Mit HS unterwegs - Die Eisenbahn in Hattingen (Ruhr)
Zusammenfassung der Beiträge zum Thema Hattingen

Durch den Klick auf einen bestimmten Teilbeitrag in der folgenden Auflistung gelangt man ohne Scrollen direkt dorthin:

Mit HS unterwegs: Hattingen - Wuppertal, die Strecke vor der Haustür
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 19.01.2014

Ich denke, es ist an der Zeit, mal wieder mit HS auf Fototour zu gehen. Dabei will ich aber gar nicht weit in die Ferne schweifen, sondern erst einmal dort bleiben, wo alles begann: In Hattingen (Ruhr), wo HS nach dem Krieg aufwuchs und wo sich schon in jungen Jahren seine Begeisterung für die große Eisenbahn entwickelte.

Hattingen, das ist den jüngeren Eisenbahnfreunden wohl nur noch als Endpunkt der S-Bahn Linie S3 im VRR bekannt. Dabei war hier früher eisenbahnmäßig eine Menge los. Die Henrichshütte, das große Stahlwerk mit zeitweise bis zu 10.000 Beschäftigten, sorgte für ein beträchtliches Verkehrsaufkommen sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr. Die heute noch aktive Firma Reuschling hatte als Reparaturberieb für Privat- und Werkbahnlokomotiven überregionale Bedeutung. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die auf halbem Weg nach Bochum-Dahlhausen gelegene Zeche "Dahlhauser Tiefbau". Und nicht zu vergessen: Neben der Versorgung der diversen Industriebetriebe hatte die Bahn in den 50er und 60er Jahren noch eine wichtige Funktion in der Bedienung der Fläche. So gelangte man von Hattingen aus in Richtung Westen über Bochum-Dahlhausen nach Essen-Kupferdreh und Essen Hbf, zur anderen Seite ging's über Blankenstein und Oberwengern nach Hagen (Westf.). Und in Richtung Süden gab es eine Bahnverbindung nach Wuppertal. Zur Abwicklung all der sich daraus ergebenden Verkehrsaufgaben gab es in Hattingen einen stattlichen Personenbahnhof mit vier Bahnsteiggleisen, einen großen Rangierbahnhof und sogar ein Bahnbetriebswerk mit 16-ständigem Lokschuppen, das allerdings bereits 1949 stillgelegt wurde.


Im heutigen Beitrag wollen wir uns, sozusagen zum Aufwärmen, mit der Nebenstrecke von Hattingen über Sprockhövel nach Wuppertal-Wichlinghausen befassen, die heute schon lange stillgelegt und vielfach in Vergessenheit geraten ist. Diese Strecke ist auch für mich mit Jugenderinnerungen verbunden, bin ich doch genau am anderen Ende, in Wuppertal, aufgewachsen. Den Mittagszug aus Hattingen habe ich auf dem Schulweg oft gesehen, zuerst als letzte VT36.5 Leistung der DB, später als letzte Leistung der Vohwinkler 78 - nur zum Fotografieren war ich leider noch zu jung. Auch bei HS gehören die Bilder aus diesem Beitrag z.T. zu den ältesten in seiner Sammlung - da nimmt man kleinere fotografische Mängel gerne in Kauf.

Bild 01 01
Leider kein VT36.5, sondern "nur" ein relativ neuer VT95 macht den Anfang.
VT95 9475 wurde am 21.05.54 fabrikneu dem Bw Wuppertal Steinbeck zugeteilt. Gut zwei Jahre später, im Sept. 1956, steht er auf der Südseite des Bahnhofs Hattingen zur Fahrt nach Wuppertal bereit. Dem Sonnenstand nach muss es sich um einen der drei Nachmittagszüge handeln, die zwischen 15:30 und 17:00 Uhr die Werktätigen aus den Hattinger Industriebetrieben ins Umland nach Hause brachten.

Bild 02 02
Auf der Wuppertaler Strecke waren aber nicht nur Triebwagen, sondern auch lokbespannte Züge unterwegs. Am 15.10.60 waren es sogar gleich zwei Dampfer, die HS kurz hinter dem Bahnhof Hattingen aufnehmen konnte. 78 139 und 86 873, vom Bw Vohwinkel bzw. Langerfeld, gehen nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof mit Volldampf in die sich direkt anschließende Steigung. Ob dieser Zug, auch wenn man ihn nicht in ganzer Länge sieht, wirklich zwei Lokomotiven benötigte, ist zu bezweifeln. Wahrscheinlich war es nur ein Leervorspann, bei dem ausnahmsweise die vorne laufende 78 die planmäßige Zuglok war. Eine 86 jedenfalls hat HS sonst nie wieder in Hattingen gesehen.
Das tiefer liegende Gleis im Vordergrund ist übrigens das Ausziehgleis für den Ablaufberg (Südberg) im Rbf Hattingen. Und genau hier verlässt heute die 500 m lange "Neubaustrecke" der S-Bahn nach Hattingen Mitte die Trasse der alten Strecke nach Wuppertal.

Bild 03 03
Na ja, auch mit ein wenig Gestrüpp vor der Lok ist das Bild sicher sehenswert. 78 430 (Bw Vohwinkel) passiert am 11.04.59 auf ihrem Weg nach Wuppertal den BÜ Eickener Straße in Hattingen Reschop. Das Signal im Vordergrund ist das Einfahrsignal nach Hattingen. Abteilwagen waren zwar damals noch allgegenwärtig im Nahverkehr der DB, aber aus heutiger Sicht wirken sie doch schon recht antiquiert.

Bild 04 04
Nur drei Tage später und ein paar Meter weiter (die Schranken des BÜs vom letzten Bild sind im Hintergrund noch schwach zu erkennen) entstand am 14.04.59 das Bild der Vohwinkler 50 074, am Haken eine ähnliche, herrlich anzusehende Wagengarnitur wie oben die 78.
Ach, nur eine 50er, eine Allerwelts-Lok, wird HS sich gedacht haben. Und auch eine 50 mit Schürze war damals nicht wirklich etwas Besonderes. Weitere Bauartmerkmale: Die Lok ist bereits mit einem ÜK-Kessel ausgerüstet und besitzt noch einen weiten Schornstein ohne Aufsatz.

Bild 05 05
Im Südwesten des Hattinger Stadtgebiets überquerte die Strecke auf einem kleinen, dreibogigen Viadukt die Nierenhofer Straße, über die bis 12.53 die Straßenbahn nach Wuppertal Elberfeld verkehrte (Linie 7). Unmittelbar davor sehen wir, ebenfalls am 14.04.59, die 78 139 (WtV) mit einer inzwischen schon gewohnten Wagengarnitur aus Abteilwagen mit einem Zug nach Wuppertal-Wichlinghausen (und Oberbarmen?). Während es damals noch recht ländlich an dieser Stelle aussah, liegt hier heute beidseits der ehemaligen Strecke dicht bebautes Industriegebiet.

Bild 06 06
Noch ein wenig weiter in Richtung Hattingen Stadtwald und von der Außenkurvenseite fotografiert: 57 3465 vom Bw Bochum-Dahlhausen mit einem Güterzug nach Sprockhövel/Wuppertal. Das freie Feld hinter der Lok ist heute dicht mit Wohnhäusern bebaut. Hattingen, Sommer 1956.

