Hohenbudberg
Zusammenfassung der Beiträge

Wie wär’s denn mal wieder mit Hohenbudberg
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 24.04.2017

Hohenbudberg – dazu gab es hier im HiFo ja schon mehrere Beiträge, u.a. diese:
- Karl-Friedrich Seitz: DB 1966-05-19 Lokfriedhof Hohenbudberg
- Martin Welzel: Dampf in Hohenbudberg, März 1972 - Teil 1
- Rolf Schulze: Ich war nie in Hohenbudberg!

Der letztgenannte Beitrag von Rolf Schulze hat sogar dazu geführt, dass sich demnächst einige HiFo-Aktivisten im Stellwerk HOF (= Hohenbudberg Ost Fahrdienstleiter, heute ein Restaurant) zu einem zwanglosen Plauderstündchen zusammenfinden wollen. Vor diesem Hintergrund möchte ich heute noch ein paar Bilder zum Thema Hohenbudberg zeigen – ist das doch einer der "magischen Orte" auf meiner persönlichen Eisenbahn-Landkarte.

Hohenbudberg – dorthin führte mich im Frühjahr 1966 eine meiner ersten Fototouren. Das Hauptinteresse galt damals dem zentralen Schrottlok-Sammelplatz der BD Köln, wo nach Angabe der einschlägigen Fan-Presse noch etliche Exoten zu finden waren. Und so kam ich zu meiner ersten (fotografischen) Begegnung mit den Baureihen 24, 56.2, 74, 91.3 und 93.5 – alles Baureihen, die ich im regulären Einsatz so gerade eben knapp verpasst hatte. Der erste Anlauf erfolgte in den Pfingst-Ferien am 31.05.66.

Nach Anmeldung in der Lokleitung brachte uns ein Lokführer aus der Bereitschaft zu den Schrottlok-Gleisen hinter dem Bw, mitten im Rangierbahnhof in Höhe des Abzweigs Mühlenberg gelegen.

Bild 01 01
Gleich am Anfang der langen Reihe von Schrott-Loks stand die Dürener 74 1212, die vorletzte T12 der BD Köln, Z 29.04.65, ausgem. 01.09.65. Daneben die 78 275, die beim Besuch von Karl-Friedrich Seitz am 19.05. (also nur 12 Tage zuvor) noch ein Lokschild auf der Rauchkammertür aufwies.
Diese Aufnahme ist übrigens - wie alle folgenden schwarz/weiß Bilder dieses Tages -, im Original ein Farbdia, das allerdings infolge einfachster Kamera und miesen Wetters so schlecht geraten ist, dass ich eine Umwandlung in s/w vorgenommen habe, um das Bild überhaupt zeigen zu können.

Bild 02 02
Das eigentliche "Objekt der Begierde" war natürlich 24 067 ex Bw Rheydt, die letzte 24er der DB, und als Baureihe bestens bekannt aus dem Märklin Katalog.
Nach Abstellung am 02.05.66 erfolgte die offizielle z-Stellung mit Datum vom 22.05.66 und die Ausmusterung am 19.08.66. Zum Zeitpunkt der Aufnahme am 31.05.66 stand die die Maschine formal also gerade einmal neun Tage auf Z und war noch nicht ausgemustert – wie eine Schrottlok sah sie allerdings trotzdem aus.

Bild 03 03
Von der anderen Seite waren die Lichtverhältnisse ein wenig besser, so dass sogar die Farbversion vorzeigbar ist.

Bild 04 04
Vor der 24er stand mit 93 763 vom Bw Düren eine weitere Lok, die formal nur z-gestellt war (z: 09.03.66, †: 19.08.66).

Bild 05 05
74 1070 vom Bw Düren war die letzte Lok ihrer Baureihe bei der DB (z: 18.01.66, †: 11.05.66).

Bild 06 06
Wie 24 067 und 74 1070 war auch 91 1595 das letzte Exemplar der jeweiligen Baureihe bei der DB. Letztes Heimat-Bw der preußischen T9.3 war Köln-Deutzerfeld, z: 11.04.64, †: 01.07.64. Erstaunlich, dass dieses Maschinchen auch mehr als zwei Jahre nach seiner Abstellung bisher seiner Verschrottung entgangen war.

