103 - Die Starlokomotive der Deutschen Bundesbahn

Die Indienststellung der Serienloks der Baureihe 103 ab Herbst 1970 markiert den Beginn einer neuen Ära in der Geschichte der Deutschen Bundesbahn. Mit der 103.1 stand eine Maschine zur Verfügung, mit der nicht nur eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h im Planbetrieb ausgefahren werden konnte, sondern die darüber hinaus durch ihre enorme Leistungsfähigkeit in der Lage war, auch schwerste Reisezüge mit 160 km/h zu befördern. Aus dem klassischen F-Zug Netz mit historisch gewachsenen Einzel-Verbindungen wurde jetzt ein systematisch geordnetes IC-Netz mit festen Taktfahrplänen, wobei die Züge zunächst nur die 1.Wagenklasse führten (IC'71). Die generelle Hinzunahme der 2.Klasse und die Einführung des Ein-Stunden-Takts machten daraus das System IC'79, das in seiner ursprünglichen Form als Netz mit festen Knotenpunkten und relativ starrer Linienbindung weltweit einmalig war und bis heute unübertroffen ist.

Nahezu einziges Traktionsmittel für diese Züge war die Baureihe 103, sieht man einmal von einzelnen Randleistungen mit der BR 111 ab. Dementsprechend war die Intercity-Lok 103 in der Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Bundesbahn allgegenwärtig. Die 103 war in den 70er und 80er Jahren unbestritten der Star unter den Lokomotiven der DB.

Bei vielen Eisenbahnfreunden genießt die 103 inzwischen geradezu einen Kultstatus und wird als die formschönste Lok der Bundesbahnzeit verehrt. Auch wenn ich diese Meinung nicht teile, so bin ich doch nach wie vor von der Laufruhe und der enormen Leistungsfähigkeit dieser Maschinen begeistert. Bei meinen vielen Führerstands-Mitfahrten war es immer wieder ein Vergnügen, die Beschleunigung eines schweren Zuges mit 500t und mehr mitzuerleben - besonders schön zu "erfahren" auf der Rheinstrecke mit ihren zahllosen Geschwindigkeitswechseln. Die äußere Formgebung würde ich dagegen nur als (duchaus gelungenen) Kompromiß zwischen den aerodynamischen Notwendigkeiten und Formdesign bezeichnen. Aber die Farbgebung reißt alles 'raus - in der TEE-Farbgebung und mit den passenden Wagen dahinter ist der Anblick der Loks schon eine Augenweide. Ein Vergnügen, das durch den Abbau der Schürzen und Pufferverkleidungen bereits deutlich geschmälert und später durch das völlig missratene, orientrote Farbdesign restlos verdorben wurde.

Wie dem auch sei, wenn man irgendwo an einer elektrifizierten Hauptstrecke stand, waren immer auch 103 bespannte Züge dabei, so dass nie die Notwendigkeit bestand, diesen Maschinen hinterher zu rennen. Im Laufe der Zeit kam so neben viel Masse auch einiges an vorzeigbarem Bildmaterial zusammen, von dem ich einige Bilder in dieser Galerie präsentieren möchte. Bei der Auswahl wurde schwerpunktmäßig die frühe Zeit berücksichtigt, als die Loks noch in klassischer TEE-Farbgebung, mit schwarzem Rahmen, Schürze und Pufferverkleidung unterwegs waren. Die Anordnung der Bilder in chronologischer Reihenfolge zeigt darüber hinaus den Wandel im Erscheinungsbild im Laufe der Jahre, wobei die "schlimme Zeit", als es mit der Baureihe 103 dem Ende zuging, dem zeitlichen Rahmen der Bundesbahnzeit entsprechend hier nicht erfasst ist.

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Eine meiner ersten 103 Aufnahmen nach Wiederaufnahme der Farbfotografie zeigt die Eidelstedter 103 221-8 am 30.11.73 mit E1916 am verschneiten Lehrter Rangier-bahnhof. Der Zug kommt aus Hannover und fährt ohne Halt in Lehrte nördlich am Bw vorbei in Richtung Burgdorf, Celle - ein nur von wenigen Reisezügen planmäßig benutzter Fahrweg.

