Altbau-Elloks und Altbau-ET in der BD München - Region

Zunächst einige für diesen Themenblock wichtige Begriffsfestlegungen:
1. Als Altbau-Elloks bzw. Altbau-ET werden in der Bundesbahnzeit Baureihen mit einem Konstruktionsjahr vor 1945 bezeichnet.
2. Die Ausdehnung der jeweils betrachteten Bundesbahn-Direktion bezieht sich immer auf das Streckennetz vor der Neuordnung der Mittelinstanzen in den Jahren 1971 - 76, auch wenn die Mehrzahl der Aufnahmen aus der Zeit danach stammt.

Die BD München war stets DIE Altbau-Ellok Direktion schlechthin. Das war historisch bedingt, bestand doch in Bayern (neben Mitteldeutschland und Schlesien) auch schon vor dem Krieg ein größeres Netz von elektrisch betriebenen Strecken, das sich von München aus sternförmig ausbreitete und kontinuierlich weiter ausgebaut wurde. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass zu Beginn des in der Bundesbahnzeit betrachteten Zeitraums ab Mitte der 60er Jahre noch unglaublich viele verschiedene Altbau-Ellok Baureihen im Bereich der BD München anzutreffen waren: E04, E16, E17, E18, E19, E32, E32.1, E44, E44.5, E60, E69, E75, E91, E91.9, E94 und E94.2. Da fehlten nur die E52 und E63; aber auch die kamen regelmäßig nach München, war doch das AW Freimann zuständig für die Unterhaltung sämtlicher Altbau-Elloks der DB.

Bei den Altbau-ET war die große Zeit allerdings bereits schon weitgehend vorbei. Neben dem allgegenwärtigen "Gläsernen Zug" ET91 waren nur noch die Uralt-Triebwagen der Baureihen ET85 und ET90 im Einsatz. Als besonderes Schmankerl kam dazu noch der "Versuchs-ET" der VersA München, ex ET11.

Das Altbau-Ellok Eldorado in der BD München hatte mich schon frühzeitig in seinen Bann gezogen. Selbst in einer Zeit, als es anderswo noch kräftig dampfte, wurde jede Gelegenheit genutzt, um hier Jagd auf die Veteranen der E-Traktion zu machen. Ab Mitte der 70er Jahre war ich dann aus beruflichen Gründen sehr häufig in München und Umgebung; und wenn der dienstliche Teil beendet war, blieb oft noch Zeit fürs Hobby. Auf diese Weise sind im Laufe der Zeit so viele Bilder zusammen gekommen, dass eine Aufteilung auf mehrere Galerien (mit bis hierhin identischem Einleitungstext) sinnvoll erscheint:

Dazu kommt die Galerie über eine ganz besondere Strecke in der Region mit besonderen Lokomotiven:und der DSo-Beitrag:

Die Strecken im Bereich der BD München, auf denen Altbau-Elloks verkehrten, wurden von mir in höchst unterschiedlichem Ausmaß bereist, weshalb sich eine Gliederung nach diesem Kriterium verbietet. Stattdessen erfolgt die Anordnung der Bilder nach Fahrzeugnummern, was zugleich auch die Vielfalt der im Münchener Umland anzutreffenden Baureihen besser verdeutlicht.

Baureihe 116

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Nur in der BD München verkehrten die Schnellzug-Elloks der Baureihe E16, deren Entwicklung 1922 zwar bereits durch die DRG bei Krauss in Auftrag gegeben wurde, die aber dennoch zunächst als bayrische ES1 bezeichnet wurden.
Die erste der zuletzt alle beim Bw Freilassing beheimateten Buchli-Maschinen, 116 001, unterquert hier am 02.02.75 die fotogene alte Straßenbrücke in der westlichen Bahnhofseinfahrt von Rosenheim mit dem Personenzug 4523 aus Grafing Bf.

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Knapp zwei Stunden vorher hatte 116 004 den P4507 von Grafing nach Rosenheim gebracht. Dieselbe Garnitur ging dann 54 Minuten später als P4537 weiter nach Freilassing - viel Zeit, um im Bf. Rosenheim in aller Ruhe verschiedene Perspektiven auszuprobieren.

