Bauartunterschiede Baureihe 50

Mit 3159 gelieferten Exemplaren, davon 3146 für die Deutschen Reichsbahn, ist die Baureihe 50 die meistgebaute Einheitslok. Die aus der BR 50 abgeleitete Kriegslok Baureihe 52 kommt zwar auf mehr als die doppelte Stückzahl, war aber eindeutig keine Einheitslok, da für sie andere Beschaffungs- und Einsatzbedingungen vorgegeben waren. Technisch (und optisch) ist der Übergang zwischen den beiden Baureihen allerdings fließend und die Maschinen der letzten Bauserien BR 50 sahen auch schon fast wie 52er aus. In mehreren Stufen wurde die Konstruktion immer weiter vereinfacht und die Loks der letzten Lieferlose auch offiziell als "Übergangs-Kriegslokomotiven" (ÜK) bezeichnet.

Zur DB kamen nach Kriegsende 2489 Lokomotiven und bei der Einführung der neuen Nummern zum 01.01.68 enthielt der amtliche Umzeichnungsplan immerhin noch 1444 Maschinen. Bei diesen Stückzahlen, der Liefergeschichte und angesichts der Tatsache, dass die DB zahlreiche noch brauchbare Bauteile der frühzeitig aus dem Verkehr gezogenen BR 52 in den Loks der BR 50 weiter verwendete, ist es nicht verwunderlich, dass die BR 50 in zahlreichen Varianten daher kam - so vielen, dass man leicht den Eindruck bekommen konnte, keine Lok gliche einer anderen, was de facto natürlich nicht stimmte. Aber auch wenn nicht jede theoretisch mögliche Kombination von Merkmalen wirklich vorkam, eine riesige Fülle von Varianten gab es schon, die hier natürlich nicht alle vorgestellt werden können, ohne den Rahmen dieser Seite zu sprengen. Ich beschränke mich deshalb auf die Vorstellung aller mir bekannten Einzelmerkmale, und das auch nur bezogen auf Maschinen der DB ab 01.01.68.

Die einzigen ausnahmslos bei allen Loks dieses Zeitraums vorhandenen Merkmale waren die kleinen Witte-Windleitbleche und das DB Logo am Führerhaus. Nahezu abgeschlossen war die Ausrüstung der Loks mit engem Schlot, neuen Lampen und Indusi, weshalb ich darauf verzichte, diese Merkmale gesondert zu betrachten.

Auffälligstes Merkmal neben dem Tender war die Domanordnung; dafür werden die folgenden Abkürzungen verwendet:

  • D : Dom (Dampf- oder Speisedom)
  • S : Sandkasten der Einheitsbauart (aus gekümpelten Blechen)
  • Ük : Sandkasten der ÜK-Bauart (geschweißt)

Also zum Beispiel: DSDS, SDS oder ÜkD für die am häufigsten vertretenen Domanordnungen.

Das wichtigste Kriterium bei der Bildauswahl war natürlich, dass die jeweils angesprochenen Merkmale bzw. Bauartabweichungen auf dem Bild gut zu sehen sind. Daneben wurde auch Wert darauf gelegt, möglichst viele unterschiedliche Loks und Heimat-Bws zu berücksichtigen. Letztlich gelang es, auf insgesamt 71 Bildern 69 verschiedene Loks aus 46 Einsatzstellen zu zeigen: Von Flensburg bis Radolfzell, von Aachen bis Plattling reicht das Spektrum - die BR 50 war in der Bundesbahnzeit wirklich überall bei der DB anzutreffen.

Zur besseren Übersicht zunächst eine Auflistung der hier behandelten Merkmale (kursiv: nicht bis zum Ende der Einsatzzeit):

Übersicht - Bauartmerkmale bei der Baureihe 50
Bild Merkmal Lok Bw   bekannt bei folgenden Loks (nur Bundesbahnzeit)
Das Baumuster        
1 die erste Lok 50 001 KEif    
Domanordnung        
2 DSDS 50 1681 Tüb    
3 DSDS, eckig 50 968 Hbu    
4 SDS 050 421 BrR    
5 SDS, eckig 50 622 AcW    
6 ÜkD 053 101 Pla    
7 DÜkD 052 406 Crl 50 1441, 2406, 2842, 2993, 3049
8 ÜkDÜk 052 609 NüR 50 0214, 0701, 1453, 2524, 2609
9 DÜkDÜk 051 847 Wed 50 1389, 1847
Kesselausrüstung        
10 Mischvorwärmer & Turbospeisepumpe 50 3039 Emd 50 1420, 2707, 2812, 2816, 3039
11 Turbospeisepumpe
(& Oberflächenvorwärmer)
050 207 Dgn 50 0024, 0040, 0112, 0171, 0204, 0207, 0364, 0376, 0630, 0727,
0777, 0779, 0907, 0937, 1503, 2223, 2225, 2404, 2465, 2477, 2480, 2488, 2526, 2676, 2759
12 zusätzl. Wasserkammer und kleiner Rost 050 390 KEif 50 0117, 0390, 0620, 0766, 0783, 0988, 1289, 1534, 1877, 2201
13 DÜkD-Kessel, beide Speiseventile links 50 2842 Ulm 50 2842 (keine weitere Lok bekannt)
14 Schornstein ohne Aufsatz 50 745 Hof    
15 kein Läutewerk 50 1751 Pad    
16 Witte-Windleitbleche mit Handgriff 050 220 Wed 50 0220, 0596 (nur links!), 2789
Rauchkammertür        
17 2 kleine Griffe 050 987 Ksl    
18 1 großer Griff 051 324 Dil    
19 kein Griff, Schild mittig 050 540 Gos    
20 kein Griff, Schild tiefer gesetzt 051 192 Leh 50 0714, 0833, 1192, 1494, 2262, 2778, 3062, 3075, 3104
21 Behelfs-Rauchkammertür 052 918 KEif 50 2918 (keine weitere Lok nach 1968 bekannt)
22 altes Scharnier mit Stange 053 013 Uel    
23 neues Scharnier 50 1798 Bes    
Fahrgestell        
24 Rahmenausschnitte, urspr. Bauart 050 705 HmG    
25 Rahmenausschnitte, ÜK Bauart 052 857 WtV    
26 Rauchkammersattel, Ausschnitte mit Klappen 050 740 Ofd    
27 Rauchkammersattel, Ausschnitte offen 050 142 Kob    
28 Rauchkammersattel, gemischt 051 724 Leh 50 0132, 0920, 1047, 1724, 1832, 2425, 2817, 2839, 2945, 3045,
3062, 3101, u.a.
29 Luftbehälter Anordnung wie 52 50 3104 Wed 50