Bild 07 07
Direkt hinter dem Haltepunkt Hattingen-Stadtwald tauchte die Strecke mit dem 195m kurzen Schulenbergtunnel unter einem kleinen Höhenzug hindurch. Aus dem Südportal dieses Tunnels heraus dampft hier die Vohwinkler 50 2358; wieder eine 50er mit Schürze, diese sogar noch mit Zentralverschluss und ohne drittes Spitzenlicht. Die Inschrift über dem Tunnelportal weist darauf hin, dass der Tunnel 1883 fertiggestellt wurde. Die gesamte Strecke wurde laut Wikipedia am 20. Mai 1884 in Betrieb genommen. Aufnahme Oktober 1956.

Bild 08 08
Der heutige Bilderbogen endet, wie er begonnen hat: mit einem "Knötterich", einem Schienenbus der Baureihe VT95.9. Die Betriebsnummer ist zwar nicht bekannt, aber die Dachfenster weisen darauf hin, dass wir es hier mit einem Triebwagen aus der ersten Bauserie zu tun haben, von der das Bw Wuppertal-Steinbeck die Fahrzeuge VT95 9163 - 9167 im Bestand hatte.
Die Aufnahme entstand im Sommer 1956 und ist im beachtlichen Fotobestand von HS insofern etwas Besonderes, als es für ihn das erste (brauchbare) Bild eines Eisenbahnfahrzeugs markiert.
Hinzuweisen ist noch auf den in den beiden letzten Bildern deutlich zu erkennenden Stuhlschienenoberbau. Bei diesem wird die Schiene zwischen den beidseitigen Schienenstühlen nur mit einem Holzklotz verkeilt. Möglicherweise hat man diese altertümliche Bauart im Tunnel verwendet, um im Bedarfsfall die Schienen schnell austauschen zu können.

Damit möchte ich unseren heutigen Ausflug mit HS beenden. Ich denke, auch ohne "die ganz großen Knaller" bei den gezeigten Fahrzeugen dürfte die Faszination dieser wirklich historischen Aufnahmen vermittelt worden sein. Herbert und ich freuen uns schon auf weiterführende Ergänzungen und "sachdienliche Hinweise". Und sicher besteht Interesse, die kleine Serie mit weiteren Bildern von der mittleren Ruhrtalbahn und dem Bw Dahlhausen fortzusetzen.


Einen schönen Tag noch,
Ulrich B.

Mit HS unterwegs - Die Ruhrtalbahn in Hattingen
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 02.02.2014

Im ersten Teil unserer kleinen Serie über die Eisenbahn in Hattingen haben wir uns mit der Strecke

befasst.

Bevor es jetzt mit der Ruhrtalbahn weitergeht, möchte ich noch ein weiteres, erst jetzt richtig zugeodnetes Bild von der Wuppertaler Strecke nachschieben.

Bild 09 09
Es zeigt die Dahlhauser 50 2461 als Lz genau an der Stelle, wo auf Bild 5 im letzten Beitrag die 78 139 mit ihrem Abteilwagenzug abgelichtet wurde. Nun ist eine 50 nicht gerade etwas Besonderes, aber mit Schürze und noch dazu mit einfacher Entlüftungshutze auf dem Führerstandsdach doch immer wieder schön anzusehen. Hattingen, 14.04.59.


Im heutigen Teil wollen wir uns nun der mittleren Ruhrtalbahn widmen, also der durch Hattingen führenden Hauptstrecke von Hagen über Vorhalle, Oberwengern, Herbede, Blankenstein, Hattingen, Dahlhausen und Steele nach Essen Hbf. Wegen der Menge der verfügbaren Aufnahmen bleiben wir jedoch erst einmal innerhalb der Gemeindegrenzen von Hattingen.

Los geht's am östlichen Standrand am Haltepunkt Henrichshütte, der ganz im Norden des Werksgeländes lag.

Bild 10 10
Die Uhr zeigt fünf vor sechs, als der Abendzug nach Hagen mit 38 3978 (E-H) an der Spitze hier einen kurzen Halt einlegt. Einige Fahrgäste sind ausgestiegen, andere warten im Eingangsbereich auf den Gegenzug.
Trotz, oder vielleicht gerade wegen des totalen Gegenlichts, strahlt diese Aufnahme eine unglaubliche Atmosphäre aus. DB Epoche IIIa pur! Die Aufnahme entstand irgendwann im Spätsommer 1956.

Bild 11 11
Mit einem Zug aus Hagen und weiter nach Essen ist die Eckeseyer 38 2978 am 14.04.59 unterwegs. Noch läuft der Verkehr über die alte Strecke entlang des ursprünglichen Verlaufs der Ruhr im Bereich der Henrichshütte, deren Anlagen links hinter den Bäumen zu erkennen sind.

Ein Rätsel ist mir das ganz rechts durch die Bäume sichtbare zweiflügelige Hauptsignal. Eine mögliche Erklärung: Die Strecke ist, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, gar nicht zweigleisig, sondern bereits eingleisig, wie wenig weiter am Hp Henrichshütte ja auch. Daneben verläuft das Anschlussgleis zur Henrichshütte. Die Einfahrt aus diesem Anschlussgleis heraus in den Bahnhof Hattingen könnte mit Hp2 signalisiert worden sein, wobei das Signal aus Platzgründen auf der falschen Seite, also links vom Gleis stand. Nur müsste dann eigentlich eine Schachbrett-Tafel (Ne4) zwischen den Gleisen stehen, die ich aber nirgenwo entdecken kann. Wer weiß da Genaueres?

Bild 12 12
Ende der 50er Jahre benötigte die Henrichshütte zusätzliches Gelände für den Bau einer neuen Sinteranlage. Dafür wurde der vor dem Werkgelände liegende Ruhrbogen begradigt und auch die Eisenbahnstrecke nach Hagen in diesem Bereich verlegt - heute noch gut auf google maps nachvollziehbar. Am Tag der Betriebsaufnahme der "Neubaustrecke" am 18.03.61 stand HS genau an der Stelle kurz vor dem Bahnhof Hattingen, wo die neue Strecke in die alte eingefädelt wurde. Fotografiert wurde der nachmittägliche Personenzug nach Essen, der samstags und sonntags mit einer 50 des Bw Vorhalle bespannt war, in diesem Fall 50 1393.

Bild 13 13
Denselben Zug hatte er auch schon einmal am 15.01.61 in der östlichen Bahnhofseinfahrt von Hattingen aufgenommen. Zuglok des P3922 war an diesem Tag 50 207, ebenfalls vom Bw Vorhalle. Hinter dem Stellwerk "Ot" (= Hattingen Ostturm) ist sehr schön der Lokschuppen des Bw Hattingen zu erkennen. Als eigenständige Dienststelle wurde das Bw bereits 1949 aufgelöst; die Drehscheibe jedoch war noch bis 1962 in Betrieb - daher wohl auch der gute Zustand der Anlagen.

Bild 14 14
50 207 (HgV) war eine Maschine mit Turbospeisepumpe - davon musste beim Halt in Hattingen natürlich auch ein Lokporträt angefertigt werden. Selbst auf dem schwarz/weiß Bild ist der total verdreckte Zustand der Lok nicht zu übersehen. Ruft man sich den Zustand der Hagener 57.10 in Erinnerung, dann kam ein Wasserreißen bei Hagener Loks wohl häufiger vor, und war wohl nicht nur ein Problem der 03.10.

