Hof - In Bayern ganz oben

Hof - kaum ein anderer Ort in Deutschland hatte in der Bundesbahnzeit einen derart hohen Bekanntheitsgrad unter den Eisenbahnfreunden, wie die Grenzstadt im äußersten Norden Bayerns. Hier trafen sich nicht nur die Fans aus der ganzen Bundesrepublik, sondern auch aus der Schweiz, Holland, England, den USA oder Japan, ja aus aller Herren Länder. Das lag vor allem daran, dass Hof der letzte Einsatzschwerpunkt der Schnellzug-Dampfloks der Baureihe 01 bei der DB war. Die schwarzen Schönheiten waren damit zum Schluss regelrecht ein Image-Träger für die Stadt Hof. Es gab sogar einen speziellen Aufkleber zu diesem Thema: Eine stilisierte Altbaukessel-01 auf ovalem Feld, umrahmt von dem Schriftzug "Hof - In Bayern ganz oben". Leider ist es mir nicht gelungen, ein Bild dieses Aufklebers aufzutreiben. Ich würde es aber gerne nachträglich hier einstellen, wenn ich eines davon bekäme.

Es waren aber nicht nur die berühmten deutschen Einheits-Pacifics, die den besonderen Reiz dieser Stadt und Region ausmachten. Auch im Güterverkehr, zumindest soweit es die DB betraf, herrschte noch unangefochten "König Dampf" mit den Baureihen 44 und 50. Und die Tenderloks der Reihen 64 und 86 waren zwar nicht mehr im Planeinsatz zu erleben, aber mit Sonderleistungen und im Bauzugdienst in und um Hof noch vielfach unter Dampf anzutreffen. Eine Aufstellung aller im Bw Hof beheimateten Dampfloks und Hinweise auf Bauartbesonderheiten findet sich in der nebenstehenden Stationierungsliste (bitte anklicken).

Aber der Traktionswandel machte auch vor Hof nicht halt. Über die Jahre machte sich zunehmend die Dieseltraktion breit. Aufnahmen der Baureihen 216, 217, 218.0 und brandneuer 218.1 aus jener Zeit sind jedoch heute historisch genau so wertvoll, wie die der damals noch allgegenwärtigen Dampfer. Auch die Reichsbahn kam ab 1968 - sehr zu meinem Leidwesen - bereits mit Dieselloks; und zwar sowohl im Reise- wie auch im Güterverkehr.

Und noch ein weiterer Umstand machte Hof für Eisenbahnfreunde sehr attraktiv: Auf engstem Raum konnte man hier die eisenbahntypischen Themenkomplexe Bahnhof, Bw und Strecke fotografisch umsetzen. Überall boten sich gute Motive satt. Ein Wechsel von einer Fotostelle zur nächsten war fußläufig, auch mehrfach hin und her, ohne sportliche Höchstleistungen machbar. Ein ideales Revier für Anfänger, wie ich es bei meinem ersten Besuch im Sommer 1968 zweifellos noch war.

Diese Galerie zeigt eine kleine Auswahl der zahlreichen Bilder, die bei fünf jeweils mehrtägigen Reisen nach Hof im Zeitraum zwischen 8/68 und dem 01-Abschied am 02.06.73 entstanden. Allerdings, auch wenn bei jeder dieser Touren die "Null-Einsen" der Anlass und das eigentliche "Objekt der Begierde" waren, hier soll der Bahnbetrieb in und um Hof als Ganzes dokumentiert werden.

Über die berühmtesten deutschen Pacifics gibt es in der Bundesbahnzeit zwei separate Galerien:

Eine weitere schöne Ergänzung findet sich auf der Seite "Traktionswandel" von Rolf Schulze in der Galerie:

Hof Hauptbahnhof

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Wie bei meinem ersten Besuch in der Saalestadt beginnt die Galerie mit der Einfahrt nach Hof Hbf. Am 27.07.68 ist es 01 171, die soeben mit E873 aus Lichtenfels ihr Fahrziel erreicht. Das dürfte einer ihrer letzten Einsätze gewesen sein, denn nur drei Tage später, am 30.07.68, wurde die Lok abgestellt.