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Zwecks Optimierung der Umlaufpläne wurden die 103 vereinzelt auch vor Güterzügen eingesetzt, zumeist jedoch nachts. Aktuelle Informationen über solche Einsätze gab es nicht, und so gehörte schon ein wenig Glück dazu, einmal einen 103-bespannten Güterzug zu erwischen. Dieses hatte ich am 18.04.74, als mir die damals noch im Bw Frankfurt(M)-1 beheimatete 103 195-4 mit dem Schnellgüterzug Sg5503 am Stellwerk Hannover-Linden Hafen Süd vor die Flinte kam.

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103er Treffen in Großburgwedel am 03.05.74: Die "lange" 103 227-5 (HEid) befand sich auf LZB-Einstellfahrt und wurde in Großburgwedel an die Seite genommen, um den IC175 "Otto Hahn", bespannt mit der "kurzen" 103 144-2 (F-1), überholen zu lassen. Bemerkenswert ist, dass der IC auch 1974 noch mit (mindestens) zwei blauen Aüm-Wagen bestückt ist.

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Die günstige Gelegenheit wurde genutzt, um ein paar Porträtfotos der noch kein Jahr alten 103 227-5 (HEid) anzufertigen. Großburgwedel, 03.05.74.

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Ebenfalls am 03.05.74 entstand bei Wettmar, etwas nördlich von Großburgwedel, die Aufnahme von 103 173-1 (HEid) mit TEE73 "Helvetia", der für einen reinen 1.Klasse-Zug eine beachtliche Länge aufweist. Nach einem schweren Auffahrunfall erhielt die Lok bei ihrem Wiederaufbau die vergrößerten Führerstände, wie sie sonst nur bei der letzten Serie ab 103 216 zu finden waren.

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Bereits ab Werk besaß die fest der Versuchsanstalt Minden zugeordnete 103 118-6 eine Getriebeübersetzung für 250 km/h, was sie zu schnellsten Lok der DB machte. Das erste Mal begegnete ich der schnellen 103 am 13.09.74 im Bahnhof Rheda. Dort führte das Institut für Schienenfahrzeuge der TU Hannover Grenzschichtmessungen durch, wozu ein stabiles Holzgerüst mit dicht an den Zug heranreichenden Messwertaufnehmern aufgebaut worden war. Neben den Regelzügen wurden diverse Versuchszüge vermessen, u.a. 403 und 601, von denen aber nur der 103-bespannte Messzug eine Vorbeifahrt mit 250 km/h ermöglichte.

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Auch am 22.04.75 standen aerodynamische Messungen auf dem Programm. Im Bahnhof Brackwede wartet 103 118-6 vor einem Messzug darauf, die nächste Fahrt nach Neubeckum anzutreten. An der Front ist eine Messlanze montiert, an deren Spitze sich ein Staurohr befindet, mit dem der Luftdruck der Umgebung gemessen wird, der auch bei Höchstgeschwindigkeit noch bis etwa 3 m vor dem Zug als ungestört angesehen werden kann.
Einmalig, und nur bei 103 118 anzutreffen, waren die schwarzen Lokschilder an den Frontseiten.

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Beim Warten auf den Messzug (siehe Bild 7) fiel quasi als "Mitnahmebild" auch ein Foto der 103 109-5 (F-1) ab, die am 22.04.75 bei Isselhorst-Avenwedde mit dem IC145 "Porta Westfalica" nach Hannover unterwegs ist. Im leichten Streiflicht ist silberne Unterlegung der Lüftungsgitter leider nur schwach zu erkennen, die diese Lok als erstgelieferte 103.1 zu einem gesuchten Exoten machte.

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Den dunklen Wolken, die sich nur kurz nach der Aufnahme in einem heftigen Regenschauer entluden, versucht 103 174-9 (HEid) mit dem IC160 "Präsident" schleunigst in Richtung Norden zu entkommen. Tamm(Württ), 08.04.76.

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Doppeltraktion mit 103 war mangels technischer Ausrüstung nicht möglich und hätte zudem die Strombelastbarkeit der Fahrleitung überfordert. Gelegentlich, wenn auch höchst selten, kam es jedoch vor, dass eine zweite Lok geschleppt mitgeführt wurde. Eine solche Betriebssituation bot sich mir am 28.08.76 im Bf. Augsburg-Oberhausen - leider etwas überraschend, da bei dem trüben Wetter eigentlich gar kein Foto dieses Zuges vorgesehen war. Erst im letzten Moment erkannte ich, dass im D582 hinter der Zuglok 103 208-5 (HEid) noch 103 206-9 (HEid) eingereiht war.

