Vor 50 Jahren: Die legendäre Pacific-Fahrt
Zusammenfassung der Teil-Beiträge 1 bis 5
von Ulrich Budde, Helmut Dahlhaus, Stefan Donnerhack, Michael Fischbach und Reinhard Gumbert

Um ein längeres Scrollen zu vermeiden, können die einzelnen Teilbeiträge auch direkt angesteuert werden:

  • Teil 1 Düsseldorf Hbf - Unna
  • Teil 2 Werl - Paderborn, Einfahrt
  • Teil 3 Paderborn, Bahnhof und Bw
  • Teil 4 Paderborn - Altenbeken
  • Teil 5 Altenbeken - Georgsmarienhütte - Hamm - Köln Hbf

Vor 50 Jahren: Die legendäre Pacific-Fahrt – 1/5: Düsseldorf - Unna
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn", Ulrich Budde, vom 02.03.2019


Genau heute vor 50 Jahren fand die große Pacific-Rundfahrt statt, die allen, die daran teilnehmen konnten, sicherlich unvergesslich ist. Diese Fahrt setzte in jeder Beziehung neue Maßstäbe und war, rückblickend betrachtet, auch nur in der Bundesbahnzeit in dieser Form machbar.

Bereits vor 10 Jahren hat Reinhard Gumbert, zusammen mit Helmut Dahlhaus (03 1008), Stefan Donnerhack (Donni) und Michael Fischbach, dieses denkwürdige Ereignis mit einer vierteiligen Beitragsserie im HiFo gebührend gewürdigt; eine kleine Serie, zu der auch ich später dazu gestoßen bin. Abgesehen davon, dass diese Beiträge nach so langer Zeit sicher nicht allen HiFo-Usern präsent sind, sind die Bilder in diesen Beiträgen größtenteils auch nicht mehr sichtbar. Grund genug für eine Neuauflage zum runden Jahrestag.

Dieses Mal ging die Initiative von Stefan aus, der uns rechtzeitig an den 50sten Jahrestag erinnerte. Da ich in dieser Runde offensichtlich der Einzige bin, der bereits den Auftakt im Bww Düsseldorf Abstellbahnhof fotografisch festgehalten hat, wird mir jetzt die Ehre zuteil, den ersten Teil einer etwas erweiterten und überarbeiteten Beitragsserie zu übernehmen. Textlich stütze ich mich dabei weitgehend auf die damaligen Ausführungen von Reinhard ab:

Mit der Pacific-Rundfahrt am 2. März 1969 fand eine der großartigsten Sonderfahrten statt, die der damals noch in Wuppertal ansässige Eisenbahn-Kurier je organisiert hat. Ein langer Zug mit 11 Wagen, ein gigantischer Laufweg:
Düsseldorf - Duisburg - Essen - Hagen-Vorhalle - Schwerte - Unna - Soest - Paderborn - Altenbeken - Detmold - Herford - Osnabrück - Georgsmarienhütte - Münster - Hamm und ab hier geteilt a) mit 7 Wagen Hamm - Dortmund - Essen - Duisburg - Düsseldorf bzw. b) mit 4 Wagen Hamm - Unna - Schwerte - Hagen - Wuppertal - Köln. Dazu kam, wenn auch nicht offiziell, Bw-Besichtigung in Paderborn und "freier Auslauf" auf dem Betriebsgelände der GME in Georgsmarienhütte. Der Zug war mit über 700 Teilnehmern voll ausgelastet, kein Wunder bei diesem Programm! Die Akteure waren 001 133 und 001 199 vom Bw Paderborn, 03 252 Bw Mönchengladbach und 01 1065 Bw Rheine.

Informationen zum Fahrtverlauf erhielten die Fahrtteilnehmer wie üblich In Form eines mehrseitigen Umdrucks. In Reinhards Sammlung befindet sich noch ein Exemplar, und daraus möchte ich hier die beiden ersten Seiten zeigen.

Kommentare

Das vollständige Dokument kann bei Interesse als pdf auf einer Extra-Seite aufgerufen werden.

Stefan hat noch gut in Erinnerung, wie er zur Teilnahme an dieser denkwürdigen Sonderfahrt kam. Er erzählt:
"Die Information zur Fahrt hatte meine Mutter in der Siegener Zeitung aufgeschnappt, der Fahrkartenkauf erfolgte, wie damals üblich, telefonisch bei Ferdinand Martens.
An jenem Sonntag bin ich mit kleinem Reise-Budget von Siegen aus nach Düsseldorf aufgebrochen, bis Hagen immerhin in einem von 119 001 bespannten Personenzug. Dann im Sonderzug, im Gesellschaftswagen, lagen auf einem Verkaufstisch die Hefte des Veranstalters aus: der 'EK', ich glaube, es waren die Ausgaben 11 bis 15. Ich kannte den EK nicht, war aber gleich sehr begeistert, genau die Art von Informationen, die ich brauchte, Sichtungsmeldungen, Betriebliches, alles hoch-aktuell, kaum ein paar Monate alt (in Zeiten des Internets gar nicht mehr vorstellbar). Nach eingehendem Blättern habe ich mich schließlich für die Ausgaben 13 und 15 entschieden, mehr war nicht drin bei 2,-DM pro Heft. Immerhin bin ich dann dank Unterstützung meiner Eltern seit EK16 Abonnent geworden, ein ziemlicher Meilenstein.
Nach der Pazifik-Fahrt ergab sich durch einen zufälligen Kontakt zu einem Lokalreporter der Siegener Zeitung die Gelegenheit, einen kurzen Artikel mit Bild von der Fahrt (sowie einem kleinen Bericht über diesen 'jungen Eisenbahnfreund', der für Dampfloks sogar bis nach Paderborn und Osnabrück fährt) zu verfassen, meine erste Bildveröffentlichung damals.
"

Reinhard war dagegen schon am Vortag mit Freunden aus Frankfurt angereist: Zunächst zur Visite ins Bw Köln-Eifeltor – siehe Bericht Vorwoche. Und dann ein langer Abend mit Freunden aus der EK-Truppe in Wuppertal, der mit Nachtaufnahmen im Bw Vohwinkel erst morgens gegen 3 Uhr endete. Nach verflucht kurzem Tiefschlaf in der Bw-Übernachtung wieder aus den Federn und los nach Düsseldorf, wo der Sonderzug schon früh bereitgestellt wurde.