Bild 07 07
Wo kein Licht ist, ist auch kein Schatten – also müsste auch eine Aufnahme von der anderen Seite möglich sein, wo die offen stehende Kesseltür nicht so stört. Aber diese anfängerhafte Überlegung erwies sich als falsch, wie das völlig "abgesoffene" Ergebnis hinterher zeigte. Aber eine s/w-Umwandlung macht denn doch noch ein vorzeigbares Bild daraus. 91 1595 von der linken Seite und von vorn.

Die hinter der 91 erkennbare 56 219 wurde als Schrottlok verschmäht, da wir davon ausgingen, eine der beiden noch aktiven 56.2 im Bw zu erwischen. Aber auch das war leider ein Trugschluss, denn 56 241 war an diesem Tag in Moers im Einsatz (und damit für uns unerreichbar), während 56 799 schadhaft im Schuppen stand.

Bild 08 08
Ganz hinten in der Reihe und wahrscheinlich als letzte hinzugekommen: 01 021 vom Bw Deutzerfeld, die mir als Serien-01 mit ziemlich niedriger Betriebsnummer eine weitere Aufnahme wert war.

Bild 09 09
Zurück im Bw, gab es am 31.05.66 nur eine einzige Aufnahme einer Betriebslok. Und zwar von 55 4135, die vor dem Schuppen vor sich hin schmauchte. Angesichts der unerfreulichen Lichtverhältnisse erschien uns die Verschwendung von kostbarem Diafilm für Allerweltsloks der Baureihen 44, 50 und 94 wohl nicht sinnvoll.

Der Fehlschlag bezüglich der 56.2 ließ mich nur zwei Tage später, am 02.06.66, erneut nach Hohenbudberg fahren.

Bild 10 10
Und tatsächlich, jetzt stand mit 56 799 eine der beiden Umbau-G8.1 vor dem Schuppen. Nur war die Lok leider völlig "eingekeilt", so dass wieder nur eine Beweisaufnahme dabei herauskam. Da hatten andere einfach mehr Glück, wie etwa K-F-S zwei Wochen vorher.

Bild 11 11
Zu den Schrott-Loks ging’s am 02.06.66 nicht mehr. Dafür fiel auf dem Rückweg – zu Fuß nach Rheinhausen Ost – im Ostkopf des Rangierbahnhofs noch ein Foto der H‘budberger 50 2996 ab, die soeben mit einem Güterzug aus Richtung Moers den Rbf erreicht.

Es sollten fast zwei Jahre ins Land gehen, bis es mich wieder nach Hohenbudberg verschlug. Inzwischen hatte ich eine brauchbare Kamera, mit der in größerem Umfang schwarz/weiß Filme verbraten wurden, während die alte, einfache Kamera nur noch gelegentlich für Schönwetter-Fotos in Farbe verwendet wurde.

Bild 12 12
Auch am 08.04.68 führte der Weg zunächst zu den Schrottloks, wo mir 93 635 sogar ein Dia wert war. Die am 08.08.67 beim Bw Stolberg z-gestellte Maschine hatte auf dem Papier sogar noch die EDV-Nummer 093 635-1 erhalten, die sie aber natürlich nie wirklich trug. Die Ausmusterung erfolgte am 12.03.68.

Bild 13 13
Neben der 93 stand 55 4544, ex Bw Gremberg, die nun wahrlich keine Besonderheit darstellte und deshalb nur in s/w dokumentiert wurde.

Bild 14 14
Und auch 56 241, die letzte 56.2 der DB, stand inzwischen in der Reihe der Schrottloks; aber leider äußerst ungünstig hinter einem großen Fahrleitungsmast, so dass ebenfalls nur ein s/w-Beweisfoto gemacht wurde.

Bild 15 15
Mit der Eifeltorer 41 001 beende ich das traurige Kapitel der Schrottloks in Hohenbudberg.
In der Ansicht von hinten kommt sehr gut der Niet-Tender 2‘2’T32 alte Bauart zur Geltung, zu diesem Zeitpunkt sicher einer der letzten im Bereich der DB.
Die Ansicht von vorn ist in der Galerie Die schöne Mikado auf meiner Seite zu sehen.