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Mehr als zwei Stunden Verspätung hatte sich der D410 "Hellas-Express" von Athen nach Dortmund bereits eingefangen, als er mir am 28.08.76 in Augsburg-Oberhausen vor der Kulisse der (ehem.) Schuhfabrik August Wessels vor die Kamera fuhr. Das konnte auf dem restlichen Laufweg mit Sicherheit nicht wieder hereingefahren werden, auch wenn sich der Lokführer der 103 119-4 (F-1) sicher alle Mühe gegeben hat, wenigstens ein paar Minuten bis Stuttgart wieder gut zu machen.

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Nur kurze Zeit später kam aus der Gegenrichtung 103 186-3 (HEid) mit dem TEE91 "Blauer Enzian" - wie der "Helvetia" ein Paradezug der DB, vor dem sich schon zu F-Zug Zeiten die 103 Prototypen bewähren mussten. Augsburg-Oberhausen, 28.08.76.

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Heute nicht mehr wiederzuerkennen ist die Stelle östlich des Bahnhofs Haspelmoor, wo am 24.09.76 die Eidelstedter 103 224-2 mit dem IC121 "Hans Sachs" auf der Fahrt nach München aufs Celluloid gebannt wurde.

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Die Beförderung schneller Post- und Expressgutzüge war eine durchaus "standesgemäße" Beschäftigung für eine 103. Am 25.09.76 konnte ich 103 196-2 (HEid) mit einer solchen Leistung fotografieren, als der Zug in Gablingen kurz in die Überholung genommen wurde. Im Hintergrund ist schon der mit einer Bügelfalten-E10 bespannte Schnellzug zu sehen, der gleich darauf in voller Fahrt hinter dem Postzug vorbei donnerte. Beachtenswert auch der popfarbene Düm hinter der Lok.

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Ein solches Bild hat wohl jeder Eisenbahnfreund vor Augen, wenn er an die große Zeit der 103 und der lokbespannten IC-Züge zurückdenkt: 103 148-3 (F-1) steht am 07.06.77 abfahrbereit mit IC126 "Adler" vor der markanten Halle des Münchener Hauptbahnhofs.

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Im Sommer 1977 führten nur wenige ICs auch die zweite Wagenklasse, so wie das auf diesem Bild der Fall ist. Deshalb wird es sich bei dem am späten Nachmittag des 12.07.77 bei Mertingen aufgenommenen Zug wahrscheinlich um den über Augsburg umgeleiteten IC186 "Riemenschneider" handeln, der mit 103 165-7 (F-1) an der Spitze auf dem Weg nach Norden ist.

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Am frühen Morgen des 13.07.77 entstand bei Nordheim, südöstlich von Donauwörth, die Aufnahme der 103 242-4 (HEid) mit IC180 "Albrecht Dürer". Als Speisewagen fungiert ein "Kakadu" - so der Spitzname für den blau/roten ARmh. Auf dem vorderen Gleis nähert sich 218 414-1 (Reg) mit dem P3152 aus Neuburg(Donau) und weiter nach Ulm.

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Der typische, rein erstklassige IC aus der ersten Phase des IC-Verkehrs in Deutschland (IC'71): IC160 "Präsident", bespannt mit der langen 103 221-8 vom Bw Eidelstedt, auf den Film gebannt bei Kutzenhausen am 16.07.77.

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Zur Abwechslung wieder eine 103 im schweren Schnellzugdienst: Bei Ölbronn schlängelt sich 103 230-9 (HEid) am 28.05.78 mit dem D511 über die kurvenreiche Mittelgebirgsstrecke zwischen Bruchsal und Bietigheim (- Stuttgart). Bei dieser Trassierung war eine zeitgemäße Reisegeschwindigkeit nicht zu erzielen und eine Neubaustrecke unumgänglich.

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Eine Drehung um 90 Grad und ein Blick in die Gegenrichtung ermöglichte unmittelbar darauf diese Aufnahme von 103 128-5 (F-1), die sich mit dem TEE16 "Erasmus" durch die engen Kurven quält. Ölbronn, 28.05.78.

