Gremberger 55 – aus dem Dornröschenschlaf geweckt
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 04.03.2007

Die diversen Beiträge der letzten Zeit zum Thema Gremberg haben mich daran erinnert, dass ich eigentlich schon seit längerer Zeit vorhatte, meine Dias der G8.1 aus Gremberg einzuscannen.

Gremberg, ein eher mageres, im Sinne des Wortes dunkles Kapitel in meiner Sammlung. Beim ersten Besuch in Gremberg herrschte "Ärgerwetter". Der Wetterbericht nennt das "wolkig bis heiter", in der Realität bedeutet es: Immer dann, wenn irgendwas schön vor einem steht bzw. vorbeifährt, ist gerade eine Wolke vor der Sonne – wer von uns kennt das nicht.

Aber am 29.03.67 waren wir ja auch nicht wegen der 55 in Gremberg, sondern wegen ein paar Schrottloks, die kürzlich von der Lokführerschule Troisdorf dorthin gebracht worden sein sollten. Na klar, 17 218, 62 003 und E71 22. Die Bilder erspar ich Euch jetzt; die später im AW Schwerte gemachten sind wesentlich besser und wurden hier schon präsentiert.

Bild 01 01
So nebenbei wurden auch ein paar 55 abgelichtet, aber da schlug der Wettergott gnadenlos zu. Als 55 4455 von der Bekohlungsanlage zur Drehscheibe fährt, ist die Sonne noch da – leider bekommt die nicht abschaltbare Belichtungsautomatik meiner Einfach-Kamera das aber nicht schnell genug mit. Folge: Dia verdunkelt. Trotzdem, dieses Bild landete als einzige 55 Aufnahme von diesem Tag nicht in der Tonne.

Bild 02 02
Kurze Zeit später stehen gleich 2 Preußen in Warteposition vor der Drehscheibe: 55 2771 und 55 4592. Genau jetzt schiebt sich natürlich die schwärzeste Wolke, die da ist, vor die Sonne. Und da man als Schüler ja Film sparen musste, gab’s nur eine Aufnahme. Die war dann aber leider nichts. Also ab in die Restekiste. Und jetzt kommt Dornröschen ins Spiel. Mit den heutigen Möglichkeiten der elektronischen Bildbearbeitung gelang es doch noch, dieses total "abgesoffene" Dia nach fast genau 40 Jahren wieder anschaubar zu machen, um im Bild zu bleiben "wach zu küssen".

Bild 03 03
Und da 55 2771 eine eher selten zu sehende Lok ist, zeige ich auch noch ein Bild der einzelnen Lok, zumal hier das "Wachküssen" noch besser gelungen ist - die Bezeichnung Pufferküsser bekommt hier eine ganz neue Bedeutung ;-).
Datum ist immer noch der 29.03.67.

Bild 04 04
Der nächste Besuch am 01.06.68 war eigentlich nur eine Stippvisite; die Hauptziele dieser Tagestour mit öffentlichen Verkehrsmitteln waren nämlich Köln Eifeltor und Deutzerfeld. Immerhin, dieses Mal bei schönstem Sonnenschein und mit einer G8.1 in Topzustand: 55 4220 hat offensichtlich gerade einen Neuanstrich (AW Ausbesserung?) verpasst bekommen. Kritikwürdig ist allenfalls die etwas traurige Beschilderung.

Bild 05 05
Vor’m Schuppen, ziemlich eingekeilt und daher nur hochkant sehr spitz von vorn fotografierbar, die altbekannte 55 4455.

Bild 06 06
Und da ich nun schon mal dabei bin, zeige ich noch zwei weitere Aufnahmen dieses 01.06.68:
Zuerst die "stinknormale" 50 051, die sich hier in ihrem Heimat-Bw präsentiert.

Bild 07 07
Auch die neue Traktion wurde zum Glück nicht links liegen gelassen. Dieser Haltung verdanke ich eine meiner wenigen Aufnahmen einer V90 mit alter Nummer. Hier die V90 066 vom Bw Köln-Nippes. Wie es sich für eine Kölner Lok gehört, ist die Lok von Deutz und damit eine der wenigen Nicht-MaK V90/290. Das diesige Licht und der Staub des Alltags-Einsatzes lassen die Lok nicht so neu erscheinen, wie sie ist, nämlich noch nicht einmal ein halbes Jahr alt.

Bild 08 08
Zum Abschluss noch ein weiteres Bild einer preußischen G8.1:
Am 28.09.69 steht die inzwischen mit neuer Nummer versehene 055 738 (ex 55 2738) vor einer 03 in den Freigleisen neben dem Lokschuppen. Zwei Jahre später mutierte diese Lok zum Zirkuspferd als grüne G 8.1 Köln 4954 mit DB-Keks und Rangierfunk.

So, das waren meine 55er vom Bw Gremberg in Farbe. Irgendwie habe ich es nicht geschafft, hier öfters vorbei zu schauen. Neuss, Hohenbudberg und Wedau waren halt näher und erschienen mir wegen der zu erwartenden Fotoausbeute lohnenswerter. Ob das tatsächlich so war, sei aus heutiger Sicht mal dahingestellt.

Schönen Tag noch,
Ulrich B.