50 Jahre TEE
Zusammenfassung der Beiträge Teil 1 bis 3
50 Jahre TEE - Schweiz
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 02.06.07

Genau heute vor 50 Jahren, am 02.06.1957, wurde die neue Zuggattung "Trans Europ Express“, kurz TEE, eingeführt (man beachte: Europ, ohne "a"!). Railroadwilli hat dieses Thema ja bereits mit zwei hervorragenden Beiträgen - 1. Teil am 29.05. und 2. Teil gestern - vorgestellt und mit vielen höchst interessanten und seltenen Bildern garniert. Mann, wär’ ich froh, wenn ich diese Züge noch so vor die Kamera gekriegt hätte.

Von den Nicht-DB TEE-Fahrzeugen kann ich nämlich nur von den Schweizer Typen einige Bilder beisteuern, als kleine Ergänzung zu den im o.g. Beitrag bereits gezeigten.

Bild 01 01
Neben dem deutschen Diesel-TEE VT11.5 war der schweizer Viersystem-ET sicherlich der bemerkenswerteste Fahrzeugtyp der ersten TEE-Generation. Meine erste Begegnung mit einem solchen Zug, Baureihe RAe-TEE, war am 02.08.71 im Bf. Bellinzona.
Als TEE59 "Gottardo" gleitet der elegante Elektro-Triebwagen in (durch?) den Bahnhof am Fuße der Gotthard-Südrampe.

Bild 02 02
Nach drei Wochen (fast) vollständiger Eisenbahn-Abstinenz brach am Gotthard die alte Leidenschaft wieder durch. Einer Übernachtung in Faido folgte ein kompletter Fototag an der Gotthard-Südrampe. In den spektakulären Kehrschleifen südlich von Faido bei Giornico ist es am nächsten Tag, also am 03.08.71, erneut TEE59 "Gottardo", den wir hier auf der mittleren Etage gen Süden fahren sehen. Kurz vorher hatte er noch das hoch oberhalb seiner jetzigen Position erkennbare Viadukt überquert.

Bild 03 03
Um 120° gedreht, kurz gewartet, und schon taucht der Zug tief unter mir in der Biasca-Schlucht wieder auf – eine wirklich faszinierende Streckenführung.

Eine erst jetzt gemachte, erstaunliche Beobachtung: Der Zug – hier im Nachschuss zu sehen - fährt jetzt auf dem rechten, in der Schweiz "falschen" Gleis, während er auf dem Bild zuvor noch auf dem richtigen, linken, fuhr. Bild 2 und 3 folgen auf dem Film unmittelbar hintereinander (anhand Filmnrn. kontrolliert). Ergo: Gleiswechsel im Kehrtunnel? Oder etwa ein zweiter, bergwärts fahrender RAe-TEE? Mangels schweizer Kursbuch habe ich dafür keine Erklärung.

Bild 04 04
Nicht lange darauf kommt aus Richtung Süden ein weiterer TEE, nämlich TEE74 "Roland". Dieser Zug repräsentiert bereits die 2. Generation von TEE-Zügen, lokbespannte Züge, wie sie sich mit Ausweitung des TEE-Netzes ab Mitte der 60er Jahre zunehmend durchsetzten. Der DB Wagenpark ist mit einer Re 4/4 II bespannt, deren Nummer ich mir leider ebenso wenig notiert habe, wie die der RAe-TEE Triebwagen.

Bild 05 05
Auch am dritten Tag am Gotthard kommt TEE59 "Gottardo" wieder auf’s Celluloid. Südöstlich von Airolo, am Südausgang des Gotthard-Tunnels, überquert er am 04.08.71 auf einem kleinen Viadukt den Biascina Gebirgsbach.

Abschließend noch zwei Bilder aus Lausanne vom 22.07.75.

Bild 06 06
Vor einer FS-Wagengarnitur steht Re 4/4 II 11252 mit TEE24 "Lemano"

Bild 07 07
Nach der Umwidmung des "Rheingold" in einen TEE wurden auch in der Schweiz einige Loks farblich dem TEE-Farbschema angepasst. Das weinrot/beige steht der Re 4/4 I 10046 wirklich nicht schlecht – aber welcher Lok steht diese schönste aller schönen Farbgebungen nicht ?
TEE6 "Rheingold" steht abfahrbereit am Hausbahnsteig in Lausanne und ist bemerkenswerterweise mit einem roten Speisewagen der Regelbauart bestückt.