0607, 3045, 3049, 3057, 3061, 3070, 3074, 3075, 3097, 3101,
3104, 3118, 3121, 3125, 3129, 3139, 3143

30 Scheibenrad Vorläufer 50 2262 Swa    
31 große Schienenräumer 051 360 KEif    
32 Spurkranzschmierung im Umlauf 50 2222 Gbg    
33 Spurkranzschmierung am Steuerungsträger 50 1880 Bwg    
34 Rangierergriff, bogenförmig 50 1512 Lim    
35 Rangierergriff, bogenförmig, verstärkt 052 891 Rot 50 2891 (keine weitere Lok bekannt)
36 Rangierergriff, Stange 052 716 Kla    
37 Rangierergriff, gemischt (Bogen & Stange) 052 626 Wed 50 0098, 0450, 0690, 2626, 2745, 2759, 2903
38 fest montierte Frontlampen 051 832 Sbr 50 1832, 3143
Schürze und Umlauf        
39 Vollschürze 051 013 HRo 50 0013, 0446, 0495, 0722, 0975, 1013, 1323, 1342, 1425
40 Teilschürze & langer Umlauf 50 1575 Man 50 1575, 1667
41 Teilschürze 050 599 Hof 50 0229, 0436, 0599, 0608, 1208, 1575, 2618, 2842
42

langer Umlauf

052 498 Ulm 50 0830, 1159, 2334, 2442, 2498, 2499
43 einstufiger Rauchkammer-Auftritt 050 337 Hml    
44 Rauchkammer-Auftritt wie 52 50 3139 Fle 50 3097, 3121, 3131, 3139, 3143
Einströmrohre / Triebwerk        
45 Einströmrohre rund, geschwungen 50 1356 Klb    
46 Einströmrohre eckig, geschwungen 50 592 HHar    
47 Einströmrohre rund, gerade 050 492 Hbr    
48 Einströmrohre gemischt 050 174 NüR 50 0174, 0885, 1512, 2953, 3125
49 52-Zylinder 050 222 DoR    
50 Gegendruckbremse 050 975 NüR 50 0975 (Einzelstück)
Führerhaus        
51 Einheits-Führerhaus 052 213 Rad    
52 1 Fenster 052 733 Rot    
53 1 Fenster & einfache Entlüftungshutze 052 644 Ulm 50 1461, 1858, 2077, 2412, 2417, 2644, 2779, 2794, 2827, 2838, 2852, 2975
54 2 Fenster & einfache Entlüftungshutze 50 591 NüR 50 0591, 1899, 2993
55 2 Fenster & einfache Entlüftungshutze in Sonderbauart 051 586 Sft 50 1586 (keine weitere Lok bekannt)
56 Norweger-Führerhaus 50 3049 NüR 50 3049, 3057, 3118
57 Norweger-Führerhaus, normale Entlüftg. 50 3070 Mül 50 3070, 3143
58 geschlossenes Führerhs. in Regelbauart,
mit Tür, 2 Fenster, normale Entlüftung
053 129 Sft 50 0662, 1524, 1832, 3045, 3061, 3074, 3075, 3104, 3129
59 52-Fensterschirm 053 097 Ulm 50 0607, 2935, 3097, 3121, 3143, 3161
Tender        
60 Kastentender 2'2'T26 051 383 Nss    
61 Kastentender 2'2'T26 mit Kohlenkastenaufsatz 050 975 Wei 50 0975 (Einzelstück)
62 Kabinentender, Versuchsausführung 2 053 153 Wan 50 3153 (Einzelstück)
63 Kabinentender, Serie 051 580 Emd    
64 Wannentender (schräge Kante, kurze Streben), Lieferzustand wie Baureihe 52 053 057 NüR 50 0662, 1832, 3045, 3049, 3057, 3061, 3070, 3074, 3097, 3129,
3143
65 Wannentender (gerade Kante, lange Streben) 053 045 Ofd 50 1524, 3045, 3104, 3118, 3161
66 Wannentender (gerade Kante, kurze Streben) 053 075 Wed 50 2935, 3075
67 Wannentender (gerade Kante, versch. Streben) 053 139 Sbr 50 3078, 3139
68 Wannentender für offenes FH 052 428 Gbg 50 0028, 2428
69 Kabinentender für geschlossenes FH 053 121 Wei 50 3121 (keine weitere Lok bekannt)
Sonstiges        
70 Rangierfunk 050 757 Wan 50 0205, 0249, 0302, 0355, 0757, 1093, 1252, 1289, 1383, 1442,
1546, 2438, 2474, 2843, 3039
71 Schneepflug 052 607 KEif 50 0962, 2607


Ergänzungen, zusätzlich Loknummern und weitere Bauartmerkmale, sind jederzeit gerne willkommen.

