Bauartunterschiede Baureihe 139, 140

Im ersten Typenprogramm der DB für Beschaffung elektrischer Lokomotiven war die Baureihe E40 hauptsächlich für den Einsatz im Güterzugdienst vorgesehen. Als universell einsetzbare Mehrzwecklok sollte sie darüber hinaus auch Reisezüge aller Art im Geschwindigkeitsbereich bis 100 km/h befördern können. Zusammen mit den Baureihen E10, E41 und E50 bildet die E40 die Familie der Einheits-Elloks, die durch die Verwendung einer Vielzahl von gleichen Bauteilen eine kostengünstige Beschaffung und Unterhaltung ermöglichte. Besonders eng ist die technische Verwandtschaft zur E10.1: Im Unterschied zu dieser besitzt die E40 eine andere Getriebeübersetzung, einfachere Druckluftbremse und hat, abgesehen von wenigen Loks der BR E40.11, keine E-Bremse.

Die Technik der Einheits-Elloks basiert auf den Erfahrungen und Ergebnissen, die mit den fünf Probe-Lokomotiven der Baureihe E10.0 gewonnen wurden - siehe Galerie "E10.0 - Die Prototypen".

Wegen der gegenüber der E10 niedrigeren Höchstgeschwindigkeit erschien der DB eine elektrische Bremse bei den Güterzugloks der Reihe E40 für verzichtbar, nicht zuletzt auch aus Kostengründen. Aber bereits mit der Umstellung der Höllentalbahn vom 50 Hz auf das sonst übliche 16 2/3 Hz System im Jahr 1960 wurden Loks mit einem zweiten, unabhängigen Bremssystem benötigt. Deshalb rüstete man die noch ohne E-Bremse gelieferten E40 131 - 137 und 163 - 166 mit einer elektrischen Widerstandsbremse nach, was angesichts der weitgehenden Baugleichheit mit der E10 einfach realisierbar war. Zu betrieblichen Unterscheidung erhielten diese Lok wenig später eine "1" vor die ansonsten unveränderte Betriebsnummer, womit sich die neue Unterbaureihe E40.11 ergab. Später beschaffte E40.11 waren ab Werk mit elektrischer Bremse ausgestattet.

Kurze technische Beschreibungen der Baureihe E40 (mit und ohne Widerstandsbremse), herausgegeben vom Bundesbahn-Zentralamt München, sind durch einen Klick auf die nebenstehenden Vorschaubilder abrufbar (Wiedergabe in der Bundesbahnzeit mit freundlicher Genehmigung durch die Deutsche Bahn AG).

Eng verbunden mit der Baureihe E40 ist das Thema Verschleißpufferbohle. Der Einsatz im oft rauen Güterverkehr führte zu zahlreichen Unfällen (zeitweise mehr als 100/Jahr!), die häufig zu mehr oder weniger schweren Beschädigungen des Lokkastens führten. Typisches Erscheinungsbild bei einem auch nur leicht nach unten verformten Rahmen waren die sog. "Kummerfalten", diagonale Beulen im Bereich der Seitenwand zwischen Vorderfront und Einstiegtür. Schon frühzeitig experimentierte die DB deshalb mit separat angesetzten Pufferbohlen, die im Falle eines heftigen Aufstoßes unter erheblicher Energieaufnahme nach hinten abknicken konnten, ohne dabei die Struktur des Lokkastens zu beschädigen. Anfangs war der Zughaken in dieser Verschleißpufferbohle auf konventionelle Art eingeschraubt, später wurde die Verschleißpufferbohle derart umgestaltet, dass wahlweise eine Zughakenpatrone oder eine automatische Kupplung eingesetzt werden konnte. In dieser endgültigen Ausführung kam sie unter entsprechend angepasstem Lokkasten bei den letzten Bauserien der BRn 140 und 150, sowie bei den Nachfolge-Baureihen 111, 120, 151 und 181 serienmäßig zur Anwendung.

Auf weitere technische Einzelheiten soll hier aus Platzgründen nicht eingegangen werden; stattdessen verweise ich auf die am Schluss der Seite aufgeführte Literatur [1] - [5].

