Das bevorstehende Freundestreffen in Hohenbudberg brachte es mit sich, mal wieder in meine Fotoliste zu gucken. Und ich kann’s selbst kaum glauben: Es sind jetzt schon 60 Jahre her, dass ich das erste Mal in Hohenbudberg war. Und das sogar zweimal kurz hintereinander am 31.05. und am 02.06.66.

Zur mentalen Vorbereitung auf das erste Hohenbudberg-Treffen im Mai 2017 hatte ich im Rahmen einer dreiteiligen Serie über diesen magischen Ort berichtet. Aber das ist jetzt auch schon wieder fast 10 Jahre her. Zunächst der Link zu dem ersten Teilbeitrag: Wie wär's denn mal wieder mit Hohenbudberg ?.
Aus gegebenem Anlass möchte ich diesen jetzt noch einmal weitgehend unverändert wiederholen.


Hohenbudberg – dorthin führte mich im Frühjahr 1966 eine meiner allerersten Fototouren mit einer "richtigen" Kamera. Das Hauptinteresse galt damals dem zentralen Schrottlok-Sammelplatz der BD Köln, wo nach Angabe der einschlägigen Fan-Presse noch etliche Exoten zu finden wären. Und tatsächlich bekam ich dort zum ersten Mal die Baureihen 24, 56.2, 74, 91.3 und 93.5 vor die Kamera – alles Baureihen, die ich im regulären Einsatz so gerade eben knapp verpasst hatte. Der erste Anlauf erfolgte in den Pfingst-Ferien am 31.05.66.

Nach Anmeldung in der Lokleitung brachte uns ein Lokführer aus der Bereitschaft zu den Schrottlok-Gleisen hinter dem Bw, mitten im Rangierbahnhof in Höhe des Abzweigs Mühlenberg gelegen.

Bild 01 

Gleich am Anfang der langen Reihe von Schrott-Loks stand die Dürener 74 1212, die vorletzte T12 der BD Köln, Z 29.04.65, ausgem. 01.09.65. Daneben die 78 275, die beim Besuch von Karl-Friedrich Seitz am 19.05. (also nur 12 Tage zuvor) noch ein Lokschild auf der Rauchkammertür aufwies.
Diese Aufnahme ist übrigens – wie alle folgenden schwarz/weiß Bilder dieses Tages – im Original ein Farbdia, das allerdings infolge einfachster Kamera und miesen Wetters so schlecht geraten ist, dass ich eine Umwandlung in s/w vorgenommen habe, um das Bild überhaupt zeigen zu können.

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Bild 02 

Das eigentliche "Objekt der Begierde" war natürlich 24 067 ex Bw Rheydt, die letzte 24er der DB, und als Baureihe bestens bekannt aus dem Märklin Katalog.
Nach Abstellung am 02.05.66 erfolgte die offizielle z-Stellung mit Datum vom 22.05.66 und die Ausmusterung am 19.08.66. Zum Zeitpunkt der Aufnahme am 31.05.66 stand die die Maschine formal also gerade einmal neun Tage auf Z und war noch nicht ausgemustert – wie eine Schrottlok sah sie allerdings trotzdem aus.

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Bild 03 

Von der anderen Seite waren die Lichtverhältnisse ein wenig besser, so dass sogar die Farbversion vorzeigbar ist.

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Bild 04 

Vor der 24er stand mit 93 763 vom Bw Düren eine weitere Lok, die formal nur z-gestellt war (z: 09.03.66, †: 19.08.66).

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Bild 05 

74 1070 vom Bw Düren war die letzte Lok ihrer Baureihe bei der DB (z: 18.01.66, †: 11.05.66).

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Bild 06 

Wie 24 067 und 74 1070 war auch 91 1595 das letzte Exemplar der jeweiligen Baureihe bei der DB. Letztes Heimat-Bw der preußischen T9.3 war Köln-Deutzerfeld, z: 11.04.64, †: 01.07.64. Erstaunlich, dass dieses Maschinchen auch mehr als zwei Jahre nach seiner Abstellung bisher einer Verschrottung entgangen war.

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Bild 07 

Wo kein Licht ist, ist auch kein Schatten – also müsste auch eine Aufnahme von der anderen Seite möglich sein, wo die offen stehende Kesseltür nicht so stört. Aber diese anfängerhafte Überlegung erwies sich als falsch, wie das völlig "abgesoffene" Ergebnis hinterher zeigte. Aber eine s/w-Umwandlung macht denn doch noch ein vorzeigbares Bild daraus. 91 1595 von der linken Seite und von vorn.

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Die hinter der 91 erkennbare 56 219 wurde als Schrottlok verschmäht, da wir davon ausgingen, eine der beiden noch aktiven 56.2 im Bw zu erwischen. Aber auch das war leider ein Trugschluss, denn 56 241 war an diesem Tag in Moers im Einsatz (und damit für uns unerreichbar), während 56 799 schadhaft im Schuppen stand.

Bild 08 

Ganz hinten in der Reihe und wahrscheinlich als letzte hinzugekommen: 01 021 vom Bw Deutzerfeld, die mir als Serien-01 mit ziemlich niedriger Betriebsnummer eine weitere Aufnahme wert war.