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103 156-6 (F-1) mit IC26 "Prinz Eugen" in dem fotogenen Einschnitt zwischen Laaber und Beratzhausen am 01.06.78. Vor diesem Zug machte sich die 103 in Österreich durch die Verursachung zahlreicher Fahrleitungsschäden unbeliebt und der Zug wurde in der Presse als "Prinz Eugen, der edle Reißer" geschmäht. Als Folge davon mussten die störanfälligen Stromabnehmer mit Wanischwippe (=Erstausrüstung) gegen solche vom Typ SBS65 getauscht werden.
Detailierte Infos zur Stromabnehmerproblematik bei der BR 103 siehe DSo-Beitrag
Die Stromabnehmer der BR 103.

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Auch IC538 "Prinzipal" gehörte bereits vor der generellen System-Umstellung (Stichwort IC'79) zu den zweiklassigen ICs. Am 06.01.79 hatte 103 230-9 (HEid) diesen Zug am Haken, als sie im verschneiten Essener Hauptbahnhof abgelichtet wurde. Man beachte auch die Schachbrettfahne am Flaggenmast hinter der Lok, die das Verkehren von Wintersport-Sonderzügen ins Sauerland anzeigt.

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Ebenfalls zweiklassig war IC535 "Theodor Storm", mit dem 103 152-5 (F-1) am 13.04.79 durch die als extreme Störstelle berüchtigte Weichenverbindung in Essen-Kray Süd heizt.

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Und noch einmal IC535 "Theodor Storm", hier mit 103 124-4 (F-1) in Dortmund-Somborn am 19.05.79. Exakt an dieser Stelle befindet sich heute die Ausfädelung der 1988 in Betrieb gegangenen neuen Eckverbindung nach Witten, die eine vollständige Veränderung der Landschaft nach sich zog. Besonders hinweisen möchte ich auf die bei der DB äußerst seltene Einfach-Fahrleitung ohne Tragseil über den beiden Gütergleisen im Bildvordergrund.

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Nein, das ist nicht Frankfurt-Mainhattan, sondern Ruhrpott-City!
Vor einer durchaus beachtlichen Hochhaus-Kulisse verlässt 103 211-9 (HEid) am 23.06.79 mit dem IC133 "Merkur" den Essener Hauptbahnhof zur Weiterfahrt nach Bochum.

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Verspätungsmanagement bei der vielgeschmähten Behördenbahn:
Da IC597 "Herkules" am 01.09.79 auf seinem Weg nach Süden eine erhebliche Verspätung erlitten hatte, wurde in Stuttgart kurzerhand ein aus zwei Wagen bestehender Ersatzzug zusammengestellt und mit der Planlok 103 194-7 (HEid) exakt im Fahrplan des IC597 auf die Reise nach München geschickt. Der verspätete Hauptzug kam dann einige Zeit später mit der Reservelok 110 294 - Bild siehe E10 - DIE Schnellzuglok der Bundesbahnzeit, Bild 36. Aufnahme oben auf der schwäbischen Alb bei Urspring.

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Im Rheintal zwischen Mannheim und Karlsruhe ist die Landschaft flach, die Strecken sind gerade und schnell und reizvolle Motive schwer zu finden. Da bot sich Schloss Kislau bei Bad Schönborn-Langenbrücken als willkommener Hintergrund an für eine Aufnahme des TEE15 "Bacchus", der mit 103 229-1 (HEid) an der Spitze via Heidelberg gen Süden braust. So malerisch das Schloss aus der Entfernung auch aussehen mag - die heutige Nutzung ist eher traurig: Es ist jetzt eine Justizvollzugsanstalt im offenen Vollzug, also ein Gefängnis. 26.09.79.

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Im Nienburger Ortsteil Langendamm konnte am 23.02.80 die Eidelstedter 103 184-8 mit IC575 "Kaiserstuhl" auf der Fahrt nach Hannover auf den Film gebannt werden.

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Die langgezogene S-Kurve bei Fünfstetten war eine von mir gerne und oft besuchte Fotostelle. Am 30.04.80 windet sich hier die Frankfurter 103 163-2 mit dem IC564 "Burggraf" über die Monheimer Alb - so der wohl wenig bekannte Name des Höhenzuges zwischen Donauwörth und Treuchtlingen. Das Gehöft im Hintergrund ist der Biberhof.