Die Serienloks der Baureihe E40 bzw. E40.11 (140, 139) wurden von 1956 - 1973 gebaut. In diesem langen Zeitraum stand die technische Entwicklung nicht still. Neue Komponenten flossen sowohl in die Neufertigung als auch in die laufende Unterhaltung der Loks in den AW ein. Eine Anpassung der übrigen Loks auf den jeweils letzten technischen Stand fand nur insoweit statt, als dafür eine betriebliche oder wirtschaftliche Notwendigkeit bestand. Dadurch ergab sich eine Vielzahl kleinerer und größerer Unterschiede, die teilweise auch das Äußere der Maschinen betrafen. Zusammen mit den sich laufend ändernden Designvorstellungen, sowie Versuchs- und Sonderausführungen, präsentierten sich die Einheits-Elloks der Baureihe E40 daher dem interessierten Beobachter alles andere als einheitlich, sondern im Gegenteil sehr variantenreich. Von den zahlreichen Bauartunterschieden sollen hier, wie in der Bundesbahnzeit generell üblich, nur die äußerlich sichtbaren vorgestellt werden.

Um ein wenig Ordnung in die schier unendliche Vielzahl der Varianten zu bringen, beginne ich mit einer Übersicht über die hier betrachteten Bauartmerkmale. Angegeben sind dort neben der als Beispiel gezeigten 140 auch weitere Loks, auf die dieses Merkmal zutrifft. Auf die Präsentation aller im Betrieb zu beobachtenden Kombinationen von Merkmalen muss ich weitgehend verzichten, um den Umfang dieser Seite in Grenzen zu halten.

Umbauten ...

Auf dieser Seite verwende ich zwecks sprachlicher Vereinfachung folgende (nicht offizielle !) Bezeichnungen für die verschiedenen Bauformen der Baureihe E40:

  • 140.0: E40 001 - 162
  • 140.1: E40 163 - 308, E40 317 - 551, E40 564 - 710, 140 711 - 756
  • 140.7: 140 757 - 879
  • 139.0: E40 1131 - 1137 plus Umbauten aus 110.1
  • 139.1: E40 1163 - 1166, 1309 - 1316, 1552 - 1563 plus Umbauten aus 110.2

Diese Einteilung orientiert sich an den Haupt-Lieferserien und erfolgt ausschließlich nach optischen Gesichtspunkten. Betrieblich relevant war nur die Ausrüstung mit elektrischer Bremse, was sich in unterschiedlichen Baureihen bei den ab 1968 geltenden neuen Nummern wiederspiegelt, sowie die Wendezug- und Mehrfachtraktionsfähigkeit der Loks ab 140 757, für die man die Bezeichnung 140.7 gelegentlich auch in amtlichen Dokumenten findet.

Übersicht - Bauartmerkmale bei der Baureihe E40 / 139, 140
Bild Merkmal Beispiel Bemerkung / (mindestens) nachgewiesen bei
Lieferzustand E40      
1 140.0, erste Bauart mit Einfachlampen E40 155 E40 101 - 162
2 140.1, zweite Bauart mit Doppellampen E40 504 E40 163 - 630, 635 - 672
3 140.1, zweite Bauart, letzte Bauserien E40 710 E40 631 - 634, 673 - 756 (ab 711 mit neuer Nummer)
4 140.7 140 817 140 757 - 879
5 140 N - Neubau nach Unfall 140 577 140 083, 196, 362, 577, 706
Lieferzustand E40.11      
6 139.0, erste Bauart mit Einfachlampen E40 1136 E40 1131 - 1137
7 139.1, zweite Bauart mit Doppellampen E40 1312 E40 1163 - 1166, 1309 - 1316, 1552 - 1563
8 Umbau aus 110.1 (wie 139.0) 139 145 139 122, 139, 145, 157, 172, 177, 213, 214
9 Umbau aus 110.2 (wie 139.1) 139 260 139 222, 246, 250, 255, 260, 262, 264, 283, 285, 287
Farbgebung und Beschriftung      
10 Schilder Anordnung erste Loks E40 005 E40 004, 005, 070, 071, 072, 073
nicht 001, 002, 003, 007, 009, 075 usw.