Damit ist mein Repertoire an TEE Aufnahmen aus der Schweiz auch schon erschöpft. Wenn die Zeit reicht, werde ich noch ein paar TEEs aus dem DB Bereich einscannen. Ich denke, auch daran besteht Interesse?

Schönen Tag noch,
Ulrich B.

50 Jahre TEE – Diesel Traktion in Deutschland
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 10.06.07

Nachdem ich in meinem letzten Beitrag mein spärliches Bildmaterial zu den TEE-Zügen in der Schweiz vorgestellt habe, bewege ich mich nun wieder auf heimischen Terrain, dem Netz der DB zur Bundesbahnzeit.

Von allen in der Startphase der TEE-Züge verwendeten Fahrzeugen war der deutsche Dieseltriebwagen VT11.5 sicherlich der komfortabelste und auch technisch modernste Zug (dem Einwand des talentiertenThalys folgend, verlege ich den schweizer RAe-TEE Viersystem-ET in die Phase 1b und nehme ihn damit aus der Konkurrenz). Basierend auf der Grundkonzeption der Kruckenberg’schen Schnelltriebwagen wurde mit dem VT11.5 ein für damalige Verhältnisse sensationeller Stahl-Leichtbau realisiert, der auch international große Beachtung fand. Mit 2x 1000 PS Antriebsleistung (gleiche Motoren wie in V100.10, V200.0 und VT08!) und der Regelkonfiguration mit 5 Mittelwagen war es kein Problem, die (ohnehin nur auf wenigen Streckenabschnitten ausfahrbare) Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h zu erreichen.

Durch die stetige Ausweitung des TEE-Angebots und einen knappen Reserve-Bestand ergab sich in den 60er Jahren schon mal die Notwendigkeit, Ersatzzüge in Form von VT08 einzusetzen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, in Köln Hbf einmal einen solchen Ersatzzug gesehen zu haben, mit einem verchromten TEE-Enblem provisorisch an der Front befestigt (mit einer Drahtschlaufe lose an der Scheibenwischerwelle aufgehängt). Leider hatte ich damals noch keine Möglichkeit, selbst zu fotografieren.

Bild 08 08
Es war wiederum Köln Hbf, wo am 15.06.66 mein erstes Bild eines VT11.5 entstand; Nummer leider unbekannt. Als TEE26 "Diamant" von Antwerpen nach Dortmund hat er soeben die Domstadt erreicht. Auch wenn es 1966 mit dem "Rheingold" und "Rheinpfeil" schon zwei deutsche Lok-bespannte TEEs gab, der VT11.5 war und ist für mich bis heute der Inbegriff des TEE schlechthin.

Bild 09 09
Dieses Bild zeigt den Gegenzug TEE25 "Diamant" bei der Einfahrt nach Duisburg Hbf am 08.04.68. Die Köpi Reklame hinter der Bahn signalisiert dem Reisenden (und heutigen Bildbetrachter) unverkennbar, dass man sich hier in einer Stadt befindet, in der nicht nur guter Stahl gekocht, sondern auch ebenso gutes Bier gebraut wird ("Wat is schon ne bayrische Leicht-Bier-Plörre gegen en lecker Pilsken").

Bild 10 10
Der Halt in Duisburg ermöglicht es, nach einem knackigen Spurt den Bahnsteig entlang den Zug noch einmal im südlichen Vorfeld des Hauptbahnhofs bei der Ausfahrt aufzunehmen. Der TEE mit Triebkopf VT11 5 002 am Schluss gibt erkennbar "Stoff", um auf Geschwindigkeit zu kommen, denn auf dem nun folgenden Streckenabschnitt bis Düsseldorf kann der Schnelltriebwagen endlich mal wieder seine Höchstgeschwindigkeit ausfahren.

