Dienstreise nach Mertingen
Zusammenfassung der Beiträge Teil 1 und 2
Dienstreise nach Mertingen - Teil 1
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 11.06.2004

Im Juli 1977 wurde ich von meinem Brötchengeber, einer weltbekannten Lokomotivfabrik in Essen, für 1½ Wochen nach Mertingen entsendet, um dort im Rahmen des Rad/Schiene Forschungsprogramms Messungen am Gleis zu betreuen. Das war schon an sich eine reizvolle und ehrenhafte Aufgabe für einen jungen Ingenieur und Berufsanfänger. Und für mich als Eisenbahnfan sowieso: 10 Tage von morgens bis abends an der Strecke, mitten im Altbau-E-Lok Land, und das alles bei schönem Sommerwetter. Selbstredend, dass die Freizeit vor, während und nach der Arbeitszeit intensiv zum Fotografieren genutzt wurde. Von den zahlreichen Aufnahmen, die damals entstanden, kann ich hier natürlich nur einen Bruchteil zeigen.

Bild 01 01
Übernachtet wurde in Donauwörth, und wenn man morgens ein wenig eher losfuhr, waren noch vor Dienstbeginn ein paar Fotos möglich. So am 13.07.77, wo 117 114 gerade die Donaubrücke südlich von Donauwörth passiert hat und sich mit P5013 auf den Weg nach Augsburg macht. Die Lok ist übrigens (hinten) mit einem Stromabnehmer DBS54 mit Wanischwippe (ex 103) ausgerüstet.

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Gleiche Stelle, Gegenrichtung. Von Augsburg kommt 103 242 mit IC 180, und auf dem vorderen Gleis nähert sich 218 414 mit P3152 aus Ingolstadt. Im IC, damals noch wie üblich nur 1. Klasse, läuft als Speisewagen ein "Kakadu".

Bild 03 03
In Mertingen bot sich direkt am Meßplatz am südlichen Bahnhofsende ein brauchbares Motiv auf die Strecke. Am 12.07.77 sehen wir hier 194 042 (Bw Aug) mit Dg54374. Die Lok ist nach einer Unfallausbesserung mit neu eingefassten Frontfenstern und eingebauten Lampen unterwegs. An der Seitenwand prangt ein DB-Keks und die Nummer ist auf dem Lokrahmen aufgemalt - beides eher selten bei 194 in dieser Zeit.

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Während die 194 zufällig kam, war 118 014 geplant. In Kenntnis der planmäßigen Bespannung wurde die Frühstückspause so terminiert, dass E2564 so "nebenbei" abgelichtet werden konnte.

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Nur wenige hundert Meter weiter südlich macht die Strecke eine sanfte Kurve, ab der heute der 200 km/h Schnellfahrabschnitt beginnt. Von dieser Geschwindigkeit ist 194 084 mit ihrem Dg61163 allerdings weit entfernt, als sie mir hier nordwärts fahrend begegnet, 12.07.77.

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Für südwärts fahrende Züge bot sich diese Perspektive. 117 122 hat am 12.07.77 P5007 am Haken.

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Die heutigen Fans (die sich Fuzzies nennen) bezeichnen eine 110 schon als Altbaulok. In München und Süddeutschland generell wurden die 110 damals nach und nach aus dem Schnellzugdienst von den neu angelieferten 111 verdrängt. Am 12.07. führt 110 113 vom Bw Frankfurt(M)-1 E3003, der einen Fahrplanabschnitt vorher noch eine 118er Leistung war.

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Und auch eine 150 darf hier nicht fehlen. 150 006 poltert am 12.07. mit Sg52323 durch die Kurve. Gut zu erkennen, daß es sich um die Zweitbesetzung der Nummer handelt, einem Neubau von 1972 in der Ausführung der letzten Serie.