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Nachdem der Zug am Bahnsteig zu Stehen gekommen ist, wird die Lok blitzschnell abgekuppelt (damals machte das noch der Heizer), vorgezogen und auf dem Nachbargleis zurückgesetzt. Jetzt wartet 01 171 im bahnsteiglosen Mittelgleis darauf, ins Bw einrücken zu können, dessen Verwaltungsgebäude im Hintergrund zu sehen ist.

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Wegen des schnellen Abkuppelns blieb meist nur wenig Zeit, um einen Zug nach der Ankunft im Bahnhof aufzunehmen. Am frühen Abend des 08.08.72 stand ich jedoch rechtzeitig für P3228 bereit, der soeben mit 001 187 aus Regensburg eingetroffen ist. Trotz des beträchtlichen Laufwegs wahrlich kein standesgemäßer Zug für eine 01.

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Wesentlich einfacher war das Fotografieren der ab Hof nach Süden fahrenden Züge. Wie auf dem Präsentierteller steht 01 234 (ex 02 003) am 30.07.68 vor dem noch leeren D546 im südlichen Mittelgleis und wartet auf den Kurswagen aus dem Interzonenzug D146, der in Kürze auf dem Nachbargleis einlaufen wird. Man beachte auch die Nummer mit der einmaligen Ziffernfolge 0-1-2-3-4.

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Die gleiche Situation am Tag zuvor, dem 29.07.68: Während die Stammgruppe für D546 mit 01 111 im Mittelgleis auf den Kurswagen aus D146 wartet, verlässt im Nachbargleis E510 mit 01 202 den Bahnhof. Leider schob der Wettergott just in diesem Moment mal wieder eine Wolke vor die Sonne. Zwei großrädrige Schönheiten, das provoziert die Frage: Wer ist die Schönste im ganzen Land? Die mit Schürze oder die ohne?

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Am 03.04.69 steht 001 131 vor D546 so weit vorn, dass ein "Ausgrätschen" des Lichtmastes schwierig wird. So schwierig, dass die solo vorbeifahrende DR V200 048 hinten nicht mehr ganz ins Bild genommen wurde - das kommt davon, wenn man sich nur auf den einen Bildrand konzentriert...

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Direkt danach trifft auf demselben Gleis D146 aus Dresden ein, bespannt mit der Reichenbacher V180 123. Beim Lokwechsel kommt es erneut zu einem Nebeneinander mit 001 131. Aber dieses Mal hatte ich besser aufgepasst, und der Reichsbahn-Diesel ist, wenn auch saugend, ganz im Bild. 03.04.69.

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Im Sommer des Vorjahres kam der mittägliche Interzonenzug D146 noch mit einer sechsachsigen V180.2 nach Hof. Am 27.07.68 war es V180 227. Noch eine Fahrplanperiode früher war es ein Reko-Dampfer der Baureihe 22, was mir natürlich sehr viel lieber gewesen wäre.

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Nach so viel Reichsbahn zurück zur Bundesbahn. Am frühen Morgen des 05.04.69 steht 001 169 abfahrbereit vor E532, den die Neubaukessel-Lok bis Lichtenfels bespannt. Diese Ansicht war von der Beleuchtung her nur morgens möglich, da die Sonne schon am frühen Vormittag auf die andere Seite wanderte.

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Stell-Dich-Ein der Prototypen:
Mit 10 Maschinen der Baureihe 01 begann 1926 das Zeitalter der Einheits-Loks. 42 Jahre später waren es die 12 Loks der Baureihe 218.0, die den Anfang der größten und bis heute (2007) letzten Beschaffung von Streckendieselloks bei der DB markierten. Links 001 008 vor E1648, rechts 218 012 vor D899, 09.08.72.

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Und noch einmal die Situation "Großmutter und Enkelin", jetzt aber mit zwei Serienmaschinen. Am nächsten Tag, dem 10.08.72, sehen wir 001 202 vor E1648 nach Bamberg (-Mannheim) und 218 152 vor D899 nach Regensburg (-München). 218 152 war übrigens eine der ersten Serienloks beim Bw Regensburg und damals noch keine 10 Monate im Dienst.