Auch für mich war's eine kurze Nacht. Als "EK-assoziierter" Eisenbahnfreund aus der Wuppertaler Szene war ich im Besitz einer Freifahrkarte; dafür half ich gerne mit bei der Aufrüstung und insbesondere beim Beladen des Gesellschaftswagens. Das aber hieß: Unchristlich frühes Aufstehen, Fahrt mit Freunden nach Düsseldorf zum dortigen Bww und Kästen und Kisten schleppen.

Dabei ist uns nicht die Ankunft der Zuglok entgangen, die im aller-aller-ersten Büchsenlicht an den Zug setzte. War das Licht schon, oder besser gesagt, noch grausig schwach, der eigentliche Schock war die neue Nummer: 001 133-8, und das bei einer Sonderfahrt für Eisenbahnfreunde! Aber sei's drum, an diesen Zustand musste man sich mehr als ein Jahr nach Einführung der neuen Nummern so langsam gewöhnen.

Kommentare

Bild 1.1
Zuglok 001 133 vom Bw Paderborn beim Eintreffen im Bww Düsseldorf Abstellbahnhof.

Kommentare

Bild 1.2
001 133 setzte sich sogleich vor den Zug und heizte schon einmal kräftig ein, schließlich herrschte am Morgen des 02. März noch frostiges Winterwetter.

Kommentare

Bild 1.3
Nach einiger Zeit kam auch die angekündigte Vorspannlok in Gestalt der 03 252, Bw Mönchengladbach. Schön, wenigstens die trug noch ihre alte Nummer.

Erst heute fällt mir auf, wie leer der Tender war – gab's in MGladbach schon keine Kohlen mehr oder wollten die sich etwa bis Paderborn von der 01 schieben lassen? ,-))

Kommentare

Bild 1.4
"Watt is en Dampfmaschin?" Diese rhetorische Frage von Professor Bömmel in der Feuerzangenbowle beantwortet 03 252 auf ihre Weise beim Andrücken an die Zuglok 001 133. Natürlich existiert auch ein Bild aus dem gleichen Blickwinkel, auf dem beide Maschinen ohne Dampf-Verschleierung zu sehen sind, aber dieses hier erscheint mir dynamischer.

Kommentare

Bild 1.5
Etwas mehr von der Seite bot sich dieses Bild auf die beiden Hochhaxigen vor unserem Sonderzug, 001 133 und 03 252. Man beachte auch den auffallend unterschiedlichen Füllungsgrad des Kohlenkastens der beiden Maschinen.

Kommentare

Erstaunlicherweise habe ich im Abstellbahnhof kein Bild gemacht, auf dem der Zug in voller Schönheit - sprich Länge - zu sehen ist. Das kann nur bedeuten, dass dieses nicht möglich war, wobei Betriebsgleise damals kein Hinderungsgrund waren; siehe Fotohalte Werl und Paderborn in den Folgebeiträgen.

Bild 1.6
Pünktlich rollt der ellenlange Sonderzug, bespannt mit 03 252 und 001 133, in Düsseldorf Hbf an den Bahnsteig, erwartet von Helmut Dahlhaus, der sich rechtzeitig an der südlichen Bahnsteigspitze einen Logenplatz ergattert hatte.

Kommentare

Bild 1.7
Ein knackiger Spurt ans andere Bahnsteigende ermöglichte ein weiteres Foto (Aufnahme: Helmut Dahlhaus).

Kommentare

Bild 1.8
Während Helmut farbig fotografierte, hatten Reinhard und ich einen schwarz/weiß-Film in der Kamera. Der Fotografen-Kopf unten links im Bild deutet an, wie dicht das Gedränge hier war. Und zudem war Eile angesagt, denn schließlich musste man noch auf den anderen Bahnsteig, um in den Sonderzug einzusteigen.
03 252 und 001 133 in Düsseldorf Hbf am 02.03.69. (Aufnahme: Ulrich Budde)

Kommentare

Bild 1.9
In Duisburg-Großenbaum wurde die Überholung durch den D1035 für einen ersten Fotohalt genutzt. Durch den günstig gelegenen Bahnsteigtunnel gelangte die Meute der Fotografen problemlos auf die Bahnsteig-abgewandte, fotogenere Seite des Zuges, wo der Zugang zum örtlichen Stellwerk einen passenden Fotostandpunkt bot. Aber der lag direkt am Gleis der Fernbahn, die damals mit max. 160 km/h befahren wurde. Zum Glück kam gerade kein Zug und alle haben's überlebt, auch der Stellwerker und das Zugpersonal ;-))
Zunächst die Aufnahme von Helmut in Farbe ...

Kommentare

Bild 1.10
... sowie das identische Motiv als s/w-Foto von mir.

Kommentare

Bild 1.11
Die elegante Pacific mit fast perfekter Stangenstellung in Gestalt von 03 252 war mir ein weiteres Foto wert.
Pacific Sonderfahrt, Duisburg-Großenbaum, 02.03.69. (Aufnahme: Ulrich Budde).

Und wo bleibt Reinhard? Kein Bild von ihm?? – Ach ja, sein Abend zuvor war ja ausgedehnt und feucht-fröhlich ...

Kommentare

Bild 1.12
Bei der Einfahrt nach Essen konnte 104 020 aus dem fahrenden Zug abgelichtet werden. Zwar war mir als EK-Abonnent seit Heft 5/67 die Stationierung einiger Altbau-Ellok im Westen bekannt, aber ein ungewohntes Bild war es noch immer. Ungewohnt auch das Umfeld des Essener Hbfs - wäre nicht der Hektometerstein im Vordergrund ein untrüglicher Beweis, könnte ich das Bild aus meinem heutigen Heimat-Bahnhof nicht einordnen.

Kommentare

Bild 1.13
Ab Hagen besserte sich das Wetter zunehmend und veranlasste zahlreiche Fotografen zu einem Bild am Zug entlang auf die beiden Pacifics an der Zugspitze. Bei Hagen-Hengstey ist auch Reinhard wieder hellwach und drückt genau im richtigen Moment auf den Auslöser, um das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Hohensyburg hoch oben auf dem Berg im Hintergrund ins Bild zu kriegen.
Und nein – keiner der wagemutigen Fans hat die Balance verloren und seine Mitfahrt vorzeitig auf dem Schotter beendet.

