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03.10 - die Legende lebt
Bilder von Helmut Dahlhaus, Manfred van Kampen (†), Herbert Schambach und Wilfried Sieberg
Bildbearbeitung und Texte: Ulrich Budde

 
 

In den Jahren 1939 bis 1941 wurden insgesamt 60 Schnellzug-Dampfloks der Baureihe 03.10 an die Deutsche Reichsbahn geliefert: 03 1001 - 1022 (Borsig), 1043 - 1060 (Krupp) und 1073 - 1092 (Krauss-Maffei).
Bestellt waren ursprünglich 140 Maschinen, wozu es aber durch die Kriegsereignisse nicht mehr kam.

Die 03.10 stellt eine Weiterentwicklung der leichten Einheits-Schnellzuglok BR 03 mit (nominell) 17,5t Achsdruck dar, die zuvor in 298 Exemplaren beschafft worden war. Wie schon beim Übergang von der 01 zur 01.10 wurde auch bei der 03.10 das einfache Zwillingstriebwerk durch ein Drillingstriebwerk mit einfacher Dampfdehnung ersetzt und eine Stromlinien-Vollverkleidung vorgesehen. Die Höchstgeschwindigkeit konnte dadurch auf 140 km/h angehoben werden.

Werkfoto Krauss-Maffei: 03 1073, bei der Ablieferung in München-Allach, 1940.

Nach dem Krieg verblieben 26 Maschinen im Bereich der Deutschen Bundesbahn. Da es sich um fast neue Maschinen handelte, die den Krieg relativ unbeschadet überstanden hatten, lag es auf der Hand, dass alle Loks kurzfristig wieder in den Betriebsbestand überführt wurden. In einem ersten Aufarbeitungsschritt wurden lediglich die Reste der Strom- linienverkleidung entfernt und Kriegsschäden, soweit vorhanden, beseitigt.

Ein auffälliges Merkmal bei den Altbaukessel-03.10 war die Lage des Vorwärmers in der Rauchkammer: Ursprünglich, das heißt unter der Stromlinienverkleidung, war der Vorwärmer an der Vorderkante der Rauchkammer angeordnet,
was zu einer oben angeschnittenen RK-Tür führte. Diese Lage blieb bei einigen Loks auch nach Abbau der Verkleidung erhalten, was zu einem recht ungewöhnlichen Aussehen führte. Bei der Mehrzahl der Maschinen erfolgte jedoch eine Verlegung in die übliche Lage hinter die Kesselfront in den Rauchkammer-Scheitel.

Foto Herbert Schambach: 03 1081 (DoB) mit vorn liegendem Vorwärmer, Essen Hbf, 10.1956.

Mit dem raschen Wiederaufbau und dem "Wirtschaftswunder" im Westen Deutschlands blühte auch der Fernverkehr wieder auf und die 03.10 konnten jetzt endlich in den für sie ursprünglich vorgesehenen Diensten eingesetzt werden. Spitzenwerte bei den Laufleistungen im Vergleich zu anderen Baureihen waren die Regel, bewirkten aber auch eine erhöhte Abnutzung. Diese machte sich besonders bei dem aus nicht alterungsbeständigem Stahl St47K gefertigten Kessel bemerkbar, so dass die DB alle Loks ab 1957 mit neuen geschweißten Kesseln mit Verbrennungskammer ausrüsteten musste. Rollenlager in den Stangen, Leichtlaufradsätze im Vorlauf-Drehgestell (bei den meisten Loks) und eine Kohlen-Nachschubvorrichtung in Kombination mit Kohlenkasten-Abdeckklappen rundeten den Umbau ab und machten aus der 03.10 eine für die damalige Zeit hochmoderne Dampflokomotive.

Leider hatte die neue Technik ihre Tücken und Kinderkrankheiten, die im Gegensatz zu der mit einem identischen Neubau-Kessel ausgerüsteten Baureihe 41 nie ganz überwunden werden konnten. Eine Quelle ständigen Ärgers war, Berichten zufolge, vor allem der Heißdampfregler. Auch ein Zusammenziehen aller Maschinen beim Bw Hagen Eck
ab 10.58 brachte nicht die erhoffte Verbesserung.

Dieses führte im Endeffekt dazu, dass die Loks, als sie durch die fortschreitende Elektrifizierung in Hagen betrieblich überflüssig wurden, nicht mehr an andere Dienststellen weitergereicht werden konnten. Obwohl die Umbaukosten sicher noch nicht wieder hereingefahren worden waren, wurden zum Ende des Sommerfahrplans 1966 sämtliche noch betriebsfähigen 03.10 abgestellt und kurze Zeit später ausgemustert.

