinkel.
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Heute begleiten wir HS auf einer kleinen Eisenbahntour
am 13.06.59 nach Kleve. Natürlich ging es ihm
speziell um "Steppenpferde" der BR 24, aber auch
sonst hatte das kleine Städtchen am Niederrhein
einiges zu bieten.
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Die Anreise erfolgte, damals selbstverständlich,
mit dem Zug. Und zwar wahrscheinlich in so einem
Zug, wie er hier in Rheinhausen Ost zu sehen ist.
Dieses Bild entstand zwar erst gut einen Monat
später am 18.07.59 bei einer anderen Tour, passt
aber inhaltlich gut in diesen Beitrag. Bei dem
Zug, den 24 054 am Haken hat, handelt es
sich nämlich um einen Personenzug in der Relation
Duisburg – Xanten – Kleve; genauere Angaben fehlen
leider. Ist die Wagengarnitur nicht göttlich?
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Bild 1:
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Wenn ich mir vorstelle, wie oft ich im letzten
Jahr Rheinhausen Ost gestanden habe, um nach Feierabend
noch ein paar Güterzüge aufzunehmen. Und alle
halbe Stunde ein dreckiger 643 nach Xanten. Da
wär’ mir ein Steppenpferd mit solchen Zügen ja
tausendmal lieber gewesen …
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Bleiben wir besser im Jahr 1959. Angekommen in
Kleve, konnte HS im Vorfeld des Bahnhofs gleich
die erste 24er auf den Film bannen. 24 066
wartet vor einem ebenfalls sehenswerten Wagenpark
auf ihre nächste Leistung Richtung Süden.
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Bild 2:
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Offensichtlich war die Bebauung im Bahnhofsumfeld
zu der Zeit noch so dünn, dass man nur einige
100m nach Süden an der Bahn entlang (und am Bw
vorbei) laufen musste, um an die freie Strecke
zu gelangen. Vermutlich in Höhe der heutigen B9
Überführung wurde der nächste Personenzug nach
Kleve abgepasst, der mit der schon in Bild 1 gezeigten
24 054 bespannt war. Frage in die Runde:
Waren die 24er damals nur in Richtung Duisburg
(über Xanten, Moers) unterwegs, oder kamen sie
auch auf der Hauptstrecke nach Krefeld zum Einsatz?
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Bild 3:
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Danach ging’s ab in’s Bw, wo einige dicke Überraschungen
auf HS warteten, die er aber wahrscheinlich schon
vorher im Vorbeilaufen gesehen hatte. An der Bekohlungsanlage
wird gerade 01 073 vom Bw Wiesbaden behandelt
(Wenzel, "Die Baureihe 01", EK-Verlag). Wie und
womit kam DIE bitte schön nach Kleve? Vielleicht
mit E 295? (Nachtrag: Es war tatsächlich
E295, Rückleistung E294).
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Was an der 01 noch auffällt: Das Behelfs-Führerhausdach
(welches sie übrigens bis zu ihrer Ausmusterung
am 02.06.71 behielt) und das noch fehlende 3.
Spitzenlicht.
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Bild 4:
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Bei der nächsten Lok schlägt MEIN Herz natürlich
höher: Eine schöne Mikado, und dann noch mit altem
Tender – die Schönste der Schönen! 41 359
vom Bw Hamm P. Gleiche Frage wie oben: Wie ist
die wohl nach Kleve gekommen? Etwa mit dem Militär-Zug
nach Holland über Kranenburg, der gelegentlich
auch mit 05 vom gleichen Bw bespannt war? Es gab
dazu mal diesen
Bericht im HiFo.
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Bild 5:
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Nachdem das Geschehen an der Bekohlungsanlage
abfotografiert war, widmete sich HS den im Bw
abgestellten Maschinen. Im ehemaligen Rechteck-Schuppen,
der im Krieg sein Dach einbüßte, stand
mit 24 069 eine in zweierlei Hinsicht bemerkenswerte
Maschine: Erstens, weil sie noch mit großen Windleitblechen
ausgerüstet war, und zweitens, weil es sich dabei
um eine der beiden Mitteldruckloks mit 25 at Kesseldruck
handelte. In diesem Versuchszustand war sie mit
einem 2-Zylinder-Verbundtriebwerk ausgestattet.
Eine Umzeichnung in M02 1006 war vorgesehen, wurde
aber nicht vollzogen. Die Ausführung bewährte
sich zwar grundsätzlich (niedrigerer Kohleverbrauch
bei erhöhter Leistung), aber sie blieb natürlich
ein Sonderling im Betriebsbestand und wurde deshalb
1952 in den Serienzustand umgebaut.
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Bild 6:
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Und was kommt nach 069? Klar, 070! Genauer gesagt
24 070, die andere ehemalige Mitteldruck-Versuchslok.
Vorgesehene Nummer M02 1007, aber ebenfalls nicht
realisiert. Das ursprüngliche Gleichstrom-Triebwerk
befriedigte überhaupt nicht, so dass bereits 1935
ein Umbau in eine h2v Lok wie 24 069 erfolgte.
Letztlich wurde auch sie dem Serienzustand angeglichen
(ebenfalls 1952). Das ermöglichte ihr noch ein
längeres Leben und so das Foto-Shooting am 13.06.59
im Bw Kleve.
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Bild 7:
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Und weil die 24er so eine schöne, kleine, man
könnte fast sagen "niedliche" Lokomotive ist,
schiebe ich gleich noch eine weitere Ansicht hinterher.
Ich weiß nicht, ob ich von mir auf andere schließen
kann, aber bei mir war es so: Lok nie im Betrieb
erlebt und doch irgendwie total vertraut. Ich
glaube, das Märklin-Modell hat viele von uns nachhaltig
beeindruckt, egal ob wir es nun besaßen oder nur
davon träumten.
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Bild 8:
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Damit möchte ich den ersten Ausflug mit HS schließen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Euch die Bilder
genauso begeistern wie mich. Wenn das so ist,
könnte ich die Serie gelegentlich fortsetzen.
Ich bin gespannt auf die Kommentare – und ihr
solltet wissen: HS liest mit!
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Bis dahin,
Ulrich B.
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