Tag der DB in Koblenz 1977 – Altbau-Elloks an Rhein & Mosel
Zusammenfassung der Beiträge Teil 1 bis 3
Tag der DB in Koblenz 1977 – Altbau-Elloks an Rhein & Mosel – Teil 1
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 21.04.2007

An diesem Wochenende jährt sich zum 30sten Mal eine wirklich außergewöhnliche Groß-Veranstaltung, die die BD Köln am 23. und 24. April 1977 in Koblenz durchführte: Der "Tag der DB in Koblenz". Offizieller Anlass war das 75-jährige Bestehen des Koblenzer Hauptbahnhofs.

Den historischen Teil dieser Veranstaltung bestritten erstmals nicht mehr irgendwelche Dampfloks, sondern zahlreiche Altbau-Elloks, die es in Koblenz normalerweise nicht zu sehen gab und die z.T. von weit her zugeführt werden mussten: 104 019, 116 006, 117 106, 119 001, 144 183, 144 507, 160 005 und 194 565. Der besondere Clou aber war: Drei der Ellok Veteranen, nämlich die 116, 117 und 119, sollten wechselweise vor Pendelzügen zwischen Koblenz Hbf und Kobern-Gondorf ein kleines Stück die Moselstrecke entlang eingesetzt werden.

Für den ambitionierten Eisenbahnfreund stellte sich da natürlich die Frage: Wie, und vor allem wann, werden die Altbau-Elloks nach Koblenz überführt? In Zeiten ohne Internet war das nur mit zahlreichen Telefonaten zu klären und heraus kam schließlich, dass am Freitag, dem 22.04.77, ein Lokzug von Nürnberg nach Koblenz über die linke Rheinstrecke verkehren sollte, Koblenz an ca. 11:00 Uhr. Da die Bilder vom 22.04.77 für einen Beitrag zu viel sind, beginne ich schon heute damit, einem Tag vor dem exakten Termin.

Bild 01 01
Also einen Tag Urlaub genommen, rechtzeitig an die Rheinstrecke gefahren und in Oberwesel Position bezogen. Der Regelbetrieb "langweilig" wie immer: Ganz viele 103, 110 (überwiegend blau) und einzelne 141. Einziges Highlight: Die Dortmunder 112 486, die mit D1513 südwärts rauscht. Wie man sieht, war das Wetter morgens im Rheintal noch etwas diesig, aber Besserung ist in Sicht. Oberwesel, 22.04.77.

Bild 02 02
Etwas früher als erwartet kam der Lokzug mit den Altbau-Elloks – gut, dass wir genügend Zeit-Reserve eingeplant hatten. Aber oh Schreck, nicht etwa mit eigener Kraft, sondern gezogen von der damals modernsten DB-Ellok, Baureihe 111, in der ungeliebten ozeanblau/beigen Farbgebung. Hinter der Münchener 111 058 hängen 116 006, 144 507, 117 106, 144 183, 194 565 und 119 001.

Bild 03 03
Ein solcher Zug ist auch einen Nachschuss wert. Hinten läuft, natürlich abgebügelt, der Nürnberger "Edelhirsch" 119 001.
Unten an der Straße steht abfahrbereit an der Brückenrampe mein gelber Flitzer, um nahtlos die Verfolgung aufnehmen zu können.

Bild 04 04
Große Beeilung war allerdings gar nicht von Nöten, da der Lokzug kurz darauf in Werlau in die Überholung ging. Die wurde jedoch nicht abgewartet, sondern nur für eine Aufnahme von hinten genutzt, da weder Motiv noch Wetter prickelnd waren.

Bild 05 05
Na endlich! Oberhalb von Hirzenach hat die Sonne den Durchbruch geschafft und steht auch noch halbwegs richtig zum Zug. Strecke zwischen Straße und Weinbergen, Fahrleitungsmasten aus Peiner Trägern, alles passt: typisch Rheinstrecke. Völlig untypisch für einen ganz gewöhnlichen Freitagmorgen ist dagegen die total leere B9 – Glück gehabt.