11

grün, mit grünen Lüftungsgittern 140 153 140 153 (keine weitere Lok bekannt)
12 neue Nummer mit spitzen Ziffern 140 011 140 011, 014, 680
13 ozeanblau/beige (ob) 140 644 140 ab 1976
14 orientrot (rw), mit hellen Lüftungsgittern 140 790   Erstausführung ab
15 orientrot (rw), mit dunklen Lüftungsgittern 140 029   spätere Regelausführung
16 verkehrsrot (vr), mit DB-Cargo 140 544   Erstausführung ab
17 verkehrsrot (vr), tiefstehende Nummer 140 396  140 396 (keine weitere Lok bekannt)
18 verkehrsrot (vr), ohne Logos 139 315   spätere Regelausführung
19 verkehrsrot (vr), Railion 140 450 140 450 (Einzelstück)
20 verkehrsrot (vr), mit einfachem DB-Logo 140 502 139 140 177
043, 394, 401, 502, 808
Front-Logo      
21 grün, DB-Logo 140 003   ab 1985 alle noch vorhandenen Loks
22 grün, negatives DB-Logo 140 009 140 009, 020, 283, 672, 790, 793, 801, 802, 824
23 grün, DB-Logo, rot 140 007 140 007, 039, 083, 090, 175, 396, 749,
793 /nur seitl.), 809 (nur seitl.)
24 ob, DB-Logo, rot 139 314 139 140 283, 314
300, 305, 485?, 807
25 grün, DBAG-Logo 140 128 139
140
165
ab 4/94, alle noch vorhandenen grünen Loks, u.a.:
Führerstands-Kennzeichnung      
26 grün, halbhoch oberhalb Rahmen 140 231 140 231 (keine weitere Lok bekannt)
27 grün, tiefsitzend oberhalb Rahmen 140 107 139
140
137
Regelausführung bei Anstricherneuerung ab ...
28 grün, tiefsitzend auf Rahmen 140 014 139
140
561
014, 027, 030, 057, 065, 090, 160, 203, 218, 241,
261, 294, 381, 396, 460, 678, 848, 869
Lokkasten: Zug- u. Stoßvorrichtung      
29 Verschleißpufferbohle (VP), vorgesetzt,
ohne Ak-Vorbereitung
E40 463 140 176, 234'', 274 - 281, 294 - 307, 410, 411, 434,
435, 450 - 455, 463 - 465
30 VP, vorgesetzt, mit Ak-Vorbereitung 140 303 140 176, 299, 303, 306, 411, 435, 454, 455, 463, 465
31 VP, vorgesetzt, mit Ak-Durchf., Versuch 140 184 140 184, 362
32 Vorbereitung Einbau automatische Kupplung 140 008    
33 AK 67 140 362 140 362 (Einzelstück)
34 AK 69 140 777 140 776, 777, 793
35 Rangierkupplung 140 097 140 097, 573
36 Rechteckpuffer 140 852   ab 1997 alle noch vorhandenen Loks
Dachausrüstung / Stromabnehmer      
37 DBS 54 mit Wanischwippe B12 OSD 140 402 140 402, 512
38 DBS 54 mit Wanischwippe WB15 140 043 140 038, 043, 067, 159, 289
39 SBS 65 140 838 140 692, 829, 836, 838
40 DSA 200 140 837 139
140
172, 177, 250, 255, 260, 287, 309, 310
634, 671, 672, 683, 692, 752,
759, 760, 761, 763, 765, 766, 767, 768, 771, 773,
774, 779, 780, 782, 783, 784, 785, 792, 797, 798,
800, 808, 809, 814, 820, 821, 823 - 832, 835, 836,
837, 843 - 858, 864, 866, 867 - 871,873, 874, 876
41 Schiebefunk-Antenne 140 023 140 023, 025
42 Zugbahnfunk-Antenne 140 083 140 ab ca. 1971 alle noch vorhandenen Loks
Lokkasten: Dachrinne      
43 grün, ohne Dachrinne, ohne Gummileiste 140 172    
44 grün, Dachrinne nur seitlich 140 476 140 121, 173, 247, 261, 399, 476, 496, 511, 528, 536,
537, 650
45 grün, ohne Dachrinne, mit Gummileiste 140 540    
46 ozeanblau/beige (ob), mit grauem Dach 140 492 140 492 (Einzelstück)
47 ob, Dachrinne seitlich 140 162 140 162 (Einzelstück)
Lokkasten: Spitzenlicht      
48 große Dachleuchte 140 108    

49

Doppellampen bei 139.0/40.0, nur vorn 140 046 139
140
133, 137, 172
001, 003, 008, 010, 013, 016, 018, 020, 033, 035,
039, 046, 048, 055, 061, 063, 072, 105, 115, 123,
124, 129, 138, 144, 146, 158, 162
50 Doppellampen bei 139.0/40.0, nur hinten 140 005 139
140
136
003, 005, 025, 044, 052, 054, 066, 081, 082, 085,
090, 091, 097, 099, 106, 103, 121, 130, 139, 160
51 Doppellampen bei 139.0/40.0, beidseitig 140 034 139