Für mich als jungem Eisenbahnfreund kam die Ausmusterung der 03.10 im Herbst '66 völlig überraschend. Seit knapp einem halben Jahr fotografierte ich bereits auch selbst, aber zu Betriebsaufnahmen einer 03.10 hat es leider nicht mehr gereicht. Ausgerechnet diese formschönen Maschinen verpasst zu haben, die ich im heimatlichen Wuppertal so oft im Einsatz erlebt hatte, hat mich anfangs sehr geschmerzt. Umso mehr freut es mich, dass ich nun mit Hilfe anderer namhafter Fotografen sogar eine komplette Galerie hier auf meiner Seite präsentieren kann.
Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bedanken.

Die Bilder sind in chronologischer Reihenfolge angeordnet. Die Aufnahme-Beschreibungen erfolgten auf der Grundlage der vorliegenden Notizen und persönlicher Erinnerungen. Ergänzungen, speziell betriebliche Angaben (Zugnummern) sind, auch im Namen der Bildautoren, gerne willkommen.

 
 
 
 
01

Wuppertal Oberbarmen, westliches Bahnhofsvorfeld, von der Brücke der Brändström-Straße aus gesehen. Am 13.03.60 ist 03 1011 in Richtung Barmen unterwegs und passiert gerade die berühmte Wuppertaler Schwebebahn nahe der Station Wupperfeld. Man beachte auch die quer durch das gesamte Gleisfeld verlaufende Weichenverbindung und das alte Reiterstellwerk Rw (Rittershausen West) in der Bahnhofsausfahrt.
Aufnahme: Herbert Schambach

  
 
02

Gleicher Tag, 13.03.60, wir bleiben im Tal der Wupper. Inzwischen hat sich der Fotograf ganz an's andere Ende der Stadt nach Vohwinkel begeben. Dort bot sich von der "Langen Brücke" ein weiterer herrlicher Blick auf die Bahnanlagen westlich des Personenbahnhofs. Im Vordergrund die Gleisverschlingungen in der Einfahrt des Rangierbahnhofs. Vorbei an einer Reihe abgestellter Loks dampft
03 1050 mit ihrem Zug in Richtung Gruiten.
Aufnahme: Herbert Schambach

  
 
03

Die Nord-Süd Ausrichtung des Hagener Hbfs erschwert das Fotografieren der nordwärts ausfahrenden Züge ungemein. Die im frischen Lack glänzende und erst vor kurzem neubekesselte 01 216 vom Bw Paderborn reizte aber dennoch zu einem Bild. 03 1081 rechts im Bild war da nur Beiwerk. Hagen Hbf, 06.04.60.


Aufnahme: Herbert Schambach

  
 
04

Obwohl weit und breit von Fahrleitung noch nichts zu sehen ist, testet die Deutzerfelder E10 131 schon mal die Wuppertaler Gleise - wenn auch nur im Schlepp von 03 1014. Die Aufnahme entstand am 25.09.60 um die Mittagszeit in Wuppertal Oberbarmen.


Aufnahme: Herbert Schambach

   
 
05

Wir bleiben in Oberbarmen, wo 03 1021 ein knappes halbes Jahr später, am 26.02.61, vor E 342 einen kurzen Halt einlegt. Auf diesem Bild besitzt sie noch ihren ursprünglichen Heißdampfregler, erst später erhielt sie einen Nassdampf- regler (s.Bild 26).


Aufnahme: Wilfried Sieberg

  
 
06

In einem für die Baureihe 03.10 ungewöhnlich guten Zustand präsentiert sich
03 1043 am 12.03.61 in ihrem Heimat-Bw Hagen Eck. Kam die Lok gerade frisch aus dem AW oder war sie für eine Fahrzeugausstellung auf Hochglanz gebracht worden? Auf jeden Fall ein erfreulicher Anblick.


Aufnahme: Herbert Schambach

   
 
07

Bei diesem Bild gefrieren einem fast die Finger auf der Tastatur. -18°C zeigt das Thermometer am Bahnhof Bestwig an! Völlig vereist steht 03 1082 am 24.02.63 vor einem Zug in Richtung Hagen. Was müssen das für harte und belastende Bedingungen für Personal und Maschine gewesen sein. Die Reisenden in den mollig warmen Abteilen dürften davon wenig mitbekommen haben.