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Bei Gundelsheim, zwischen Treuchtlingen und Donauwörth gelegen, legt sich am 01.05.80 die Frankfurter 103 125-1 mit dem IC563 "Präsident" in die Kurve. Nur 10 Monate später wurde diese Maschine ganz in der Nähe bei Tauberfeld in einen schweren Unfall verwickelt, der zu einer frühzeitigen Ausmusterung führte (als 2. Lok der Baureihe 103).

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Die außergewöhnliche Fahrleitungsbauart mit stählernen Querbrücken im Westen Dortmunds am Abzweig Dortmunderfeld war der Anlass für mich, am 15.05.80 "hinten herum" und auf nicht ganz legalen Pfaden den Zugang zu dieser Stelle zu suchen. Neben zahlreichen anderen Zügen wurde dort auch 103 174-9 (HEid) mit dem IC611 "Gutenberg" aufgenommen.

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Bevor es die Eckverbindung nach Witten in Bochum-Langendreer gab (siehe auch Text zu Bild 24), verkehrten die ICs zwischen Dortmund und Hagen über Do.-Barop. In Witten-Annen unterquert diese Strecke den "Rheinischen Esel", die Bahnstrecke von Dortmund-Löttringhausen über Witten-Ost nach Bochum-Langendreer, die hier mit einem fotogenen Viadukt über die elektrifizierte Hauptstrecke geführt wird. Genau an dieser Stelle befand sich 103 160-8 (F-1), als ich sie am 15.05.80 mit dem IC160 "Meistersinger" verewigen konnte.

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1975 war ich noch extra wegen der schnellen 103 nach Brackwede gefahren (siehe Bild 7); sechs Jahre später hatte ich dann beruflich mit ihr zu tun. Bei den Zulassungsfahrten für das von der Firma Krupp im Rahmen des Rad/Schiene Forschungsprogramms entwickelte und gebaute "Versuchsfahrzeug 1" (VF1) diente die 103 118-6 (HEid) als Zuglok. Der dienstliche Anlass ermöglichte mir am 05.05.81 auch mitten im Gleisbereich des Bahnhofs Brackwede ein Bild des als Dsts28952 eingelegten Messzuges.

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Die Versuchsfahrten mit dem VF1 gingen bis zu der lokseitig maximal zulässigen Höchstgeschwindigkeit von vmax = 250 km/h - mehr war damals leider nicht drin. Ein Blick auf den Tacho belegt, dass diese Geschwindigkeit am 05.05.81 auch tatsächlich ausgefahren wurde.

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Ein TEE mit rein innerdeutschem Laufweg war der TEE28/29 "Heinrich Heine", der zwischen Dortmund und Frankfurt(M) verkehrte. In seinem letzten Fahrplanjahr bestand der Zug lediglich aus drei Wagen, von denen noch dazu einer ein Speisewagen war. Der Lokführer auf der 103 117-8 (F-1) dürfte sich wie bei einer Lz gefühlt haben, als er am 14.05.82 mit dem TEE29 meine Fotostelle vor der Haustür in Mülheim-Heißen passierte.

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Zwischen Hagen und Witten überquert die Personenzugstrecke bei Wetter die aufgestaute Ruhr auf zwei kurz aufeinander folgenden, flachen Brücken, hinter denen sich der Harkortsee ausbreitet. Über die westliche dieser beiden Brücken rauscht hier gerade der IC616 "Hölderlin" mit 103 194-7 (HEid) an der Spitze auf seinem Weg nach Dortmund. Wetter(Ruhr), 13.11.83.

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Wir bleiben an der Ruhr, begeben uns aber jetzt ganz an den westlichen Rand des Reviers. Am Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg überquert die "Köln-Mindener", also die Strecke Dortmund - Oberhausen - Duisburg, die Ruhrauen auf einem gemauerten Viadukt, der bei Hochwasser die Funktion einer Vorflutbrücke übernimmt. Auf dieser Brücke wurde am 02.09.84 die Frankfurter 103 158-2 mit dem D411 "Hellas-Express" abgelichtet, der durch seinen internationalen Wagenpark stets ein Hingucker war.