Nach so vielen Schrottlok-Aufnahmen wird es nun Zeit, sich den Betriebsloks zu widmen. Am 12.03.68 wurden hierzu erste brauchbare Ergebnisse erzielt.

Bild 16 16
Den Anfang macht 94 1597, die auf dem Rückweg von den Schrottlok-Gleisen zum Bw im Rbf abgelichtet werden konnte. Ungewohnt, aus Wuppertaler Sicht, der "Blumenkasten" statt Kohlenkasten-Aufbau – eine Bauartvariante, die allerdings in der BD Essen und Köln, speziell beim Bw Hohenbudberg, häufig anzutreffen war (siehe auch Bauartunterschiede bei der Baureihe 94.5, Punkt 18, in der Bundesbahnzeit).

Bild 17 17
Für die relativ saubere 50 620 vom Bw Neuß (bis 21.11.68 mit "ß") kam auch wieder die Dia-Kamera zum Einsatz.

Bild 18 18
Gar nicht sauber, sondern im Gegenteil ziemlich herunterkommen, präsentierte sich 55 4755 den Fotografen.

Bild 19 19
Auch 94 1642 war eine "Blumenkasten-Lok", die hier gerade einen Zug über den Ablaufberg drückte.
Zusammen mit den 55.25 wickelten die 94.5 des Bw Hohenbudberg den umfangreichen Rangierbetrieb im Rbf ab, für den stets mehrere Loks im Einsatz waren.

Bild 20 20
Mit 55 3567 fuhr uns ein weiterer Kandidat für den Wettbewerb um die ungepflegteste Lok der BD ins Bild.

Bild 21 21
Nach kurzer Sägefahrt kam 55 3567 wieder zurück, wurde jetzt aber nur noch in s/w aufs Korn genommen. Der schlechte Zustand wird aber auch dadurch nicht kaschiert. Im Hintergrund warten E40 192 und E40 651 auf neue Aufgaben.

Bild 22 22
Und noch einmal 50 620, die jetzt ins Bw einrückt.

Bild 23 23
Auf dem Kanal des Bw gab uns sodann der Bismarcker Schürzen-Jumbo 44 701 die Ehre.

Bild 24 24
Für 55 4755 war die Schicht jetzt beendet und nun stand sie erst einmal hinter dem Schuppen bis zum nächsten Einsatz.

Bild 25 25
Für 94 1360 und ihr Personal ging es dagegen gerade erst los. Vom Abstellplatz hinter dem Schuppen fährt die Maschine auf die Drehscheibe, um kurz darauf irgendwo im Rbf tätig zu werden.

Nach diesen Bildern wird sich der eine oder andere sicher fragen, warum ausgerechnet Hohenbudberg für mich zu den magischen Orten zählt. Okay, unter den Schrottloks waren viele für die damalige Zeit seltene Exemplare. Aber wer nur ein Jahr früher als ich mit dem Fotografieren angefangen hat, hätte alle diese Maschinen bzw. Baureihen noch im Betrieb erleben können; insofern waren sie vielleicht nur für mich seltene Exemplare.

Ich habe hier allerdings schon des Öfteren zur Kenntnis gegeben, dass mir an Schrottlok-Aufnahmen ohnehin nicht viel liegt. Deshalb lag bei späteren Besuchen der alleinige Schwerpunkt auf Betriebsaufnahmen. Und da hatte Hobu wirklich eine Menge zu bieten, wie ich in den Folgebeiträgen zeigen werde. Hier wuselten an allen Ecken des riesigen Rangierbahnhofs die 55 und 94 durch die Gleise und ein Großteil der Güterzüge war noch mit Dampfern der BRn 44 und 50 bespannt. Dampf pur. Auch wenn ich diese Zeit nur in schwarz/weiß dokumentiert habe – ich denke, an einer Fortsetzung besteht Interesse?!

Einen schönen Tag noch und bis dahin,
Ulrich B.

Hohenbudberg zum Zweiten
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 02.05.2017

Mit der rhetorischen Frage "Wie wär’s denn mal wieder mit Hohenbudberg" hatte ich den ersten Teil meiner kleinen Beitrags-Serie über diesen (in meinen Augen) magischen Ort überschrieben. Darin hatte ich Bilder aus den Jahren 1966 und 1968 gezeigt, die bei meinen ersten drei Besuchen in Hohenbudberg entstanden, bei denen die dortigen Schrottlok-Raritäten noch im Vordergrund des Interesses standen.