Das Baumuster

01

01

Den Anfang macht die Erste - 50 001. Das einzige Besondere an dieser Lok ist die Betriebsnummer 001. Mit kleinen Windleitblechen, engem Schornstein, weit zurück geschnittenem Umlauf und Kabinentender repräsentiert sie das typische Erscheinungsbild der Baureihe 50 in der Bundesbahnzeit. Damals noch häufig zu sehen: Eine große Lampe vorn links zum Aufstecken einer roten Schlussscheibe bei Rückwärtsfahrt.

Aufnahme: 50 001 (Eif), Bw Köln Eifeltor, 18.04.68.

Domanordnung

02

02

In der Ursprungsausführung besaß der Kessel einen Speisedom, mit dem sich die Domanordnung (Speise-)Dom - Sandkasten - (Dampf-)Dom - Sandkasten, abgekürzt DSDS, ergab.

Aufnahme: 50 1681 (Tüb), Bw Tübingen, 30.03.69.

03

03

Kleinere Bauartunterschiede gab es von Anfang an bei der Ausführung der Sandkästen: Es gab welche mit stark abgerundeten Kanten (Bild 02) und solche mit einem eher "eckigen" Aussehen. Zurückzuführen ist das vermutlich auf unterschiedliche Verfahren der Lokfabriken bei der Herstellung der gekümpelten Blechteile, aus denen sich der Sandkasten zusammensetzt.

Aufnahme: 50 968 (Hbu), Bw Hohenbudberg, 08.04.68.

04

04

Ein erster Schritt auf dem Weg zur Übergangs-Kriegslok (ÜK) war der Entfall des Speisedoms mit der neuen Domanordnung SDS. Mit den Sandkästen in der bisherigen Bauform machten die Loks allerdings auch so noch einen recht friedensmäßigen Eindruck. Zuerst wieder die Variante mit Sandkästen der "rundlichen" Ausführung.

Aufnahme: 050 421-7 (BrR), Bw Bremen Rbf, 11.09.69.

05

05

Auch bei den SDS Kesseln war die unterschiedliche Ausführung der Sandkästen zu beobachten. Neben der im letzten Bild gezeigten "rundlichen" Variante gab es natürlich auch Kessel mit "eckigen" Sandkästen.

Aufnahme: 50 622 (AcW), Bw Aachen West, 09.04.68. Die heutige DB Museumslok, damals ohne Schürze, dafür aber noch mit zwei großen Lampen.

06

06

Eine größere Änderung des Erscheinungsbilds bedeutete die Zusammenlegung der beiden Sandkästen zu einem großen, vor dem Dampfdom angeordneten Sandkasten (ÜkD). Anstatt ihn arbeitsintensiv aus gekümpelten Blechteilen herzustellen, wurde er aus ebenen Blechen einfach zusammengeschweißt. Damit waren nicht nur die letzten ÜK-Lieferlose der BR 50 bestückt, sondern auch die Kriegsloks BR 52. Durch die Weiterverwendung der 52-Kessel auf der BR 50 war diese Bauform damit bei den DB 50 sehr häufig anzutreffen.

Aufnahme: 053 101-2 (Pla), Bw Plattling, 22.08.72.

07

07

Neben den Domanordnungen DSDS, SDS und ÜkD, die zu etwa gleichen Teilen bei ziemlich genau 99% der DB 50er zur Bundesbahnzeit vertreten waren, gab es auch einige wenige Exoten. Der Ersatz der beiden Einheits-Sandkästen eines DSDS-Kessels durch einen Sandkasten der Ük-Bauart (Tauschteilmangel) oder die nachtägliche Ausrüstung eines ÜkD Kessels mit einem Speisedom führte zu der seltenen Domfolge DÜkD.

Aufnahme: 052 406-6 (Crl), Bw Lauda, 08.09.73.

08

08

Tauschteil-Mangel dürfte auch der Grund für die Ausrüstung eines SDS-Kessels mit zwei Ük-Sandkästen gewesen sein - neue Domanordnung ÜkDÜk. Gegen die Annahme, dass die damit einher gehende Verdopplung der Sandvorräte das Ziel dieses Umbaus war, spricht die wahllose Verteilung auf verschiedene Heimat-Bws und die Nichterwähnung in der Literatur.

Aufnahme: 052 609-5 (NüR), Bw Nürnberg Rbf, 02.08.69.

09

09

Wenn man bei einem DSDS-Kessel beide Sandkästen durch die Ük-Ausführung ersetzt, wird daraus die Domanordnung DÜkDÜk. Die letzte Lok dieser sehr seltenen Bauform war die hier gezeigte 50 1847.

Aufnahme: 051 847-2 (Wed), Bw Duisburg Wedau, 23.04.71.

Kesselausrüstung

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Nach gründlicher Erprobung verschiedener Bauarten rüstete die DB insgesamt 30 Loks mit Mischvorwärmern der Bauart Henschel MVR aus. Alle MV-Loks besaßen grundsätzlich auch eine Turbospeisepumpe. Nur 5 Maschinen erreichten noch die Bundesbahnzeit. Und eine davon, 50 1420, erhielt nur 3 Jahre vor ihrer Ausmusterung noch einen Tauschkessel mit dem herkömmlichen Oberflächenvorwärmer.

Aufnahme: 50 3039 (Emd), Bw Rheine, 22.04.68.