Bild 11 11
Mit dem diesem Bild verlasse ich ein wenig den Pfad der Tugend, d.h. des selbst gewählten Themas. Aber der VT11 5 010, der hier als F38 "Hans Sachs" im Bahnhof Wuppertal Elberfeld hält (damals noch nicht Hauptbahnhof!), befindet sich noch im vollständig im Originalzustand: Alte Nummer, TEE-Enblem an der Stirnseite und ausgeschriebenes "Trans Europ Express" an den Seitenwänden der Motorwagen.
TEEs hatte meine Wuppertaler Hausstrecke nun mal nicht zu bieten. Da war es (zumindest für einen jungen Eisenbahnfreund aus dem Tal) eine kleine Sensation, als das Zugpaar F37/38 für eine Fahrplanperiode auf die eleganten TEE-Triebwagen umgestellt wurde.

Bild 12 12
Der nächste Zug ist aber wieder ein echter TEE. Die Anreise zu der Sonderfahrt mit 18 316 am 12.05.68 wurde genutzt, um in Koblenz Hbf schnell noch TEE19 "Saphir" auf seinem Weg nach Paris abzulichten. Notiert habe ich mir die Nummer VT11 5 019 für den führenden Motorwagen. Erstaunlich, dass solch’ ein Paradezug im Mai ’68 noch nicht umgezeichnet war.

Bild 13 13
Zu letzten TEEs, die mit dem VT11.5 (neu BR 601) gefahren wurden, zählte das Zugpaar TEE17/18 "Mediolanum" München – Mailand. Am 09.05.71 sehen wir 601 005 als TEE18 bei der Einfahrt nach München Hbf.
Der "Trans Europ Exress" Schriftzug an den Seitenwänden ist schon entfernt, da die Züge zu dieser Zeit auch im regulären IC-Verkehr eingesetzt wurden. In diesen Diensten wurde das TEE-Emblem an den Stirnfronten mit einem einfachen Blechschild mit aufgemaltem IC abgedeckt.

Bild 14 14
Der Nachschuss in Richtung Bahnhofshalle auf 601 004 bringt auch noch die 118 054 ins Bild, die abfahrbereit vor dem D275 "Wörthersee" steht. Für die Ausfahrt dieses Zuges hatte ich mich eigentlich postiert, der zufällig einfahrende TEE war nur eine willkommene Zugabe.

Damit genug der VT11.5 und der schwarz/weiß Bilder, es gab ja auch noch lokbespannte TEEs mit Dieselloks. Diese waren allerdings eher rar und auf genau zwei Zugpaare beschränkt.

Bild 15 15
Das eine davon war TEE 66/67 "Bavaria", der nach Abzug der schweizer RAm als Kurzzug mit 2 Sitzwagen (DB) +Speisewagen (SBB) gefahren wurde. Dass das nicht wirtschaftlich sein konnte, liegt auf der Hand. Am Morgen des 03.05.77 bin ich TEE67 auf seiner Fahrt nach München extra bis an die nicht elektrifizierte Strecke hinter Geltendorf entgegen gefahren. Es führt 218 359, wie alle Kemptner 218 dieser Zeit im damals so verhassten ozeanblau/beige – und dabei sieht es hier doch gar nicht so schlecht aus.

Bild 16 16
Am nächsten Tag wurde der Gegenzug TEE66 in München Laim abgepasst. Die Stelle gegenüber dem S-Bahnhof gleichen Namens war zwar motivlich nicht so prickelnd, aber dafür war hier extrem viel los. Züge im Minutentakt und alle Baureihen, die München damals zu bieten hatte. Gerade auf Dienstreisen (und das hier war eine) galt schon mal das Motto "Masse statt Klasse".

Bild 17 17
Hoch im Norden gab es den zweiten lokbepannten TEE mit Diesel. TEE34/35 "Merkur" wurde im Abschnitt Hamburg – Puttgarden planmäßig mit 221 bespannt. Bilder davon gibt’s auf meiner Homepage in der Galerie "V200-Hochburg Lübeck", Bilder 17, 38, 43 und 44. Bisher noch nicht veröffentlicht ist das Bild von 221 109 mit TEE34 am 31.03.78 in Lübeck Genin, das bei etwas traurigem Wetter entstand und es deshalb nicht in meine Galerie geschafft hat. In dieser Richtung hatte TEE34 stets nur zwei Wagen, ein Kinderspiel für die 221, aber kostendeckend??