Kommentare

Bild 1.14
Nur wenig weiter in den Syburger Ruhrauen vor Westhofen hielt auch Helmut Dahlhaus das Geschehen fest, und zwar ziemlich genau an der Stelle, an der er noch 2½ Jahre zuvor 03.10 im Plandienst aufgenommen hatte (von der anderen Seite – siehe 03.10 – Die Legende lebt, Bilder 38 und 39).
Das Gewässer rechts der Gleise ist übrigens nicht die Ruhr, sondern lediglich ein durch Schneeschmelze und Regen gut gefüllter Tümpel in den Ruhrauen.

Kommentare

Bild 1.15
Der kurze Halt in Unna wurde für ein weiteres Foto des Sonderzuges genutzt. Wieder war das Gedränge groß und der Platz knapp, aber das Bahnhofsschild passt trotzdem mit ins Bild.
(Aufnahme: Ulrich Budde)

Kommentare

Damit möchte ich es für den ersten Teil bewenden lassen. In Kürze geht es weiter mit dem spektakulären Fotohalt in Werl und der Weiterfahrt bis Paderborn.

Vor 50 Jahren: Die legendäre Pacific-Fahrt – 2/5: Werl - Paderborn
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn", Reinhard Gumbert, vom 06.03.2019


In Teil 1 dieser Serie berichtete Ulrich Budde von der Bereitstellung des Sonderzuges in Düsseldorf Abstellbahnhof und der Fahrt von dort bis Unna. Ihr erinnert Euch – Vor 50 Jahren: Die legendäre Pacific-Fahrt – 1/5: Düsseldorf - Unna.

Ulrich, Helmut "03 1008" Dahlhaus, Michael Fischbach und Stefan "Donni" Donnerhack waren mit mir dabei, wenngleich wir uns unter den zahlreichen Mitfahrern weder im Zug noch bei einem der Fotohalte trafen. Heute, 50 Jahre später, berichten wir gemeinsam von dieser Fahrt, basierend auf dem HiFo-Bericht zum 40. Jahrestag vor 10 Jahren.

Thema dieses Teils 2 ist der Abschnitt von Werl bis Paderborn.

Nächster Halt nach Unna, wo Ulrichs Teil 1 endete, war nun der Fotohalt Werl. Wer damals dabei war, wird "Werl" nicht vergessen: Seit dem letzten "richtigen" Fotohalt in Duisburg-Großenbaum von 9.06 bis 9.22 Uhr - siehe Bilder 1.9 und 1.10 in Teil 1 - waren schließlich schon über zwei Stunden vergangen. So lag der Gemütszustand der artigen, sprich: vorschriftstreuen Mitfahrer, die seitdem den Zug nicht mehr verlassen hatten, inzwischen irgendwo zwischen hippelig und süchtig: "Endlich wieder 'raus, an die beiden Loks!" Dazu lockte auch noch die Sonne aus voller Kraft und sogar auf der "ichtigen Seite" - ein Bilderbuch-Fotohalt!

Kommentare

Bild 2.1
Die ersten Mitfahrer waren schon ausgestiegen, doch noch war's ruhig und friedlich in Werl, als ich aus dem Zug auf den Schotter sprang und – "Tür nochmal zu da oben!" – schnell auf den Auslöser drückte: "Sicherheitsbild"! ... wenn auch nur von hinten, ganz egal, wer weiß, ob man bei zu Hunderten zählenden Mitfahrern nochmal gescheit zum Schuß kommt ...

Zu recht das "Sicherheitsbild": Wenig später, bis ich nach vorne geeilt war, hatte sich hinten schon heftiges Gedränge aufgebaut...

Kommentare

Bild 2.2
Der "Werl-Klassiker"!

Auch andere nahmen natürlich diese Position ein:

Kommentare

Bild 2.3
Die Ansicht von Helmut, mit Lokführer ...

Kommentare

Bild 2.4
... und hier, ganz ähnlich, die von Stefan, mit dem "störenden" Lokführer freilich schon wieder auf dem Rückweg.

Kommentare

Bild 2.5
Schließlich noch Ulrichs Version, als die Feuer der Schnellzugloks schon wieder für die Weiterfahrt aufbereitet wurden.

Kommentare

Bild 2.6
Noch schnell das Gesicht der schönen Mönchengladbacherin mit dem schiefen Nummernschild ...

Kommentare

Bild 2.7
... das Antlitz der Paderborner Zuglok ...

Kommentare

Bild 2.8
... und die NK-01 von der anderen Seite in voller Pracht. Schade nur, daß die Paderborner nicht auch ihre Schöne auf "alt" zurückgenummert haben!

Kommentare

Und dann folgte die Schlußszene "Werl", die heute so manchem Amtmann dem Herzinfarkt näher bringen würde:

Bild 2.9
Die abenteuerliche Überholung in Werl! 216 068 vom Bw Hagen-Eck (Anmerkung Helmut: "03.10-Killerin!") kämpfte sich mit D209 Köln - Hagen - Altenbeken - Hameln -Elze - Hildesheim - Braunschweig mühsam im Schritt durch die Meute.

Wie war das noch mit der Regie-Anweisung des EK?! Unter "Kleinigkeiten, die man leicht vergisst" hieß es:

Kommentare

Scan 2.1
Naja – man nahm vor 50 Jahren schließlich nicht alles so ganz wörtlich.

Kommentare

Doch beachte auf dem Foto neben der zeitgenössischen Mode von Hut und Mantel auch den Stand der damaligen Fotoausrüstungen: Eine einzige Kamera, mit Sucher, war Standard! Wer 1969 schon eine Spiegelreflex besaß oder gar zwei Kameras um den Hals hängen hatte, der musste wohl mindestens von der Zeitung sein ... - So fotografierte auch ich selbst bis Mitte 1972 lediglich mit einer einfachen Kodak Retinette Ia, ohne Belichtungsmesser.

Um 11.37 Uhr ging's planmäßig in Werl weiter, nächster Halt war Soest. Ulrich hat's für einen schnellen Schuß genutzt ...

Bild 2.10
... während im Hintergrund der Zugführer schon wieder zum Einstieg aufruft.