Bild 06 06
Auch hier wieder der obligatorische Nachschuss, auf den alles eben Gesagte ebenfalls zutrifft.

Bild 07 07
Dank der geringen Verkehrsdichte auf der B9 war es nicht schwer, den Zug schnell wieder zu überholen. Das nächste Bild zeigt den Zug kurz hinter Boppard in der großen Rheinschleife am Bopparder Hamm. So ganz überzeugend finde ich das Motiv aus heutiger Sicht nicht mehr, aber die Stellen für nordwärts fahrende Züge waren nun mal rar. Nicht untypisch für die Bundesbahnzeit: Die völlig bewuchsfreien Flächen beidseits der Gleise.

Bild 08 08
Noch bevor die Strecke bei Spay wieder nach Norden abknickt, gelang eine weitere Aufnahme. Zwischen dieser und der vorigen Aufnahme liegen gerade mal knapp drei Kilometer, die zur Autoverfolgung ausreichten.

Bild 09 09
In Koblenz Königsbach, gegenüber der bekannten Brauerei, wurde unser Lokzug erneut an die Seite genommen. So ganz am Rand und mit Licht von schräg hinten, ging hier nur ein Nachschuss auf die am Schluss laufende 119 001.

@Wolfgang Z.: Da müssen wir ja wirklich direkt nebeneinander gestanden haben

Bild 10 10
Der nordwärts überholende IC ist noch nicht ganz vorbei, da dieselt es plötzlich gen Süden: So’n Mist, IC140 "Dompfeil", planmäßig gefahren mit 601, hatten wir gar nicht auf der Rechnung. Vorschuss, lichtmäßig richtig neben 119 - vermasselt. Aber wenigstens für einen Nachschuss mit Brauerei im Hintergrund reichte die Reaktion noch. Kleiner Ausgleich:
Hinten läuft der Gasturbinen-Kopf 602 002, was mir meine leider einzige Betriebsaufnahme dieser Baureihe beschert.

Bild 11 11
Koblenz Hbf ist erreicht. Licht und örtliche Gegebenheiten waren hier nicht gerade günstig, zumal wir auch nicht wussten, durch welches Gleis der Lokzug seinen Weg nehmen würde. Die beste Aufnahme hier zeigt die 119 001 in totaler Seitenansicht vor der Häuserkulisse hinter dem Bahnhof.

Bild 12 12
Beim Schwenk nach rechts kommt der zweite Lokzug ins Bild, der aber offensichtlich schon sehr viel früher gefahren war und jetzt erst einmal im südlichen Stichgleis des Koblenzer Hauptbahnhofs "zwischengeparkt" worden ist. Aus Mannheim kamen 160 005 und 202 004

Bild 13 13
Zum Glück musste auch der Lokzug mit den Altbau-Elloks noch einen längeren Betriebshalt in Koblenz Hbf einlegen. Nur so war es möglich, einen weiteren Stellungswechsel vorzunehmen und den Zug noch einmal bei der Einfahrt in den Rbf Koblenz-Mosel zu erwischen.

Bild 14 14
Und wenn man nun schon einmal hier steht, wird natürlich auch alles mitgenommen, was vorbeikommt. Durchaus fotogen: 260 291 mit Kranzug, die aus dem Rbf kommt und in Richtung Lützel "um die Ecke" fährt. – Nein, den Kranwagen habe ich leider nicht noch einmal im Nachschuss abgelichtet; warum ist man eigentlich immer erst hinterher schlauer?

Bild 15 15
Wenigstens war ich schlau genug, die gerade erst in ozeanblau/beige umlackierte 141 258 aufzunehmen, und das trotz heftiger Abneigung gegen diese neue Farbgebung. Aber auch das sehe ich heute anders. Als Zugnummer habe ich mir 7448 notiert.

