Altbau-Elloks in der BD Augsburg
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 16.02.2012

Noch Ende der siebziger Jahre hatte die (ehemalige) BD Augsburg dem Freund von Altbau-Elloks eine Menge zu bieten. Ein Menge – das ist hier wörtlich gemeint, verkehrten doch auf allen elektrifizierten Strecken des Direktionsbereichs zahlreiche Altbau-Elloks. Auf der Strecke von Augsburg nach Treuchtlingen waren sogar mehrheitlich die alten Schätzchen unterwegs, egal ob vor Schnellzügen, Eilzügen, im Nah- und im Güterverkehr.

Die "reiche Beute" an Altbau-Elloks, die ich in der BD Augsburg "erlegen" konnte, hat nun dazu geführt, dass sich die zweite Folge der neu eingerichteten Altbau-Ellok Reihe auf meiner Seite mit eben dieser Direktion befasst. Die neue Galerie Altbau-Elloks in der BD Augsburg ist ab sofort online. Und wie üblich gibt’s hier im HiFo noch ein paar zusätzliche Aufnahmen zum Thema.

Bevor es losgeht, noch eine kurze Klarstellung zur Terminologie: Zu der Zeit, aus der die hier gezeigten Bilder stammen, gab es eine BD Augsburg eigentlich gar nicht mehr. Als erste der ehemals 16 Bundesbahndirektionen wurde die BD Augsburg nämlich bereits am 01.06.71 im Zuge der "Neuordnung der Mittelinstanzen" aufgelöst und der BD München zugeschlagen. Trotzdem orientiere ich mich hier wie auch auf meiner Seite weiter an den ehemaligen Direktionsgrenzen.

Beginnen wir im Bw Augsburg, ab 1960 dem einzigen Bw im Direktionsbereich, das elektrische Lokomotiven beheimatete. Ab 1967 waren hier alle Loks der Baureihe E17 / 117 der DB zusammengezogen, auch wenn noch viele Jahre stets einige Loks vom Bw Stuttgart aus eingesetzt wurden.

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Am 28.08.76 präsentiert sich 117 115 auf der Drehscheibe ihres Heimat-Bws. Immer wieder schön anzusehen: die voll ausgebildete Fahrleitungsspinne über der Drehscheibe.

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Ein Ingolstädter Maschine ist 194 113, die ich am 30.04.80 vor dem Schuppen aufnehmen konnte.

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Die Augsburger 144 189 ist eine Lok mit wechselvoller Vergangenheit: Sie entstand am 17.08.65 durch Umbau aus der Höllentalbahnlok E244 22, die ihrerseits 1950 mit den Resten der kriegsbeschädigten E44 005 neu aufgebaut wurde – siehe Galerie Höllentalbahn, Bilder 8 und 15. Beim Umbau 1965 verwendete das AW Freimann viele Bauelemente der Einheits-Elloks, so z.B. die Stirnfenster, Lüftungsgitter, Hauptschalter, Stromabnehmer etc.

Jetzt wird es aber Zeit, sich dem Betrieb mit Altbau-Elloks zuzuwenden.

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Im Augsburger Hauptbahnhof legt die frisch revidierte Mannheimer 194 189 mit einem Dg nach München einen kurzen Betriebshalt ein. 22.09.76.

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Stets nur im Augsburger Hbf anzutreffen waren die drei Maschinen der BBC-Variante der Baureihe E63 /163. Hier ist es die 163 007, die sich im Bereich der Bahnpostgleise im Nordwestkopf des Hbfs nützlich macht.

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In Sichtweite vom Hauptbahnhof in Richtung Norden/Westen befindet sich der Vorortbahnhof Augsburg-Oberhausen. Für P5012 ist es der erste Halt auf dem Weg nach Donauwörth. Obwohl 117 116 zu den fünf modernisierten Loks der BR 117 gehört und demzufolge mit Neubau-Stromabnehmern DBS54 ausgerüstet ist, hat der Lokführer beide Pantos angelegt. Macht der Gewohnheit? Gesehen und fotografiert am 28.08.76.