Kommentare

Beim nächsten "richtigen" Fotohalt in Geseke, planmäßig von 12.19 bis 12.35 Uhr, kamen die beiden Schnellzugloks fototechnisch etwas ungünstig zum Stehen

Bild 2.11
Helmut drückte trotzdem drauf ...

Kommentare

Bild 2.12
... ebenso wie Ulrich Budde gleich zweimal: Geseke I und ...

Kommentare

Bild 2.13
... Geseke II.

Kommentare

Für mich aber ging hier ein Traum in Erfüllung: Ich durfte auf der Zuglok 001 133 mitfahren!

Bild 2.14
Krachende Ausfahrt aus Geseke (aus guten Gründen besonders gewidmet Hans Christian Ettengruber, weiterhin in "DXB")

Kommentare

Bild 2.15
Wenig östlich von Geseke

Kommentare

Bild 2.16
Zwischen Geseke und Salzkotten standen noch herrliche, dicht bestückte H-Masten

Kommentare

Bild 2.17
An der ländlichen Blockstelle Verne

Kommentare

Bild 2.18
Schattenspiel der stolzen Schnellzugloks

Kommentare

Bild 2.19
Einfahrt Scharmede. In der Überholung vorn rechts steht ein Güterzug.

Kommentare

Bild 2.20
Östlich von Salzkotten sind die prächtigen H-Masten längst schmächtigen Brüdern gewichen. Wir nähern uns Block Elsen

Kommentare

Schließlich "Regler zu!" – die Einfahrt nach Paderborn:

Bild 2.21
Links im Hintergrund ist der Lokschuppen des Bws zu sehen, einer der letzten Rundlokschuppen mit Innendrehscheibe, der leider 1978 einer unsäglichen Schreibtisch-Entscheidung und nachfolgend der Spitzhacke zum Opfer gefallen ist

Kommentare

Bild 2.22
Die Hammer 220 078 kommt mit E534 Braunschweig - Wuppertal - Aachen (Paderborn ab 12:54 Uhr) entgegen, über der "V200" ist schon unser Einfahrtsignal Paderborn Hbf zu sehen.

Kommentare

Bild 2.23
Wir fahren um 12.58 Uhr leicht verspätet in Paderborn Hbf ein.

Kommentare

Verdiente Pause nun für Zug und Teilnehmer bis 13.40 Uhr, die Loks gingen zum Restaurieren ins Bw. Ulrich, Helmut, Stefan und die Fischbachs, Vater und Sohn Michael, folgten ihnen und nahmen sich nun der Dinge im Bw an - Michael wird davon zusammen mit Ulrich, Helmut und Stefan in Kürze in Teil 3 berichten.

Vor 50 Jahren: Die legendäre Pacific-Fahrt – 3/5: Paderborn
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn", Michael Fischbach, vom 10.03.2019


Liebe HiFo- Freunde,

als Stefan "Donni" die Idee einer Neuauflage der Berichterstattung über die große Pacific-Fahrt vom 2.März 1969 in den Ring warf, war ich gleich dabei und sagte meine Teilnahme zu.

Stefan meinte, es sei einmal schön, dass die Autoren von der Erstberichterstattung vor 10 Jahren heute noch alle begeistert bei der Sache sind und mit der Beitragsreihe auch ein schlummernder Teamgeist wieder auflebt, eine Disziplin, die im HiFo leider nur eine Randerscheinung ist.

Mein Vater und ich waren nur nach Paderborn gekommen, deshalb ist mein Part heute in Teil 3 das Treiben in Paderborn.

Reinhard hatte bereits das Erscheinungsbild der Fahrgäste und deren Fotoausrüstung kurz angesprochen. Auch auf den Bildern dieses Teils erkennen wir, dass fast alle Leute den feinen Zwirn trugen und viele einen Foto im klassischen Leder-Etui hatten.

Ja, wie war das damals in Paderborn?

Während Reinhard, wie er in Teil 2 zeigte, die Fahrt auf der Zuglok genoss, rollten Fischbachs nach stundenlanger Autofahrt in Paderborn auf den Parkplatz am Bw.

Eine gerade und flüssige Straßenverbindung zwischen dem Taunus und Paderborn gab es nicht.
Entweder über Köln einen weiten westlichen Bogen, oder über Kassel einen ebenso weiten östlichen Bogen fahren, um möglichst viele Kilometer auf Autobahnen zurück zu legen, waren die Optionen.

Egal, wir waren jedenfalls schon lange vor der Ankunft des Zuges am Ziel und durchstreiften interessiert das Betriebsgelände.
Direkt am Bedienstetenparkplatz standen zwei NK-Kohle-41 (41 014 und 049) bereits auf dem Rand.

An diesen Maschinen kamen auch Stefan und Ulrich nicht vorbei, ohne auf den Auslöser zu drücken.

Kommentare

3.1

Kommentare

3.2

Kommentare

3.3

Auf einem der zahlreichen Freigleise stand höchst fotogen die 01 227 abgestellt.
Das empfanden Ulrich und Stefan ebenfalls so.

Kommentare

3.4

Kommentare

3.5

Kommentare

3.6

Knapp vor der 01 stand auch 44 334.

Kommentare

3.7

Auch die 01 103 gab es noch zu entdecken.

Kommentare

3.8

Offensichtlich war ein betrieblicher Überhang an diesen Maschinen vorhanden, weshalb sie später in Ehrang und Hof in Betrieb zu finden waren.

Der Vollständigkeit halber soll auch der 50 1439 noch eine Aufnahme gewidmet sein.

Kommentare

3.9

Ein paar Meter weiter wurde emsig an der 01 199 herum gewerkelt. Sie wurde für den bevorstehenden Einsatz am erwarteten Sonderzug vorbereitet.

Kommentare

3.10

Es machte eine Info die Runde, dass der Sonderzug Verspätung hätte. So konnten wir uns in Ruhe weiter im Gelände umsehen.