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Eine etwas größere Verbreitung fand die Turbospeisepumpe (Henschel VTP-B), die neben den MV-Loks auch bei 40 Loks ohne MV bildlich belegt ist. Viele davon behielten sie auch bis zu ihrer Ausmusterung in den siebziger Jahren.

Aufnahme: 050 207-0 (Dgn) vor Gdg 49589, Bouzonville/Frkr., 12.09.73.

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Äußerlich nicht sichtbar war der Einbau einer Wasserkammer bei gleichzeitiger Verkleinerung der Rostfläche um ca. 1 m² bei insgesamt zehn Loks. Ohne Leistungsverlust sank der Kohleverbrauch deutlich. Heute ist nicht mehr nachvollziehbar, warum diese preiswerte Maßnahme zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit nicht in größerem Stil umgesetzt wurde.

Aufnahme: 050 390-4 (KEif), Bw Köln Eifeltor, 31.07.70.

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Die hier gezeigte 50 2842 weist neben der Teilschürze und der Domanordnung DÜkD eine weitere, in dieser Perspektive leider nur schwer zu erkennende Besonderheit auf: Der Speisedom hat auf der Lokführerseite kein Speiseventil. Statt dessen gibt es auf der linken Seite zwei davon, wie dieses sonst nur bei den Loks ohne Speisedom der Fall war.

Aufnahme: 50 2842 (Ulm), Bw Aulendorf, 25.08.67.

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14

In den ersten Nachkriegsjahren noch häufig zu beobachten, wurden Loks ohne Schornsteinaufsatz in der Bundesbahnzeit doch recht rar. Eine der letzten dürfte 50 745 gewesen sein - nur gut dreieinhalb Monate später besaß auch sie bereits einen ganz normalen Schlot mit Aufsatz.

Aufnahme: 50 745 (Hof), Bw Hof, 04.04.69. Man beachte auch den Rauchkammersattel mit seitl. Öffnung und Klappe vorn.

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Ursprünglich waren die Loks der BR 50 mit einem Läutewerk ausgerüstet, das links hinter dem Schornstein angeordnet war (siehe andere Bilder von der linken Seite). Im Zuge der ÜK-Maßnahmen entfiel das Läutewerk und durch Kesseltausch und Umbauten waren später auch Loks mit niedriger Nummer ohne Läutewerk anzutreffen.

Aufnahme: 50 1751 (Pad), Bw Paderborn, 02.01.68.

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Witte-Windleitbleche, die an ihrer Unterkante eine eingelassene Griffstange hatten, gab es serienmäßig nur bei den Neubauloks BR 23, 65 und 66 sowie den Neubaukesselloks der BR 01 und 50.40. Aus Tauschbeständen "verirrten" sich einige dieser speziellen Windleitbleche auch an ganz normale 50er.

Aufnahme: 050 220-3 (Wed), Bw Duisburg Wedau, 23.10.75.

Rauchkammertür

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Zur Senkung der Instandhaltungskosten ließ die DB schon frühzeitig bei allen ihren Dampfloks den aus technischer Sicht ohnehin überflüssigen Zentralverschluss der Rauchkammertür ausbauen. Die beiden rechts und links davon angeordneten kleinen Haltegriffe und die Lage des Lokschilds darunter blieben dabei erhalten.

Aufnahme: 050 987-7 (Ksl), Bw Lehrte, 18.09.69. Eine Gastlok auf Durchreise.

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Alternativ zu den beiden kleinen Haltegriffen gab es die Version mit einem mittig angeordneten großen Griff (siehe auch Bild 23). Die Lage des Lokschilds war, wie gehabt, darunter.

Aufnahme: 051 324-2 (Dil), Bw Dillenburg, 20.09.69.

19

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Die (auch bei den anderen DB-Dampflokbaureihen) am häufigsten anzutreffende Variante war die ohne Haltegriff und mit mittig platziertem Lokschild. Unabhängig von den auf der Mitte der Tür vorhandenen oder nicht vorhandenen Haltestangen besaßen alle Rk-Türen links außen einen kleinen Handgriff zum Öffnen der Tür.

Aufnahme: 050 540-4 (Gos), Bw Goslar, 24.04.72. Man beachte auch das "selbst gestrickte" Nummernschild.

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20

Einige wenige Loks besaßen auch eine Rauchkammertür ohne Haltegriff und ein unterhalb der Mitte tief angebrachtes Lokschild. Wie alle Türen ohne mittige Haltegriffe könnte diese Rauchkammertür ursprünglich auch mit einer Lok der BR 52 geliefert worden sein.

Aufnahme: 051 192-3 (Leh), Bw Braunschweig, 22.02.75.

21

21

Nach dem Krieg wurden etliche Loks mit einer Behelfs-Rauchkammertür ausgestattet, die einfach aus einer ebenen Blechplatte bestand. Bei der DB wurden diese allerdings zügig durch reguläre Bauteile, z.T. aus BR 52, ersetzt. Die letzte Lok war 052 918, die diese Tür bis zu ihrer Ausmusterung in 4/73 behielt.

Aufnahme: 052 918-0 (KEif), Bw Köln Eifeltor, 28.09.69.
Im Vergleich zu der daneben stehenden 051 039-6 sind die Unterschiede gut zu erkennen.

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22

Einen kleinen Unterschied gab es auch bei dem Scharnier der Rauchkammertür. Ursprünglich waren die Scharnierteile sowohl an der Rauchkammer als auch an der Tür angenietet und der Gelenkbolzen als durchgehende Stange ausgebildet.

Aufnahme: 053 013-9 (Uel), Bw Bremen Rbf, 11.09.69.