140
122, 131, 132, 133, 135, 136, 137, 139, 145, 157,
172. 177, 213
003, 006, 007, 009, 011, 012, 017, 018, 019, 020,
021, 024, 027, 028, 029, 031, 032, 034, 037, 042,
043, 045, 047, 052, 053, 057, 058, 060, 062, 064,
065, 067, 069, 070, 071, 073, 074, 075, 077, 079,
080, 082, 083, 084, 088, 091, 095, 096, 097, 099,
102, 105, 106, 107, 108, 109, 111, 114, 115, 116,
117, 119, 120, 122, 139, 147, 148, 149, 150, 151,
155, 159
52 Fernlicht 140 120 139
140
552, 553, 555, 556, 557, 559
119, 120, 203, 258, 291, 317, 324, 330, 333, 335,
500 -519, 651, 676, 710, 742
Griffstangen und Sprechverbindung      
53 Packwagensteckdose 140 849    
54 Griffstange und UIC-Steckdose/-Auftritt 140 439    
55 grün, ohne Griffstange, mit Dachrinne 140 121 139
140
316
033, 121, 291, 303, 365, 511, 515, 564, 646, 672
56 ohne Griffstange, mit UIC-Steckdose/-Auftritt 140 012    
57 ozeanblau/beige mit Griffstange 140 118 139
140
309, 313, 314
037, 091, 092, 093, 094, 118, 162, 168, 188, 196,
210, 214, 217, 232, 233, 234, 267, 281, 289, 290,
301, 318, 322, 326, 327, 328, 329, 330, 332, 333,
334, 336, 337, 341, 342, 347, 357, 358, 360, 362,
363, 364, 393, 395, 406, 408, 409, 413, 416, 417,
419, 424, 455, 457, 463, 467, 468, 586, 654, 666
58 orientrot mit Griffstange 140 360 140 360 (Einzelstück)
59 verkehrsrot mit Griffstange 140 232 140 232 (Einzelstück)
60 geschraubte Handläufe an den Einstiegen 140 144   bis ca. 140 400 geschweißt
sonstige Änderungen im Frontbereich      
61 grün, weiße Fensterrahmen a. Kunststoff 140 369 140 024, 033, 034, 079, 083, 119, 121, 130, 172, 221,
230, 243, 245, 274, 284, 294, 369, 387, 389, 399,
445, 487, 590, 650, 669, 672, 686, 692, 704, 706,
747, 756, 757, 769, 793, 796, 797, 805, 806, 825,
830, 834, 850 - 857, 859 - 879
62 Fensterrahmen, Gummi / Kunststoff 140 706 140 706, 855, 859, 862
63 ohne ZEV-Kabel (2x Steckdose) 139 166    
64 konventionelle Mehrfachsteuerung 139 131 139
140
131, 135, 136, 137, 309 - 316
195, 196, 362, 706, 757 - 879
65 konventionelle Doppeltraktionssteuerung 140 241 140 240, 241
Lokkasten: Lüftungsgitter      
66 DDL bei 139,0/140.0 ab Werk E40 129 E40 129 - 137
67 DDL mit Rand 140 655 140 399 (s.a. Buch E40, b70), 655
68 Bauart Klatte, schmaler Rand 140 294 140 020, 039, 075, 294, 757 - 879
69 Bauart Klatte, Normalausführung 140 001    
70 Bauart Klatte mittel-lang 140 446 140 446 (Einzelstück)
71 Klatte und Klatte-v, gemischt   140 781, 796
Lokkasten: Maschinenraumfenster      
72 gummigefasstes Festfenster, nicht zu öffnen 140 268    
73 Bauart Klatte 140 857    
Drehgestelle      
74 Flexicoilfeder-Drehgestell 140 664 140 663, 664
75 große Schienenräumer 140 687 139

140
131 - 137, 163 - 166, 177, 214, 260, 309 - 316.
552 - 563
285, 387, 392, 400, 435, 448, 455, 483, 529, 532,
533, 538, 539, 540, 541, 612, 628, 641, 654, 673,
687, 706, 758, 769, 775, 808, 820, 821, 822, 823,
824, 825, 827, 829, 831, 834, 835. 837, 838, 839,
840, 841, 842, 843, 844, 846, 847, 848, 850, 852,
854, 855, 856, 857, 858, 859. 860, 861, 863, 864,
869, 872, 876
76 Ausrüstung mit Linienzugbeeinflussung 140 681 140 594 - 627, 629 - 632, 634 - 638, 640 - 659, 663,
664, 665, 667, 668, 670 - 683, 685, 686, 689,
692, 693, 699, 700, 702, 705, 707, 708, 709, 710,
713, 714, 715, 717, 718, 719, 721, 722, 725 - 730,
733, 735, 737, 740 - 748, 753, 755, 756, 760, 761,
762 - 766, 768, 770 - 775, 778, 779, 782, 783,
785, 786, 789, 790, 791, 792, 797, 799, 801, 864

Nicht als eigenständiges Merkmal berücksichtigt, aber nicht unerwähnt bleiben sollen

  • Aufkleber mit den Logos der Hersteller anstelle der ursprünglichen Fabrikschilder
  • diverse, manchmal nur kurzzeitig angebrachte kleine Werbefolien (IVA 65, 150 Jahre dt.Eisenbahn, etc.)