Überhaupt nicht rhetorisch, sondern sehr real, stellte sich mir diese Frage spätestens ab 1969. Inzwischen war die Foto-Leidenschaft voll ausgebrochen und als Führerschein-Inhaber und gelegentlicher Nutzer des mütterlichen "Leih-Wagens" hatte sich die Mobilität deutlich verbessert. Dank verbesserter Informationslage wusste man auch, dass es mit den preußischen G8.1 langsam zu Ende ging. Da lag es nahe, diesen Maschinen noch einmal erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Was lag da näher als Hohenbudberg?

Am 03.09.69 unternahm ich deshalb zusammen mit einigen meiner Wuppertaler Freunde eine Tour zu den niederrheinischen 55er-Hochburgen, die sich als äußerst ergiebig erweisen sollte. Die Rundreise führte über Wedau, Hobu und Neuss und bereicherte das Archiv um nicht weniger als elf 055 im Betriebseinsatz (von den anderen Dampfern ganz zu schweigen).

Bevor ich mit den Bildern beginne, möchte ich einen Gleisplan zeigen, der die riesigen Ausmaße des Rbfs Hohenbudberg deutlich macht. Der Plan stammt aus der Sammlung meines Freundes und Kollegen H. Ruppelt, der einer Veröffentlichung hier im HiFo freundlicherweise zugestimmt hat.

Bild 26 26
Auf dem stark verkleinerten Bild sind natürlich keine Detais zu erkennen. Durch Anklicken des folgenden Links gelangt man zu einer Darstellung im Vollformat, die bei Bedarf beliebig vergößert werden kann: Gleisplan Hohenbudberg 1977.

Die Tour begann, wie erwähnt, im Bw Duisburg-Wedau, wo uns die ersten 55er vor die Flinte kamen. Diese Fotos lasse ich jetzt mal weg, da sie nicht zum Thema gehören. Im Bw erhielten wir die Info, dass eine Lok in Hochfeld Süd rangieren würde, und das soll als typisches Einsatzfeld denn doch hier gewürdigt werden.

Bild 27 27
Zwar nicht direkt in Duisburg-Hochfeld Süd, sondern "umme Ecke" in Duisburg Gbf, erwartete uns 055 345 (ex 55 3345) bei einer kurzen Rangierpause auf dem Ablaufberg. Das Licht-Abdrücksignal wächst zwar etwas ungünstig direkt aus dem vorderen Sandkasten, sollte aber als typisches Accessoir für diese Betriebsform unbedingt mit aufs Foto. Hinten links erkennt man den Wasserturm des früheren Bw Duisburg Hbf, der als Industriedenkmal erhalten blieb und heute als Bürohaus und Restaurant genutzt wird.

Bild 28 28
Die Verschnaufpause dauerte nicht lange, dann galt es, den nächsten Zug über den Berg zu schieben. 055 345 in Duisburg-Hochfeld Süd am 03.09.69.

Übrigens blieb auch 55 3345 erhalten und kann im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen der DGEG besichtigt werden.

Über die Hochfelder Rheinbrücke, die spätere Brücke der Solidarität, ging es dann zügig weiter nach Hohenbudberg, unserem Haupt-Reiseziel.

Bild 29 29
Im Bw Hohenbudberg wurde wir zünftig empfangen: Direkt neben dem Treppenaufgang aus dem Fußgängertunnel, durch den man ins Bw gelangte, räucherte 055 880 (ex 55 3880) vor dem Schuppen vor sich hin. Leider Tender voraus. Aber so kommt der preußische Tender 3T16,5 pr einmal schön zur Geltung.

Bild 30 30
Daneben, und etwas zurückgesetzt, stand mit 055 703 (ex 55 4703) eine weitere G8.1.

Bild 31 31
Optimal positioniert war die dritte 55 auf dieser Seite des großen Rechteck-Schuppens: 055 755 (ex 55 4755], eine alte Bekannte von früheren Besuchen, die direkt vor der Lokleitung stand.