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Gegenwart und Zukunft im schnellen Personenfernverkehr: Während 103 192-1 (HEid), schon ein bisschen verbeult, aber noch voll "im Saft", für den alltäglichen Fernverkehr der achtziger Jahre steht, deutet sich mit dem Intercity-Experimental auf dem Nachbargleis die nächste Generation des schnellen Personen-Fernverkehrs auf der Schiene an.
Die 103 hat am 01.12.85 den IC131 "Merkur" am Haken, der ICE 410 002-2 absolviert eine "Demonstrationsfahrt" für die Firma Krupp unter der Zugnummer ICs28806 von Essen nach Bielefeld. Die Aufnahme entstand in Essen Hbf am 01.12.85.

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Schnee im Revier - das war und ist immer etwas Besonderes. Und wenn der Schnee den Boden auch nur knapp bedeckt, werden sogleich die Skier ausgepackt. Der Sportsmann mit den Langlaufski erschien völlig unbeeindruckt von der 103 228-3 (HEid), die direkt neben ihm mit IC523 "Heinrich der Löwe" vorbei saust. Essen Leithe, 30.12.85.

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Das seltene Vergnügen von Sonne und Schnee konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, und so stand ich am Tag darauf, Silvester 31.12.85, wieder kurz an der Strecke; dieses Mal in Bochum-Werne zwischen Langendreer und Hbf. Aus Richtung Essen kam zunächst 103 161-6 (F-1) mit dem IC518 "Schwabenpfeil"; ...

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... dann, aus der Gegenrichtung, 103 104-6 (F-1) mit IC523 "Heinrich der Löwe"; Bochum-Werne, 31.12.85.

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Oh je, wie sieht 103 109-5 denn aus? Die Front ist frisch ausgebessert und farblich "geflickt", aber die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen - offensichtlich brauchte der Betrieb die Lok dringend zurück. Insgesamt macht die erstgelieferte Serien-103 einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck und von der silbernen Hinterlegung der Lüftungsgitter ist auch kaum noch etwas zu erkennen.
Am 29.04.87 ist hat sich die Lok gerade mit IC620 "Glückauf" auf den Weg von München nach Dortmund gemacht und passiert an der Donnersbergerbrücke 110 331-6 (HEid), die gerade dabei ist, ins Bw München Hbf einzurücken.

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Am 15.04.88 konnte man bereits die Tage zählen, an denen die ICs zwischen Hagen und Dortmund noch über Do.Barop fuhren - Grund genug, hier noch einmal eine Aufnahme zu machen. U.a. den Kurz-IC "Lenne-Kurier", IC541, bespannt mit 103 101-2 (F-1), unter der Fußgängerbrücke am Bahnhof Dortmund-Barop.
Nur zur Erinnerung: 103 101 war zwar die Serienlok mit der niedrigsten Betriebs-nummer, aber beileibe nicht die erste ausgelieferte Lok dieser Baureihe - das war, wie schon erwähnt, 103 109, die 103 mit den silbern hinterlegten Lüftungsgittern (s. Bild 8 und 42).

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Nur mit ganz wenigen Zügen kam die Baureihe 103 planmäßig im IC- und IR-Verkehr auf die NBS Hannover - Würzburg. Im Versuchsdienst dagegen waren nicht nur immer wieder die VersA-Loks, sondern gelegentlich auch normale 103 hier anzutreffen. So z.B. am 29.04.88 103 143-4 (F-1), die im Rahmen der Hochgeschwindigkeitsfahrten mit dem ICE/V - siehe DSo-Beitrag "400 km/h – die Rekordfahrten des ICE/V im April 1988 - mit einem Messzug im Übf Mottgers auf ihren nächsten Einsatz wartet. 29.04.88

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Zwar schon mit neuer Front - UIC-Steckdose und Griffe, rotes DB-Logo, ohne Schürze - aber noch mit schwarzem Rahmen präsentiert sich die Frankfurter 103 132-7 als ich sie am 09.03.89 in Höhe des Bw München Hbf mit dem EC20 "Blauer Enzian" aufnehmen konnte.