Aufnahme: Herbert Schambach

  
 
08

Wildern in fremdem Revier! Schwelm, Heimat von H. Dahlhaus, war auch für andere Fotografen attraktiv. Am 11.05.63 stand W.Sieberg auf dem Bahnsteig, um 03 1017 mit E 534 bei der Einfahrt in den Bahnhof abzulichten. Im Hinter- grund das Stellwerk Sf (Schwelm Fahrdienstleiter), das in Bild 15 noch näher zu sehen ist.

Aufnahme: Wilfried Sieberg

  
 
09

Am 12.10.63 sind die Elektrifizierungsarbeiten im Tal schon weit gediehen.
03 1084 verlässt mit einem Eilzug soeben den Bahnhof Wuppertal Oberbarmen in Richtung Elberfeld. Im Nachschuss ist der eher seltene Zustand zu erkennen, dass die Kohlenkasten-Abdeckklappen geschlossenen sind.


Aufnahme: Herbert Schambach

   
 
10

Am Zustand der erst vor 6 bis 7 Jahren neubekesselten Loks deutet sich an, dass ihre Zeit (vorzeitig) abgelaufen ist. Im März '64 sehen wir die völlig herunter- gekommene 03 1081 (Umbau 24.07.57!) am Hausbahnsteig, Gleis 2, im Bf. Oberbarmen.


Aufnahme: Helmut Dahlhaus

  
 
11

Dieses Bild ist mein persönlicher Favorit der Galerie: Meine Lieblings-Schnellzug- Dampflok in meinem Heimat-Bahnhof Oberbarmen. Motiv, Licht, Zustand - alles passt! 03 1022 steht auf Gleis 4, in das entweder Züge zwecks Überholung an die Seite genommen wurden oder in dem einige in Oberbarmen beginnende Züge bereitgestellt wurden. Die Aufnahme entstand ebenfalls im März 1964.

Aufnahme: Helmut Dahlhaus

  
 
12

Einen Monat später, im April '64, legt sich 03 1001 mit einem Eilzug nach Hagen bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Schwelm prächtig ins Zeug. Jetzt dauert es nicht mehr lange bis zur Aufnahme des elektrischen Betriebs auf der Verbindung Köln/Düsseldorf - Hagen - Hamm am 31.05.64, mit der die 03.10 ihre bis dahin wichtigste Einsatzstrecke verloren.

Aufnahme: Helmut Dahlhaus

   
 
13

Wenn ein Zug aus Richtung Westen in Oberbarmen in Gleis 4 einlief, wie hier
03 1082 am 30.05.64, dann war das meist ein sicheres Zeichen dafür, dass eine Überholung anstand. In diesem Fall muss E 529 dem F17 "Germania" (mit V200) Platz machen, der wenig später ohne Halt durch Gleis 3 brausen wird.


Aufnahme: Wilfried Sieberg

   
 
14

Ein Bild von der Ruhr-Sieg Strecke darf in einer 03.10 Galerie nicht fehlen.
Bei Altenhundem im Sauerland legt sich 03 1009 mit dem Vorzug zu D 386 dynamisch in die Kurve. 11.04.65.



Aufnahme: Wilfried Sieberg

   
 
15

Das Stellwerk Sf in Schwelm, das in Bild 8 am Ende des Bahnsteigs zu sehen war, bildet im April '65 einen prägnanten Hintergrund für die ausfahrende 03 1076. E 547, der "Holzmindener", war zu dieser Zeit einer der letzten dampf-bespann-ten Reisezüge auf der Wuppertaler Strecke nach Aufnahme des elektrischen Betriebs.

Aufnahme: Helmut Dahlhaus

   
 
16

Wenn es beim Bw Hamm P zu einem V200-Mangel kam, sei es durch Sonder- verkehre (z.B. Hannover Messe) oder einen erhöhten Schadbestand, mussten auch die Hagener 03.10 aushelfen. Eine häufig beobachtete Leistung war dann
D 110, Berlin - Paris, der ab Hannover, teilweise sogar in Doppelbespannung gefahren wurde. So auch am 09.04.65, wo
03 1014 in Hannover Hbf gerade als Vorspannlok an den Zug setzt. Zuglok ist ebenfalls eine 03.10.
Aufnahme: Wilfried Sieberg

   
 
17

Auch in Münster waren die 03.10 regelmäßige Gäste.
Am 31.07.65 kommt 03 1049 aus dem Bw herangerollt, um im Hbf einen Zug zu übernehmen.