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Für die Weiterfahrt des P4537 nach Freilassing hatte ich mich in der östlichen Bahnhofsausfahrt gegenüber dem alten (Wärter-?) Stellwerk postiert. Wie bei allen 116er Leistungen dieser Zeit beeindruckt auch hier die herrliche alte Wagengarnitur. 116 004, Rosenheim, 02.02.75.

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Am 21.08.72 trafen sich im Bahnhof Rosenheim die beiden Freilassinger Altbau-Elloks 116 005 und 118 013. Inzwischen werden die beiden Schnellzugloks, die einstmals die hochwertigen und internationalen Züge auf der Salzburger Strecke beförderten, nur noch im Regionalverkehr eingesetzt. Die 116 hat den 2807 am Haken, die 118 den E1853.

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Der wunderschöne Wagenpark hinter 116 005 (Frl) rechtfertigt es sicher, den P2807 noch einmal in einer Nahaufnahme zu zeigen. Rosenheim, 21.08.72.

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Ebenfalls am 21.08.72 entstand das Bild der 116 008 (Frl) bei einem kurzen Halt im Bahnhof Bergen(Oberbay) vor dem P2810.

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Gegen Ende ihrer Betriebszeit waren Einsätze der 116 außerhalb ihrer Stammstrecke München - Freilassing höchst selten und daher etwas Besonderes. Das planmäßige Expressgut-Zugpaar nach Freising war deshalb ein MUSS auf meiner Altbau-Ellok-Fototour im Sommer 1976. Bereits auf der Rückfahrt befand sich 116 009 mit Ex14129, als sie am 21.09.76 bei Neufahrn auf den Film gebannt wurde.

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116 018 war die erste Lok der dritten Nachbauserie, für die erstmals keine bayrische Nummer mehr vergeben wurde. Eine Bauartbesonderheit waren die Stromabnehmer des Typs SBS39, inzwischen in der umgebauten Version mit Dozler-Wippe, wie sie sonst nur noch die 116 019 aufwies.
Am 07.05.77 schnurrt 116 018 (Frl) mit dem P4537 durch die saftigen Wiesen des Chiemgaus bei Rumgraben, westlich von Bergen(Oberbay).

Baureihe 117

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Die Altbau-Elloks der Baureihe E17 wurden zuletzt zwar hauptsächlich im Bereich der (ehem.) BD Augsburg eingesetzt - siehe Galerie "Altbau-Elloks in der BD Augsburg". Aber selbstverständlich wurde bis zum Schluss auch die BD München regelmäßig angefahren. Leider gab es nur wenige Zugleistungen auf der Strecke Ingolstadt - Treuchtlingen durch das malerische Altmühltal. Eine davon war P4262, der am 25.09.76 mit 117 012 bespannt war und bei Solnhofen abgepasst wurde.

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Eine weitere Aufnahme entstand drei Tage vorher am 22.09.76 vor den markanten Felsen bei Dollnstein. Die Augsburger 117 110 hatte den P4264 nach Treuchtlingen am Haken. Auf diese Entfernung sah man ihr kaum an, dass es sich hier um eine ganz besondere Maschine innerhalb der Baureihe 117 handelte.

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Die 117 110 diente nämlich als Baumuster für eine umfassende Aufarbeitung und Modernisierung der Baureihe E17, wie sie die DB Anfang der 60er Jahre plante. Charakteristische äußere Merkmale waren die zwei großen Frontfenster, neue gummi-gefasste Seitenfenster, eingebaute Lampen und Neubau-Stromabnehmer DBS54. Zusammen mit einer kompletten Neuverkabelung und dem Ersatz zahlreicher Bauteile durch solche aus dem Programm der Einheits-Elloks geriet der Umbau aber viel zu teuer und wurde deshalb nur noch an vier weiteren E17 in drastisch reduziertem Umfang durchgeführt. Bahnhof Treuchtlingen, 22.09.76.