Bild 16 16
Im Rbf Koblenz Mosel versteckt sich der Lokzug erst mal hinter einem Sonderzug, der mit der Offenburger 139 134 bespannt ist. Bemerkenswert ist nicht nur der artrein aus Silberlingen plus Gesellschaftswagen gebildete Wagenpark, sondern auch die Lok, die acht Jahre später zur 110 511 umgebaut wurde und noch heute im Ost-Lady-Look für das Werk Dessau unterwegs ist.

Damit sind nun alle wesentlichen Aufnahmen über die Zuführung der Ausstellungsexponate gezeigt. Ich hoffe, dass 16 Bilder für die Modem-User nicht zuviel waren.
Im zweiten Teil werde ich morgen Bilder von der Auflösung des Lokzugs und vom Einrücken der Loks in das Bw Koblenz Mosel zeigen, während die Aufnahmen von den Pendelzügen an der Mosel dem dritten Teil vorbehalten bleiben. Ich denke (bzw. hoffe), das Thema interessiert nicht nur die "Kowelenzer Gang".

Schönen Tag noch,
Ulrich B.

Tag der DB in Koblenz 1977 – Altbau-Elloks an Rhein & Mosel – Teil 2
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 22.04.2007

Im ersten Teil haben wir den Lokzug, mit dem die Altbau-Elloks aus Süddeutschland nach Koblenz überführt wurden, ab Oberwesel entlang des Rheins begleitet. Jetzt sind die Fahrzeuge in Koblenz angekommen und alle weiteren Bilder dieses Teils entstanden in Koblenz Mosel, Rbf und Bw, am Vortag der Veranstaltung am 22.04.77, also genau heute vor 30 Jahren.

Bild 17 17
Die 139 134 hatten wir schon auf dem letzten Bild des ersten Teils gesehen (Bild 16). Und just, als diese Aufnahme im Kasten war, kam der nächste Gast auf leisen Sohlen herangeschlichen: 420 653, ein "heiliger ET", der damals noch alles andere als heilig war. Er stammt unverkennbar aus dem Düsseldorfer Bestand, wie man an der Reklame für ein typisches Düsseldorfer Gebräu sieht, das entgegen seinem Namen nur in ganz jungem Zustand schmeckt.

Bild 18 18
Auch das Mannheimer Pärchen, das wir schon in Bild 12 im Hauptbahnhof gesehen haben, hat jetzt seinen Weg ins Bw gefunden. Es führt die sechsachsige Variante der drei Drehstrom-Versuchsträger von Henschel/BBC, die während ihres Einsatzes bei der DB die Nummern 202 002 – 004 trugen. Hier der "blaue Bock" 202 004.

Bild 19 19
Der Nachschuss zeigt, dass wir uns schon unmittelbar in der Bw Einfahrt befinden. Warum die leer mitgeschleppte 160 005 ihren Stromabnehmer am Draht hat, ist heute nicht mehr nachvollziehbar, aber den Fotografen gefiel es natürlich.

Bild 20 20
Da sich im Rbf bei unserem Lokzug noch nichts tat, wurde die Wartezeit für einen kurzen Blick ins Bw genutzt. Als erstes stach mir hier die Köf mit der bemerkenswerten Nummer 323 001 ins Auge. Die ursprüngliche Kö 4260 ist mit Baujahr 1933 zwar ganz schön alt, aber keineswegs in irgendeiner Weise die erste. Sie hatte lediglich das Glück, bei der Festlegung der neuen Nummern als erste dran zu sein.

Bild 21 21
Vor dem großen Ringlokschuppen waren bereits recht fotogen die beiden Mehrsystem-Loks 181 213 und 184 112 aufgestellt. Die Schrägansicht dieser Situation findet sich als Bild 43 in der Galerie "Mehrsystem Lokomotiven" auf meiner Homepage; hier dagegen sind die beiden Loks spitz von vorn zu sehen.