Zusammenfassend muss man feststellen, dass die Diesel-betriebenen TEE im Deutschland nicht viel Abwechslung boten (unabhängig davon, dass der VT11.5 für mich stets etwas Besonderes darstellte). Abgesehen von dem Provisorium mit VT08 kamen planmäßig nur die drei Baureihen 601, 218 und 221 zum Einsatz. Das war bei den E-bespannten TEEs ganz anders, aber das zeige ich erst später in einem weiteren Teil. Ihr könnt ja schon mal überlegen, welche Baureihen da alle "zum Zuge" kommen.

Bis dahin,
Ulrich B.

50 Jahre TEE – E-Traktion in Deutschland
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 12.06.07

Zu Beginn des dritten Teils zunächst die Links zu meinen bisherigen Beiträge zum Thema TEE:

  • 50 Jahre TEE - Schweiz
  • 50 Jahre TEE – Dieseltraktion in Deutschland

Heute geht es nun um die elektrisch betriebenen TEE-Züge der Deutschen Bundesbahn.

Der Grundgedanke des TEE-Systems war die Schaffung von schnellen und hochkomfortablen grenzüberschreitenden Zugverbindungen in (West-) Europa. Erstmals wurde eine Grenzabfertigung im fahrenden Zug angeboten, was einen enormen Zeitgewinn bedeutete.

International gesehen war das elektrifizierte Streckennetz in Europa zum Zeitpunkt der Einführung 1957 noch sehr lückenhaft. Und so sich denn elektrische Strecken an der Grenze berührten, stießen dort fast ausschließlich unterschiedliche Stromsysteme aufeinander. Mehrsystemfahrzeuge oder Lokwechsel wäre die unausbleibliche Konsequenz gewesen. Das erklärt, warum alle beteiligten Bahnverwaltungen zunächst mit Dieseltriebzügen an den Start gingen.

Neben der SNCF war es vor allem die DB, die trotz ihres Paradezugs VT11.5 recht bald auch lokbespannte Wagenzüge im TEE Verkehr einsetzte. Diese Wagenzüge wurden, soweit sie unter Fahrdraht verkehrten, natürlich elektrisch bespannt.

In Deutschland waren es die beiden TOP-Züge der DB, der "Rheingold" und der "Rheinpfeil", die zum Sommerfahrplan 1965 als TEE9/10 bzw. TEE21/22 den TEE Status erhielten. Eigens für diese Züge waren die sogenannten "Rheingold-Loks" beschafft worden, die aus der Serienbeschaffung der BR E10 abgeleiteten E10.12.

Bild 18 18
Aus meiner ganz ganz frühen Fotozeit (Bild Nr. 18 von heute ca. 60.000) stammt dieses Bild der E10 1265, die am 15.05.66 soeben mit dem TEE10 "Rheingold" die Hohenzollernbrücke passiert hat und nun langsam in den Kölner Hbf einfährt. Vom Licht her leider völlig von der falschen Seite und zudem stark überbelichtet, war diese Aufnahme nur unter Aufbietung aller meiner (bescheidenen) Bildbearbeitungskünste in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen. Noch präsentiert sich der ganze Zug in den klassischen Rheingoldfarben blau/beige, die kurz darauf den standardisierten TEE-Farben weinrot/creme weichen mussten.

Weitere Farbbilder von blau/beigen E10.12 oder rot/beigen E10.12 mit alter Nummer in Farbe waren mir leider nicht vergönnt. Hier gab es aber kürzlich ganz hervorragende Bilder im Beitrag von railroadwilli zum gleichen Thema.

Bei mir ging’s jetzt erst mal weiter mit der schwarz/weißen Phase, aus der ich zwei Bilder von den 112.4 zeigen möchte. Die 20 Loks 112.4 verstärkten ab 1968 den Bestand an 160 km/h-fähigen Loks für den schnellen Fernverkehr mit F- und TEE-Zügen.