50 207 behielt ihre Turbospeisepumpe bis zum Schluss (Kla Z:18.06.74, +:18.09.74); ich selbst konnte genau diese Lok noch 1973 als Dillinger Maschine in Bouzonville/F fotografieren - siehe hier.

Bild 15 15
Ein Jahr später war die Bespannung des Nachmittagszugs nach Essen auf Schnellzugloks des Bw Hagen Eckesey übergegangen - zweifellos eine Füll-Leistung im Umlaufplan. Am 26.05.62 hatte 01 034 (HgE) das "Vergnügen", diesen zu befördern - sicher ein Kinderspiel für Lok und Personal.

Die originale Bildvorlage ist übrigens ein stark überbelichtetes Dia, dessen Farben selbst mit dem heutigen Zauberkasten der elektronischen Bildbearbeitung nicht wiederbelebt werden konnten. Aber die Konvertierung in Graustufen macht daraus letztlich doch ein recht ausgeglichenes schwarz/weiß Bild, das den Ansprüchen für eine Präsentation im Internet allemal genügt.

Bild 16 16
Die übliche Baureihe vor den Zügen zwischen Hagen und Essen (und retour) war die gute alte P8. Dass aber ausgerechnet eine Langerfelder Maschine auf der mittleren Ruhrtalbahn Dienst macht, finde ich schon bemerkenswert. Oder gehörte 38 3076 am 17.11.62 vielleicht leihweise zum Bw Eckesey?

Bild 17 17
Meine Güte, was gab es 1959 noch für Wagengarnituren! 38 3265 vom Bw Wanne-Eickel verlässt am 12.04.59 den Bahnhof Hattingen mit einem Personenzug in Richtung Essen.

Bild 18 18
Nur wenige Meter vorher wurde am 17.09.61 die Essener 78 444 aufgenommen; am Haken einen "hochmodernen" Zug aus Dreiachs-Umbauwagen.

Bild 19 19
Na, mit "Donnerbüchsen" sieht das ja gleich schon wieder viel älter aus. Die Garnituren mit drei Bi-Wagen waren typisch für den Pendelverkehr zwischen Essen und Hattingen, der zeitweise auch mit Triebwagen bedient wurde.
78 244 vom Bw Essen Hbf ist soeben über die Ruhrbrücke gerumpelt und am Stellwerk "Hbt" (Hauptbefehlsturm, alte Bezeichnung für Fahrdienstleiterstellwerk) im Westkopf des Bahnhofs Hattingen vorbei gerollt; 17.11.62.

Bild 20 20
Mit diesem Bild sind wir auf der anderen Seite der Ruhr im Ortsteil Hattingen Winz angelangt. Am 14.04.59 erwischte der Fotograf dort die Wanne-Eickeler 38 2518 beim Verlassen der Ruhrbrücke. Das wiederholte Auftreten einer P8 vom Bw Wanne lässt den Schluss zu, dass Einsätze auf der mittleren Ruhrtalbahn durchaus planmäßig waren.

Dieselbe Lok kam HS rund zwei Jahre später noch einmal in Lübeck vor die Linse. Das Bild haben wir früher schon gezeigt - siehe Mit HS unterwegs - Nachschlag mit 24er u.a., Bild 3.

Bild 21 21
Hinter der Ruhrbrücke macht die Strecke einen 90 Grad Bogen nach Norden, um dann weiter durch die Ruhrauen nach Bochum Dahlhausen weiterzuführen. In dieser Kurve befindet sich die Vohwinkler 78 159 mit ihrem Zug von Wuppertal über Sprockhövel und Hattingen nach Essen. Auch wenn von den Wagen nicht viel zu sehen ist - den Dächern nach zu urteilen dürfte es sich um eine ähnliche Garnitur handeln, wie auf den Bildern 3 bis 5 im ersten Beitrag zu sehen. Hattingen Winz, 14.04.59.

Bild 22 22
Ein Stück weiter in der Kurve folgt nun eine echte fotografische Rarität, denn Bilder von Altbau-ETA sind hier im HiFo ja nicht sooo oft zu sehen. Damals verkehrten die alten Wittfeld-ETA noch planmäßig u.a. auf der Strecke von Hattingen über Bochum Dahlhausen, Altendorf(Ruhr), Essen Kupferdreh und Essen Werden nach Kettwig, wo die Triebwagen in einer Außenstelle des Bw Essen Hbf auch beheimatet waren.
Um einen Zug in dieser Relation dürfte es sich bei dem ETA177 003 handeln, den HS im Nov. 56 in Hattingen Winz aufnahm. Wir haben es hier übrigens mit einem modernisierten Triebwagen zu tun, der 1950 aus dem ETA180 013 entstand.

Bild 23 23
Soll man dieses Bild überhaupt zeigen, habe ich mich gefragt? Aber ja, eine 50er mit großen Ohren und Turbospeisepumpe - da muss man die Bewegungsunschärfe der Lok einfach mal in Kauf nehmen! 50 2527 dürfte damals zum Bw Vorhalle gehört haben und ist hier mit einem Güterzug in Richtung Dahlhausen unterwegs. Dieses Bild ist nun tatsächlich die allererste Aufnahme, die HS von einem Eisenbahnfahrzeug gemacht hat, und zwar an einem nicht genau datierten Tag im Frühjahr 1956.

Bild 24 24
Schon fast am Ausgang der Kurve in Hattingen Winz stand das Einfahrsignal Hattingen für die Züge aus Dahlhausen. 78 232 (E-H) fährt am 11.04.59 allerdings in die andere Richtung.
Direkt hinter dem Signal entstanden die beiden zuvor gezeigten Bilder 23 und 22, und auf der Brücke im Hintergrund stand HS bei Bild 21.

Bild 25 25
Dieselbe Stelle mit Blick in die Gegenrichtung: Einfahrt frei für 50 2676 (HgV) mit einem Personenzug nach Hagen; Hattingen Winz, 11.04.59.

Damit mache ich für heute erst einmal Schluss, damit die Bilder in Ruhe "sacken" können. Die herrlichen Wagengarnituren, die Loks, das ganze Umfeld - alles wie aus einer anderen Welt. Was gibt es da nicht alles zu entdecken. DIE Zeit sollte man sich nehmen.

Einen schönen Tag noch,
Ulrich B.

Mit HS unterwegs - Werklokomotiven in Hattingen
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 16.02.2014

In den ersten beiden Folgen unserer kleinen Serie über die Eisenbahn in Hattingen hatten wir uns die Strecke

vorgenommen. In beiden Beiträgen spielte sich das Geschehen allein und ausschließlich bei der DB, der Staatsbahn ab. Nun soll es aber auch Leute geben, die an so "abartigen" Themen wie Privat- und Werkbahnen interessiert sind [Ironiemodus aus].
Herbert Schambach gehört auch dazu!