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23

Im Rahmen der ÜK-Vereinfachungen wurden die Scharnierteile angeschweißt und die Gelenkstange durch zwei kurze Scharnierbolzen ersetzt. Durch spätere Umbauten sowie die Verwendung von 52-Teilen kam es auch hier zu allen denkbaren Mischlösungen.

Aufnahme: 50 1798 (Bes), Bw Hagen Gbf, 26.02.68.

Fahrgestell

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24

Wie alle Einheitsloks besaß die BR 50 einen Barrenrahmen. Über dem Vorläufer sind, gut sichtbar, große sichelförmige Ausschnitte zu erkennen, die vor allem der Gewichtsreduktion dienten.

Aufnahme: 050 705-3 (HmG), Bw Rheine, 08.09.69.

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25

Bei den ÜK-Loks wurde die Form der Ausschnitte zwar stark vereinfacht, aber auch diese Loks besaßen, wie alle 50er, einen Barrenrahmen.

Aufnahme: 052 857-0 (WtV), Bw Wuppertal Vohwinkel, 08.03.69.
Die dahinter stehende 053 016 weist übrigens die alten Rahmenausschnitte auf.

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26

Der Rauchkammersattel (das ist die vordere Abstützung des Kessels auf dem Lokrahmen) besitzt bei der BR 50 allseits große kreisförmige Ausschnitte, die nicht nur zur Gewichtsersparnis dienten, sondern auch der besseren Zugänglichkeit zu den darin geführten Dampfleitungen. Diese Ausschnitte waren ursprünglich durch Blechklappen verschlossen, die bei Bedarf geöffnet werden konnten.

Aufnahme: 050 740-0 (Ofd), Bw Oberhausen Osterfeld, 29.09.70.

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27

Später entfielen diese Klappen bzw. wurden bei Hauptuntersuchungen nicht wieder angebaut. Deshalb präsentierten sich die weitaus meisten DB 50er der letzten Jahre mit einem offenen Rauchkammersattel.

Aufnahme: 050 142-9 (Kob), Bw Ehrang, 07.04.71.

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28

Natürlich gab es auch Mischvarianten, also Loks mit einem Rauchkammersattel, bei dem die Öffnungen nur vorne oder nur seitlich mit Klappen verschlossen waren. Letztere Bauform ist hier bei 051 724 zu sehen, während der umgekehrte Fall (vorne Klappe, seitlich offen) z.B. auf Bild 10 zu sehen ist.

Aufnahme: 051 724-3 (Leh) neben 050 473-8 (Leh), Bw Braunschweig, 22.02.75

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29

Das letzte Baulos der BR 50 entsprach in vielen Details bereits weitgehend der BR 52, so auch die Luftbehälter-Anordnung: Anders als sonst bei der BR 50 sind die beiden Luftbehälter nicht auf gleicher Höhe montiert, sondern der hintere liegt etwas tiefer zwischen der 3. und 4. Kuppelachse.

Aufnahme: 50 3104 (Wed), Bw Duisburg Wedau, 08.04.68. Mit geöffneten Türen sieht das geschlossene FH fast aus wie ein normales!

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30

Der Ersatz des Speichenrad-Vorläufers durch einen Vollscheibenradsatz war eine der ersten ÜK-Maßnahmen. Durch Tausch und Weiterverwendung von 52 Teilen war ein Scheibenradsatz bei sehr vielen 50 zu finden.

Aufnahme: 50 2262 (Swa), Bw Nürnberg Rbf, 02.04.69.

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Nur bei dieser Lok bekannt ist mir die Ausrüstung mit großen Schienenräumern à la BR 52.

Aufnahme: 051 360-6 (KEif), Bw Köln Eifeltor, 07.03.70.

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Die DB rüstete zahlreiche Loks der BR 50 mit einer Spurkranzschmierung aus, wobei die Fettpresse meist links vorn in einem Ausschnitt des seitlichen Umlaufblechs angeordnet war. Der Antrieb erfolgte über ein Gestänge von der Schwinge aus.

Aufnahme: 50 2222 (Gbg), Bw Gremberg, 01.06.68.

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Bei einigen Loks war die Fettpresse aber am hinteren Ende des (linken) Steuerungsträgers montiert; Antrieb ebenfalls über ein Gestänge von der Schwinge.

Aufnahme: 50 1880 (Bwg), Bw Braunschweig, 18.09.69. Auch wenn es sich hier nur um eine Rangierfahrt handelte - es war das einzige Mal, dass ich Personal in der Zugführerkabine habe mitfahren sehen.

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Demonstration der Variantenvielfalt - 3 Loks, und alles ist unterschiedlich.
- 3 verschiedene Griffstangen AO an der Rk-Tür: 2 Griffe, 1 Griff, kein Griff
- 3 verschiedene Einströmrohre: rund, eckig, gemischt (bei 50 1512)
- 2 verschiedene Rauchkammerträger: offen (50 817), geschlossen
- 3 verschiedene Rangierer-Handgriffe auf der Pufferbohle: klein (50 2296) groß (50 1512), gemischt (50 817)

Aufnahme: 50 2296, 1512, 817 (alle Lim), Bw Limburg, 03.03.68.

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Einmalig und wohl eine "Eigen-Kreation" der Rottweiler Lok-Werkstatt war die Verstärkung der Haltebügel über den Lampen durch kleine, schräg nach vorn ausgerichtete Rohrbögen, wie sie auf diesem Foto der 052 891 zu sehen sind. Sollte es etwa in Rottweil besonders schwergewichtige Rangierer gegeben haben?

Aufnahme Rolf Schulze: 052 891-9 (Rot), Bf. Rottweil, 16.04.74.