Bild 22 22
Nur zum Teil für die Ausstellung vorgesehen war die stattliche Ansammlung von Güterzug-Elloks in der neuen Produktfarbe ozeanblau/beige, die sich ebenfalls vor dem Schuppen sonnten. V.l.n.r: 151 118, 140 419, 140 332 und 140 322.
So ganz frisch sehen die Farben doch besser aus, als ich es damals wahrhaben wollte.

Bild 23 23
Zurück im Rbf, bot sich ein erfreuliches Bild: "Alle Bügel hoch" - es tat sich was. Noch steht 111 058 vor dem Lokzug. So hatten wir die Fuhre oft genug fotografiert, da kam man auch über den Mast vor der Lok ohne großen Ärger hinweg.

Bild 24 24
Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Zuerst setzt die 111 vom Zug ab und gibt den Blick frei auf die hintereinander aufgereihten Altbau-Elloks, die inzwischen bis auf 144 183 alle zumindest einen Stromabnehmer am Draht haben. Für dieses Motiv mit der Freilassinger 116 006 an der Spitze standen die Masten goldrichtig.

Bild 25 25
Eine Lok nach der anderen setzt sich nun einzeln in Bewegung und rückt ins Bw ein. Was für ein Personalaufwand!
Die Motive, die sich jetzt boten, waren vielleicht nicht gerade die Erfüllung aller Fotografenträume, aber schöne Baureihen Porträts gelangen so allemal. Als erste Lok, logisch, begibt sich 116 006 ins Bw.

Bild 26 26
Als nächste folgt als zweite Freilassinger Maschine 144 507. Es war schon selten, die 144.5 einmal abseits ihrer Stammstrecke Freilassing – Berchtesgaden in München zu sehen. Aber in Koblenz, am Rhein? Das war sensationell.

Übrigens, kommt es nur mir so vor? Ich finde, dass die Örtlichkeiten eine gewisse Ähnlichkeit mit Freilassing haben – es fehlen eigentlich nur die bayrischen Formsignale… Da muss halt ein einfaches Wartesignal für ein wenig Motiv sorgen.

Bild 27 27
Nicht ganz so weit wie ihre Freilassinger Schwestern hatte es 117 106, die aus Augsburg angereist war. Erst jetzt bei der Bildbearbeitung sind mir die beiden "halben" Häuser aufgefallen, die links und rechts der Lok im Hintergrund zu sehen sind. Macht man etwa in Koblenz gerne nur halbe Sachen? ;-)

Bild 28 28
Die einzige Lok, die nicht mit eigener Kraft ins Bw fuhr, war die Augsburger 144 183. Sie wird von 194 565 verschoben, die vom Bw Nürnberg Rbf nach Koblenz entsandt wurde; hier beim "Sägen" hinter dem Lokschuppen.

Bild 29 29
Auch nichtaufgebügelt war 144 183 natürlich ein Bild wert, zumal in Begleitung eines Krokodils.

Diese Maschine gehört übrigens zu den wenigen, erst nach dem Krieg (fertig-)gebauten Loks der Baureihe E44. Gut zu erkennen sind die Abluft-Hutzen für die elektrische Widerstandsbremse, mit der ursprünglich alle Loks ab E44 152 ausgerüstet waren. Diese wurde allerdings von der DB bei den meisten Loks wegen der geringen Wirksamkeit bald wieder stillgelegt, so auch bei 144 183.

Bild 30 30
Eine fehlt doch noch! Richtig, 119 001, die ganz am Ende des Lokzugs eingereiht war. Sie nimmt einen etwas anderen Weg, um vom Rbf ins Bw zu gelangen, indem sie hinten herum den Sonderzug mit 139 134 umfährt.

Bild 31 31
Zum Schluss noch zwei Bilder aus dem Bw Koblenz Mosel, wo sich die Gleise mittlerweile gefüllt haben. Abgesehen von 322 152 im Vordergrund haben die Loks bereits ihre Ausstellungsposition eingenommen. Es fehlen eigentlich nur noch die Treppen, die später für die Besucher aufgestellt wurden.

