Die Diskussion über alte Aufnahmen vom Dampfbetrieb auf der rechten Rheinstrecke und speziell über den Einsatz von 50ern des Bw Gremberg mit Wannentender waren der Auslöser für diesen Beitrag. Aber wie immer hat es einige Zeit in Anspruch genommen, bis dieses Vorhaben umgesetzt werden konnte.

Ausführlich behandelt wird die Kupplung mit Wannentendern im EK Baureihenbuch, Ebel/Wenzel, "Die Baureihe 50 – Band 2", aus dem ja auch in der o.g. Diskussionskette zitiert wurde. Ich übernehme mal von dort die Listen aller Wannentender 50er der DB:

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Quelle: Ebel/Wenzel, "Die Baureihe 50 – Band 2", ergänzende Eintragungen von mir in blau.

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Grundsätzlich sind m.E. bei diesem Thema immer Tender und Führerhaus zu betrachten. Denn der klassische Wannentender kann nun mal nur an Loks mit geschlossenem Führerhaus gekuppelt werden. Ein solches besaßen aber nur die letzten ÜK-Maschinen der Baureihe 50. Für alle anderen Loks bedeutete das einen Umbau entweder des Führerhauses oder des Tenders.

Bauartunterschiede waren ja schon immer mein Ding. Und so sind die diversen Varianten von Tender und Führerhaus natürlich auch in der Bundesbahnzeit bei den "Bauartunterschieden Baureihe 50" ausführlich dokumentiert. Das möchte ich hier jetzt nicht weiter aufdröseln, sondern der Reihe nach die Wannentender 50er vorstellen, die ich noch vor die Kamera bekommen habe. Und auch ein paar Aufnahmen aus dem Archiv von H.Schambach habe ich noch dazu genommen. In den Bildunterschriften sind neben den Aufnahmedaten auch stichwortartig die jeweiligen Bauartmerkmale angegeben.

Bild 01 

Die niedrigste Betriebsnummer mit Wannentender war 50 028 vom Bw Gremberg, aufgenommen eben dort am 09.05.59 von Herbert Schambach. Die baulichen Merkmale sind:
Offenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Umbau-Wannentender wie BR 38.10, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 02 

50 662 (NüR), Bw Nürnberg Rbf, 05.08.69.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 03 

Und nochmal mit einer weiteren Wannentender 50 im Hintergrund: 50 662 vor 50 3049 (beide NüR), Bw Nürnberg Rbf, 05.08.69.

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Bild 04 

Und wieder eine andere Tendervariante: 50 1524 (AcW), Bw Aachen West, 09.04.68.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit geradem Rand und 4 hohen Seitenstreben.

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Bild 05 

051 832-4 (Sbr), Saarlouis, 22.05.71.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 06 

Und nun noch einmal ein Blick von hinten auf den Wannentender 2'2'T30 in seiner ursprünglichen Bauform:
051 832-4 (Sbr), Bw Saarbrücken Hbf, 13.09.73.

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Bild 07 

Ein einmaliger Exot war 50 2367. Aufnahme Herbert Schambach am 09.05.59 im Heimat-Bw Gremberg.
Offenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Umbau-Wannentender wie BR 38.10, jedoch mit Windschutzwand zum Führerhaus, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 07a 

Als ich die 50 2367 das erste Mal am 21.10.68 in Neuss selbst vor die Kamera bekam, besaß sie zwar noch ihre alte Nummer, war aber inzwischen mit einem "stinknormalen" Kabinentender gekuppelt.

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Bild 08 

50 2428 war die letzte 50er der zum Schluss seltenen Variante mit offenem Führerhaus und Wannentender; Bw Gremberg, 01.05.69.
Offenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Umbau-Wannentender wie BR 38.10, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 09 

Ein letztes Mal begegnete mir 052 428-0 im Bw Mayen am 27.03.75.

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Bild 10 

Als 50 ÜK von 1942 besaß 50 2932 wohl schon bei Lieferung ein Norweger-Führerhaus. Und das auch noch am 25.04.59, als Herbert Schambach die Wedauer Maschine in Mülheim-Styrum ablichtete. Nur das FH-Dach ist bereits auf eingebaute Lüftungsklappen umgerüstet.
Der Wannentender entspricht der Regelbauart, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 11 

Bei 50 2935 (Wed) erinnert lediglich das eckige Frontfenster samt Fensterschirm an ein Norweger-Führerhaus. Aufnahme im Rbf Duisburg-Wedau am 08.04.68.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, eckige Frontfenster, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit geradem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Damit kommen wir jetzt zu den Loks, die gemäß Liste 1 mit Norweger-Führerhaus und Wannentender geliefert wurden.

Bild 12 

Das Führerhaus der Osterfelder 053 045-1 sieht am 23.04.71 allerdings eher aus wie ein mit Rückwand umgebautes Einheits-Führerhaus. Aufnahme im Bw Oberhausen-Osterfeld Süd.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit geradem Rand und 4 hohen Seitenstreben.