Die Anmeldung dort war kein Problem und entgegen späteren Gepflogenheiten war auch noch keine Versicherungsgebühr fällig.

Bild 32 32
An der Bekohlungsanlage trafen wir die Bismarcker 044 508 wieder, die uns kurz vorher bereits in Rheinhausen mit einem Fad-Zug vor die Linse gekommen war.

Bild 33 33
Zurück an die Westseite des Schuppens, wo jetzt Bewegung in die Szenerie kam. Von ihrem Platz neben 055 880 kam 055 703 vorgefahren, aber nur, um über die Drehscheibe auf ein anderes Gleis vor den Schuppen zurückzusetzen.

Bild 34 34
Offensichtlich musste sie das Gleis für die 055 513, freimachen, die jetzt aus dem Schuppen kam.

Damit befanden sich momentan vier 55er vor dem Schuppen, die das Gelände einräucherten, was das Zeug hielt. Alles war eingenebelt und die Mischung aus Rauch, Dampf und Öl sorgte für den unvergleichlichen Geruch eines Dampflok-Bws – wahrscheinlich nicht gesund, aber schön. Die Täter von links nach rechts: 055 755, 703, 513 und 880.
Das ziemlich "milchige" Negativ hatte ich erst gar nicht als brauchbar eingestuft und deshalb auch nie vergrößert. Erst die Digitalisierung und elektronische Bildbearbeitung machte daraus ein, wie ich finde, durchaus vorzeigbares Foto. Noch besser wäre in diesem Fall allerdings ein "Geruchs-Bild".

Bild 35 35
055 513 war mir wegen ihrer niedrigen Betriebsnummer - es handelte sich immerhin um die frühere 55 2513 -, eine weitere Porträtaufnahme wert.

Bild 36 36
Nachdem der "Fotohalt" für die drei jugendlichen Fans absolviert war, brach 055 513 auf zum Dienst im westlichen Teil des großen Rangierbahnhofs. Auf den Gleisen dahinter kommt mit 055 567 die nächste G8.1 ins Bild.

Bild 37 37
Die 55 3567" haben wir schon im ersten Teil meiner Beitrags-Serie als Dreckspatz kennengelernt (Bild 20, 21). inzwischen ist die Lok mit neuer Nummer 055 567 versehen und macht auch sonst einen etwas gepflegteren Eindruck.
Bemerkenswert ist hier die Anordnung des Wartesignals über dem Gleis.

Bild 38 38
Auch 055 755 machte sich nun auf den Weg zu neuen Taten im westlichen Teil des Rangierbahnhofs.

Bild 39 39
Nach so vielen Preußen wurde es langsam mal wieder Zeit für etwas "Einheitliches".
Im Rbf war soeben eine Doppeltraktion BR 50 (jaaa, Vorspann …) eingelaufen. Bis wir uns durch die Gleise zu dem Zug vorgearbeitet hatten, hatte der Heizer die Vorspannlok 050 880 vom Bw Osterfeld bereits abgekuppelt, die daraufhin schnurstracks ins Bw zum Restaurieren und Wenden entschwand.

Bild 40 40
Zuglok 052 274, ebenfalls vom Bw Osterfeld, blieb dagegen am Zug und fuhr nach einer kurzen Verschnaufpause weiter. Für den kurzen Zug reichte eine Lok allemal.

Bild 41 41
Zurück zur Preußen-Fraktion im Bw Hohenbudberg, das neben den G8.1 auch etliche T16.1 im Bestand hatte. Eine von diesen war 094 597 (ex 94 1597), die (noch mit alter Nummer) bereits im ersten Teil auf Bild 16 zu sehen war.
Und nein, den im Hintergrund sichtbaren Schrottloks haben wir keine Aufmerksamkeit geschenkt.

Bild 42 42
Auch 094 360 (ex 94 1360) tauchte schon im ersten Teil auf (Bild 25). Am 03.09.69 war sie im Abdrückeinsatz am Berg und wurde zunächst von der Seite aufs Korn genommen. In dieser Ansicht wieder schön zu erkennen: Die Hohenbudberg-typische Kohlenkastenvariante mit "Blumenkasten".

Bild 43 43
Natürlich wurde auch eine Aufnahme mit Zug auf dem Ablaufberg gemacht, bei dem auch das Stellwerk R5 ins Bild kommt. Aber man sieht auch, wie ungünstig die Lichtverhältnisse für eine solche Ansicht waren.