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1977 hatte die Baureihe 144 keine Planleistungen mehr auf der Strecke Augsburg - Donauwörth - Treuchtlingen. Sie wurde aber noch häufig für Sonderdienste eingesetzt. Die Doppel-Lz mit 144 166 und 144 120 (beide Bw Aug) ist wahrscheinlich auf dem Weg nach Treuchtlingen zu solch einem Sonderdienst. Druisheim, 12.07.77.

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Zum Schluß noch einmal eine 118. Ebenfalls bei Druisheim kommt uns am späten Abend 118 049 mit E3008 entgegen. Die türkis/beigen 118 waren zwar keine Augenweide, aber doch immerhin etwas Besonderes.

Viel Spaß mit den Bildern der Altbau-E-Loks, die im HiFo bisher nicht so stark vertreten sind, wünscht
Ulrich Budde

Dienstreise nach Mertingen - Teil 2
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 13.06.2004

Nachdem mein Bild-Reisebericht doch einige Interessenten gefunden hat, will ich noch einige Bilder von dieser Tour hinterherschieben.

Bild 11 11
Das erste Bild zeigt 118 003 direkt am Ort des Geschehens im Bf. Mertingen. Wegen der Messungen wird D303 über das Gegengleis geleitet, 15.07.77. Links am Bildrand sind noch die Schatten unseres Versuchszugs zu erkennen. Dort, wo die Bretter im Gleis liegen, war die Meßstelle im Durchfahrgleis Richtung Augsburg.

Bild 12 12
Südlich des Bahnhofs Mertingen gibt es eine Straßenbrücke über die Bahn. Von dort aus sehen wir 118 038 am 12.07.77 mit D587 nordwärts fahrend.

Bild 13 13
An der vom 1. Teil bekannten Stelle südlich von Mertingen legt sich 110 382 vom Bw Hamburg Eidelstedt am 12.07.77 mit D299 in die Kurve. Damals waren Durchläufe mit 110 von Hamburg bis München nichts Besonderes. Genau dafür waren die Loks schließlich gebaut worden, nicht für lausige REs!

Bild 14 14
Auch die 117 war mal eine Schnellzuglok. Aber auf ihre alten Tage wird sie nur noch im Nahverkehr abfahren. Hier 117 108 mit P5013 am 12.07. bei Mertingen.

Bild 15 15
Und noch eine 117: Das nächste Bild zeigt 117 106 mit P5007 am 16.07.77 bei Langweid, noch etwas weiter südlich Richtung Augsburg.

Bild 16 16
Hochmodern war 1977 eine 103. Die Lok ist hier auch nicht das Besondere, sondern der Zug! Denn IC186 war einer der IC's, die probehalber mit einigen Wagen 2. Klasse ausgestattet waren. Der Erfolg dieses Konzepts führte 1979 zur flächendeckenden Einführung der 2-klassigen ICs (System IC79). 103 165 am 12.07.77 bei Druisheim.

Bild 17 17
Das Allerneuste aber war eine 151. Am 12.07. hat 151 028 sogar einen Schnellzug am Haken - D1367, obwohl der Wagenpark danach überhaupt nicht aussieht.

Bild 18 18
Unmittelbar danach kommt die Ingolstädter 194 155 mit Dg61828 daher. Der schwere Zug erfordert volle Anstrengung, was bei den Tatzlagermaschinen durchaus hörbar war. 194 155 war eine der Loks mit "Hochwasserstreifen", ein Design, das das Bw München Ost bei seinen 144 und 194 in Eigenregie eingeführt hatte.

Bild 19 19
Am 14.07. ist 194 138 bei Bäumenheim mit Dg61163 Richtung Nürnberg unterwegs. Bemerkenswert der DB-Keks und die Nummer auf dem Lokrahmen.

Bild 20 20
Auch das letzte Bild zeigt eine 194, meine absolute Lieblings-Altbau-Ellok.
Wieder ist es Dg61163, der 2 Tage zuvor mit 194 119 befördert wird. Donauwörth, 12.07.77.

Schönen Abend noch,
Ulrich Budde