Dazu wurde ihm in seiner Heimatstadt Hattingen eine Menge geboten: Da war zunächst die ortsansässige und überregional bedeutende "Westfälische Lokfabrik Karl Reuschling", die sich nicht nur mit der Reparatur, Aufarbeitung und Hauptuntersuchung von Dampf- und Diesellokomotiven aller Art beschäftigte, sondern sich auch als Lokhändler betätigte. In diesem Geschäft wurden häufig Lokomotiven in Zahlung genommen, die entweder weiter verkauft wurden, als Leihlokomotiven Verwendung fanden oder letztlich auf dem Schrott landeten. Daneben gab es in Hattingen zwei weitere Unternehmen, die über eigene Werkloks verfügten: Das "Gemeinschaftswerk Hattingen" und die "Zustellgemeinschaft Industriegelände Hattingen/Ruhr". Für reichlich Abwechslung war also gesorgt und HS nahm dieses Angebot dankbar an.

Die folgenden Bilder sind mangels geeigneterer Kriterien chronologisch geordnet. Da ich mich bekannterweise bei dieser Spezies von Fahrzeugen nicht so gut auskenne, liegen den Bildunterschriften in erster Linie die mir von HS übermittelten Angaben zugrunde. Das ist in den meisten Fällen sicher recht vollständig, aber an einigen Stellen bleiben doch Lücken und Fragezeichen offen. Ich hoffe, dass die hier im HiFo vertretenen Experten die notwendigen Ergänzungen und ggfs. auch Korrekturen beisteuern werden. Also, los geht's.

Das erste Bild ist nicht nur eines der ältesten, die HS gemacht hat, sondern für ihn auch mit vielen schönen Erinnerungen verbunden: Als jungen Bub zog es ihn immer wieder zu den nahegelegenen Bahnanlagen am Hattinger Güterbahnhof. Zur großen Eisenbahn der DB wurde noch respektvoll Abstand gehalten, aber bei den kleinen Rangiergeschäften am Rande des Areals war er oft mitten drin. Hier wuselten die Werkloks der umliegenden Betriebe hin und her, insbesondere der kleine B-Kuppler der Zustellgemeinschaft. Schnell wurde das Lokpersonal auf den Jungen aufmerksam, der ihnen so oft bei der Arbeit zusah. Man kam ins Gespräch und es dauerte nicht lange, bis klein Herbert auch einmal auf den Führerstand klettern, dann eine kurze Strecke mitfahren und schließlich sogar - unter Aufsicht natürlich - den Regler bedienen durfte. Mit der Zeit entwickelte sich eine regelrechte Freundschaft, die dazu führte, dass der jugendliche HS in den Schulferien ganze Tage bzw. Schichten auf der Lok verbrachte und dabei immer wieder auch selber die Lok fahren konnte. Das war natürlich DAS GRÖSSTE für einen Jungen in der damaligen, ansonsten ja eher freudlosen unmittelbaren Nachkriegszeit. Davon erzählt HS heute noch gern und Erlebnisse wie dieses waren sicher nicht ganz "schuldlos" an seiner lebenslangen Begeisterung für die Eisenbahn im Allgemeinen und Dampfloks im Speziellen.

Bild 26 26
Und das war sie: "Herbert seine Lok"! Ein Henschel Zweikuppler vom Typ Riebeck, Fabr.Nr. 6878 von 1907 (auf dem vollaufgelösten Scan sogar lesbar!), bei der Zustellgemeinschaft Industriegelände Hattingen/Ruhr eingestellt als Lok 1, wie an der Rauchkammer zu lesen.
Für den jungen Mann, mit dem sie inzwischen seit Jahren bestens bekannt sind, stellen sich Lokführer Fritz S. und Rangierer Karl M. im Sommer 1956 gerne für ein Foto in Positur.

Bild 27 27
Die älteste Lok dieses Beitrags sehen wir hier als Betr.Nr. 20 der Westfälischen Lokfabrik Karl Reuschling im Werksanschuss zum Rbf Hattingen am 04.11.57. Die B-n2t von Hohenzollern, Fabr.Nr. 622/1891, Typ Bismarck, war zuvor bei der Harpener Bergbau AG als "HARPEN V" im Einsatz.

Bild 28 28
Gegenüber den bisher aufgetretenen Zweikupplern war der Dreikuppler der Gemeinschaftswerke Hattingen direkt "was Großes". Am Wasserkasten, der im vorderen Teil etwas mitgenommen erscheint, prangt ein schönes Gussschild mit der Aufschrift GEMEINSCHAFTSWERK Nr.1, darunter befindet sich das Fabrikschild von Henschel (19248/22). Diese Maschine vom Typ Bismarck - man beachte die Duplizität der Typenbezeichnung im Vergleich zum letzten Bild - wurde fabrikneu an das Gemeinschaftswerk Hattingen geliefert und ist heute noch als betriebsfähige Museumslok bei den EF Hasetal in Haselünne im Einsatz. Aufnahme am 18.04.59.

Bild 29 29
Jetzt sind wir wieder bei der Zustellgemeinschaft Industriegelände Hattingen/Ruhr: Drei Jahre nach Bild 26 ist das Personal immer noch dasselbe, aber es gibt eine neue Lok: Wieder ein B-Kuppler, aber jetzt von Humboldt (Fabr.Nr. 602/08), der übrigens in der Merte-Liste nicht enthalten ist. Eine Loknummer ist zumindest äußerlich nicht erkennbar, aber das ist auch nicht nötig, da die Zustellgemeinschaft nie mehr als eine Lok gleichzeitig im Einsatz hatte. Diese herrliche Aufnahme entstand am 18.04.59.

Nach vier Aufnahmen von Betriebsloks zeigen die folgenden Bilder erst mal nur noch Schrottloks oder kalt abgestellte Maschinen. Solche Bilder mag ich ja eigentlich gar nicht, aber der Variantenreichtum der verschiedenen Bauarten und Baustile ist so beeindruckend, dass ich auf eine Präsentation nicht verzichten möchte. Ich denke, da sind viele Loks darunter, die wir hier im HiFo noch nie zu sehen bekommen haben.

Bild 30 30
Unverkennbar ein direkter Verwandter der preußischen T7 ist dieser Dreikuppler, der am 05.08.61 am Rande des Hattinger Rangierbahnhofs auf seine allerletzte Fahrt zur Zerlegung wartet. Abgesehen von den fehlenden Stangen befindet sich der alte Preuße noch in einem recht guten Zustand. Ob die herrlichen alten Lampen wohl auch mit auf den Schrott gegangen sind? Ich fürchte ja ;-((
Letzter Einsatzort war die Zeche "König Ludwig" in Recklinghausen, wo die T7 (Hanomag 4157/04) als KÖNIG LUDWIG VII geführt wurde.

Bild 31 31
Eine Lok in Staatsbahn-Bauart wurde natürlich von allen Seiten porträtiert, so dass wir hier auch eine Ansicht von hinten zeigen können. Auch hinten ist die T7 noch voll mit Lampen bestückt - wenn ich doch nur eine der vier besäße ...

Bild 32 32
Auf den Schrottgleisen der WLH am Rande des Hattinger Rangierbahnhofs stand am 20.01.62 diese C1'-n2t (Hanomag 8683/22), die zuletzt bei der Zeche "König Ludwig" als KÖNIG LUGWIG VIII eingesetzt wurde. Gebaut wurde diese Maschine als Dreikuppler ohne Nachlaufachse, der in den 30er Jahren nach Plänen von Jung in den hier zu sehenden Zustand umgebaut wurde. Die erhoffte Verbesserung der Fahreigenschaften wurde damit allerdings nicht erzielt, wenn man der Literatur glauben darf.