Aufnahme: Wilfried Sieberg

  
 
18

Schrebergärten säumten den Weg entlang der Strecke von Wuppertal Langerfeld nach Schwelm. Der leicht ansteigende Streckenverlauf nötigt 03 1009 zu einer herrlichen Dampffahne, obwohl E 547 nun wirklich nicht besonders schwer gewesen sein dürfte. Was für ein Ensemble - Epoche III pur. Schwelm, 13.11.65.


Aufnahme: Helmut Dahlhaus

  
 
19

Und noch ein Winterbild vom 16.12.65: Mit schöner Dampfentwicklung zieht
03 1060 ihren E 429 durch die winterliche Landschaft der Warburger Börde bei Scherfede.



Aufnahme: Wilfried Sieberg

  
 
20

Was für ein herrliches Bild einer DB 03.10 mit einem klassischen Eilzug - wenn nur die Lok und die ersten Wagen nicht so dreckig wären. Bei Schwerte Ost, im Hintergrund ist noch die bekannte Signalbrücke zu sehen, eilt 03 1008 mit E 682 ihrem Ziel Hagen entgegen. 20.03.66.


Aufnahme: Helmut Dahlhaus

  
 
21

Auch 03 1076, die am gleichen Tag bei Hohensyburg vor E 534 aufgenommen wurde, ist durch den reichlichen Gebrauch von Dosiermittel und häufiges Wasserreißen deutlich gezeichnet. Zwei Jahre zuvor sah sie jedenfalls noch deutlch gepflegter aus (s.Bild 15).


Aufnahme: Helmut Dahlhaus

  
 
22

Von Münster kommend und auf dem Weg nach Hamm befindet sich 03 1001, als sie am Morgen des 30.04.66 "volles Rohr" durch Mersch donnert, am Haken den E 474 Münster - Hamm - Altenbeken.



Aufnahme: Helmut Dahlhaus

   
 
23

Von der heute nicht mehr existierenden Harkort-Brücke hatte man einen hervor- ragenden Überblick über den Hagener Güterbahnhof und die daran vorbei führenden Personenzugstrecken. 03 1008, die schon in Bild 15 durch einen äußerst schlechten Zustand aufgefallen ist, biegt soeben mit E 534 in die "Schlussgerade" nach Hagen Hbf ein. Hagen, 30.05.66.

Aufnahme: Helmut Dahlhaus

   
 
24

Am 04.06.66 sehen wir erneut den "Dreckspatz" 03 1076, dieses Mal mit E 533 bei Westhofen, knapp vor der A1-Unterquerung, auf dem Weg nach Schwerte. Der Zug ist einer der ausgewachsenen Art und unsere 03.10 muss sich kräftig ins Zeug legen. Im Hintergrund, hoch oben auf dem Berg, thront St. Peter zu Syburg, die älteste Kirche auf Dortmunder Stadtgebiet aus dem 8. Jahrhundert.

Aufnahme: Helmut Dahlhaus

   
 
25

Die Strecke bei Westhofen bot (und bietet) den ganzen Tag über interessante Motive. Spätnachmittags, wenn die Sonne weit im Westen steht, lassen sich die Züge Richtung Hagen auch von der Hangseite aus gut aufnehmen. Am 04.06.66 kamen hier kurz hintereinander gleich zwei 03.10-bespannte Reisezüge:
Zuerst D 398 mit 03 1014 aus (Bebra -) Kassel,

Aufnahme: Helmut Dahlhaus

  
 
26

, kurz darauf gefolgt von D 282 aus Münster, der am 04.06.66 mit 03 1021 bespannt ist. Inzwischen ist die Lok (als einzige Neubaukessel 03.10) mit einem Nassdampfregler ausgerüstet, erkennbar an dem Dampfentnahmestutzen am Dampfdom (vgl. Bild 5).


Aufnahme: Helmut Dahlhaus

  
 
27

Die Brücke über der Einfahrt zum Bw Hagen Eck war mit einem hohen Zaun versehen. Und da eine Trittleiter 1966 noch nicht zur Grundausstattung des gemeinen Eisenbahnfotografen gehörte, sah sich W.Sieberg zu einem Kunst- schuss genötigt, der eine interessante Abwechslung zu den üblichen Standard- motiven bietet. Links vorn 03 1017, rechts hinten 03 1012, alles am 25.06.66.

Aufnahme: Wilfried Sieberg

  
 
28

Vom gleichen Standort wie bei Bild 23, jetzt aber in die entgegen gesetzte Richtung gesehen, entstand die Aufnahme von 03 1021 am 21.08.66. Am Haken hat sie E 315 nach Göttingen. Links im Bild die weitläufigen Anlagen des Hagener Güterbahnhofs mit dem Bw Hagen Gbf vor der großen Stützmauer.