Bild 44 44
Besser im Licht war da schon die "unechte 001" 094 001 (ex 94 1001), die am Berg unter dem Stellwerk HSF im Einsatz war.
Der Umstand, dass die drei 94er erst ganz am Schluss des Beitrags auftauchen, ist rein zufällig und allein der chronologischen Abfolge der Bilder geschuldet.

Bild 45 45
Nur zur Abrundung des Tour-Berichts vom 03.09.69 noch ein Bild aus Neuss (inzwischen mit "ss"), wo sich im Rangierbahnhof die 055 988 (ex 55 2988") schön im tiefstehenden Spät-Nachmittagslicht präsentierte.

Ebenso wie bei 55 3567" handelt es sich auch bei 55 2988" um eine Zweitbesetzung der Betriebsnummer durch eine in Polen beschlagnahmte Beutelok, die hier einst die Nummer Tp4-253 trug (ex KPEV G8.1 Königsberg 5260).

Bild 46 46
Schon fast wieder zu Hause, guckten wir auf dem Rückweg auch noch einmal schnell im Rbf Wuppertal-Vohwinkel vorbei. Da gab es natürlich nichts Neues zu fotografieren; nur die gefühlt 100ste Aufnahme von 094 730 (ex 94 1730) am Ablaufberg.

Soweit die Tour vom 03.09.69, die schon allein mit den Bildern aus Hohenbudberg für einen ganzen Beitrag ausreichend Material lieferte.

In einem dritten und letzten Teilbeitrag berichte ich dann noch über die weiteren Besuche in den Jahren 1970 und 71, bei denen der Anteil der 55er allerdings kontinuierlich weniger wurde. Die Frage, ob‘s trotzdem interessiert, verkneife ich mir diesmal.

Einen schönen Tag noch,
Ulrich B.

Hohenbudberg bis zum bitteren Ende
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 08.05.2017

Bevor ich mit meinem Rückblick auf den Dampfbetrieb in Hohenbudberg fortfahre, zunächst kurz die Links auf die beiden vorangegangenen Teilbeiträge:
- Wie wär’s denn mal wieder mit Hohenbudberg und
- Hohenbudberg zum Zweiten

Der Besuch am 03.09.69 war ja nun recht erfolgreich gewesen (s. Teil 2), aber natürlich blieb Hohenbudberg auch weiterhin auf der Liste der anzusteuernden Ziele. Trotzdem dauerte es über ein Jahr, bis mich der Weg am 02.10.70 wieder dorthin führte.

Beim Eintreffen in Hobu kam in der Einfahrgruppe unterhalb des Abzweigs Mühlenberg gerade ein mit BR 50 bespannter Güterzug an. Nun gut, nichts Besonderes, aber trotzdem: schnell quer durchs Bw, durch den Tunnel zur Wagenhalle, am Stellwerk R4 über den Nordberg und an den Schrottloks vorbei hin zum Geschehen.

Bild 47 47
Aber nicht schnell genug, denn 050 981 (Hbu) war bereits abgekuppelt und zog nun vor zum Restaurieren im Bw.

Allerdings erwies es sich als Glücksfall, dass ich mich nun ganz im Norden des Rbfs befand, denn auf den Streckengleisen kam über die Eckverbindung von Trompet her ein Schotterzug angedampft, dem doch tatsächlich eine 55er vorgespannt war.

Bild 48 48
Ein ausgedehnter Halt vor dem geschlossenen Signal ermöglichte mir (mit Zustimmung des Stellwerkers von Mühlenberg) zunächst zahlreiche Standbilder aus verschiedenen Positionen und mit unterschiedlichen Brennweiten.
Die Teleaufnahme zeigt 055 440 (ex 55 3440) am Abzweig Mühlenberg am 02.10.70.

Bild 49 49
Für die Weiterfahrt hatte ich mich hinter die Signale postiert, aber dabei leider nicht bedacht, dass der – fotografisch ja höchst erwünschte - Dampf die Signale mehr oder weniger vernebelte. Das zeigte sich natürlich erst hinterher, als die Filme entwickelt waren. Aber was soll’s, damit kam ich immerhin zu einer meiner wenigen echten Streckenaufnahmen dieser Baureihe.