Als im Hintergrund ein Zug mit V200 mehr oder weniger unbeachtet den Bahnhof verließ, rief plötzlich jemand "Da kommt er". Unvorbereitet stand Vater in einer höchst ungünstigen Position. Bis der Fotoapparat gespannt war, war es schon zu spät. Deshalb gibt es kein brauchbares Bild von der Einfahrt, sondern nur die folgenden 2 Notschlachtungen.
Die wollte ich eigentlich nicht zeigen, dieses Ergebnis ist nämlich eher für die Tonne. Aber Bild 3.11 ist genau an der Stelle entstanden, wo Reinhards Beitrag mit Bild 2.23 im Teil 2 endete.

Kommentare

3.11

Kommentare

3.12

Schon vor 10 Jahren beschäftigte uns die Frage, hat Reinhard die Seite im Führerstand gewechselt? Heute steht fest, nein! Offensichtlich war noch ein zweiter Gast auf dem Führerstand.

Die 03 ging zuerst vom Zug und rückte ins Bw ein.

Kommentare

3.13

Ulrich hatte die Szene an der Drehscheibe festgehalten.

Kommentare

3.14

Nachdem die Lok gedreht war, erfolgten noch einige Sägefahrten, bis sie sich letztlich vom Acker machte und nach Hamm zurück fuhr.
Sieben weitere Aufnahmen dieser schönen 03 mit ihrem leicht schief angebrachten alten Nummernschild.

Kommentare

3.15

Kommentare

3.16

Kommentare

3.17

Kommentare

3.18
Man beachte den Kleinen mit Hut. Alle mal raten, wer das wohl war…

Kommentare

3.19

Kommentare

3.20

Kommentare

3.21

Derweil wurde sich auch um die Aufrüstung der 01 133 gekümmert. Der Zustand dieser Maschine war, wie schon erwähnt, eine absolute Augenweide im Gegensatz zur 03 mit ihrem recht dunklen Triebwerk.
Sie blieb weiterhin die Zuglok und musste nicht gedreht werden.

Kommentare

3.22

Kommentare

3.23

Auch sie unternahm vom Bw eine Sägefahrt und rückte zum Bahnsteig vor, wo sie von Helmut "03 1008" fotografisch erlegt werden konnte.

Kommentare

3.24

Als Schiebelok hatte 01 199 schon ihren Platz am Zugende eingenommen.

Kommentare

3.25

Kommentare

3.26

Kommentare

3.27

Wer jetzt meint, dass es hier etwas ruhiger zugegangen wäre, muss sich das nächste Bild anschauen.

Kommentare

3.28

Helmut hatte drauf gehalten, als sich die 44 1571 (044 569) den Weg durch die Menge bahnen musste.
Ein Schockbild für heutige Sicherheitsverantwortliche.
Sicher war das wohl auch damals grenzwertig. Ich kann mich aber erinnern, dass die Ordnungskräfte früher oft die Fotografen abgesichert über die Gleise geleitet hatten, ganz im Gegensatz zu heute, wo die Offiziellen mit orangener Weste zum Teil direkt vor der Lok patroulieren.

Nachdem nix passiert war, konnte Ulrich etwas weiter hinten das Motiv mit den Sperrsignalen machen.

Kommentare

3.29

Vater erwischte die Lok dann noch einmal, als sie zur Rückfahrt nach Altenbeken vor dem Ausfahrtsignal wartete.

Kommentare

3.30

So, das war’s von Paderborn.

Fischbachs traten nun wieder die Heimreise an. Gemütlich ging es über Brilon und Korbach zum Edersee und weiter über Frankenberg, Marburg und Gießen mit dem Auto nach Hause. Spritkosten insgesamt etwa 25 Mark.

Es bleibt aber spannend, was im Verlauf der Fahrt noch alles geboten wurde.
Bleibt dran, wenn Ulrich, Reinhard, Stefan und Helmut ihre weiteren Zuckerl hier präsentieren.

Kommentare

Vor 50 Jahren: Die legendäre Pacific-Fahrt – 4/5: Paderborn - Altenbeken
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn", Reinhard Gumbert, vom 13.03.2019


In drei Etappen haben Ulrich Budde, Michael Fischbach und ich mit Helmut Dahlhaus ("03 1008") und Stefan Donnerhack ("Donni") bereits über die grandiose Sonderfahrt berichtet, die am 02.03.1969 vom Wuppertaler Eisenbahn-Kurier mit den Pacifics 001 133 und 001 199 vom Bw Paderborn, 03 252 Bw Mönchengladbach und 01 1065 Bw Rheine durchgeführt wurde:

Teil 1/5, Düsseldorf - Werl
Teil 2/5, Werl - Paderborn
Teil 3/5, Das Geschehen in Paderborn

In diesem Teil 4/5 unseres gemeinsamen Berichts setzen wir die Reise ab Paderborn fort. Es galt dieser Fahrplan für den langen Sonderzug:

Scan 4.1

Während die meisten der über 700 Mitfahrer in Paderborn über die "Mittagspause" ins Bw strömten, um die Restauration der beiden Zugloks 03 252 und 001 133 zu begleiten und das Umfeld zu erkunden - Michael Fischbach berichtete ja in Teil 3/5 eindrucksvoll darüber -, hatten mein Freund Bernward Glöckler, Stuttgart, und ich eine andere Idee: "Da müssen doch noch Streckenaufnahmen drin sein!?" Der Moment war günstig, denn ich kannte mich hier am Anstieg zum Egge-Gebirge von früheren Fahrrad-Exkursionen gut aus.

Nicht lange gezögert – wir bestiegen vorm Bahnhof ein Taxi. Fahrtziel, mit selbstsicherem Unterton: "Zum Dunetal-Viadukt!". Nervös wiesen wir auf die gewisse Eile hin, weil ein strikter Fahrplan zu beachten sei, und avisierten dem verdutzten Chauffeur auch gleich noch, dass wir anschließend kurz vor Altenbeken draußen auf freier Strecke abgesetzt zu werden wünschten. – "Wo, bitte??" – Ja, ja, bei Streckenkilometer 113, wir wüssten schon wo. Eben da, wo dann der große Schnellzug auf freier Strecke anhalten werde. – "?!?!" – "Nein, nein, kein britannischer Postzugraub. Fotohalt des Schnellzuges!" – Erst der entsprechende Vermerk im hastig hervorgekramten Fahrtprogramm des EK überzeugte den braven Kraftfahrer in der standesüblichen schwarzen Kunstleder-Jacke von der Redlichkeit der gewünschten Fahrt: Also gut. "Rrratsch!", den Taximeter aufgezogen, keine Rede mehr von "Vorkasse", schüttelnd den Diesel angelassen – und behäbig rollte die Zigarren-verrauchte Droschke mit dem Stern aus Untertürkheim vom sonntäglich-ruhigen Bahnhofsvorplatz der ostwestfälischen Bischofsstadt.