Aufnahme: Helmut Dahlhaus

  
 
29

Im September '66 neigte sich die Zeit der 03.10 unwiederbringlich dem Ende zu - Insidern war das sehr wohl bewusst und veranlasste sie zu erhöhter Aktivität. Eine Art persönliche Abschiedstour war die Reise des viel zu früh verstorbenen Manfred van Kampen nach Brilon Wald am 10.09.66. Dort wurde u.a. 03 1076 vor D 398 abgelichtet, bevor es auf dem Führerstand zurück nach Hagen ging.

Aufnahme: Manfred van Kampen (†), Slg. U. Budde

  
 
30

Einen Tag später, am 11.09.66, wurde das Heimat-Bw der 03.10 aufgesucht.
Die Drehscheibe im Einfahrbereich des Bw Hagen Eck lag lichtmäßig leider recht ungünstig zum Teil unter einer Straßenbrücke. Klassische Drehscheiben-Bilder waren da kaum machbar. Ein Ausweg waren Detailaufnahmen wie hier vom Führerhaus der 03 1011.

Aufnahme: Manfred van Kampen (†), Slg. U. Budde

   
 
31

Im großen Rechteckschuppen des Bw Hagen Eck herrschten recht schwierige Lichtverhältnisse. Deshalb gibt es auch nur wenige Aufnahme von dort und ich freue mich, eine hier zeigen zu können. Zwischen der Konkurrenz in Form neuer E40 ruhen sich 03 1012 und 03 1043 vor ihren nächsten Einsätzen aus.
Bw Hagen Eck, 11.09.66.

Aufnahme: Manfred van Kampen (†), Slg. U. Budde

  
 
32

Auf diesem Bild vom 11.09.66 mit 03 1043 bildet die imposante Bekohlungs- anlage den Schwerpunkt des Motivs. Das Gleis hinter dem Kohlebansen, ursprünglich für die Anlieferung der Kohle vorgesehen, diente zuletzt nur noch als Abstellgleis für ausrangierte 03.10.


Aufnahme: Manfred van Kampen (†), Slg. U. Budde

   
 
33

Noch sind die Lichter der 03.10 nicht endgültig erloschen. Aber am 23.09.66 ist es wirklich "höchste Eisenbahn", noch einmal eine schöne Nachtaufnahme anzufertigen. So wie hier von 03 1050, abfahrbereit in Hagen Hbf vor E 343 nach Soest.


Aufnahme: Helmut Dahlhaus

   
 
34

Die beiden letzten Betriebstage waren von "Abschiedsfahrten" geprägt. Bei der letzten Bespannung des D 398 von Kassel nach Hagen am 24.09.66 zeigte sich der Wettergott gnädig und ermöglichte den mit- und angereisten Fotografen noch einige brauchbare Abschiedsfotos. Zuglok war 03 1021, die in Schwerte das Ende ihrer Fahrt und ihrer Dienstzeit fast erreicht hat.

Aufnahme: Klaus D. Holzborn, Slg. H. Schambach

  
 
35

Der letzte 03.10-bespannte Zug (im Licht) war E 682 Warburg - Hagen, bespannt mit 03 1076. Dem Anlass entsprechend war das Wetter traurig, so dass ich nur eine Aufnahme ausgewählt habe, um der Chronistenpflicht zu genügen. Das Bild zeigt den Zug bei der Bereitstellung in Warburg am 25.09.66.


Aufnahme: Helmut Dahlhaus

  
 
36

Das ist das letzte Bild einer DB 03.10 bei Tageslicht und unter Dampf (die Nacht- aufnahmen der später noch eintreffenden 03 1011 nicht mit berücksichtigt)!
Nachdem 03 1076 ihren Zug sicher und pünktlich nach Hagen gebracht hat, rückt sie ins Bw ein, um dort - im doppelten Sinn des Wortes - kalt gemacht zu werden. Im allerletzten Büchsenlicht gelingt noch dieses schöne Abschiedsbild.

Aufnahme: Helmut Dahlhaus

   
   

Am 26.09.66 wurden sämtliche noch betriebsfähigen 03.10 der DB z-gestellt und kurz darauf ausgemustert:
03 1011, 1012, 1013, 1021, 1043, 1045, 1050, 1054, 1056, 1060, 1076, 1081 und 1084.
Erhalten blieb keine einzige. Leider.

Aber die Legende lebt weiter - in der Bundesbahnzeit:

   
© Ulrich Budde
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