Aber auch so erhebt diese Aufstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Korrekturen und Ergänzungen sind jederzeit willkommen und werden zu gegebener Zeit eingepflegt.

Für die Bildbeispiele wurden jeweils Loks im ältesten Farbschema ausgewählt, in dem das angesprochene Bauart-Merkmal zu beobachten war. Vielfach war dieses Merkmal dann auch bei Loks der späteren Farbschemata zu finden.

Wer nach der Durchsicht dieser Seite noch nicht genug Varianten der Baureihe 140 gesehen hat, dem bietet sich die Möglichkeit, auf der Basis von vier (m.E. wesentlichen) Merkmalen die ganze Bandbreite aller daraus entstandenen Varianten zu ergründen. Dazu habe ich in einer weiteren Übersicht sämtliche bekannten und bildlich belegbaren Kombinationen der Merkmale Bauform, Farbgebung, Lüftungsgitter und Seitenfenster zusammengestellt und mit Bildern hinterlegt. Insgesamt kommt diese Seite damit auf 165 Bilder von insgesamt 147 Lok in 163 Ausführungs-Varianten.

Ergänzend zu dieser Seite siehe auch:

Lieferzustand E40 / 140
Lieferzustand E40 / 140

01

140.0 - erste Bauform, gekennzeichnet durch:

  • Stirnlampen mit integriertem Rotlicht und großer Dachleuchte
  • Lüftungsgitter Bauart Schweiger (Lamellen)
  • Maschinenraumfenster zum Öffnen
  • Farbgebung: Aufbau: bis Bauj. 1959 flaschengrün, später chromdioxidgrün,
    Rahmen u. Drehgestelle: tiefschwarz, Dach: silbern, Stromabnehmer: rot
  • weißer Zierstreifen zw. Rahmen und Aufbau

Aufnahme: E40 155, bei Ablieferung im Werk Krupp, Essen, Frühj. 1959
Werkfoto Krupp, Sammlung U. Budde

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02

140.1 - zweite Bauform (Haupt-Lieferserien), gekennzeichnet durch:

  • Doppellampen m. getrennten Leuchten f. Fahr- u. Schlusslicht, kleine Dachleuchte
  • Doppel-Düsen-Lüftungsgitter (DDL)
  • Maschinenraumfenster zum Öffnen
  • Farbgebung: wie E40.0

Aufnahme: E40 504 (HEid), Rbf Hamburg-Wilhelmsburg 25.04.68.
Lieferzustand

Kommentare

03

140.1 - zweite Bauform (letzte Lieferserien 140.1), gekennzeichnet durch:

  • Entfall der Blechregenrinne
  • keine Gummileiste über den Frontfenstern
  • Pufferbohle für AK-Umrüstung vorbereitet, jedoch ohne Zughakenpatrone
  • aufgemalte Loknummer, neue Nummer ab 140 711
  • sonst wie E40.1, 1.Bauform

Aufnahme: E40 710 (KDfd), Bw Gremberg, 01.05.69.
Lieferzustand, höchste Betriebsnummer nach altem Nummernschema.

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04

140.7 - weiterentwickelte Bauart, gekennzeichnet durch:

  • Verschleißpufferbohle mit AK-Vorbereitung
  • Vielfachsteuerung für Doppeltraktion und Wendezugbetrieb
  • Lüftungsgitter Bauart Klatte, 1. Bauform
  • Maschinenraumfenster zum Öffnen
  • Farbgebung: wie E40.1

Aufnahme: 140 817-8 (NüH), vor P4574, Nürnberg-Dutzendteich, 11.08.72.
Lieferzustand

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05

140 N - Neubau nach Unfall, gekennzeichnet durch:

  • Lokkasten wie 140.7
  • zum Teil Ausrüstung mit Mehrfachtraktions- und Wendezugsteuerung
  • sonst wie 140.7

Der Wiederaufbau der unfallbeschädigten Loks wurde buchhalterisch als Reparatur geführt, war jedoch faktisch weitgehend ein Neubau unter Verwendung weniger altbrauchbarer Komponenten oder Tauschteile.