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Die simpelste Form des Rangierer-Handgriffs war eine einfache Stange, wie sie mit den ÜK-Loks eingeführt wurde. Durch Teile-Tausch war diese Ausführung später auch bei Loks mit niedrigen Betriebsnummern zu finden.

Aufnahme: 052 716-8 (Kla), Bw Bingerbrück, 30.08.72.

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Bei der Baureihe 50 gab es wirklich nichts, was es nicht gab! Ziemlich selten dürfte die Variante mit einem bogenförmigen Rangierergriff auf der einen Seite und einer Stange auf der anderen gewesen sein. Man muss schon sehr genau hinschauen, um es überhaupt zu bemerken.

Aufnahme: 052 626-9 (Wed), Bw Oberhausen Osterfeld Süd, 13.03.76.

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Wie bei der BR 52 sind hier die unteren Lampen fest an einfache, auf die Pufferbohle geschweißte Bleche geschraubt. Die letzte Lok mit dieser zum Schluss sehr seltenen Bauart war die heute noch als Museumslok vorhandene 051 832.

Aufnahme: 051 832-4 (Sbr), Bw Saarbrücken Rbf, 26.05.69. Auch diese Lok besitzt einfache Rangierer-Handgriffe.

Schürze und Umlauf

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Der Ersatz der großen Windleitbleche durch kleine der Bauart Witte war bei der DB bis Anfang der sechziger Jahre vollständig abgeschlossen. Bei vielen Loks blieb dabei die Schürze zunächst erhalten. Erst bei späteren AW Aufenthalten wurde dann auch die Schürze entfernt und die seitlichen Umläufe bis hinter die Einströmrohre zurück geschnitten. Schürzenloks zählten damit gegen Ende der Betriebszeit zu den gesuchten Einzelstücken.

Aufnahme: 051 013-1 (HRot), Bw Hamburg Rothenburgsort, 11.09.69. Auch diese 50 verlor ihre Schürze noch vor dem Ende ihrer Dienstzeit.

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Bei einigen Loks wurde die Schürze nicht vollständig entfernt, sondern nur die beiden seitlichen Segmente; der mittlere Teil vor der Rauchkammer blieb erhalten. Selten war allerdings, dass dabei die seitlichen Umlaufbleche nicht bis hinter die Einströmrohre gekürzt wurden und nach wie vor bis über die Zylinder reichten.

Aufnahme: 50 1575 (Man), Bw Heilbronn, 07.07.68.

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In der Regel wurden die seitlichen Umlaufbleche beim Entfernen der Schürze (auch bei nur teilweiser Entfernung) bis hinter die Einströmrohre zurück geschnitten.

Aufnahme: 050 599-0 (Hof), Bw Hof, 03.06.73.

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Nicht bei allen Loks endeten die seitlichen Umlaufbleche vor den Einströmrohren. Teils ab Werk (frühe ÜK-Lieferungen), teils durch DB-Umbauten, gab es auch Loks mit "langen Umlaufblechen"

Aufnahme: 052 498-3 (Ulm), Aulendorf, 22.07.70.

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Abweichend von der regulären zweistufigen Ausführung des Rauchkammerauftritts (ein großes Trittblech über beide Kesselstreben plus je 1 kleiner Einzeltritt auf jeder Strebe) besaßen einige Loks einen Auftritt mit nur einer Stufe.

Aufnahme: 050 337-5 (Hml), Bw Löhne (Westf), 03.05.70. Im Hintergrund ist die spätere Museumslok 38 2884 zu erkennen.

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Viele typische 52er Merkmale weist 50 3139 auf: Freistehender Rauchkammerauftritt, fehlende Rauchkammerstützen, Scheibenrad-Vorläufer, schräge Luftbehälter-Anordnung, eckiger Fensterschirm und Wannentender. Andererseits: SDS-Kessel, Führerhaus mit 2 Fenstern und regulärer Entlüftung, Barrenrahmen und Einheits-Steuerungsträger weisen diese Lok unzweifelhaft als 50er aus.

Aufnahme: 50 3139 (Fle), Bw Hamburg Eidelstedt, 26.04.68.

Einströmrohre / Triebwerk

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Aus strömungstechnischen Gründen hatten die Einströmrohre zu den Dampfzylindern eine leicht geschwungene Form. Für eine konturgetreue Rund-Isolierung waren damit räumlich geformte Deckbleche (gepresst oder gekümpelt) erforderlich. Bei den ersten Lieferlosen noch die Standard-Ausführung, war diese Variante in den letzten Betriebsjahren nur noch vergleichsweise selten zu sehen.

Aufnahmen: 50 1356 (Klaib), Marktredwitz, 30.07.68.

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Wesentlich einfacher in der Herstellung war eine eckige Isolierung der Einströmrohre, da sie aus ebenen und einfach gekrümmten Blechen zusammengebaut werden konnte.

Aufnahme: 50 592 (HHar), Rbf Hamburg Wilhelmsburg 25.04.68.

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Die einfachste Form war ein gerades Einströmrohr mit Rundisolierung, wie sie offensichtlich erst von der DB in der Nachkriegszeit eingeführt wurde.

Aufnahme: 050 492-8 (Hbr), Bw Heilbronn, 07.04.73.

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Dass eine Lok nach einer Hauptuntersuchung mit einer anderen Bauform der Einströmrohre aus dem AW zurückkam, war nicht ungewöhnlich. Aber zwei verschiedene Bauformen an einer Lok waren äußerst selten.