Bild 32 32
Bei dieser drangvollen Enge ließen sich nur die beiden 144 noch so einigermaßen aufnehmen.
Seite an Seite bieten 144 507 und 144 183 ein Bild, das sonst so wohl nur in Rosenheim möglich gewesen wäre.

Rückblickend hat es sich mehr als gelohnt, sich bereits am Vortag der eigentlichen Veranstaltung vor Ort einzufinden. Nicht nur, dass das Wetter am Freitag um Klassen besser war, als am darauf folgenden Wochenende. Auch die Möglichkeit, die Loks ungestört von hemmungslos ins Bild laufenden Völkermassen aufnehmen zu können, war den Aufwand wert.

Morgen geht es dann weiter mit Aufnahmen von den Pendelzügen entlang der Mosel, bei denen uns der Wettergott allerdings nicht sonderlich gnädig gestimmt war.

Schönen Tag noch,

Ulrich B.

Tag der DB in Koblenz 1977 – Altbau-Elloks an Rhein & Mosel – Teil 3
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 23.04.2007

Das gab’s bisher:
Teil 1: Überführung der Altbau-Elloks nach Koblenz, der Lokzug am Rhein
Teil 2: Altbau-Elloks und andere in Koblenz-Mosel, Rbf und Bw

Am Veranstaltungs-Wochenende, dem 23. und 24. April 77, also genau heute vor 30 Jahren, herrschte leider längst nicht so ein herrliches Wetter wie gestern und vorgestern, sondern vielmehr typisches April-Wetter: Von heftigen Schauern bis Sonnenschein war alles drin. Sonnenschein allerdings meist nur dann, wenn es gerade nichts zu fotografieren gab – so wie wir das alle kennen.

Bild 33 33
Samstag, der 23.04.77, begann für mich/uns in Koblenz Hbf, dem zentralen Punkt der Veranstaltung. Dort war 104 019 mit dem alten Rheingold ausgestellt. Diese Kombination ist historisch gesehen natürlich Nonsens, aber bei DEM Wetter, das in Wirklichkeit noch viel schlechter war, als es das Bild wiedergibt, war das sowieso egal.

Bild 34 34
Im Bahnhof steht 116 006 bereit, um einen der Pendelzüge nach Kobern-Gondorf zu übernehmen. Derweil drängen sich im Hintergrund die Fans auf dem Bahnsteig, von dem aus ein weiterer Pendelverkehr mit einer 426 Doppeleinheit zur Fahrzeugausstellung im Bw eingerichtet war. Gerade läuft er mit 426 001 an der Spitze ein.

Bild 35 35
Bei momentan wirklich grottenschlechtem Wetter kommt uns just dieser Triebwagen-Pendel in der Kurve vom Hbf zum Rbf Koblenz Mosel entgegen. In dieser Richtung führt 426 002. Leider waren diverse Knips-Fuzzys (man verzeihe mir den verächtlichen Unterton, aber ich könnt mich heute noch ärgern) nicht dazu zu bewegen, ein paar Schritte zurück zu treten, um das Signal noch ganz ins Bild zu bekommen.

Bild 36 36
Eine E17 an der Mosel – das hatte es noch nie gegeben und gab’s auch nie wieder. Hier überquert der Sonderzug (P) 22171 mit 117 106 die Moselbrücke bei Güls. Das Licht kommt an dieser Stelle morgens optimal für Züge nach Koblenz, wenn, ja wenn denn Licht da gewesen wäre. ;-(

Bild 37 37
Der Gegenzug (P) 22172 ist zur Abwechslung mit 119 001 bespannt. Wir mussten schon etwas die Weinberge hinauf klettern, um diesen Blick über die Strecke zwischen Güls und Winningen zu erhalten.

Bild 38 38
Der Halt in Winningen ermöglichte es, den Zug auf seiner kurzen Fahrstrecke noch einmal zu überholen und bei der Einfahrt nach Kobern-Gondorf abzulichten.