Bild 33 33
Das Verbindungsrohr zwischen den beiden Domen und die Bauform des Führerhauses deuten darauf hin, dass wir es hier mit einer Maschine badischer Bauart zu tun haben. Und tatsächlich, bei der Lok 2 des Eisenwerks Mülheim Meiderich handelt es sich um die ehemalige Xb 790 der badischen Staatsbahn, die als 92 230 bei der DR eingereiht war und noch vor 1939 an die Industrie verkauft wurde. Baudaten: MBG Karlsruhe 1774/09. Durch zahlreiche Umbauten, insbesondere durch größere Wasserkästen, ist das Äußere gegenüber der Ursprungsversion stark verändert. Zu den Umbauten zählte allerdings nicht der Schlot, der hier auf der Schrottlok schlicht fehlt. Hattingen, 15.04.63.

Um die lange Bilderstrecke abgestellter Loks ein wenig freundlicher zu gestalten, kommt jetzt zur Abwechslung mal ein wenig Farbe ins Spiel. Und zwar bei einer Lokomotive mit interessanter Vergangenheit.

Bild 34 34
Lok 15 der Hafenbahn Dortmund, die HS am 28.06.63 in Hattingen antraf, war zuvor bei der Vorortbahn Wilhelmshaven als Lok 14 im Einsatz. Vor dem Einsatz in Dortmund erfolgte ein bemerkenswerter Umbau bei der Fa. Jung, bei dem aus der ursprünglichen 1'C1'-h2t Maschine eine 1'D-h2t wurde. Jung war auch der Hersteller der Lok, die 1940 unter der Fabr.Nr. 9388 an die Marinebahn Wilhelmshaven geliefert wurde.

Bild 35 35
Auch wenn diese Lok so kräftig und modern aussieht, war ihr doch nur ein kurzes Leben beschieden:
Lok 6 der Stahlwerke Bochum wurde erst zehn Jahre zuvor bei Henschel gebaut (25231/53) und besaß sogar eine Ölfeuerung. Das hat ihr aber alles nicht genutzt, denn am 28.06.63 ist sie in Hattingen bereits in einen Schrottlokzug eingestellt, mit dem sie am nächsten Tag ihre allerletzte Fahrt zum Schrottverwerter antreten wird.

Das "kleine Gemüse" war HS an diesem Tag nur ein schwarz/weiß Bild wert.

Bild 36 36
Dieser kleine B-Kuppler von Hanomag, Fabr.Nr. 8903, wurde 1919 an Phönix Düsseldorf geliefert. Möglicherweise gelangte er von dort an das Nachfolgeunternehmen Phoenix-Rheinrohr AG. Sicher ist nur die Betriebsnr. 5 am Führerhaus, Hattingen, 28.06.63.

Bild 37 37
Bei dieser Lok hat sich HS die Baudaten Hohenzollern 2185/07 notiert. Wenn das so ist, dann haben wir eine Werklok des Typs Meiderich vor uns, die einst an das Düsseldorfer Röhren- & Eisenwalzwerk ging - Nachfolger ebenfalls die Phoenix-Rheinrohr AG. Das Gussschild mit der Betriebsnr. 2 am Führerhaus entspricht genau dem der Lok auf dem vorhergehenden Bild. Zufall, oder stehen hier zwei Schrottloks desselben Unternehmens hintereinander? Hattingen, 28.06.63.

Bild 38 38
Und noch eine weitere Maschine, die keine zehn Jahre Dienstzeit erreicht hat: Lok 7 der Stahlwerke Bochum, ein C-Kuppler von Krauss-Maffei (17905/53). Auch eine Ölfeuerung konnte sie nicht vor einem vorzeitigen Ende bewahren, als Anfang der 60er Jahre der Traktionswandel bei den Werkbahnen zur Abstellung zahlreicher, und zum Teil auch ganz moderner Dampfer führte - ein Modernisierungsrausch ohne Rücksicht auf Verluste. Hattingen, 01.08.63.

Bild 39 39
Auf das beträchtliche Dienstalter von 40 Jahren kommt dagegen dieser kleine Henschel-Dreikuppler, dessen Anblick auch mich für das Thema Werkloks erwärmen könnte. Das mag daran liegen, dass ich hier so manche Ähnlichkeit mit der sächs. VIk, DR 99.64, entdecke. Aber wie dem auch sei, Die Werklok mit der Betr.Nr. 48 der Westfälischen Lokfabrik Hattingen ist natürlich nur dreiachsig und dafür normalspurig. Herstellerangaben: Henschel 12194/13. Die Maschine war zuvor bei der Dortmund-Hörder-Hütten-Union als UNION XIX im Einsatz.
Aufnahme auf dem Werkshof bei Reuschling am 16.11.63 anlässlich eines Besuchs, bei dem auch die folgenden vier Bilder entstanden.

Bild 40 40
Direkt hinter der WLH 48 stand eine weitere WLH-Lok mit der Betr.Nr. 54. Obwohl die Jung-Lok, Fabr.Nr. 9397/42, nur halb so alt ist, wie das knuffige Maschinchen im Bild zuvor, wirkt sie (auf mich) doch um vieles älter. Hattingen, Fa. Reuschling, 16.11.63.

Bild 41 41
Wie schon WLH 20 aus Bild 27 stammt auch die Lok Betr.Nr. 44 der WLH noch aus dem aus heutiger Sicht vorletzten Jahrhundert. Die B-n2t, Hohenzollern 1195/99, Typ "Schlägel für Hüttenwerke", ist zwar kalt und ohne Stangen abgestellt, macht aber ansonsten einen betriebsfähigen Eindruck. Vorbesitzer war die Zeche Dahlhauser Tiefbau, wo die Lok als FRIEDRICH FUNKE bis 1961 im Einsatz war.
Und wie alle anderen WLH-Loks in diesem Beitrag gehörte sie zu dem Bestand von Leihlokomotiven der Firma Reuschling, die Kunden zur Verfügung gestellt wurden, wenn deren Loks zur Reparatur oder Hauptuntersuchung in Hattingen waren.

Bild 42 42
Und noch ein weiterer Dreikuppler aus dem Leihlokpark der WLH: Betr.Nr. 39, C-n2t, Hohenzollern 1733/04, Typ Crefeld. Vorbesitzer war die Zeche "Prinz Regent" in Bochum Weitmar. Hattingen, Fa. Reuschling, 16.11.63.

Bild 43 43
Keine Leihlok war dagegen Lok 3 der Zeche Sachsen in Hamm Heesen, die nach der Übernahme durch die Ruhrkohle AG zum 1.1.70 in D785 umgezeichnet wurde. 1963 stand offensichtlich eine größere Reparatur oder Hauptuntersuchung an, die bei Reuschling in Hattingen vorgenommen wurde. Die Daten zur Lok: D-n2t, Henschel 25729/49, Typ D600.

Damit beenden wir den fotografisch äußerst ergiebigen Besuch bei der Westfälischen Lokfabrik Karl Reuschling am 16.11.63.
Es ist vielleicht noch erwähnenswert, dass diese Maschine zu einer beachtlichen Serie von 15 baugleichen Loks mit fortlaufenden Fabriknummern gehört, die alle an unterschiedliche Kunden gingen.

