100 Jahre elektrische Eisenbahn – heute vor 30 Jahren
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 24.05.2009

Nachdem die "Jumbomania ottbergeniensis" (leider) wieder ein wenig abgeklungen ist, möchte ich einen anderen Jahrestag, einen zweifachen sogar, in Erinnerung rufen. Denn ….

… genau heute vor 30 Jahren, am 24.05.1979, öffneten sich im AW München Freimann die Tore für eine der großartigsten Veranstaltungen, die die DB je auf die Beine, pardon, auf die Schiene gestellt hat. Und das war der Anlass:
"100 Jahre elektrische Eisenbahn".

Auf dem AW-Gelände war eine Fahrzeugausstellung aufgebaut, in der nahezu sämtliche noch vorhandenen Baureihen elektrischer Lokomotiven und Triebwagen der DB zu sehen waren, von den ältesten noch vorhandenen Museums-Maschinen, bis hin zur gerade erst abgelieferten Drehstromlok Baureihe 120. Dazu kamen noch einige Gast-Lokomotiven aus Österreich und der Schweiz.

Ich hatte damals die Gelegenheit, bereits am Vortag die Aufstellung der Fahrzeuge im AW miterleben zu können. Die zahlreichen dabei entstandenen Bilder, und natürlich auch einige reguläre Ausstellungsfotos, habe ich in einer neuen Galerie auf meiner Seite zusammengestellt, die ab sofort online ist.

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Beginnen wir die übliche Vorschau mit einem Ellok-Saurier der preußischen Staatsbahn: Die vorbildlich im frühen DB-Zustand (Epoche IIIa) aufgearbeitete E71 28. Neben ihrer jüngeren Schwester 191 100 stand sie bereits am 23.05. ausstellungsgerecht und aufgebügelt auf dem ersten Gleis vor der großen Richthalle.

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Die seinerzeit neueste Technik repräsentierte, wie gesagt, die brandneue Drehstromlok 120 001, die allerdings unter Dach in Halle 55 ausgestellt war. Der Grund dafür war, dass sie zusammen mit 117 113 (erstgelieferte "Neubau"-Ellok der DRG) den passenden Hintergrund für einige Ansprachen im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten in eben jener Halle bildete. Die Aufnahme hier entstand allerdings erst am dritten Ausstellungstag, dem 26.05.79.

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Die elektrische Traktion ermöglichte überhaupt erst die Entstehung einer völlig neuen Fahrzeugart, der Triebwagen. Folgerichtig wurden ’79 in Freimann nicht nur elektrische Lokomotiven, sondern auch die ganze Palette elektrischer Triebwagen gezeigt, inklusive der besonderen Spezies der Akkumulator-Triebwagen. Neben dem damals noch allgegenwärtigen ETA150 (515) war auch die Limburger Zigarre 517 001 vertreten.

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Die für meinen Geschmack schönste Lok der Ausstellung war E19 12, ebenfalls frisch aufgearbeitet als Museumslok in Epoche IIIa, in edlem Blau, mit Schürze und Zierstreifen – ein Gedicht für einen Liebhaber der Bundesbahnzeit.

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Andere sahen dagegen die AEG-Schwester E19 01 als den eigentlichen Star der Veranstaltung an. Schick anzusehen war der rote Edelhirsch ja zweifellos. Und der erhabene Reichsadler an den Frontseiten (mit abgedecktem Schandkreuz) verlieh dem Erscheinungsbild schon eine ganz besondere Note. Aber was bedeutet das schönste Aussehen, wenn man es selbst nicht mehr so erlebt hat, und insofern zählt für mich selbst eben nur die Bundesbahnzeit ;-)).

Ganz hinten lugt noch der Prototyp 110 002 hervor, der mit seinen drei Frontfenstern eine erstaunliche Ähnlichkeit zu den 19ern aufweist.

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Aus Saarbrücken waren die beiden Mehrsystem-Lokomotiven 181 212 und 182 021 angereist. Da die Baureihe 181.2 zum Unterhaltungsbestand des AW Opladen gehörten, war der Besuch einer 181.2 im AW Freimann ein eher seltenes Ereignis.

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Von den Gast-Loks aus Österreich und der Schweiz zeige ich hier ein Bild des berühmten Schweizer Krokodils Ce6/8" 14253. Die betriebsfähige Museumslok präsentiert sich in einer braunen Epoche II-Lackierung. Daneben der Kornwestheimer Kraftprotz 150 164, der bei der Aufstellung der Exponate als Rangierlok diente.

Soweit ein paar Rest-Bilder zum Thema "100 Jahre elektrische Eisenbahn" als kleiner Appetitanreger - weitere 70 gibt es auf meiner HP.

Schönen Tag noch,
Ulrich B.