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Das Bw Freilassing verfügte über eine Unterflur-Radsatzdrehmaschine, auf der auch Fahrzeuge und Baureihen aus anderen Direktionen bearbeitet wurden.
So befand sich zum Beispiel am 22.08.72 die Augsburger 117 118 zur "Fußpflege" in Freilassing, während 118 020 für Fristarbeiten in der Werkstatt ihres Heimat-Bws weilte.

Baureihe 118

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So sahen die E18 noch richtig gut aus: Die Freilassinger 118 018 besaß am 07.03.71 noch ihre schönen alten Lampen, als sie mit E1852 in den tief verschneiten Bahnhof Traunstein einfuhr.

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Seit dem 26.05.74 waren alle 118 beim Bw Würzburg stationiert, die Einsätze erfolgten aber nach wie vor in ganz Bayern. Ein Einsatzschwerpunkt war die Strecke München - Regensburg, wo auch hochwertige Züge gefahren wurden. Einer davon war der D309 "Ostsee-Express", der am 30.05.78 mit 118 021-5 bespannt war. Aufnahme in Neufahrn (b.Freising) auf der Fahrt nach Regensburg.

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Allerdings mehrten sich zunehmend auch einfache Personenzüge im Umlaufplan der Würzburger 118. Eine typische Füllleistung war der P4368 von Langenbach(Oberbay) nach Regensburg. Dieser auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche Zuglauf war historisch bedingt und resultiert aus der früheren Direktionsgrenze direkt hinter dem Bahnhof Langenbach. Als 118 026 am früher Morgen des 21.09.76 zu ihrer kurzen Fahrt aufbricht, befindet sie sich also gerade noch auf dem Gebiet der BD München (in den alten Grenzen).

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118 028 (Wür) war die erste 118 in der ozeanblau/beigen Farbgebung.
Nordöstlich von Neufahrn (b.Freising) war sie am 21.09.76 mit dem beachtlich langen E3031 nach München unterwegs. Auch solche Züge, mit knappen Fahrzeiten, waren durchaus anspruchsvolle Leistungen für die Baureihe 118.

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Eine Stunde später konnte wenige 100 Meter weiter westlich auch 118 038 (Wür) mit E3317 auf den Film gebannt werden. Neufahrn, 21.09.76.
An dieser Stelle zweigt heute die Verbindungsstrecke zum Flughafen München ab, die sog. Neufahrner Spange, über die seit 1998 eine zweite S-Bahn Linie zum Flughafen geführt wird.

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Treuchtlingen, in der äußersten, nordwestlichen Ecke der BD München gelegen, hatte an Altbau-Elloks stets viel zu bieten. Eine recht hochwertige Leistung war der D303 von Berlin nach München, der in Nürnberg Lokwechsel von 119 auf 118 hatte. Am 22.09.76 war es 118 051 (Wür), die den Zug ab Nürnberg übernommen hatte und nun ohne Halt durch den Bahnhof Treuchtlingen rauscht.

Baureihe 119

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In Treuchtlingen gehörten auch die vier Exoten der Baureihe E19 bzw. 119 noch bis Anfang der 70er Jahre zum Betriebsalltag; im Sommer 1972 konnte man hier innerhalb einer halben Stunde gleich 3/4 des Gesamtbestands erleben. Einer dieser drei Züge war E1939, vor dem sich am 13.08.72 die großäugige 119 002 die Ehre gab.
Zahlreiche weitere Bilder von den Einsätzen der Baureihe 119 gibt es in der Galerie "E19 - Die Nürnberger Edelhirsche" zu sehen.

Baureihe 132

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Nach den letzten Einsätzen der Baureihe E32 im Überstelldienst zwischen München Hauptbahnhof und Pasing fanden zahlreiche Loks noch eine weitere Verwendung als Heizlok.
Den Anfang macht 132 024 (zuletzt MüH, †:01.08.72) als Heizlok im Bw Freilassing am 21.08.72.

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Für 132 101 (MüH, †:01.08.72) gab es in Weilheim eine sinnvolle Weiterbeschäftigung. Am 16.08.72 gab es allerdings nichts zu heizen und die Maschine präsentierte sich lediglich als schönes, weil vollständig und gut erhaltenes Foto-Objekt.
Die Betriebsnummer weist sie als erste Lok der Unterbaureihe E32.1 aus, der schnelleren Variante der E32, die 1936 durch Änderung der Getriebeübersetzung entstand. Die Höchstgeschwindigkeit betrug danach 90 km/h statt vorher 75 km/h. Spenderfahrzeug war in diesem Fall die E32 26.