Aufnahme: 050 174-2 (NüR), Bw Nürnberg Rbf, 01.08.69. Die Einströmrohre der Lok haben rechts eine runde und links eine eckige Isolierung! Außerdem könnte die Lok noch den alten Schornstein mit größerem Durchmesser besitzen - das ist auf dem Bild nicht eindeutig auszumachen.

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Zahlreiche Loks der BR 50 erhielten aus Alt- und Tauschbeständen Zylinder der BR 52, erkennbar an dem angeschweißten, glatten Gehäuse der Kolbenschieber-Lager.

Aufnahme 050 222-9 (DoR), Bw Dortmund Rbf, 02.09.70.

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Für den Einsatz als Bremslok bei den Bundesbahn-Versuchsanstalten Minden und München wurde die 50 975 mit einer Gegendruckbremse ausgerüstet. Gut zu erkennen sind die Eckventil-Druckausgleicher auf den Zylindern und die von dort zu den Schalldämpfern hinter dem Schornstein verlaufenden zusätzlichen Leitungen.

Aufnahme Rolf Schulze: 050 975-2 (NüR), Bw Nürnberg Rbf, 04.04.72.

Führerhaus

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Das klassische Führerhaus der Einheitsbauart war gekennzeichnet durch:
- offene Bauweise ohne Rückwand
- Aufstieg über Leiter am Tender
- 2 Seitenfenster (vorne feststehend, das hintere zum Öffnen)
- einfacher Fensterschirm über dem Frontfenster
- FH-Entlüftung über verstellbare Klappen in der Dachnische

Aufnahme: 052 213-6 (Rad), Bw Radolfzell, 09.08.69.

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Eine erste Vereinfachung beim Führerhaus war der ersatzlose Entfall des vorderen Seitenfensters.

Aufnahme: 052 733-3 (Rot), Bw Rottweil, 11.08.69.

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Mit einer einfachen Entlüftung in Form einer auf das Dach aufgesetzten Blechhutze waren auch zur Bundesbahnzeit noch etliche Loks der BR 50 anzutreffen. Diese Vereinfachung im Rahmen der 2. ÜK-Stufe war ursprünglich auf Führerhäuser mit nur einem Seitenfenster beschränkt, ...

Aufnahme: 052 644-2 (Ulm), Bw Ulm, 22.07.70.

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... kam im Zuge späterer Reparatur- und Umbaumaßnahmen aber auch auf Führerhäusern mit zwei Seitenfenstern zur Anwendung.

Aufnahme: 50 591 (NüR), Bw Nürnberg Rbf, 02.04.69

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Ein Führerhaus mit einfacher Entlüftung und zwei Seitenfenstern besaß auch 50 1586. Allerdings ist die Hutze hier nur ein "selbst gestrickter" eckiger Blechkasten, ohne die sonst vorhandene vordere Abrundung und den leicht schrägen Anstieg nach hinten.

Aufnahme: 051 586-6 (Sft), Bw Schweinfurt, 05.04.69.

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Mit dem "Norweger-Führerhaus" und dem dazu gehörigen Wannentender sah die BR 50 schon fast wie eine Kriegslok BR 52 aus. Die typischen Merkmale:
- geschlossene Bauweise (wegen Frostschutz)
- Aufstieg an der Lok
- 1 Seitenfenster
- eckiger Fensterschirm
- einfache Führerhaus-Entlüftung

Aufnahme: 50 3049 (NüR), Bw Nürnberg Rbf, 05.08.68.

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In einigen Fällen wurde das Norweger-Führerhaus nachträglich mit einem Dach der Regelbauart versehen. Nach dem 01.01.68 war diese Variante allerdings nur noch höchst selten anzutreffen.

Aufnahme Karl-Friedrich Seitz: 50 3070 (Mül), Bw Müldorf, 03.65.
Anlässlich einer späteren L3 (ca. 1970/71) erhielt die Lok ein reguläres Führerhaus und Kastenkastender.

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Um die Loks mit einem Wannentender kuppeln zu können (größerer Wasservorrat), wurden zahlreiche Loks z.T. bereits ab Werk oder auch durch spätere Umbauten mit einer Führerhaus Rückwand und einem Aufstieg an der Lok versehen. 2 Seitenfenster und die ursprüngliche FH-Entlüftung blieben dabei erhalten.

Aufnahme: 053 129-3 (Sft), Bw Schweinfurt, 05.04.69.

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In der Bundesbahnzeit (ab 1968) nur noch selten zu sehen waren Loks mit geschlossenen Führerhaus und eckigem Fensterschirm (wie beim Norweger FH).

Aufnahme: 053 097-2 (Ulm), Bw Ulm, 08.08.69.

Tender

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Speziell für die BR 50 wurde der 2'2'T26 konstruiert, ein vollständig geschweißter Tender mit einem Fassungsvermögen von 26 m³ Wasser und 8 t Kohle. Eine wesentliche Verbesserung für das Lokpersonal war eine mit der Führerhauskontur bündige Wand an der Vorderseite des Tenders, die das an sich offene Führerhaus der Lok nach hinten abschloss.

Aufnahme: 051 383-8 (Nss), Bw Neuss, 03.09.69.

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Anders als bei den großen Tendern 2'2'T34 und 2'3T38, wo der Kohlenkasten häufig mit einem Aufsatz versehen war, kam dieses bei der BR 50 generell nicht vor. Einzige Ausnahme: Die VersA Lok 050 975, die ab ca. 1974 mit einem großen Kohlenkastenaufsatz durch die Lande fuhr, da bei stetig zurück gebauter Dampflok-Infrastruktur größere Kohlevorräte mitgeführt werden mussten.

Aufnahme Martin Welzel: 050 975-2 (Wei), Hof, 10.07.74.