Aufnahme: 140 577-8 (Obh), Oberhausen-Osterfeld, 07.03.87.

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Lieferzustand E40.11 / 139
Lieferzustand E40.11 / 139

06

139.0 - wie 140 erste Bauform, jedoch mit Widerstandsbremse, erkennbar an den Lüftungsöffnungen im großen Dachaufbau (beidseitig).

  • Lieferung zunächst ohne E-Bremse als E40 131 - 137
  • Ausrüstung mit E-Bremse in 3/60, Umzeichnung in E40 1131 - 1137 am 14.06.61
  • Alle Loks ab Werk mit Doppel-Düsen-Lüftungsgittern (DDL)

Aufnahme Karl-Friedrich Seitz: E40 1136 (Off), Freiburg, 26.07.66.

Da die E-Bremse nachgerüstet wurde, kann man hier korrekterweise nur von einem "Anfangszustand" reden.

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07

139.1 - wie 140 zweite Bauform, jedoch mit Widerstandsbremse, erkennbar an den Lüftungsöffnungen im großen Dachaufbau (beidseitig).

  • E40 163 - 166 wurden zunächst ohne E-Bremse geliefert
  • Ausrüstung mit E-Bremse in 3/60, Umzeichnung in E40 1163 - 1166 am 14.06.61
  • alle weiteren Loks ab Werk mit E-Bremse

Aufnahme: E40 1312 (HgE), Bw Hagen-Eckesey, 27.12.67.
Lieferzustand bis auf aufgemalte Nummer.

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08

Die aus 110.1 umgebauten Loks entsprachen exakt den 139.0.
Hintergrund und Beschreibung dieses Umbaus siehe Bauartunterschiede Baureihe 112
Nummernliste siehe obenstehende Übersicht.

Aufnahme: 139 145 (MüH, ex 110 145), Bw Nürnberg Rbf. 02.05.94.

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09

Die aus 110.2 umgebauten Loks entsprachen exakt den 139.1.
Hintergrund und Beschreibung dieses Umbaus siehe Bauartunterschiede Baureihe 112
Nummernliste siehe obenstehende Übersicht.

Aufnahme: 139 260 (MüH, ex 110 260), Koblenz Hbf, 03.08.95.

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Farbgebung und Beschriftung
Farbgebung und Beschriftung

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Bei den zuerst gelieferten Loks (in zeitlicher Reihenfolge, nicht nach Betriebsnummern!) waren die seitlichen Schilder bei Ablieferung noch so angeordnet, wie bei den E10.0 Prototypen: Die Fabrikschildern mittig auf dem Lokrahmen, alle anderen an der Seitenwand. Außerdem besaßen diese Loks statt des später verwendeten DB-Logos Guss-Schilder mit dem Schriftzug "Deutsche Bundesbahn".
Darüber hinaus hatten (mindestens) E40 001 (mit regulärer Schilder-Anordnung), 005 und 072 bei Ablieferung keinen Zierstreifen zwischen Rahmen und Aufbau.

Aufnahme, Foto DB: E40 005 (Off) bei einer Abnahmefahrt im Frühj. 1957.

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11

Vermutlich eine "Eigen-Kreation" der Werkstatt ihres Heimat-Bws waren die grünen Lüftungsgitter der Nürnberger 140 153.

Aufnahme: 140 153-8 (NüH) mit D402 bei Hochstadt (Main), 18.09.76.

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12

Eine Kuriosität bei der Einführung der neuen Nummern war die Verwendung einer speziellen Schrifttype mit spitzen Ziffern, die vornehmlich bei Loks des Bw Dortmund Bbf zu beobachten war.

Aufnahme: 140 011-4 (DoB), Bw Hamm G, 15.04.71.

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13

Ab Anfang 1976 galt für auch die Loks der BR 139/140 das neue DB Farbkonzept. Landläufig "türkis/beige" genannt, sah es folgende Farbaufteilung vor: Unterer Teil des Kastens: ozeanblau (RAL5020); oberer Teil bis einschließlich Dachkante: elfenbein (RAL1014); Dach: grau. Drehgestelle: graubraun. Bei der Umlackierung wurde generell die Regenrinne entfernt, während Griffstange und Trittrost an der Front zunächst erhalten blieben. Bei den 140.0 wurden zudem die ursprünglichen Lamellengitter, soweit noch vorhanden, durch Klatte-LG ersetzt. Ausnahmen siehe unten.

Aufnahme: 140 644-6 (KDfd), AW Opladen, 30.06.78.