Bild 39 39
Die dritte im Bunde der eingesetzten Altbau-Elloks war 116 006. Gerade hinter diese Lok passt natürlich bestens die herrliche Garnitur von Altbau-Wagen, die die DB für diese Züge zusammengestellt hatte. Soeben hat sie mit (P) 22179 Kobern hinter sich gelassen, und biegt jetzt in die große Moselschleife vor Winningen ein.

Bild 40 40
Der Nachschuss gibt den Blick frei ins Moseltal, das von der aus dieser Perspektive recht filigran wirkenden Autobahnbrücke der A61 überspannt wird. Dazu ein an diesem Tag seltenes Naturereignis: Sonne.

Bild 41 41
Die Hoffnung auf besseres Wetter verlieh uns Autoverfolgern Flügel und so konnte (P) 22179 mit 116 006 nach seinem Halt in Winningen noch einmal aufgenommen werden. Aber das Wetter? Na ja, man sieht’s.

Bild 42 42
Die vorletzte Runde wurde wieder mit 119 001 gefahren. In der Einfahrt nach Winningen liegt ein Hauch von Sonne auf der Lok, wenngleich die Weinberge im Hintergrund noch verschattet sind. Die Zugnummer der Hinfahrt lautet (P) 22180.

Bild 43 43
Na bitte, was lange währt, wird endlich gut. E19 mit Altbau-Wagen vor Weinbergen im warmen Spätnachmittagslicht. Die erste vernünftige Aufnahme des Tages; allein dafür hat sich das Ausharren schon gelohnt. Erwischt in der großen Kurve vor Kobern.

Bild 44 44
Und noch ein drittes Mal kann (P) 22180 auf seiner kurzen Tour abgelichtet werden: Nämlich bei der Einfahrt nach Kobern-Gondorf. Noch glänzt die Straße vom kurz zuvor niedergegangenen Regenguss.

Bild 45 45
Einmal vor Ort, wurde auch das Umfahren des Zugs für die Rückfahrt aufgenommen. 119 001 im Bahnhof Kobern-Gondorf am 23.04.77.

Bild 46 46
Die totale Seitenansicht wirkt auf den ersten Blick etwas verwunderlich, da man die Mosel, die zwischen dem Geländer der Bundesstraße und den Bergen dahinter liegt, überhaupt nicht sieht.

Bild 47 47
Auch auf der Rückfahrt – der Zug heißt jetzt (P) 22181 – muss als erstes wieder die Straßenunterführung nördlich des Bahnhofs Kobern herhalten

Bild 48 48
Ein zweites Bild pro Fahrt war natürlich Pflicht. Und so sehen wir 119 001 noch einmal in Winningen, in der Bahnhofsausfahrt. Auch dieses ein typisches Mosel-Motiv als versöhnlicher Abschluss.

Die Texte zu den Bildern meines heutigen Beitrags vermitteln - durchaus beabsichtigt - den ständigen Kampf mit dem Wetter, den wir am 23.04.77 zu bestehen hatten. Rückblickend sind die Ergebnisse aber gar nicht soo schlecht, wie ich sie zeitweise in Erinnerung hatte. Aus heutiger Sicht möchte ich die Bilder jedenfalls nicht missen und ich bin froh, dass wir seinerzeit nicht dem Frust nachgegeben und einfach nach Hause gefahren sind.

Hinweisen möchte ich noch darauf, dass sämtliche in Koblenz vertretenen Altbau-Elloks damals noch Fahrzeuge des regulären Betriebs waren! Nur zwei davon überlebten als Museumsloks, nämlich 119 001 als rote E19 01 im MVT, Berlin und 144 507 beim TEV Weimar. Aber von allen Baureihen ist zumindest ein Exemplar für die Nachwelt erhalten geblieben; eine Bilanz, die für die Dampfer der Bundesbahnzeit leider nicht gilt.

Ich hoffe, Euch mit den vielen Bildern dieser Veranstaltung nicht gelangweilt zu haben.

Schönen Tag noch,
Ulrich B.