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Bei diesem Prototyp des Kabinentenders war die Zugführerkabine hinter dem Kohlekasten elastisch in einer Nische des Tenders eingesetzt, wodurch ca. 4 m³ Wasser verloren gingen. Trotzdem bewährte sich dieses Konzept besser als die alternativ erprobte "Rucksack-Aufhängung" der Kabine am hinteren Ende des Tenders, die bereits Ende der 50er Jahre, also noch vor dem hier betrachteten Zeitraum, wieder zurückgebaut wurde.

Aufnahme: 053 153-3 (Wan), Bw Hamm G, 15.04.71.

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In der Serienausführung war die Kabine fest in den Tender eingeschweißt. Durch eine Verlängerung des Wasserkastens nach hinten bis über die Pufferbohlen gelang es, das Fassungsvermögen von 26 m³ beizubehalten. Der Werkzeugkasten wurde links hinten in den Wasserkasten integriert. Insgesamt wurden 751 Tender zu Kabinentendern umgebaut, wobei die Kupplung mit bestimmten Loks der BR 50 Bw-abhängig häufig wechselte.

Aufnahme: 051 580-9 (Emd), Bw Rheine, 23.10.70.

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Mit 30 m³ Wasservorrat bot der Wannentender für den Betrieb einige Vorteile. Allerdings konnte er (ohne Umbau) nur an Loks mit geschlossenem Führerhaus gekuppelt werden. Die Standardausführung, wie man sie auch von der BR 52 kennt, war durch einen Kohlenkasten mit vier kurzen Streben und abgekantetem oberen Rand (Randversteifung durch Formgebung!) gekennzeichnet.

Aufnahme: 053 057-6 (NüR), Bw Nürnberg Rbf, 01.08.69. Weitere Besonderheit: Norweger-Führerhaus mit konventioneller Entlüftung.

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Bei zahlreichen Wannentendern baute die DB, vmtl. bei größeren Reparaturen, einen neuen Kohlenkasten mit einer geraden Abschlusskante auf. Die damit fehlende Randversteifung wurde durch vier lange seitliche Streben ausgeglichen. Der erhöhte Wassereinlauf und vor allem der Klappen-Öffnungsmechanismus mittels Gestänge dürften allerdings "Marke Eigenbau" des Heimat-Bws sein.

Aufnahme: 053 045-1 (Ofd), Bw Oberhausen Osterfeld Süd, 23.04.71.

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Es gab aber auch Wannentender, die einen Kohlenkasten mit gerader Kante und kurzen Streben besaßen, eine aus statischer Sicht nicht optimale Lösung.

Aufnahme: 053 075-8 (Wed), Duisburg Hochfeld, 23.10.75.

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Was die seitlichen Versteifungsstreben angeht, kam es auch zu Mischvarianten, so wie beim Tender der 50 3139, der 2 lange und 2 kurze Streben besaß. Bildlich belegt sind Tender mit 1 langen und 3 kurzen Steifen bzw. umgekehrt (z.B. 50 3104 in Bild 26).

Aufnahme: 053 139-2 (Sbr), Bw Saarbrücken Rbf, 26.05.69.

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Um einen Wannentender an eine Lok mit offenem Führerhaus kuppeln zu können, war ein Umbau des Tenders erforderlich (wie bei 38.10):
- Abschrägung des Kohlenkastens zum FH-Dach hin
- Anbau einer Arbeitsfläche in Fußbodenhöhe
- Aufstieg zum Führerhaus am Tender
- Anbau seitlicher Werkzeug- bzw. Vorratskästen seitlich des Aufstiegs

Aufnahme Martin Welzel: 052 428-0 (Gbg), Siegburg, 02.08.71.

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Ganz besondere Exoten waren die 50er mit geschlossenem Führerhaus und speziell dafür adaptierten Tender 2'2'T26. Einer davon wurde sogar zu einem Kabinentender umgebaut und zuletzt mit 50 3121 gekuppelt, die aber erstaunlicherweise noch kurz vor ihrer Ausmusterung auf die Normalversion mit offenem Führerhaus und regulären Kabinentender umgebaut wurde.

Aufnahme Martin Welzel: 053 121-0 (Wei), Bf Weiden, 04.05.73

Sonstiges

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Vor allem im Ruhrgebiet und im Kölner Raum wurde die BR 50 auch als schwere Rangierlok eingesetzt. Dafür erhielten einige Maschinen, allerdings meist nur vorübergehend, die damals üblichen Rangierfunkanlagen. Erkennbar waren die Funkloks an der (Topf-) Antenne auf dem Führerhausdach.

Aufnahme: 050 757-4 (Wan), Bw Wanne Eickel, 06.05.70.

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Ebenfalls nur zeitweise erfolgte die Ausrüstung einzelner Loks mit einem großen Schneepflug vorn und sogar hinten am Tender. Erstaunlicherweise zeigen alle mir bekannten Aufnahmen zumeist Loks aus dem Kölner Raum.

Aufnahme Martin Welzel: 052 607-9 (KEif), Bw Köln Eifeltor, 04.02.73.

Abschließend möchte ich noch einmal ausdrücklich den Fremd-Bildautoren danken, die mit der Bereitstellung ihrer Aufnahmen zur Vervollständigung dieser Seite beigetragen haben (in alphabetischer Reihenfolge):

Literaturquellen

[1] H.-D. Andreas
Bauunterschiede bei der Baureihe 50
Bufe-Fachbuch-Verlag, München, 1986
[2] J. U. Ebel, H. Wenzel
Die Baureihe 50, Band 1 und 2
Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg, 1988