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14

Nur 11 Jahre nach ozeanblau/beige war mit einem neuen Vorstandsvorsitzenden auch das nächste Farbschema fällig: Ab Mitte 1987 galt für alle Neulackierungen: orientroter Lokkasten mit weißem (lichtgrauen) Lätzchen. In den meisten Fällen wurden bei dieser Gelegenheit auch neue Lüftungsgitter der Bauart Klatte montiert, die anfangs unlackiert, d.h. aluminiumfarben, waren.

Aufnahme: 140 790-7 (DoB), Gelsenkirchen, 24.02.91.

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Da die aluminiumfarbenen Lüftungsgitter nach kurzer Zeit verschmutzten und einen ungepflegten Eindruck erweckten, ging die DB dazu über, die Gitter in einem dunklen Grau-braun ("Dreckfarbe" / RAL 8019) zu lackieren, demselben Farbton, der auch für Drehgestelle verwendet wurde. Auch die Lücken zwischen den Lüftungsgittern und ein schmaler Bereich um diese herum waren in der gleichen Farbe lackiert, so dass der Eindruck eines durchgehenden Lüfterbandes entstand.

Aufnahme: 140 029-0 (MüH), Bw München Hbf, 09-03-89.

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16

Auch orientrot hielt nur 11 Jahre. Mit der "neuen Bahn" kam das nächste und für die BR 139/140 letzte Farbkonzept, angewendet ab Mitte 1998: Lokkasten verkehrsrot, Rahmen und Stromabnehmer grau, Drehgestelle schwarz.
Die Zugehörigkeit zum Geschäftsbereich für den Güterverkehr machte ein großer Schriftzug "DB-Cargo" auf der Seitenwand deutlich.

Aufnahme: 140 544-8 (Gbg), Neuss-Weißenberg, 23.03.06.

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Normalerweise war die Loknummer an den Frontseiten im verkehrsroten Bereich unterhalb des Warnbalkens angebracht. Zumindest in einem Fall aber auch etwas tiefer im grauen Bereich.

Aufnahme Christian Stolze: 140 396-3 (See), Rbf Seelze, 23.01.05.

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18

Die anstehende Umfirmierung der Güterverkehrssparte des DB-Konzerns und die damit verbundene Unsicherheit, wie man zukünftig in der Öffentlichkeit auftreten sollte, führten dazu, dass etwa ab dem Jahr 2000 seitlich keine Eigentumsmerkmale mehr angebracht wurden.

Aufnahme: 139 315-6 (NüR), Gremberger Wäldchen, 23.09.05.

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19

Nur eine einzige 140 erhielt das nur kurzlebige Unternehmens-Signet "DB-Railion"

Aufnahme: 140 450-8 (See), Burghaun, 27.06.03.

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20

Im Jahr 2000 wurde auf die Nennung des Unternehmensbereichs ganz verzichtet, und alle Fahrzeuge Konzern-einheitlich mit dem DBAG-Logo versehen. Eine Änderung der vorhandenen Beschriftungen erfolgte jedoch nur bei Revisionen, so dass sich am Ende ihrer Einsatzzeit nur wenige 139/140 mit einem einfachen DBAG-Logo an der Seiten-wand präsentierten.

Aufnahme: 140 502-6 (See), Kamp-Bornhofen, 04.05.06.

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Front-Logo
Front-Logo

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Zunächst nur sehr vereinzelt, wurden ab Ende 1985 vermehrt auch die 140 mit einem DB-Logo auf den Stirnseiten versehen. Zusammen mit der neu gestalteten Front (ohne Regenrinne, mit UIC-Steckdose und UIC-Griff/-Auftritt, sowie Lackierung bis über die Dachkante) machten die Loks so einen durchaus zeitgemäßen, modernen Eindruck.

Aufnahme: 140 003-5 (MüH), München, Donnersberger Brücke, 29.04.87.

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Durchaus nicht einmalig war die Verwendung eines Negativ Logos (nur bei grünen 140). Meist war das negative bzw. inverse Logo nur an den Seiten oder an der Front zu finden; es gab aber auch komplett so bestückte Maschinen.

Aufnahme: 140 009-2 (MüH) mit Leerzug für IC580 "Riemenschneider", München Hbf, 24.09.85.

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23

Ab Anfang der 90er Jahre wurde das DB-Logo im Sinne des "corporate identity" Gedankens in rot ausgeführt. Viele Fahrzeuge in dieser Ausführung gab es allerdings nicht, da bereits im April 1994 das heutige DBAG-Logo verbindlich wurde.

Aufnahme Werner Brutzer: 140 007-8 (MüH), Geislinger Steige, 27.02.92.