Bild 50 50
Der Rückweg zum Bw führte mich am Nordberg vorbei, wo sich 051 864 unter dem Stellwerk R4 eine kurze Pause gönnte. Mehr zufällig entstand so eine Aufnahme des Reiterstellwerks, welches mir sonst wohl kein Foto wert gewesen wäre.

Bild 51 51
Im Bw kam als erstes die 094 001 auf den Film. Ein 001 als Betriebsnummer reizte mich immer, auch wenn es sich in diesem Fall um eine "unechte 001" handelt, da wir es ja mit der ex 94 1001 zu tun haben.
Wirklich selten bei einer Lok der BR 094 war dagegen der genietete Steuerungsträger, der in der Seitenansicht gut zur Geltung kommt.

Bild 52 52
Danach wurde es wieder ganz profan mit der 050 826 auf der Drehscheibe ihres Heimat-Bws.

Bild 53 53
Bei der Bismarcker 044 577 (ex 44 577) bitte ich darum, weniger auf den Mastschatten auf der Rauchkammer als auf die Turbo-Speisepumpe zu achten.

Natürlich entstanden am 02.10.70 weitere Aufnahmen von anderen Loks an bekannten Motiven im Bw Hohenbudberg, aber die unterschlage ich jetzt, um den Beitrag nicht zu überfrachten.

Bild 54 54
Die Tour vom 02.10.70 war damit aber noch nicht abgeschlossen, denn auf der Heimfahrt wurde in Moers noch 055 693 (ex 55 4693) mitgenommen, auch wenn die Lichtverhältnisse hier etwas schwierig waren.

Bild 55 55
Nächster Besuch in Hobu: 23.04.71. Vor der Lokleitung dieses Mal 055 647 (ex 55 4647), Ein schöner Rücken kann auch entzücken …
Diese ex Stolberger Maschine war ein Neuzugang in Hohenbudberg, hier beheimatet ab 08.11.70, also nach meinem letzten Besuch vom 03.09.70.

Bild 56 56
Aus dem mittleren Bereich des Rbfs kommt 055 703 (ex 55 4703) herangedampft, um dem Bw einen kurzen Besuch abzustatten.
Zur Neige gehende Kohlevorräte können allerdings nicht der Grund dafür gewesen sein.

Bild 57 57
Jedenfalls stand 055 703 kurze Zeit später im Bw auf dem Kanal, vor 052 590.

Bild 58 58
Der Platz auf dem Kanal, vor dem großen Bekohlungskran und dem Stellwerk R5 im Hintergrund, war immer gut für eine schöne Porträtaufnahme der hier behandelten Lokomotiven. Beachtlich auch der große Löscheberg im Vordergrund, der davon zeugt, dass hier ein ständiges Kommen und Gehen herrschte.
Letzte Aufnahme vom 23.04.71.

Bild 59 59
Mein letzter Besuch in Hohenbudberg zur Dampfzeit erfolgte am 28.10.71 und startete wieder am Kanal, wo gerade 051 338 vorrückt.

Bild 60 60
Mit der nachfolgenden 055 647 (ex 55 4647) hatte jetzt auch die inzwischen letzte aktive Hohenbudberger G8.1 ihren Auftritt.

Bild 61 61
Und wieder ein Zufallsbild von einem der zahlreichen Stellwerke in dem riesigen Rangierbahnhof; in diesem Fall das Reiterstellwerk R5.
Der Grund, auf den Auslöser zu drücken, war hier die 290 mit der lustigen Nummer 2 V 055-3, in Wirklichkeit natürlich 290 055-3.
Wir sehen hier ein Beispiel für die anfängliche Vorgehensweise bei der Umzeichnung, bei der man die neue Nummer stückweise aus kleinen Aufklebefolien (für jede einzelne Ziffer einzeln) zusammensetzte. Diese vermeintlich kostensparende Lösung bewährte sich allerdings nicht, da sich einzelne Ziffernfolien schon nach kurzer Zeit ablösten und "fahnenflüchtig" wurden.