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132 103 (ex E32 18, MüH, †:01.08.72) verrichtete ihre letzten Dienste in Rosenheim als Heizlok, aufgenommen am 20.08.72. Wunderschön die sehenswerte Mischung von Lampen unterschiedlichster Bauart, die heute eine Zierde jeder Sammlung wären.
Wie alle hier gezeigten E32-Heizloks ist die Maschine vollständig mit Stangen, Lampen und Stromabnehmern ausgerüstet.

Klimaschneepflug ex Baureihe E36

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Der Klimaschneepflug München 6452 entstand durch Umbau aus der bayr. EP3/6 20104, DRG E36 04. Von hinten betrachtet (Achsfolge 1'C2'), ist die ursprüngliche Form des Lokkastens noch weitgehend unverändert erhalten geblieben.
Passend zur üblichen Verwendung dieses Fahrzeugs lag eine dichte Schneedecke im Bw Garmisch, als mir dieses urige Gerät am 21.02.71 vor die Kamera kam.

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Alle vier E36.0 wurden in den 40er Jahren zu Klimaschneepflügen umgebaut.
Aus E36 02 wurde der Klimaschneepflug München 6453, der später die UIC-Nummer 30 80 974 3 027-3 erhielt und dem Bw Ingolstadt zugeteilt wurde. Eine weitere Anschrift wies ihn als "Klimaschneepflug 844" aus. Aufnahme im Bw Ingolstadt am 17.07.77.

Baureihe 144.0

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Typisch für den Prototyp der Baureihe E44.0 war der fehlende Dachüberstand an den Frontseiten des Lokkastens; stattdessen gab es an der Dachkante einen flachen Blend- und Hochspannungsschutz, der die ursprünglich vorhandenen primitven Blechumrandungen über den Frontfenstern ersetzte. Am 21.02.71 hält 144 001 Wochenendruhe in ihrem Heimat-Bw Garmisch.

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Für 144 027 (Gar) gab es dagegen an diesem Tag etwas zu tun, auch wenn es nur sich nur um das Vorheizen einiger Reisezugwagen handelte. Die alten Lampen stehen der E44 ausnehmend gut. Garmisch Partenkirchen, 21.02.71.

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Nach Auflösung des 144er Bestands des Bw München Ost erhielt Freilassing im Sommer 74 überraschend wieder einige dieser Loks zugeteilt. Der Grund dafür lag in der nicht ausgelasteten Werkstatt in Freilassing, während die Einsätze ausschließlich von Rosenheim aus erfolgten. So tat zum Beispiel die Freilassinger 144 028 am 02.02.75 Dienst auf der Strecke nach Holzkirchen, von wo aus sie gerade mit dem 6217 wieder nach Rosenheim zurückkehrt. Die Fotostelle am Westkopf des Bahnhofs war ja schon in Bild 1 zu sehen.

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Auch der Gegenzug 6218 nach Holzkirchen war mit einer Freilassinger 144 bespannt, und zwar mit 144 029. Der weiße Zierstreifen an der Rahmenoberkante weist diese Lok als ehemalige "Ostlerin" aus. Die Brücke ist dieselbe wie auf dem vorhergehenden Bild, nur von der anderen Seite, von der aus die davor neu errichtete Betonbrücke längst nicht so fotogen ist, wie die alte. Rosenheim, 02.02.75.

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Und noch eine ehemalige Lok des Bw München Ost mit dem charakteristischen Zierstreifen: 144 077 ist inzwischen im Bw Garmisch beheimatet und hier mit einigen Schotterwagen am 23.09.76 in Murnau zu sehen. Hinten im Schatten "versteckt" sich noch 160 009.