Bild 44 44
Im Werksanschluss der Firma Gottwald sichtete HS am 20.03.69 diesen typischen Vertreter Krauss'schen Lokbaus: Die B-n2t (Krauss-Maffei 15819/40) wurde ursprünglich an die MAN in Nürnberg geliefert und gelangte später zur Leo Gottwald KG, wo sie im Werk Hattingen als Werklok diente.

Bild 45 45
Nach so vielen kalten und/oder schrottreifen Loks zum Abschluss noch einmal eine "lebende" Dampfmaschine. Die Werklok des Gemeinschaftswerks hatten wir bereits in Bild 28 kennengelernt. Aber 10 Jahre später hat sich ihr Aussehen doch etwas verändert. Bessere Arbeitsbedingungen für die Rangierer schafft natürlich das Geländer über der vorderen Pufferbohle; aber der Mercedes-Stern auf der Rauchkammer ist auch nicht schlecht. Das Personal war wohl stolz auf seine Maschine. Die schöne Beschilderung mit GEMEINSCHAFTSWERK Nr.1 ist aber nach wie vor vorhanden. Hattingen, 20.03.69.

Ein echtes Gemeinschaftswerk, um an das letzte Bild anzuknüpfen, ist auch dieser Beitrag geworden. Das Thema Werklokomotve liegt ja nun mal, wie schon erwähnt, etwas außerhalb meines persönlichen Tellerrands. Also hat es HS übernommen, mich mit den notwendigen Daten und Informationen zu den gezeigten Maschinen zu versorgen. Eine große Hilfe und unerschöpfliche Quelle waren dabei das Buch unseres lieben HiFo-Kollegen Joachim Leitsch über die "Bergbaudampflokomotiven in Nordrhein-Westfalen" - DAS Standardwerk zum Thema schlechthin - und die phänomenale Fabriknummernliste von Jens Merte. Trotz aller Bemühungen gibt es aber sicher noch Einiges an den Angaben zu den einzelnen Lokomotiven zu ergänzen oder auch zu korrigieren. Wer also noch etwas weiß - nur zu, wir freuen uns über jede zusätzliche Information.

Einen schönen Tag noch,
Herbert S. und Ulrich B.

Mit HS unterwegs -
Durch die Ruhrauen von Hattingen nach Dahlhausen
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 23.02.2014

Im den bisherigen Folgen unserer kleinen Serie über die Eisenbahn in Hattingen hatten wir folgende Themen behandelt:

Nachdem im letzten Beitrag ausschließlich Werklokomotiven unterschiedlichster Couleur im Mittelpunkt standen, widmen wir jetzt wieder ganz den Lokomotiven und Zügen der Deutschen Bundesbahn in den späten 50er und frühen 60er Jahren.

Wir machen, geografisch gesehen, dort weiter, wo wir am Ende des zweiten Beitrags aufgehört haben: Nämlich am westlichen Rand des Hattinger Stadtgebiets im Ortsteil Winz. Von dort aus geht es dann durch die Ruhrauen, vorbei an der Zeche Dahlhauser Tiefbau bis zum Bahnhof Bochum Dahlhausen, den wohl die meisten von uns kennen, wenn auch aus einer ganz anderen, neueren Zeit.

Bild 46 46
Kurz hinter der großen Kurve in Hattingen Winz verläuft die Strecke zunächst noch auf einem Damm, auf dem am 18.04.59. die Essener 38 3513 mit einem Personenzug nach Essen abgelichtet wurde. Und schon wieder so eine göttliche Wagengarnitur ...

Bild 47 47
Nur ein wenig weiter nördlich und am gleichen Tag gab's kurz darauf diesen Nachschuss auf 44 668 vom Bw Hagen Vorhalle, die als Lz nach Hattingen unterwegs war.

Bild 48 48
Dank einer zufällig am Vorabend erhaltenen Information ließ sich HS eine kreative Maßnahme einfallen, um am 29.06.63 noch vor der Arbeit diesen sehenswerten Lokzug aufnehmen zu können. Aufgabe von 50 1955 (BoD) war es, den gesammelten Schrott aus Hattingen zum Endverwerter zu bringen, möglicherweise einem in Essen Steele ansässigen Schrotthändler. In langsamer Fahrt rumpelt der Zug hier durch die Ruhrauen zwischen Hattingen und Bochum Dahlhausen.

Bild 48a 48a
Von den Schrottloks, die 50 1955 am Haken hatte, kennen wir ja bereits einige aus dem letzten Beitrag. Hier noch einmal ein Bildausschnitt und die Auflistung der bekannten Fahrzeuge:

  • 1. Schrottlok: Eisenwerk Mülheim Meiderich, Lok 2 (Bild 33)
  • 2. Schrottlok: Hafenbahn Dortmund, Lok 15 (Bild 34)
  • 3. Schrottlok: Stahlwerke Bochum, Lok 6 (Bild 35)
  • 4. Schrottlok: ??
  • 5. Schrottlok: Phönix Rheinrohr, Lok 5 (Bild 36)
  • 6. Schrottlok: Phönix Rheinrohr, Lok 2 (Bild 37)
  • 7. Schrottlok: ??
  • 8. Schrottlok: ??
Wer traut sich zu, etwas zur Identifizierung der unbekannten Maschinen beizutragen?

Bild 49 49
Zurück zum regulären Zugbetrieb. Bei Kilometer 47,4 kommt uns am 18.04.59 ein klassischer Personenzug der frühen Epoche III entgegen. An der Spitze eine P8 mit Wannentender, 38 3015 vom Bw Eckesey, und dahinter eine wieder einmal atemberaubende Mischung aus zwei- und dreiachsigen Personenwagen unterschiedlichster Bauart. Als heutige Betrachter kommen wir darüber ins Schwärmen - aber ob die Reisenden nach Hagen das damals ebenso empfunden haben?

Bild 50 50
Genau an derselben Stelle entstand unmittelbar darauf das Bild der 50 783 (BoD) mit einer Übergabe nach Hattingen. Auf den ersten Blick eine "stinknormale" 50er, wären da nicht die bis vorne reichenden seitlichen Umlaufbleche (= Stufe 1 bei Entfernung der Schürze) und die Zwei-Licht-Spitzenbeleuchtung. Mit abgebautem Zentralverschluss und DB-Logo am Führerhaus ist die Lok aber ansonsten schon voll in der Bundesbahnzeit angekommen.

Bild 51 51
Vor der Brikettfabrik der Zeche Dahlhauser Tiefbau dampft die Dahlhauser 50 757 mit einem kurzen Güterzug gen Hattingen. Die Aufnahmeposition direkt am Bahndamm zeigt leider nur sehr wenig von den Zechenanlagen, wo zum Aufnahmezeitpunkt im Dez. 1957 noch voller Betrieb herrschte. Die Kohleförderung dauerte noch bis Sept. 65, abgerissen wurden die oberirdischen Anlagen jedoch erst 1972.

Bild 52 52
An gleicher Stelle am gleichen Tag im Dez. 57: 50 2770 und eine weitere Schürzen-50 im Doppel vor einem sicher bedeutend schwereren Kokszug zur Henrichshütte.