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Auch im Güterverkehr hatte Hof Einiges zu bieten. Der Güterzug aus der DDR, der hier am 05.04.69 direkt neben den Bahnsteigen zum Stehen kommt, ist mit der "Taiga-Trommel" V200 026 vom Bw Reichenbach bespannt. Ebenfalls relativ neu, war sie mir damals ein Ärgernis, aber heute freue ich mich über dieses Bild, zumal die Lok noch ihre schönen Emailleschilder mit alter Nummer trägt.

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Im südöstlichen Bereich des Hauptbahnhofs ist 86 095 am 29.07.68 mit einem Bauzug unterwegs. Für solche Leistungen standen immer einige Hofer Tenderloks unter Dampf, und man brauchte kein besonderes Glück, um eine von ihnen im Einsatz zu erwischen.

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Mit dieser Aufnahme sind wir schon fast im Bw angekommen, denn das Gleis, auf dem 86 171 hier steht, führt vom Hauptbahnhof aus direkt unter die Bekohlungsanlage. Die 86 hatte offensichtlich die Sonderaufgabe, einen Wagen mit Materialien für die Lokwerkstatt aus dem Güterbahnhof zu holen und ins Bw zu bringen. Vorfeld Hof Hbf, 30.07.68.

Bahnbetriebswerk Hof

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Folgen wir nun dem Weg der Loks durch das Bahnbetriebswerk. Die erste Station für die eintreffenden Dampfloks war die Bekohlungsanlage. 01 213, die soeben den E873 nach Hof gebracht hat (Bild 55), füllt nun erst einmal ihre Kohlevorräte auf. 26.07.68.

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Die gleiche Örtlichkeit von der anderen Seite. Mit der Nase nach Süden steht 086 407 unter dem imposanten Hochbunker. Durch die Bekohlungsanlage hindurch im Hintergrund zu erkennen: Das große Verwaltungsgebäude des Bw Hof. 10.08.72.

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Auf diesem Bild ist die Bekohlungsanlage als Ganzes zu sehen. 086 407 ist ein paar Meter vorgerückt und steht jetzt zum Ausschlacken bereit auf dem Kanal. Bei solchen Aufnahmen stand man als Fotograf direkt neben dem Streckengleis zum Hbf - damals natürlich ohne Warnweste und auf eigene Verantwortung; aber keinen störte es, es waren halt andere Zeiten...

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Ein Schwenk in die andere Richtung zeigt, dass es insgesamt vier Ausschlackplätze gab. Wieder einmal auf dem äußeren Gleis steht die Weidener 044 487 (ex 44 1482) und verführt den Fotografen zu einem weiteren Ausflug ans Betriebsgleis. 08.08.72.

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Ganz am Ende des Ausschlackbereichs steht 86 401. Obwohl bereits seit Jahresanfang die neuen Nummern gelten, ist sie wie alle Dampfloks des Bw Hof auch am 29.07.68 noch mit alter Nummer unterwegs. Und wie viele Hofer 86er besitzt sie einen neuen, geschweißten Wasserkasten.

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Nur am frühen Vormittag war diese Ansicht von der Bw-Seite aus möglich. Am 27.07.68 steht 01 183 auf dem Kanal an einem der insgesamt vier Gelenkwasserkräne und verschlingt kubikmeterweise das kühle Nass. Auch in der Ansicht spitz von hinten war eine Neubaukessel-01 eine wuchtige Erscheinung.

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Das letzte Bild vom Kanal zeigt eine typische Situation im Bw Hof: Zwei Pacifics stehen nebeneinander auf dem Kanal und sind mit einem Normal-Objektiv (Kleinbild) etwas schwierig ins Bild zu setzen. Am 03.04.69 sind es mit 01 229 und 01 088 jeweils eine Neubau- und eine Altbaukessel-Lok. Nach mehreren Besuchen hatte man aber mühelos auch alle anderen Kombinationen "im Kasten".

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Nach dem Ausschlacken und Wassernehmen ging's über eine Spitzkehre neben der Strecke zurück ins Bw zur Drehscheibe. Hierhin ist am 29.07.68 die Neubaukessel-Lok 01 192 unterwegs. Das war die ideale Stelle, um die imposanten Maschinen in ganzer Schönheit abzulichten.

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Lokporträt der Schnellzug-Dampflok Baureihe 01 der Deutschen Bundesbahn:
1. Bauserie, mit kleinen Vorlaufrädern und altem Kessel - 01 088, Bw Hof, 29.07.68.