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Nicht schlecht machte sich das rote DB-Logo an den ozeanblau/beigen Loks. Auch bei dieser Farbgebung war es aber aus den genannten Gründen nur selten zu finden. Die Regel war vielmehr ein DB-Logo in ozeanblau.

Aufnahme Horst Schuhmacher: 139 314-9 (Man), Hinterzarten, 28.07.91.

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25

Ab dem 01.04.94 wurde für die zur Deutschen Bahn AG vereinigten ehemaligen Staatsbahnen DB und DR das neue DBAG-Logo verbindlich. In einer Blitzaktion wurden binnen kürzester Frist alle Loks mit dem neuen Logo versehen. Da es zu diesem Zeitpunkt noch zahlreiche grüne 139/140 gab, war die Kombination "grüne Lok mit rotem DBAG-Magerkeks" recht häufig anzutreffen.

Aufnahme: 140 128-0 (KDfd), Bw Gremberg, 12.07.96.

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Führerstands-Kennzeichnung
Führerstands-Kennzeichnung

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Im Lieferzustand waren die Ziffern 1 und 2 für die Führerstands-Kennzeichnung stets seitlich der Einstiegstüren in Höhe Tür-Oberkante angegeben. Für das Personal war es aber zur Auffindung des richtigen Führerstands günstiger, wenn die Nummer tiefer angebracht wurde, wie das mit den nachfolgenden Farbschemata auch umgesetzt wurde. Auch bei den grünen Loks "rutschten" die Ziffern im Rahmen von Nach- oder Neulackierungen nach unten. Allerdings ist nur ein Fall bekannt, wo die Ziffern auf halber Höhe neben den Türen aufgemalt waren.

Aufnahme Peter Wittmann: 140 231-2 (KDfd), Bw Bebra, 21.07.90.

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27

Ab Anfang der 80er Jahre wurden die Führerstands-Kennziffern auch bei grünen Loks konsequent knapp oberhalb des Rahmens seitlich der Tür im grünen Bereich platziert.
Davon war eine Vielzahl von Loks betroffen, so dass eine Angabe der einzelnen Nummern zu weit führen würde.

Aufnahme: 110 468-6 (KDfd) neben 140 107-4 (NüH), Bw Würzburg, 18.07.82.

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28

Zu guter Letzt wurden die Führerstands-Kennziffern noch tiefer angeordnet und zwar im schwarzen Bereich des Rahmens, direkt in Höhe der Tür-Unterkante. In dieser Version waren allerdings nicht mehr viele grüne 139/140 unterwegs.

Aufnahme: 140 014-2 (MüH), München Hbf, 17.09.85.

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Lokkasten - Zug- und Stoßvorrichtung
Lokkasten - Zug- und Stoßvorrichtung

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Im Rahmen eines Großversuchs ließ die DB 35 Loks ab Werk mit einer vorgesetzten Verschleißpufferbohle ausrüsten. Nicht mitgezählt sind dabei die beiden 140 mit vorgesetzter "AK-Pufferbohle" in Sonderbauart (siehe Punkt 31) und die erst später hinzugekommene 140 234" (Zweitbesetzung), die mit dem Kasten der 140 302 auch deren Verschleißpufferbohle übernahm.

Aufnahme: E40 463 (HgE), Bw Wuppertal-Vohwinkel, 19.10.67.

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30

Von den mit vorgesetzter Verschleißpufferbohle ausrüsteten Loks erhielten später noch mindestens 10 Loks eine Pufferbohle mit AK-Vorbereitung. Ob dieses im Zuge der Vorbereitung auf späteren den AK-Einbau geschah, oder als Ersatz für beschädigte Pufferbohlen, ist nicht bekannt.

Aufnahme: 140 303-9 (F-1), Frankfurt(M) Hbf, 10.03.92.

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31

Ebenfalls nicht restlos geklärt ist die Bauart der vorgesetzten Pufferbohle bei den Loks 140 184 und 362. Letztere war die erste Lok mit automatischer Kupplung (s. Punkt 33), die so weit hervorstand, dass die Puffer etwas nach vorne verlegt werden mussten. Die Bauart der Pufferbohle und ihre Befestigung am Lokkasten ist eindeutig eine andere, wie bei der unter Pkt. 29 beschriebenen Verschleißpufferbohle. Warum neben der AK-Versuchs-Lok 140 362 auch die 184 so ausgestattet wurde, und ob das möglicherweise erst nachträglich geschah, bleibt rätselhaft.

Aufnahme Horst Schuhmacher: 140 184-3 (Man), Heilbronn, 19.05.89.

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