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Während das Zugpaar 6217/18 mit nicht-wendezugfähigen 144 des Bw Freilassing gefahren wurde (Bilder 27 u.28), war der 6219 ein "richtiger" Wendezug, der auch als solcher gefahren wurde. Schieber war hier die Rosenheimer 144 086, aufgenommen am 02.02.75 an bekannter Stelle bei der Einfahrt nach Rosenheim.

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Am 14.03.71 gab es noch eine Menge Schnee, als 144 087 von einem Einsatz in ihr Heimat-Bw Garmisch einrückt. Auch diese Lok besaß damals noch ihre alten Lampen. Ein weiterer "Hingucker" ist das bayrische Hauptsignal hinter der Lok.

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Vermutlich nur ein Leervorspann war der Einsatz von 144 094 (Gar) vor einer Münchener Bügelfalten-110. Mit vereinten Kräften wird mit dem E1874 nach Mittenwald die unmittelbar hinter dem Bahnhof Garmisch beginnende Steigung in Angriff genommen; von mir beobachtet und fotografiert aus dem Bw Garmisch heraus am 14.03.71.

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Vor Nahgüterzügen "rund um den Kirchturm" waren die 144 in allen Einsatzgebieten anzutreffen, natürlich auch in und um München. Am 30.05.78 rumpelte 144 184 vom Bw Rosenheim mit einem solchen Zug bei Neufahrn durch das Erdinger Moos.

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Im Gegensatz zum Bw Garmisch wurden beim Bw Rosenheim die 144 planmäßig im Wendezugdienst eingesetzt, hauptsächlich auf den Strecken Rosenheim - Holzkirchen (s.Bild 30) und Traunstein - Rupolding. Auf letzterer kurvte 144 187 am 21.08.72 mit dem P3562 bei Höpfling entlang der Traun.

Baureihe 144.5

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Wie die Baureihe E16 waren auch die E44.5 bzw. 144.5 stets nur in der BD München anzutreffen. Und dort fast ausschließlich auf der Strecke Freilassing - Berchtesgaden sowie im Nahbereich rund um Freilassing. Dazu gehörte auch der österreichische Grenzbahnhof Salzburg, wo am Nachmittag des 31.01.75 die beiden Schwesterloks 144 502 und 144 503 in den letzten Sonnenstrahlen eines kurzen Wintertages abfahrbereit vor (Nah-)Güterzügen auf die Ausfahrt in Richtung Heimat warten.

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Bei meinen Besuchen im Berchtesgadener Land herrschte eigentlich immer ein mehr oder weniger schlechtes Wetter. So auch am 26.04.80, als 144 502 bei winterlichen Verhältnissen - und das Ende April(!) - mit dem P5515 nach Berchtesgaden unterwegs war, dessen Wagengarnitur so gar nicht zu einem einfachen Personenzug passt. Aufnahme nördlich Winkl neben der erstaunlich autofreien B20.

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Als der gleiche Zug knapp drei Jahre vorher, am 08.05.77, bei Ainring aufgenommen werden konnte, sah die Wagengarnitur noch etwas altbackener aus. Außerdem ließ sich sogar ansatzweise einmal die Sonne sehen und ermöglichte mir so ein Frühlings-Bild von 144 503 mit P5515 in Blumenwiese.

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Weiter oben am Brechpunkt der Strecke bei Hallthurm war man den Wolken jedoch schon wieder recht nahe gekommen. Der Zug ist derselbe wie auf dem Bild zuvor; also 144 503 (Frl) mit P5515 am 08.05.77.

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Für den P5518 von Berchtesgaden nach Freilassing wurde exakt die Garnitur aus P5515 verwendet. Auch die Lok ist dieselbe und so sehen wir hier 144 503 vor dem charakteristischen Empfangsgebäude von Berchtesgaden Hbf; 08.05.77.

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Welch winterliche Verhältnisse am 26.04.80 im Berchtesgadener Land herrschten, war ja schon in Bild 36 zu sehen. An diesem Tag entstand auch die Aufnahme der 144 504 mit dem Personenzug(!) 5511, der hier kurz hinter dem Bahnhof Bischofswiesen entlang der Bischofswiesener Ache seinem Endpunkt Berchtesgaden entgegen strebt.