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Die gleiche Situation – beide Neubau-SA am Draht – sehen wir am 14.08.72 bei 117 111. Diese Aufnahme stammt aus meiner schwarz/weißen Phase und einer Zeit, als die 117 noch zahlreiche Züge auf der Strecke nach Ulm bespannten, in diesem Fall den P36011.

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Wir bleiben an der Strecke Ulm – Augsburg. Im Bahnhof Dinkelscherben steht die Augsburger 144 156 abfahrbereit vor P6025. Laut "Altbau-Ellok bespannte Reisezüge", der für uns Fotografen überaus informativen und unverzichtbaren Broschüre des ECM, war das eigentlich eine 117er Leistung. Eine 144 vor diesem Zug war mir allerdings viel lieber als eine 117, da die Einsätze der Augsburger 144 im Sommer 1976 doch schon reichlich selten waren.

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Zurück nach Augsburg-Oberhausen, wo sich die Strecken nach Ulm und Treuchtlingen verzeigen. Am 28.08.76 hat die Würzburger 118 048 keine Mühe, ihren aus immerhin acht Silberlingen bestehenden E2564 nach Nürnberg auf Geschwindigkeit zu bringen.

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Nebel im Donauried – damit hatte ich an der Strecke zwischen Augsburg und Donauwörth einige Male zu kämpfen. Aber auch bei Nebel lassen sich interessante Aufnahmen machen, wenn auch nur im Stand. Am 22.09.76 war es die 117 114 mit P5083, die im Bahnhof Gersthofen schemenhaft aus dem Nebel auftaucht.

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Später am 22.09.76 verzog sich der Nebel und kurz vor 10 Uhr herrschte bereits wieder eitel Sonnenschein im Bahnhof Gablingen, wohin 117 108 mit einem Nahgüterzug gekommen war – Bilder siehe neue Galerie. Auf diesem Bild hat sie bereits abgekuppelt und vorgezogen, um anschließend als Lz nach Augsburg zurückzukehren.

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Auf unserem Weg von Augsburg nach Donauwörth bewegen wir uns weiter Richtung Norden. Bei Westendorf kreuzt die Ingolstädter 194 054 mit dem Dg61163 durch die flache und motivlich ziemlich unergiebige Donauniederung; 16.07.77.

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Bei Druisheim, südlich von Mertingen, ist es 118 005, die am frühen Morgen des 12.07.77 mit dem D599 gen Norden rauscht. Die Umlackierung der Wagen auf die neuen Produktfarben ozeanblau/beige ist bei diesem Zug schon weit fortgeschritten, aber die Lok präsentiert sich zum Glück noch im klassischen Blau. Dass die drei ozeanblau/beigen 118 aber auch damals schon häufig genug zu sehen waren, zeigt ein Blick in die neue Galerie auf meiner Seite.

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Kurz vorher am 12.07.77 wurde 118 011 mit E3004 direkt südlich von Mertingen aufs Celluloid gebannt. Wenn schon die Landschaft nichts hergibt, dann muss eben das kleine Tele für ein wenig Dynamik sorgen.

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Zu den wenigen hochwertigen Leistungen im Umlaufplan der 117 im Sommer ’76 gehörte der E3115 Donauwörth – München. Bis zur Abfahrt ist noch reichlich Zeit und so sonnt sich 117 116 am 22.09.76 noch ein wenig vor diesem Zug im Bahnhof Donauwörth, bevor die alte Schnellzuglok noch einmal über längere Strecken ihre Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ausfahren kann.

Wen das Thema "Altbau-Elloks in der BD Augsburg" interessiert, der ist herzlich eingeladen, sich auf meiner Seite 68 weitere und nach meiner Einschätzung bessere Bilder anzuschauen. Weitere Baureihen gibt es dort nicht zu sehen, nur ganz viele 117, 118 und 194, sowie einige 144 und 163. Aber wie gesagt – die Menge macht’s.

Nachdem nunmehr zwei Galerien zu der Reihe "Altbau-Ellok in der Direktion XY" vorliegen, würde ich mich über Rückmeldungen freuen, ob diese Form der Präsentation Gefallen findet und eine Fortsetzung mit den restlichen Direktionen (Stuttgart, München, Regensburg und Nürnberg) erwünscht ist. Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

Schönen Tag noch,
Ulrich B.