Die irreführende Ankündigung "Viadukt ... 10 km/h" in den EK-Fahrtunterlagen – siehe oben – haben wir glücklicherweise übersehen, sonst hätten wir vielleicht sogar auf die "Exkursion" verzichtet.

Los also! – Kurz hinter Neuenbeken am "kleinen Viadukt" angekommen: Am Gehöft rechts ab, vorbei an der "Einsiedlerhütte", die da verwaist am Fuß des mächtigen Viadukts lag. Das alte Ehepaar war längst verstorben, ebenso wie ihr frecher Spitz, der früher jahrauf-jahrab keine bergfahrende 44er ausließ, ohne wie der Blitz aus der Hütte hervorzuschießen und das stählerne Untier da oben auf der Brückenkrone heftigst zu verbellen. (Fritz Wolff berichtete davon: Weißes Untier hasst schwarzes Stahltier). Schnell weiter, über die verschneiten Nebenwege das Dunetal hinauf, links ab in den Forstweg, hinauf in den Wald, Höhe gewinnen, bis – "Stop hier bitte!" – zur Fotostelle knapp in Gleishöhe des Dunetal-Viadukts.

Heftig schüttelnd verstummte der behäbige Droschken-Diesel und der alte Taxist in der speckigen Leder-Öl-und-Schweiß-Aroma verströmenden Droschkenfahrer-Jacke streckte sich in seinem Sitz, mit ungläubig-fragendem Blick der merkwürdigen Dinge harrend, die da kommen sollten. Stille jetzt. Pure Idylle, die uns vorsichtiger, respektvoll-verhalten atmen ließ – auch wenn wir gar nicht ihretwegen hier heraufgerast waren. Warten. Kalte Füße. "Wozu bloß die Hektik von Paderborn herauf?" Na, wenigstens die Frühlingssonne verstreute ein bisschen gefühlte Wärme.

Endlich – gehauchtes Wummern von "unten" her, das fußkalt-stumme Idyll überm Dunetal erfuhr die ersehnte Unterbrechung: ganz leise erst, ein wenig lauter, deutlicher, schärfer ..., jetzt Paukenschlag-laut links aus dem Einschnitt hervorbrechend: Dampf, Dampf, Dampf - und schon betrat die Paderborner 001 133 vor dem langen Sonderzug mit wuchtigen Auspuffschlägen die hochbeinige steinerne Bühne und überquerte mit stolzer Dampfwolke das lauschige Dunetal ...

Kommentare

Bild 4.1
... mit dem für Neukessel-01 der DB typischen "Überrollbügel" und dem Dampffähnchen über der Rauchkammer ...

Kommentare

Bild 4.2

... gefolgt von der Paderborner 001 199...

Kommentare

Bild 4.3

... die als Schiebelok schon ein etwas gewöhnungsbedürftiges Bild abgab:

Kommentare

Bild 4.4

"... mit 10 km/h über'n Viadukt ..."? - Das war zum Glück eine "Solinger Ente":

Kommentare

Scan 4.2

Zeitsprung - gut 48 Jahre später, im November 2017, sah es an dieser Fotostelle so aus:

Kommentare

Bild 4.5

Als Bernward und ich nun mit unserem Taxi über Umwege und auf teilweise heftig schneeverwehten Feldwegen schließlich am Fotohalt bei km 113 ankamen, stand der Sonderzug längst in der Kurve. Die meisten Fahrtteilnehmer waren schon ausgeschwärmt und die "Ackermänner" der 001 133 säuselten bedrohlich.:

Kommentare

Bild 4.6

Schon leicht nervös sorgte sich der Zugführer darum, dass keiner mehr aussteigen möge und jetzt zur Scheinanfahrt die Türen endlich wieder geschlossen würden:

Kommentare

Bild 4.7

Und schon setzte sich der lange Zug mit den beiden NK-01ern langsam in Bewegung, während die "133" inzwischen lautstark abblies und rundherum auf dem Schotter und den verschneiten Kuhwiesen meterweise Agfa-, Revue- und Kodakprodukte durch die Kameras leierten.

Kommentare

Bild 4.8

Ulrich stand inzwischen erhöht am Hang ...

Kommentare

Bild 4.9 (Foto Ulrich Budde)

... während Helmut sich für die Format füllende Perspektive von der 001 133 entschieden hatte:

Kommentare

Bild 4.10 (Foto Helmut Dahlhaus)

... wenn auch auf Kosten des weiten Überblicks über das Geschehen mit der kräftig drückenden "Hundertneunundneunzig", für den ich mich entschieden hatte:

Kommentare

Bild 4.11

Kommentare

Bild 4.12

... doch dafür stand Helmut nach Beendigung der Scheinfahrt für die Schiebelok 001 199 so günstig dicht am Gleis, dass der elegante Renner nicht, wie bei mir, belichtungstechnisch im Kontrast des Schnees schwarz absoff und auch die volle Besetzung des Führerstands nicht verborgen blieb:

Kommentare

Bild 4.13 (Foto Helmut Dahlhaus)

Hätten Stefan und Helmut doch bloß mal gewunken! Dann wüssten wir heute, welche der schwarzen Figuren rechts neben der Vorsignalbake wir ihnen zuzuordnen haben:

Kommentare

Bild 4.14

Auch auf Ulrichs Bild wären die beiden dann zu erkennen, das er ziemlich zeitgleich mit mir aufgenommen haben muß:

Kommentare

Bild 4.15 (Foto Ulrich Budde)

Kleiner Zeitsprung, zum kontrastreichen Vergleich der ländlichen Szene:

Einen Monat später, gleich zu Beginn der Osterferien, kehrte ich für ein paar Tage nach Altenbeken zurück. "Zur Kur" sozusagen: nämlich um von weltfremden Paukern, von Fräulein Dach, meiner Horn-bebrillten Violinen-Lehrerin und diversen anderen Peinigern ein wenig zu rekonvaleszieren. – Die ganze Szenerie rund um das einsame Bahnhaus über dem Einschnitt war nach dem wuseligen EK-Auftrieb vom März längst wieder ländlich-beruhigt, wie gewohnt. Nur noch ein kleiner Rest Schnee versteckte sich drüben unter dem Rain, als ich mich am 03.04.1969, einem lauen Vorfrühlingstag, mit Uher-Tonbandgerät und Retinette-Kamera bewaffnet am vormaligen Fotohalt des Sonderzuges bei km 113 niederließ. Wie gesagt: rein zu Erholungszwecken. Doch wie das Leben schon mal so spielt (und wie im Stillen natürlich erhofft), wurde das Idyll bald unterbrochen – noch lautstärker sogar als zuvor bei der spektakulären Scheinanfahrt der Pacifics –, als nämlich die Kasseler 043 636 vor einem schweren Dg 6789 unten bei Block Schierenberg um die Kurve kroch und minutenlang auf meinen Ansitz zu ballerte! Hier das Nebenbei-Foto während meiner 10-Minuten-Tonbandaufnahme von dem Zug (die leider auf der Vermisstenliste steht), ziemlich genau von der Position, die Ulrich auch oben für Bild 4.9 und 4.15 gewählt hatte.

Kommentare

Bild 4.16

... und 44 Jahre später, im Oktober 2013, sah’s hier so aus:

Kommentare

Bild 4.17

Doch endlich wieder zurück zur großen März-Vorstellung der Pacifics: Als endlich alle wieder eingestiegen waren, mit Schnee in den Schuhen, Matsch an den Hosen, aber jeder Menge Aufnahmen im Kasten, zog die Fuhre wieder an und dampfte über das große Beke-Viadukt nach Altenbeken, das links im Hintergrund, über der Bake für das Vorsignal von Bk Schierenberg, schon zu sehen ist:

Kommentare

Bild 4.18

Während ich von vorne, aus dem 3. Wagen, die bessere "Kontrolle" über die Schublok 001 199 hatte ...

Kommentare

Bild 4.19

... hatte Helmut mit einem der hinteren Wagen die günstigere Wahl für den Blick nach vorn auf die Zuglok 001 133 getroffen…

Kommentare

Bild 4.20 (Foto Helmut Dahlhaus)

... und außerdem noch, geschickter, mit "Querformat" mehr Umfeld von Viadukt und, rechts, der alten Altenbekener Mühle ins Bild genommen als ich ...

... mit dusseligem Hochformat:

Kommentare

Bild 4.21

Wenigstens hätte ich von der schiebenden 001 199 schließlich noch ein halbwegs gescheites Foto mit dem Viadukt machen können, wenn nicht ausgerechnet im Moment des Abdrückens einer der 700 Mitfahrer seinen markanten "Hinnerkopp" vor meine Kamera gehalten hätte:

Kommentare

Bild 4.22

Immerhin ist links neben dem Hinterkopf einmal dokumentiert, zu welch' herausfordernden Balanceakten wir "Fotofreunde" – sonst oft eher ungelenkig – plötzlich in der Lage waren, wenn's um Dampflokbilder ging!

Schließlich noch der Blick aus ganz anderer Position auf die Szenerie am großen Beke-Viadukt bei Altenbeken, den Ralph Maritschnigg uns mit Bildern aus seiner Sammlung zur Verfügung stellt:

Kommentare

Bild 4.23

Kommentare

Bild 4.24

Danke an "Ralph01"!

Mit diesen Eindrücken von der Überquerung des Duntal-Viadukts, dem gut ausgewählten Fotohalt des Sonderzuges bei Altenbeken und der dampfreichen Überquerung des großen Altenbekener Viadukts entlassen wir Euch nun in die restliche Woche, bis in Kürze Helmut diesen Bericht mit dem 5. und letzten Teil fortsetzen und den weiteren Verlauf der Fahrt über Bünde, Osnabrück, Georgsmarienhütter Eisenbahn - mit einer "letzten Preußin ihrer Baureihe"! - und schließlich über Hamm nach Köln illustrieren wird.

Kommentare

Vor 50 Jahren: Die legendäre Pacific-Fahrt – 5/5: Altenbeken - Georgsmarienhütte - Hagen
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn", Helmut Dahlhaus, vom 17.03.2019

>br>

In vier Beiträgen haben Ulrich Budde, Reinhard Gumbert und Michael Fischbach bereits über diese Sonderfahrt berichtet, die am 02.03.1969 vom Wuppertaler Eisenbahn-Kurier mit den Pacifics 001 133 und 001 199 vom Bw Paderborn, 03 252 Bw Mönchengladbach und 01 1065 Bw Rheine durchgeführt wurde:

Teil 1/5, Düsseldorf - Werl
Teil 2/5, Werl - Paderborn
Teil 3/5, Das Geschehen in Paderborn
Teil 4/5, Paderborn - Altenbeken

Heute folgt der fünfte und letzte Teil mit dem weiteren Verlauf der Fahrt von Altenbeken über Bünde und Osnabrück zur Georgsmarienhütten-Eisenbahn und dann über Hamm zurück nach Köln bzw. Düsseldorf. Um mich nicht mit fremden Federn zu schmücken: Der Ursprungsbeitrag vom 11.03.2009 wurde von Reinhard verfasst und von mir nur gepostet, weil Reinhard damals verreist war. Ich habe in die Neuauflage nur einige wenige Details eingefügt.

Zunächst der im Programm angekündigte Fahrtverlauf bis Georgsmarienhütte:

Scan 5.1

Kommentare

Bild 5.1 (Foto Helmut Dahlhaus)
In Altenbeken setzte die Schublok 001 199 ab und kehrte Lz nach Paderborn zurück, während der Sonderzug mit 001 133 durch den gut 1.600 Meter langen Rehbergtunnel dampfte und in schneller Fahrt auf Osnabrück zufuhr, hier bei Himmighausen:

Kommentare

Bild 5.2 (Foto Helmut Dahlhaus)
Der nächste Fotohalt war zwischen Herford und Bünde vorgesehen, bei km 5,3 - im Unterschied zu Altenbeken aber leider in drangvoller Enge. Dennoch hielten wir drauf:

Kommentare

Bild 5.3 (Foto Ulrich Budde)

Kommentare

Bild 5.4 (Foto Reinhard Gumbert)

Stefan "Donni" dagegen war hier offenbar wählerischer: Kein Foto in dieser beengten Situation!