Die Aufnahme zeigt zugleich, dass mit der Verfügbarkeit von 290 des Bw Krefeld die Zeit der alten Preußen an den Ablaufbergen in Hobu kurz vor ihrem Abschluss stand.

Bild 62 62
Noch steht die Diesellok etwas im Schatten, aber das hat in diesem Fall keinerlei symbolische Bedeutung, denn längst haben die Krefelder 215 die Streckenleistungen von den Dampfern übernommen. Die Aufnahme der Budberger 055 647 neben der Krefelder 215 026 entstand in den Zufahrtsgleisen zur Bekohlungsanlage hinter dem großen Rechteckschuppen.

Bild 63 63
Es folgte die Bismarcker 044 465, die rein gar nichts Besonderes aufzuweisen hat, außer dass sie schön im Licht stand.

Bild 64 64
Und noch einmal die 044 465 auf der Drehscheibe. Hier kommt mit dem Stellwerk R7 ein weiteres Hohenbudberger Stellwerk ins Bild.

Bild 65 65
Allerwelts-Lok Baureihe 50: An der Westseite des großen Rechteckschuppens stand die H‘budberger 050 343 schön im Licht und war mir auf jeden Fall eine Aufnahme wert.

Bild 66 66
Im Westkopf des Rangierbahnhofs wurde anschließend mit der Neusser 050 529 eine weitere 50er auf den Film gebannt, die nach einer Sägefahrt einen Zug in die Ausfahrgleise zurückdrückt.

Bild 67 67
Das letzte Bild einer Hohenbudberger 55 und überhaupt die letzte Dampflokaufnahme dort machte ich am Nachmittag des 28.10.71 in Höhe des Personenbahnhofs Hohenbudberg Bayerwerk, wo 055 647 soeben ein paar Wagen nach Krefeld-Uerdingen überstellt.

Gut drei Monate später endete der Dampfbetrieb in Hohenbudberg und die meisten Dampfer wurden abgestellt. Aber, oh Wunder, 055 647 überlebte und konnte sich noch für drei Monate Dienst in Gremberg nützlich machen.

Für mich war das Thema Hohenbudberg damit durch. Stilllegung und Abriss des Bahnbetriebswerks sowie des gesamten Rangierbahnhofs sorgten dann endgültig dafür, diesen einst magischen Ort für lange Zeit nicht wieder aufzusuchen.

Bild 68 68
Nach einer dienstlichen Besprechung in Krefeld-Uerdingen kam ich am 05.02.91 eher zufällig wieder an Hohenbudberg vorbei. Bei tiefstehender Wintersonne geht der Blick von Nordwesten her in Höhe des Abzweigs Mühlenberg über das weitläufige Brachgelände des einstigen Rangierbahnhofs. Von den Anlagen und Gebäuden ist nur noch die ehemalige Wagenhalle übrig geblieben, sowie ganz hinten, nicht mehr im sichtbaren Bereich, das Stellwerk HOF. Auch die Gleise sind weitestgehend abgebaut und die Natur ist dabei, sich das Gelände zurück zu erobern.

Für mich wieder interessant wurde Hohenbudberg erst 35 Jahre später, als sich mein Arbeitsplatz nunmehr in Krefeld Uerdingen befand und der Abzweig Mühlenberg ein brauchbares Motiv in "Mittagspausen-Nähe" bildete.

Bild 69 69
Als Beispiel dafür steht die MEG 804 (ex DBAG 156 004), die hier mit dem Containerzug DGS42406 nach Neuss aufgenommen wurde. Eine DR 252 am Niederrhein war seinerzeit ein Highlight, für das auch einmal die Mittagspause ausgedehnt werden musste (ganz regulär mit Gleitzeit-Guthaben). Leider verkehrte dieser Zug nur sehr selten.
Das Stellwerk am Abzweig war am 28.03.07 längst stillgelegt, machte aber noch einen ganz passablen Eindruck. Heute ist das zuletzt stark verfallene Gebäude abgerissen und die Stelle durch Nachnutzung des Rbf-Geländes nicht mehr zugänglich.

Soweit mein Beitrag zum Thema Hohenbudberg. Ich bedanke mich für die vielen zustimmenden und ergänzenden Kommentaren und freue mich, dass so viele bis hierhin durchgehalten haben.

Einen schönen Tag noch,
Ulrich B.