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144 506 repräsentiert die neuere, und nach meinem Geschmack gefälligere Bauform der Baureihe E44.5. Am 01.02.75 ergab sich im Bahnhof die Möglichkeit, ein klassisches Lokporträt vor bayrischem Signal anzufertigen. Leider war das Wetter mal wieder "Freilassing-typisch" und so gibt's hier nur eine schwarz/weiß Aufnahme.

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Auch am 08.05.77 waren die Lichtverhältnisse recht bescheiden, als mir im Bahnhof Bischofswiesen diese 144.5 Doppelbespannung vor die Kamera kam.
144 506 leistet 144 502 Vorspann vor P5503, was angesichts der Zuglänge, der zu bewältigenden Steigung und des feuchten Wetters durchaus ein Nutzvorspann gewesen sein könnte.

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Mit Güterzügen kamen die 144.5 immer wieder einmal auch nach München. Am 20.08.72 erwischte ich zufällig eine solche Leistung im Bahnhof Rosenheim, wo der ganz aus Kühlwagen bestehende Zug einen kurzen Betriebshalt einlegte.
Die Zuglok war 144 508, eine Lok der neueren Bauform, die zu dieser Zeit noch ihre alten Stromabnehmer der Bauart SBS 9 besaß.

Baureihe 160

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Auch wenn sich einige Exemplare der Baureihe E60 "im Exil", nämlich in Heidelberg bzw. Mannheim, nützlich machten - siehe Galerie "Altbau-Elloks in der BD Karlsruhe", waren diese urigen Stangen-Hobel geradezu typisch für die BD München, wo sie vielerorts eingesetzt wurden. In Treuchtlingen zum Beispiel war stets eine 160 als Rangierlok im Einsatz; am 16.07.77 war es der Erstling 160 001, offiziell beheimatet im Bw Ingolstadt, der bei der Aufnahme leider bereits seine Wochenendruhe begonnen hatte.

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Freilassing zählte zu den großen Einsatzstellen für die BR 160 mit bis zu vier Loks im Bestand. Diese wurden nicht nur für den Bahnhofsverschub in Freilassing benötigt, sondern kamen im Übergabedienst bis nach Bad Reichenhall.
Am 08.05.77 hatte 160 003 jedoch Dienst "dahoam" und stellte sich fotogen mit einem Packwagen neben eines der vielen bayrischen Hauptsignale im Bahnhof Freilassing.

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Gleich zwei "Bügeleisen" warteten am 01.02.75 am Ablaufberg des Rbf Freilassing auf neue Aufgaben. Oder waren die Personale nur mal kurz zur Brotzeit in der Kantine des nahe gelegenen Bahnbetriebswerks? 160 008 vor 160 003.

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Auch das Bw Garmisch verfügte zeitweise über vier Maschinen der Baureihe 160, die auf mehreren Bahnhöfen im Nahbereich eingesetzt wurden. Dazu gehörte Murnau, wo ständig eine Lok zu finden war. Bei noch tief stehender Morgensonne konnte hier deshalb am 23.09.76 eine schöne Porträtaufnahme der 160 009 angefertigt werden.
Das Licht kam dabei zwar von hinten, aber für mich war das ohnehin immer die "Schokoladenseite" dieser Lok mit dem stark einseitig versetzten Führerhaus.

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Zu den planmäßigen Aufgaben der Murnauer 160 gehörte die Anschlussbedienung des Schotterwerks in Eschenlohe.
Nachdem die beladenen Schotterwagen in mehreren Portionen aus dem Werk geholt, und zu einem schwergewichtigen Ganzzug zusammenrangiert waren, positionierte sich 160 009 schon mal hinter dem Zug, um Schubhilfe bei der Bewältigung der Hechendorfer Leite - das ist eine kurze, aber starke Steigung zwischen Hechendorf und Murnau - zu geben. Eschenlohe, 23.09.76.

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Das werktägliche Übergabezugpaar nach Kochel gehörte ebenfalls zu den Aufgaben der Garmischer 160. Am 24.09.76 hatten wir bei Bernried eine leidlich brauchbare Fotostelle für den als Rückleistung gefahrenen Üg67622 gefunden. Doch als 160 010 mit dem schon von weitem hörbaren, mahlenden Stangengeräusch dann schließlich kam, hatte sich die zuvor ohnehin nur ansatzweise erkennbare Sonne völlig hinter einer dichten Wolkendecke zurückgezogen.