Kommentare

Bild 5.5 (Foto Helmut Dahlhaus)
Nach kurzem Halt in Osnabrück Hbf, wo eilige Mitfahrer Anschluss an D320 nach Köln hatten, wurde schnell Hasbergen erreicht.

Kommentare

Bild 5.6 (Foto Reinhard Gumbert)
Hier fand auch der Lokwechsel von 001 133, die seit Düsseldorf am Zug war, auf die Rheiner 01 1065 statt, ...

Kommentare

Bild 5.7 (Foto Stefan Donnerhack)
... die den Zug Tender voraus wenige Kilometer nach Georgsmarienhütte zog.

Kommentare

Bild 5.8 (Foto Hans Dieter Dahlhaus †)
Bevor jedoch der Sonderzug zur Georgsmarienhütte einrücken konnte, musste erst noch ein Triebwagenzug der GME (vermutlich Zug 11, Georgsmarienhütte ab 16:45 Uhr, Hasbergen an 17:00 Uhr) vorbeigelassen werden. Bei dem Triebwagen handelte es sich um den VT 1 der GME, den ex DB VT36 509 ex DRG VT137 267, der 1966 an die GME gelangte.
(Edit: Nummer korrigiert nach Zuschrift von Chr. Escher, dank dafür)

Kommentare

Christoph Escher
aus Georgsmarienhütte
2021-09-01 17:10:31

Bei dem Triebwagen VT 2 liegt Rolf Köster falsch. Auf dem Bild handelt es sich um den VT 1 der GME. Er gelangte im August 1966 von der DB nach Georgsmarienhütte. 1938 als VT137 267 von der DRG in Dienst gestellt und dem BW Flöha zugeordnet, wurde der Triebwagen nach dem Krieg von der DB als VT36 509 umbezeichnet und dem BW Wuppertal-Steinbeck zugeteilt. Die VT36.5 der ersten Lieferserie (VT137 241 bis 270) besaßen gegenüber der zweiten Lieferserie (VT137 442 bis 461) zwei Toiletten bei der Indienststellung. Die zweite Toilette war in der Fahrzeugmitte angeordnet und hatte ein schmaleres Fenster als die 1000 mm breiten Fenster der 2. Klasse. Nur bei dem Triebwagen VT36 509 wurde die zweite Toilette ausgebaut und durch zusätzliche Sitzplätze ersetzt. Dabei hat er jedoch das schmalere Fenster in der Fahrzeugmitte behalten, womit er sich eindeutig von allen anderen VT36.5 unterscheidet. Ein Vergleich der beiden GME-Triebwagen VT 1 und VT 2 offenbart darüber hinaus noch einige weitere Unterscheidungsmerkmale (Einstiegstüren, Griffstangen, Regenablauf, Dachaufbau etc.). Nach Einstellung des GME-Personenverkehrs 1978 stand der Triebwagen VT 1 noch einige Jahre auf dem Gelände der Georgsmarienhütte abgestellt bis er dort leider 1987 zerlegt wurde.

Bild 5.9 (Foto Hans Dieter Dahlhaus †)
Der Nachschuss zeigt den frisch lackierten Steuerwagen VS 1, ex DB VS145 351:

Kommentare

Bild 5.10 (Foto Helmut Dahlhaus)
Auf dem Werksgelände der Georgsmarienhütten Eisenbahn präsentierte sich deren Lok Nr. 5, ex 91 319, fotografisch weniger günstig im Gegenlicht und dicht neben dem Sonderzug postiert, überdies schon im schwindenden Büchsenlicht:

Kommentare

Bild 5.11 (Foto Reinhard Gumbert)
Viele Kämpfer waren inzwischen offenbar müde und blieben einfach im Zug. "Bloß 'ne Privatbahnlok...!" Doch einer wollte noch hoch hinaus:

Kommentare

Bild 5.12 (Foto Helmut Dahlhaus)
Inzwischen hatte die 01 1065 umgesetzt und war bereit zur Rückfahrt ins Ruhrgebiet:

Das Programm machte dazu diese Angaben:

Kommentare

Scan 5.2

Kommentare

Bild 5.13 (Foto Helmut Dahlhaus)
Längst war es dunkel geworden, als gegen 18.35 Uhr Hamm erreicht war ...

...und der Zug geteilt wurde: Der Hauptzug fuhr mit 01 1065 und 7 Wagen über Dortmund Hbf, Bochum Hbf, Essen Hbf und Duisburg Hbf zurück nach Düsseldorf (nach Plan an 20.23 Uhr), während 03 252, die bereits nachmittags aus Paderborn zurückgekehrt war, den Flügelzug mit 4 Wagen über Unna, Schwerte, Hagen Hbf, Wuppertal, Solingen-Ohligs und Köln-Deutz nach Köln Hbf brachte (lt. Plan an 20.42 Uhr). Der unvergessenen Helmut Bittner † rettete diese Fplo der BD Wuppertal vor dem Reißwolf:

Kommentare

Scan 5.3 (Nachlass Helmut Bittner)

Kommentare

Scan 5.4 (Nachlass Helmut Bittner)

Kommentare

Bild 5.14 (Foto Helmut Dahlhaus)
In Köln Hbf entstand dann auch das letzte Foto dieser Sonderfahrt:

Kommentare

So, auch Ihr habt's nun geschafft – soweit Ihr uns überhaupt bis hierher gefolgt seid. Wenn Ihr Gefallen an unserem Report zu fünft gefunden habt, ist unser Ziel zur Hälfte erreicht. Die andere Hälfte jedenfalls ist ohne Zweifel im Kasten: Es hat nämlich einfach viel Spaß gemacht, diese grandiose Fahrt gemeinsam aufzubereiten – heute, nach fünfzig Jahren, und ohne dass wir uns damals bewusst begegnet sind.

Danke für Euer Interesse, für Eure Geduld und
schöne Grüße aus Mülheim/Ruhr, Schwelm, München, Usingen und Aachen –
Ulrich Budde, Helmut Dahlhaus, Stefan Donnerhack, Michael Fischbach und Reinhard Gumbert