Bild 19 19
Die erste Lok dieser Nachbeschaffung, die Frankfurter 112 485, sehen wir hier am 26.07.69 mit TEE21 "Rheinpfeil" auf seinem Weg nach Süden. Die Stelle direkt neben dem Bw Aschaffenburg dürfte vielen bestens bekannt sein. Und die meisten waren hier sicher nicht wegen der E-Loks auf der Hauptstrecke (u.a. Altbau-E-Loks 110.0, 119, 144 und 194), sondern hauptsächlich wegen der Dampfer BR 64 und 65.

Bild 20 20
112 504 war die letzte Lok der 112.4-Serie. Am 22.02.70 steht sie mit TEE76 "Helvetia" abfahrbereit im Bahnhof Hamburg Altona. Das diesige Februar-Wetter konnte mich nicht davon abhalten, den Namensgeber des von mir initiierten Pfiffclubs aufzunehmen.

Bild 21 21
Der "Blaue Enzian" gehörte zu den allerersten lokbespannten TEEs bei der DB und war zudem die Starleistung der neuen E03. Am 26.08.66 ist es E03 003, die mit TEE56 bereits 542 km seit dem Start in Hamburg Altona hinter sich gebracht hat und in Würzburg den vorletzten Stopp vor dem Endziel München einlegt. Leider ist die Aufnahme spitz von vorn mit Zug völlig missraten, so dass ich nur ein Lokfoto zeigen kann.

Bild 22 22
Gleich zwei der vier E03-Prototypen geben sich am 23.06.68 ein Stell-Dich-Ein im Münchener Hbf.
Während 103 002 den TEE55 "Blauer Enzian" am Haken hat, bespannt 103 004 den F27 "Rheinblitz". Letzterer war ebenfalls ein renommierter Fernzug der DB, der es allerdings mangels grenzüberschreitenden Zuglaufs nie zu TEE-Ehren brachte.

Bild 23 23
Jetzt wird’s wieder farbig. Zunächst mit einem Zug, der mit seinen drei Wagen hinter einer 103 geradezu lächerlich wirkt - damit hat 103 117 bestimmt keine Mühe. Zu sehen ist TEE29 "Heinrich Heine" in Mülheim (Ruhr) am Heißener Berg, und zwar am 14.05.82.

Bild 24 24
Schon von einem anderem Kaliber ist TEE15 "Bacchus", der am 26.09.79 bei Langenbrücken mit 103 229 nach Süden rauscht – sieben Wagen für einen reinen 1. Klasse-Zug sind nicht schlecht. Das große Gebäude im Hintergrund ist übrigens Schloß Kislau, dessen Ur-Anfänge bis in die Zeit um 100 n.Chr. zurückgehen.

Bild 25 25
Das folgende Bild werden manche von meiner Homepage her kennen. Serien-110 vor TEE/IC Wagen, das ist mir einige Male vor die Linse gekommen, aber mit einem "richtigen" TEE nur dieses einzige Mal: Am 02.02.75 legt sich die Münchener 110 329 bei Rosenheim vor TEE84 "Mediolanum" in die Kurve. Ich hoffe, man sieht mir die Wiederholung nach.

Bild 26 26
Gut zwei Jahre später haben die zunächst ausschließlich nach München angelieferten 111 diese Leistung übernommen. Wir schreiben den 07.05.77, als 111 065 mit eben jenem TEE84 "Mediolanum" durch den Bahnhof von Großkarolinenfeld düst. Das Düsen ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Maschinenwagen der FS-Wagengarnitur fiel mir stets unangenehm durch seine Motorgeräusche auf. Typisch für die FS-Wagen auch der etwas pastellfarbene Farbton, der dem üblichen TEE-weinrot nicht entsprach.

Bild 27 27
Der Mangel an 103 nach Einführung des IC-Verkehrs im Stundentakt führte dazu, dass die 111 vereinzelt in IC und sogar TEE-Diensten planmäßig eingesetzt wurden. Dazu zählte auch TEE75 "Roland", den wir hier am 05.05.79 bei Neustadt am Rübenberge sehen. Bespannt ist er mit 111 109, die gut 2 Jahre später am 27.08.81 bei einem schlimmen Unfall in Wels/Österreich völlig zerstört wurde und als erste Lok ihrer Baureihe ausgemustert werden musste.