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Bild 13 

Zuletzt gab es nur noch wenige 50er mit dem ursprünglichen Norweger-Führerhaus. Eine davon war die Nürnberger 50 3049, aufgenommen am 05.08.68 im Bw Nürnberg Rbf.
Geschlossenes Führerhaus mit 1 Fenster, eckige Frontfenster, aufgesetzte Lüftungshutze.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 14 

Knapp ein Jahr später entstand am 01.08.69 an gleicher Stelle die Aufnahme von 053 057-6.
Geschlossenes Führerhaus mit 1 Fenster, vmtl. eckige Frontfenster, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 15 

053 061-8 (Ehr), Bw Ehrang, 22.05.71.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 16 

053 074-1 (Kla), Bw Kaiserslautern, 05.04.71.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 17 

Von 053 074-1 füge ich ausnahmsweise mal wieder ein Betriebsfoto ein. Zusammen mit 053 062-6 schleppt sie am 11.09.73 den Umleiter-Güterzug Dg 69473 samt abgebügelter 140 763-4 bei Enkenbach auf der Alsenztalbahn nach Norden.

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Bild 18 

053 075-8 vom Bw Wedau war die letzte Wannentender-50 bei der DB.
Von dem ursprünglich vorhandenen Norweger-Führerhaus ist allerdings nichts mehr übrig geblieben. Aufnahme in Duisburg-Hochfeld Süd am 23.10.75.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit geradem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 19 

053 097-2 (Ulm), Bw Ulm, 08.08.69.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, eckigen Frontfenstern, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Bild 20 

Und dieselbe Lok noch einmal von hinten: 053 097-2 (Crl), Bw Lauda,09.09.73.

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Bild 21 

50 3104 (Wed), Bw Duisburg-Wedau, 08.04.68.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit geradem Rand und 4 hohen Seitenstreben.

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Bild 22 

Auch die Nürnberger 50 3118 hatte bis zum Schluss ein original Norweger-Führerhaus. Der Tender ist allerdings etwas anders als bei 50 3049 (s. Bild 13). Aufnahme: Bw Nürnberg Rbf, 05.08.68.
Geschlossenes Führerhaus mit 1 Fenster, eckige Frontfenster, aufgesetzte Lüftungshutze.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit geradem Rand und 4 hohen Seitenstreben.

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Bild 23 

053 129-3 (Sft), Bw Schweinfurt, 05.04.69.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, Frontfenster oben und unten rund, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit abgekantetem Rand und 4 niedrigen Seitenstreben.

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Bild 24 

Und das Ganze noch einmal spitz von hinten: 053 129-3 (Sft), Bw Schweinfurt, 05.04.69.

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Bild 25 

50 3139 sah bei ihrer Ablieferung schon fast wie eine 52er aus. Mit SDS Kessel und umgebautem Führerhaus präsentierte sich die Flensburger Maschine im Bw Hamburg-Eidelstedt jedoch als Zwitter zwischen beiden Baureihen.
Geschlossenes Führerhaus mit 2 Seitenfenstern, eckige Frontfenster, Lüftungsklappen in der Dachrundung.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit geradem Rand und 2 hohen und 2 kleinen Seitenstreben.

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Bild 26 

Inzwischen mit neuer Nummer 053 139-2 und in Saarbrücken stationiert zeigt die Ansicht von hinten deutlicher die unterschiedlich hohen Seitenverstrebungen am Kohlenkasten. Bw Saarbrücken Hbf, 11.09.73.

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Bild 27 

Zwei Tage später, am 13.09.73, entstand an gleicher Stelle sogar ein Farbdia von 053 139-2.
In Farbe wird allerdings auch der völlig abgewirtschaftete Zustand der Lok deutlich, typisch für die letzte Phase des Dampfbetriebs bei der DB.

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Bild 28 

50 3171 entstand lt. amtlichen Unterlagen aus 52 135, also einer der Fertigbau 52er von 1948. Aber von der ursprünglichen Kriegslok ist nicht mehr viel übriggeblieben. Der Rahmen stammt von 50 2254 (Stichwort "Schwerter Rahmentausch") und auch der Kessel ist ein vierdomiger Friedenskessel. Lediglich der Mischvorwärmer Typ Henschel MVR ohne Rauchkammeraufbau, vielleicht die Radsätze, sowie Norweger-Führerhaus und Wannentender könnten von der offiziellen Spenderlok stammen.
Mein Freund Herbert Schambach erwischte in Löhne beheimatete Maschine am 08.08.59 im Bw Hamm G.
Wannentender der Regelbauart, Kohlenkasten mit geradem Rand und 4 kleinen Seitenstreben.

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Damit sind jetzt alle Wannentender-50er aus meiner Sammlung wenigstens mit einem Bild hier vertreten. Auf weitere Ansichten und Streckenfotos verzichte ich, da es mir in diesem Beitrag um die Bauartmerkmale der jeweiligen Loks ging. Unterm Strich komme ich bei 20 gezeigten Loks auf 13 verschiedene Varianten, allein was die Kombination aus Führerhaus und Tender betrifft. Nimmt man noch die anderen Bauartmerkmale der Loks hinzu, bestätigt sich wieder das Phänomen, dass keine Lok völlig identisch mit einer anderen war.

Einen schönen Tag noch,
Ulrich B.