Bild 53 53
Am Neujahrstag 1963 stand HS an der nördlichen Werksausfahrt der Zeche Dahlhauser Tiefbau, an der gerade die Essener 78 248 als Lz in Richtung Heimat-Bw vorbei dampft. Von hier aus hatte man einen schönen Blick die Ruhr hinauf fast bis nach Hattingen.
Bemerkenswert finde ich zum einen, dass nicht nur an der Strecke, sondern auch am Werksanschluss ein Einfahrsignal für den Bahnhof Bochum Dahlhausen aufgestellt ist. Und zweitens vermitteln das geschlossene Werkstor und das zugeschneite Gleis nicht den Eindruck von heftiger Betriebsamkeit, auch wenn gerade Feiertag ist. Erste Anzeichen des Niedergangs?

Bild 54 54
Genau diese Lok, 78 248 vom Bw Essen Hbf, hatte erst kurz vorher einen der typischen, aus drei Donnerbüchsen gebildeten Pendelzüge Essen - Hattingen nach Hattingen gebracht. Die Aufnahme entstand wenige hundert Meter weiter nördlich der letzten Fotostelle an der bekannten Schwimmbrücke über die Ruhr zwischen Essen Burgaltendorf und Bochum Dahlhausen. Das Gleis im Vordergrund ist der Anschluss zur Zeche. Und hinter dem Zug, größtenteils durch den Dampf verdeckt, ist bei genauer Betrachtung das Dach des Dahlhauser Stellwerks "Ot" (Ostturm) auszumachen, das heute längst abgerissen ist.

Bild 55 55
Die nächste Aufnahme vom 01.01.63 zeigt die Essener Kastentender-P8 38 3882 mit einem Personenzug nach Hagen. Der Blick von der Schwimmbrücke auf Stützmauer und Strecke ist wohl vielen von uns bestens bekannt und auch heute noch möglich. 1963 gab es natürlich noch keine Fahrleitung, dafür aber flussseitig eine Telegrafenleitung, von der ein vorwitziger Mast, ach wie gemein, im letzten Moment vor die Lok springen musste ...;-))

Bild 56 56
Schnee im Revier - das war auch schon damals eine Seltenheit, die man ausnutzen musste. Und so gibt's noch eine weitere Aufnahme vom Neujahrstag, dem 01.01.63. Direkt am Bahnhof Bochum Dahlhausen hatte sich HS abschließend postiert, um 78 440 vom Bw Essen Hbf auf den Film zu bannen, die mit ihrem Zug aus modernen Dreiachs-Umbauwagen den Bahnhof in Richtung Hattingen verlässt.

Bild 57 57
Von den Bahnsteigen des Bahnhofs Bochum Dahlhausen aus ließ sich sehr gut der Ablaufbetrieb am Ostberg des Dahlhauser Rangierbahnhofs beobachten. Irgendwann im Jahr 1956 ist hier eine nicht identifizierbare Lok der Baureihe 94.5 tätig (nach den Bauartmerkmalen spricht einiges für 94 1070). Von den gerade abrollenden offenen Güterwagen ist mir der kleine Halbbordwagen eine besondere Erwähnung wert.

Bild 58 58
Zur Abwechslung mal ein Bild ganz ohne Lok und "nur" mit zeitgemäßen Güterwagen, welches sehr schön den Abdrückbetrieb am Ostberg des Rangierbahnhofs Dahlhausen zeigt. Der ganz rechts im Bild sichtbare Wagen mit Wechselbehältern "Von Haus zu Haus" dürfte zum Aufnahmezeitpunkt 08.56 eine hochmoderne Bauart gewesen sein.

Bild 59 59
Die Lok, die die Wagen vom letzten Bild über den Berg geschoben hatte, war 94 744 vom Bw Bochum Dahlhausen. Jetzt heißt es: Zurücksetzen, neuen Zug holen, und wieder abdrücken. Rbf Bochum Dahlhausen, 08.56.

Bild 60 60
Dreieinhalb Jahre später, am 13.01.62, entstand ein weiteres Bild einer T16.1 am Ostberg. Vor dem Stellwerk Dab (= Dahlhausen Berg?) präsentiert sich die Dahlhauser 94 1713 während einer kurzen Rangierpause.

Damit soll es für heute genug sein. Im letzten Teil werfen dann noch einmal einen Blick in das Bw Bochum Dahlhausen zu einer Zeit, als hier noch kein Eisenbahnmuseum zu Hause war, sondern ein ganz normales, kleines Ruhrgebiets-Bw.

Schönen Tag noch,
Ulrich B.

Mit HS unterwegs - Das Bw Bochum Dahlhausen
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 02.03.2014

In der letzten Folge unserer kleinen Serie über die Eisenbahn in Hattingen und um Hattingen herum begeben wir uns mit HS in das Bw Bochum Dahlhausen. Doch zunächst noch einmal wie üblich die Links zu den vorangegangenen Teilen:

Als eines der größten und bedeutendsten Eisenbahnmuseen in Deutschland dürfte das ehemalige Bw Bochum Dahlhausen den meisten Eisenbahnfreunden wohlbekannt sein, und viele werden auch schon selber dort gewesen sein. Da wird sich der eine oder andere sicher auch gefragt haben: Wie sah das hier wohl aus zu der Zeit, als Dahlhausen noch ein ganz normales, eher kleines Bahnbetriebswerk der DB war? Die Bilder dieses Beitrags geben darauf eine erste Antwort. Wer sich umfassend informieren will, dem sei das Buch von Harald Vogelsang, "Das Bw Bochum Dahlhausen und die Eisenbahn im mittleren Ruhrtal", EK-Verlag, Freiburg 1988, wärmstens empfohlen.

Vom Wohnort Hattingen aus gesehen war Dahlhausen für HS das nächstgelegene Bahnbetriebswerk, sieht man einmal vom längst stillgelegten und zuletzt dem Bw Dahlhausen zugeordneten Bw vor Ort ab. Dahlhausen war gewissermaßen sein Heimat-Bw. Und so war es naheliegend, das HS immer wieder Aufnahmen dort gemacht hat, gerade in seiner Anfangszeit als Eisenbahnfotograf. Trotzdem ist die Anzahl der Aufnahmen überschaubar. Zum einen deshalb, weil man damals noch sparsam mit dem teuren Filmmaterial umgehen musste. Zum anderen aber auch, weil Dahlhausen als reines Güterzuglok-Bw ja so "laaangweilig" war, nur 50 und 57.10, dazu ein paar 94.5 für den Rangierdienst und ab und zu einzelne 44 und 78 als Wendeloks. Und für die großen, eleganten Schnellzugdampfer brauchte man ja nur wenig weiter zu fahren - schon in Essen Hbf gab's massenhaft davon zu sehen - siehe Galerie "Essen Hbf" auf meiner Seite.

Wir beginnen mit der ältesten Aufnahme, die HS im Bw Dahlhausen gemacht hat.

Bild 61 61
Im Frühsommer 1956 gab es noch zahlreiche 50er mit großen Windleitblechen. Dazu gehörte auch 50 376 (Bw ?), die sich noch weitgehend im Lieferzustand befindet. Dahinter dampft die Dahlhauser 57 3008 zum Dienst. Für ein ganz, ganz frühes Anfängerfoto ist das Bild doch gar nicht so schlecht gelungen, auch wenn das künstlerische Bemühen unverkennbar ist, möglichst viele Masten, Pfähle und Sträucher in den Bildvordergrund zu nehmen. ;-))

Bild 62 62
Bei einem Blick in den Lokschuppen sehen wir gleich drei - mit dem Puffer im Vordergrund vielleicht sogar vier - preußische G10 friedlich in der Runde vor sich hin schmauchend. Vorne die 57 3010, eine ehemalige Dahlhauser Lok, die nach meinen Unterlagen am 7.4.54 an das Bw Hagen Gbf abgegeben wurde. Aber was macht sie dann am 17.02.57 im Lokschuppen des Bw Dahlhausen? Ob Hagener 57.10 noch 1957 im Zugdienst nach Hattingen kamen, darf bezweifelt werden. Also Sonderleistung? Leihlok, oder erneute Stationierung in Dahlhausen?