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Da der Üg67622 das Ziel Garmisch (nicht etwa München) hatte, musste in Tutzing Kopf gemacht werden. Das ging allerdings überraschend schnell. Denn als wir dort eintrafen, reichte die Zeit gerade noch für ein Bild des bereits in Richtung Garmisch ausfahrenden Zuges. Durch den Fahrtrichtungswechsel läuft 160 010 jetzt vorwärts vorm Zug.

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Mit dem letzten Bild zur Baureihe 160 geht's zurück ins Bw Freilassing. Am 22.08.72 stand in der dortigen Werkstatt die 160 011 mit ausgebautem dritten Treibradsatz. Das war aber wohl keine große Sache, denn kurze Zeit später war die Lok bereits wieder im Einsatz.

Baureihe 169

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Die kleinen Lokalbahnmaschinen der Baureihe E69 und die Strecke Murnau - Oberammergau gehörten untrennbar zusammen. Meine ersten Aufnahmen erfolgten noch eher beiläufig auf der Vorbeifahrt in Murnau aus dem fahrenden Zug heraus. Am 21.02.71 wurde so 169 002 auf den Film gebannt. Auf dem Kopfgleis im Bahnhof Murnau, wo die Züge nach Oberammergau bereitgestellt wurden, gönnt sie sich noch eine kurze Pause vor der nächsten Fahrt als P3768 in die Passionsspielstadt.

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Im Sommer 1972 wurde die Strecke Murnau - Oberammergau und die 169er erstmals gezielt aufgesucht. Leider spielte das Wetter nicht mit und so wurde daraus nur ein Kurzbesuch. Ich beschränke mich deshalb auf nur eine Aufnahme vom 16.08.72 von 169 002 vor P3775 in Murnau.

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Eine sehr erfolgreiche Fototour bei herrlichem Spätsommerwetter entschädigte im Sept. 1976 für die vorangegangenen Fehlschläge. Die Fülle der dabei entstandenen Aufnahmen ermöglichte eine eigenständige Galerie in der Bundesbahnzeit mit dem Titel "Murnau - Oberammergau". Ergänzend dazu hier noch ein Bild der 169 005 (Gar) vor dem Ng67645 bei Bad Kohlgrub Kurhaus am 23.09.76.

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Später am Tag standen für 169 005 auch wieder Personenzüge auf dem Dienstplan. Am Nachmittag des 23.09.76 trifft sie mit P6618 aus Oberammergau wieder in Murnau ein und rumpelt hier gerade über die Garmischer Strecke, wo es direkt unter der Brücke einen unfallträchtigen Bahnübergang mit der vielbefahrenen Straße ins Ammergau gab.

Klimaschneepflug ex Baureihe E73

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Auch der Klimaschneepflug München 6451 hat eine besondere Vergangenheit: Er entstand nämlich aus der E73 02, ex bayr. EG 4x1/1 20202. Die beiden E73 waren 1913 die ersten Staatsbahn Elloks mit Drehgestellen und Einzelachsantrieb und markierten damit einen Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte des Lokbaus. Endgültig durchsetzen konnte sich dieses Konzept allerdings erst mit der E44.
Meine Aufnahme vom 22.08.72 im Bw Freilassing erfolgte wieder von hinten, um den bestmöglichen Eindruck vom ursprünglichen Erscheinungsbild des Spenderfahrzeugs zu erhalten.

Baureihe 175

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Nur ein einziges Mal, und das ganz zu Beginn meiner Foto-Aktivitäten, begegnete mir eine E75 außerhalb des Stadtgebiets München. Und zwar am 28.07.65 in Kochel am See, wo die Treuchtlinger E75 61 mit einer primitiven Instamatic Anfänger-Kamera auf grobkörnigen Film gebannt wurde.