Bild 28 28
E16 09 am 01.09.67 vor TEE22 "Rheinpfeil" in München Hbf. Ja, das gab’s wirklich!
Allerdings blieb die Lok nicht bis Nürnberg Hbf, sondern nur bis München Pasing vor’m Zug. Die meisten werden es wissen: Das waren die für München typischen Leerzug-Überstellungen vom Hbf ins Pasinger Wagenwerk. Schade, dass ich damals als Anfänger noch so lokbetont fotografiert habe. Solch ein Zug auf der Strecke – das wär’s …

Bild 29 29
Auch das nächste Bild zeigt einen Leerzug. Und zwar wiederum den aus TEE22 "Rheinpfeil", der am 23.06.68 von der Augsburger E44 036 nach Pasing geschleppt wird. Inzwischen war ich auch soweit, darauf zu achten, dass der ganze Zug ins Bild kommt.

Wenn wir jetzt zu den Ellok-Baureihen zurückkehren, die planmäßig TEE-Züge befördert haben, kämen jetzt eigentlich die Mehrsystemloks an die Reihe. Da ist zunächst der TEE50/51 (später 24/25) "Goethe" zu nennen, der zwischen Frankfurt und Metz anfangs mit den Vorserienloks 181.0/1 und später mit den Serienloks 181.2 bespannt wurde. Leider habe ich davon keine eigenen Bilder und auch sonst keine auftreiben können. Aber vielleicht kommt ja noch etwas aus dem HiFo-Kreis.

Fehlanzeige auch bei den 184 im TEE-Zugdienst zwischen Köln und Lüttich. Aber dafür habe ich ja meinen Freund Martin Welzel, der mit Bildern aus der Region Aachen überreichlich gesegnet ist.

Bild 30 30
Von ihm stammt das Bild der 184 001, welches TEE33 "Parsifal" am 31.10.78 bei der Einfahrt nach Aachen Hbf zeigt. Noch ist die Fahrleitung über dem Bahnsteiggleis auf belgische 3000 V= geschaltet, erst nach dem Halt wird umgeschaltet auf den heimischen Saft.

Ja, auch die Lufthansa-Tiefflieger durchs Rheintal waren TEEs – zumindest fahrplantechnisch. Korrespondierend zu den Flugnummern LH 1001ff wurden die Züge bahnintern als TEE61 ff geführt. Mit dem ursprünglichen TEE-Gedanken hatte das natürlich gar nichts mehr zu tun. Die Gattung TEE stand inzwischen nur noch für einen hochkomfortablen und schnellen Zug der Extraklasse.

Bild 31 31
Nördlich von Remagen am Schloß Marienfels kurvt der Lufthansa-Express TEE65 (LH1005) über die linke Rheinstrecke gen Süden. Eingesetzt ist am 31.05.84 eine vierteilige Garnitur mit 403 001 an der Spitze.

Damit bin ich am Ende meines kleinen Exkurses durch die Vielfalt der deutschen TEE-Züge. Ich fasse noch einmal zusammen, welche Fahrzeuge planmäßig zum Einsatz kamen.

Diesel:
Baureihen 210, 218, 220, 221, 601 und VT08 (als Provisorium)

Elektrisch:
Baureihen 103.0, 103.1, 110.1, 111, 112.2/3/4, 181.0/1, 181.2, 184 und 403 (unechter TEE)

Dazu kamen außerplanmäßige Bespannungen mit Ersatzloks und Leergarnitur-Überführungen mit allen gängigen Lokbaureihen der damaligen Zeit. Zwischen München Hbf und Pasing halte ich selbst den Einsatz von 175 und 191 für durchaus möglich, waren diese doch seinerzeit noch in diesen Diensten beschäftigt. Davon eine Zugaufnahme in Farbe – das wäre der absolute Brüller !! Ob wir das hier im HiFo wohl irgendwann noch zu sehen kriegen?

Schönen Tag noch,
Ulrich B.