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Bild 09 

Zurück im Bw, gab es am 31.05.66 nur eine einzige Aufnahme einer Betriebslok. Und zwar von 55 4135, die vor dem Schuppen vor sich hin schmauchte. Angesichts der unerfreulichen Lichtverhältnisse erschien uns die Verschwendung von kostbarem Diafilm für Allerweltsloks der Baureihen 44, 50 und 94 wohl nicht sinnvoll.

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Der Fehlschlag bezüglich der 56.2 ließ mich nur zwei Tage später, also am 02.06.66, erneut nach Hohenbudberg fahren.

Bild 10 

Und tatsächlich, jetzt stand mit 56 799 eine der beiden Umbau-G8.1 vor dem Schuppen. Nur war die Lok leider völlig "eingekeilt", so dass wieder nur eine Beweisaufnahme dabei herauskam. Da hatten andere einfach mehr Glück, wie etwa K.F.S. zwei Wochen vorher.

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Bild 11 

Von den Schrott-Loks wurden am 02.06., auch wetterbedingt, keine weiteren Aufnahmen gemacht. Dafür fiel auf dem Rückweg – zu Fuß nach Rheinhausen – im Ostkopf des Rangierbahnhofs noch ein Foto der Hohenbudberger 50 2996 ab, die soeben mit einem Güterzug aus Richtung Moers den Rbf erreicht.

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Soweit mein damaliger Beitrag, dem noch zwei weitere Teile folgten – alle zu finden auf meiner Seite unter dem Direktlink Hohenbudberg. In den weiteren Teilbeiträgen steht nicht mehr der Schrottlok-Sammelplatz im Mittelpunkt, sondern der Planbetrieb mit Dampf, neben den Einheitsloks BR 44 und 50 vor allem mit den alten Preußen BR 55 und 94.

Hier aber soll es weitergehen mit ein paar zusätzlichen (Nicht-Dampf-) Aufnahmen, die jeweils bei der Rückreise beider Touren des Jahres 1966 entstanden, damals natürlich noch per Bahn.

Nach dem Besuch in Hohenbudberg fuhren wir weiter zum AW Krefeld-Oppum, wo es noch eine V45 als Werklok geben sollte. Auch ohne vorherige schriftliche Anfrage wurde uns problemlos Eintritt gewährt.

Bild 72 

Nicht weit vom Eingang entfernt stand sie denn auch, gut im Licht am Rand der Werkstraße: V45 009, eine der zehn 1956 für die Eisenbahnen des Saarlands beschaffte dieselhydraulischen Maschinen französischer Bauart.

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Bild 73 

Das ungewöhnliche Aussehen rechtfertigte auch die "Verschwendung" eines weiteren Dias für eine Ansicht von hinten.

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Bild 74 

In unserem Heimatbahnhof Wuppertal-Oberbarmen sorgte dieser Triebwagen für den krönenden Abschluss der Tour vom 31.05.66. Und zwar der Indusi-Messwagen Wt 6205 (später 724 001). ex Schienenbus-Prototyp VT95 906, abgestellt im Stumpfgleis 1 des Bahnhofs.

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Am 02.06. war das Wetter leider auch nicht besser als zwei Tage zuvor. Deshalb gab es auch nur wenige Aufnahmen in Hohenbudberg. Aber immerhin gelang ein Foto von 56 799 unter Dampf (siehe Bild 10).

Bild 75 

Als uns auf dem Rückweg im Bahnhof Rheinhausen die Dortmunder E41 046 begegnete, war es gerade besonders finster. Und so muss man es schon dazuschreiben, dass die Lok noch die schöne Ursprungslackierung in stahlblau besaß, von der bei dieser Beleuchtung allerdings nicht viel zu sehen ist.

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Bild 76 

Auch am 02.06. wurde noch ein AW "mitgenommen". Im AW Duisburg-Wedau war es V45 008, auf die wir es abgesehen hatten.

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Bild 77 

Eher zufällig (weil unerwartet) trafen wir dort auch die Köf10 003 an. Also eine der drei Kleinlok-Prototypen Leistungsgruppe III mit einer Getriebeübersetzung für (nur) 30 km/h.

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Bild 78 

Beim Umsteigen in Duisburg Hbf rollte gerade 41 366 vom Bw Wedau durch den Bahnhof.
Nun ja, eine 41 Neubaukessel Kohle war natürlich immer willkommen; aber schön ist anders ;-(

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Bild 79 

Eigentlich nur um den Film voll zu machen, wurde im Düsseldorfer Hbf V60 1241 vom Bw Düsseldorf-Derendorf aufs Celluloid gebannt. Dass es sich dabei um die V60 mit der höchsten Betriebsnummer handelt, war dabei reiner Zufall.

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Soweit mein Bericht über die ersten Touren nach Hohenbudberg 1966. Viel aktiver Dampf war leider nicht dabei. Aber das sollte sich bei den nächsten Besuchen ändern. Ich wiederhole noch einmal den Link zu der kompletten Beitragsserie, wo das mit über 60 Fotos umfassend dokumentiert ist: Wie wär's denn mal wieder mit Hohenbudberg ?.

Einen schönen Tag noch,
Ulrich B.