Baureihe 194.0

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Da mir die E191 nur in München begegnet sind, geht's weiter mit der Baureihe E94 bzw. 194. Personenzugleistungen kamen zwar überall und immer wieder vor, waren aber doch insgesamt eher selten. Meist waren es Füll-Leistungen im Umlaufplan, wie z.B. der P4652 von Garmisch nach Murnau, der am 23.09.76 mit der Ingolstädter 194 044 bespannt war. Bei Eschenlohe wurde eine Stelle gefunden, an der das Licht wenigstens nicht genau von hinten kam, aber auch so sorgt die hochstehende Mittagssonne für einen harten Frontschatten auf der Lok.

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Nachmittags stand dann für 194 044 echte Schwerstarbeit an, denn es galt, den schweren Schotterzug Üg67642 von Eschenlohe nach Murnau zu bringen. In Murnau zeigte das Einfahrsignal zu allem Unglück auch noch Halt, so dass eine Anfahrt in der Steigung erforderlich wurde. Siehe dazu auch DSo-Beitrag Ein Bügeleisen, ein Krokodil und jede Menge Schotter.

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Die Nahaufnahme zeigt, dass der mit 194 044 bespannte Üg67642 noch von 160 009 nachgeschoben wurde, die allerdings durch wilde Schleudervorgänge auf sich aufmerksam machte und damit keine große Hilfe gewesen sein dürfte. Murnau, 23.09.76.

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Der weiße Zierstreifen an der Rahmenoberkante, auch Ralleystreifen genannt, weist 194 111 unverkennbar als ehemalige "Ostlerin" aus, also eine Maschine des Bw München Ost. Ein Münchener Lokführer meinte einmal dazu: "Weißt Bub, wofür der weiße Streifen ist? Der ist für den Lokführer, damit er merkt, wenn das Wasser höher steigt als der Streifen, kriegt er nasse Füss'." Und das alles natürlich in breitestem bayrischen Dialekt.
Am 08.05.77 ruht die bestens gepflegte Lok in ihrem Heimat-Bw Freilassing.

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Obwohl im Bw Garmisch nie E94 bzw. 194 stationiert waren, waren die schweren Güterzugloks hier doch ständig präsent. Bei meinem Besuch am 21.02.71 war es die "Ostlerin" 194 156, die gerade von einem Einsatz kam. Auch dieser Maschine stehen die alten Lampen ausgesprochen gut.

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Als mir dieselbe Lok 5½ Jahre später erneut vor die Kamera fuhr, hieß das Heimat-Bw inzwischen Ingolstadt und 194 156-6 war mit neuen Lampen bestückt. Das alles war natürlich kein Grund, am 21.09.76 bei Neufahrn (b.Freising) nicht auf den Auslöser zu drücken.

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Zuletzt noch die Mannheimer 194 188 mit dem Dg53623 in Grafrath am 24.09.76.
Die Strecke (Augsburg -) Mering - Geltendorf - München-Pasing war seinerzeit nur zu dem Zweck elektrifiziert worden, für die hochbelastete Direktverbindung Augsburg - München eine Entlastungsstrecke für den Güterverkehr zur Verfügung zu haben.

Baureihe 490

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Für Betriebsaufnahmen des ET90 / 490 kam ich leider ein knappes Vierteljahr zu spät. Denn der letzte dieser nur drei Triebwagen umfassenden Baureihe, der 490 003, stand bereits seit dem 01.06.72 auf "Z", als ich ihn am 20.08.72 im Bw Rosenheim fotografieren konnte.
ET90 03 entstand im Jahr 1950 durch Änderung der Getriebeübersetzung aus dem ET85 16 und wurde zuletzt auf der Stichstrecke Bad Aibling - Feilnbach eingesetzt.

Baureihe 491

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Ein Ausflug zum Königssee gehörte zum Standardangebot der BD München für Fahrten mit dem "Gläsernen Zug" 491 001. Bei einer dieser Touren begegnete er in Bad Reichenhall der 144 509 mit dem P5508. Leider herrschte am 08.05.77 mal wieder das für meine Besuche im Berchtesgadener Land typische Wetter ...

Weitere Aufnahmen zum Thema siehe begleitenden DSo-Beitrag Altbau-Elloks und Altbau-ET in der BD München - Region.