Bild 63 63
Full House in Dahlhaus(en). 50 757, 94 744, 57 3104 und 94 1579 vor 94 1070? (alle BoD) bevölkern am 17.02.57 die Gleise vor dem Lokschuppen - ein repräsentativer Querschnitt dessen, was das Bw Dahlhausen damals zu bieten hatte.
Wie war das doch alles noch so schön frei an der Drehscheibe. Und keine Fuzzies, die einem ständig ins Bild laufen ...

Bild 64 64
Als klassische ÜK-Lok mit diversen Vereinfachungs-Merkmalen präsentiert sich 50 2704 (BoD) am 17.02.57.

Bild 65 65
Zu den letzten in Dahlhausen noch eingesetzten G10 gehörte 57 3466, die erst am 18.11.58 z-gestellt wurde. Als HS sie im Sommer 1957 aufs Celluloid bannen konnte, hatte sie also noch gut ein Jahr Betriebsdienst vor sich.

Bild 66 66
Die beiden haben dagegen fertig (frei nach Giovanni Trapattoni). Auch wenn 57 3212 (BoD) erst genau einen Monat nach der Aufnahme vom 18.11.58 z-gestellt wurde, bis zum Z-Stellungsdatum 18.12.58 wird sie nicht wieder in Fahrt gekommen sein. Wenn es sich bei der G10 dahinter tatsächlich um 57 3010 handelt, wie von HS notiert, dann ist dies als Indiz dafür zu werten, dass diese Lok nach einem kurzen Gastspiel beim Bw Hagen Gbf wieder zum Bw Dahlhausen zurückkehrte (siehe Bild 62).

Bild 67 67
Für das umfangreiche Rangiergeschäft im heimischen Rangierbahnhof und den umliegenden Bahnhöfen hatte das Bw Dahlhausen stets einige 94.5 im Bestand. Dazu gehörte am 07.06.59 die 94 744, eine T16.1 mit Blumenkasten (besser erkennbar auf Bild 59 im letzten Beitrag) und Rangierfunk.

Bild 68 68
Gut eineinhalb Jahre später, am 18.02.61, steht 94 744 vor vier weiteren Schwestern bereits kalt auf dem Rand. Die Loks dahinter: 94 1579, 1070, 1713 und 837. Die genauen Z-Stellungsdaten sind nicht bekannt, aber zumindest 94 837 hatte noch eine längere Dienstzeit vor sich (siehe übernächstes Bild).

Bild 69 69
Bei einer Vorbeifahrt entstand am 26.02.61 aus dem fahrenden Zug heraus diese Farbaufnahme von etlichen Loks der Baureihe 50 im Bw Dahlhausen. Vorne die 50 1955 (BoD), die durch ihren ungewöhnlich guten Zustand auffällt. Die 50er dahinter ist leider nicht identifizierbar.

Bild 70 70
Ein wunderschönes Lokporträt der Dahlhauser 94 837 gelang HS am 27.07.63 im Bereich der kleinen Lokbekohlung.
Und wenn sich denn einmal wieder eine T16.1 ins Eisenbahnmuseum nach Dahlhausen verirren würde, dann ließe eine solche Aufnahme auch heute noch, mehr als 40 Jahre später, fast genauso machen.

Bild 71 71
Ob Vohwinkler 78 im Jahr 1963 planmäßig zum Restaurieren oder Vorräte-Ergänzen nach Dahlhausen kamen, ist mir nicht bekannt. Zum Drehen mussten sie jedenfalls nicht extra hierhin, da die Loks ja vorwärts wie rückwärts gleich schnell eingesetzt werden konnten. Wie dem auch sei, am 27.07.63 bot sich jedenfalls die Gelegenheit, eine schöne Aufnahme von 78 027 (WtV) auf der Drehscheibe im Bw Dahlhausen anzufertigen.

Bild 72 72
Seit dem 18.12.66 beheimatete das Bw Bochum Dahlhausen keine Dampfloks mehr, nachdem die letzten betriebsfähigen Dampfer zu diesem Termin an das Bw Wanne-Eickel abgegeben werden mussten - als da waren:

  • 38 3479 (Heizlok in Essen)
  • 50 003, 045, 355, 533, 623, 654, 668, 757, 1252, 1442, 1525, 2446, 2861, 2934, 3026 und
  • 94 1359, 1727, 1728.
Aber damit war das Bw natürlich noch längst nicht dampffrei. Am 26.12.66 (2. Weihnachtstag!) steht die Hütte noch voll und bis auf die Lok ganz rechts sind es alles ehemals Dahlhauser Maschinen, die da vorm und im Schuppen stehen. Ganz links 50 003, sowie, nur von hinten zu sehen, 50 045, 2942, 533 und 2371.

Bild 73 73
Der Versuch einer Nachtaufnahme im Schuppen, ohne Blitz und Stativ, mit irgendwo aufgelegter Kamera:
50 2696 (Wan) am 02.12.67.

Bild 74 74
Und wo gerade Experimentieren angesagt war, gleich noch eine Nachtaufnahme. Dieses Mal mit Blitz und im Außenbereich von einem Schürzen-Jumbo, der zehn Jahre später als "heimliche Museumslok" des Bw Gelsenkirchen Bismarck überregionale Bekanntheit erlangen sollte: 44 508 (GBi), ebenfalls am 02.12.67.

Bild 75 75
Und damit sind wir in der Endphase des Dampfbetriebs beim Bw Bochum Dahlhausen angekommen. Nachdem sämtliche Zechen im Einzugsbereich von Dahlhausen stillgelegt waren, reduzierte sich der Güterverkehr weitgehend auf die Züge von und zur Henrichshütte in Hattingen. Hierfür kamen vielfach Bismarcker 44 zum Einsatz, die zum Wenden das Bw Dahlhausen aufsuchen mussten. So zum Beispiel 44 1025 (GBi), aufgenommen in klassischer Bellingrodt-Perspektive mit untenstehenden Stangen am 24.08.68.

Bild 76 76
Gleich nach dem Drehen ging es dann Lz zurück nach Hattingen, um dort den Zug für die Rückleistung zu übernehmen.
44 1025 (GBi), Bw Bochum Dahlhausen, 24.08.68.

Damit sind wir am Ende unserer kleinen Beitragsfolge über die Eisenbahn in und um Hattingen angekommen. Wie man sehen konnte, sind die alten und zum Teil wirklich historischen Aufnahmen auf ein erstaunlich großes Interesse gestoßen. Darüber haben wir, HS und ich, uns sehr gefreut und wir bedanken uns ausdrücklich für die vielen positiven und zum Teil mit hochinteressanten Ergänzungen versehenen Zuschriften.


Einen schönen Tag noch,
Herbert S. und Ulrich B.