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Wie kann man eine Lok nur so verunstalten? Gnadenlos und ohne Rücksicht auf die Strukturelemente des Lokkastens wurde das orientrote Farbdesign auch der Baureihe 103 übergestülpt. Die erste derart vergewaltigte Lok war 103 115-2 vom Bw Frankfurt(M) 1. Als Erstmuster in dieser Farbgebung waren hier die Lüftungsgitter noch nicht braungrau hinterlegt.
Am 11.03.89 durchfährt die "Cola Dose" mit IC713 "Diplomat" den Bahnhof Remagen.

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Durchaus akzeptabel - nach meinem Geschmack - war dagegen die Variante mit rotem Rahmen, was den Gestaltungsprinzipien des ozeanblau/beigen Farbschemas entsprach. Lange Zeit war 103 113 die einzige Lok in dieser Farbgebung, später kamen noch zwölf weitere 103.1 hinzu. Eine davon war 103 117-8 (F-1), die hier mit voller Fahrt, d.h. 200 km/h, mit dem EC3 "Rembrandt" südwärts durch Duisburg-Rahm donnert.

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In der Serien-Ausführung des orientroten Farbschemas waren die Lüftungsgitter graubraun hinterlegt. Die ersten umlackierten Maschinen besaßen darüber hinaus unlackierte, sprich silberfarbene Lüftungsgitter, die allerdings sehr schnell verschmutzten, so dass die Gitter später von vornherein graubraun lackiert wurden. Silberne Lüftungsgitter besaß 103 196-2 (HEid), als sie am 11.03.90 mit dem D348 durch den Bahnhof Essen-Kray Süd brauste.

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Zurück zu der klassischen Lackierung in TEE-Farben. Am 04.05.90 hat 103 166-5 (F-1) keine Mühe, den recht kurzen IC885 "Lucas Cranach" durch die blühende Landschaft bei Walpertshofen gen München zu befördern.

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Bei Rhina kurvt die Eidelstedter 103 191-3 mit dem IC697 "Nymphenburg" nach München durch das herbstliche Haunetal; 12.10.90.

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Eine Aufnahme aus Köln, wo sich die 103 die Klinke in die Hand gaben, darf in dieser Galerie nicht fehlen. 103 207-7 (HEid) hat soeben mit dem IC527 "Rheinland" den Rhein auf der Hohenzollernbrücke überquert und fährt nun in den Kölner Hauptbahnhof ein; 21.04.91.

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Das ist zwar ein geschobener Zug, aber kein Wendezug! 103 201-0 (HEid) hat den IR1776 nach Hamburg gebracht und schiebt nun, nachdem die letzten Fahrgäste den Zug in Altona verlassen haben, den Leerwagenpark als Rangierfahrt über die kurze Strecke vom Bahnhof Altona ins Bww Langenfelde. Aufnahme in Höhe des S-Bahnhofs Hmb.Diebsteich, 24.05.91.

Die Zeit nach der Bundesbahnzeit

Zum Abschluss noch Zwei Bilder von Farbexoten aus der DBAG Zeit, die üblicherweise nicht in der Bundesbahnzeit betrachtet wird.

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Gar nicht mal so schlecht und auf jeden Fall viel besser als die völlig verunglückte orientrote Farbgebung stand der 103 das verkehrsrote Design. Als einzige Lok wurde die Hamburger 103 233-3 auf Initiative des Modellbahnherstellers Roco derart umgestaltet, also quasi das Vorbild zum Modell geschaffen. Am 22.10.00 konnte der begehrte Farb-Exot mit dem IR2552 "Georgius Agricola" in Mülheim/Ruhr-Heißen auf den Film gebannt werden.

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Eine sehr eigenwillige und gewollt auffällige Farbgebung wurde für den im Jahr 1995 eingeführten "Touristikzug" gewählt. Für dieses Angebot wurde neben etlichen Wagen und zwei Loks der BR 218 auch die Frankfurter 103 220-0 entsprechend umlackiert.
In Zeiten, in denen der Touristikzug nicht verkehrte, kam die Lok auch vor regulären Zügen zum Einsatz. Auf diese Weise erwischte ich das "Dschungel-Monster" am 26.05.01 mit dem IC703 "Alster Kurier" im dichten Dschungel am Ruhrufer bei Wetter.

Weitere Aufnahmen zum Thema siehe begleitenden DSo-Beitrag Die 103 in der Bundesbahnzeit.