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Lokporträt der Schnellzug-Dampflok Baureihe 01 der Deutschen Bundesbahn:
2. Bauserie, mit großen Vorlaufrädern und Neubaukessel - 01 180, Bw Hof, 29.07.68.

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86 095, die kurz zuvor noch mit Schotterwagen im Bahnhof zu sehen war (s. Bild 13), hat nun eine kleine Rangieraufgabe im Bw zu erledigen. Über das bereits erwähnte Wendegleis bringt sie ein paar leere O-Wagen auf das Gleis neben dem Schlackensumpf. 29.07.68.

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Nur selten kamen die Streckenloks der BRn 01 und 44 "anders herum", also mit der Rauchkammer nach Süden, in den Bereich der Bekohlung und Ausschlackgruben. Warum das bei 01 234 am 30.07.68 so war, weiß ich heute nicht mehr. In guter Erinnerung habe ich dagegen das freundliche Lokpersonal, das hier extra einen "Fotohalt" für den Fotografen einlegte.

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Sofern das Löscheziehen nicht schon auf dem Kanal gemacht wurde, gab's hinter dem Kohlebansen noch einen speziellen Platz dafür. An diesem sehen wir am 09.08.72 die ex Paderborner 001 103, die als Neubaukessel-Lok mit der niedrigsten Nummer meine besondere Beachtung genoss.

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Löscheziehen, eine sicher nicht leichte und zudem schmutzige Arbeit. Hier zu sehen bei 001 181 am 04.04.69. Lösche: So nennt man den feinen Ruß, der sich während des Betriebs in der Rauchkammer sammelt und der nach jeder Fahrt händisch mit einer Schaufel entfernt werden muss. Gut zu erkennen auch der Wasserkasten des Mischvorwärmers im oberen Bereich der Rauchkammer.

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Nach Abschluss aller Arbeiten ging's am Schuppen vorbei auf die Drehscheibe. Diese Stelle neben dem Schuppen war ein weiteres Top-Motiv im Bw Hof, wo ich zahlreiche Lokomotiven "erlegt" habe. Eine der ersten war 01 008 am 26.07.68. Die heutige Museumslok war eine von zehn Prototypen der Baureihe 01, leicht erkennbar an dem gegenüber der Serie abweichenden Führerhaus.

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Und noch ein Prototyp: 001 234, aufgenommen am 29.07.69, nur wenige Meter weiter zur Drehscheibe hin. Die Lok wurde ursprünglich als 4-Zylinder-Verbund Maschine mit der Nummer 02 003 geliefert und 1938 in eine 2-Zylinder Lok mit einfacher Dampfdehnung umgebaut, womit sie weitgehend den 01 Prototypen entsprach.

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Nächste Station Drehscheibe: 44 582 macht ordentlich Dampf, um von der Drehscheibe zu fahren; 27.07.68. Die Weidener Jumbos waren ständige Gäste im Bw Hof und hauptsächlich für die schweren Güterzüge in Richtung Regensburg zuständig.

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Auf der Fahrt in den Schuppen "Haus 1" ist auch 01 131, ebenfalls am 27.07.68. Diese Lok erhielt ihren Neubaukessel als "Nachzügler" erst am 25.01.66, also ziemlich genau 2½ Jahre vor der Aufnahme. Grund: Weiterverwendung des noch relativ neuen Kessels der durch Unfall ausgeschiedenen 01 122.

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Leider wurden im Bw Hof alle Loks grundsätzlich mit der Rauchkammer nach außen, also von der Drehscheibe weg, abgestellt, egal ob Schuppengleis oder Freistand. Für die Fotografen war das natürlich nicht so fotogen; trotzdem immer wieder schön: Eine Lok vor der Kulisse des großen Lokschuppens, selbst wenn es nur eine Rückansicht ist, wie bei 001 234 am 29.07.69.

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Auch mit kleinen Loks macht sich das Motiv gut: "Die kleine Mikado" 86 346 vor dem Schuppen ihres Heimat-Bws, genau ein Jahr zuvor am 29.07.68.

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Selbst in den Freiständen wurden die Loks mit der Rauchkammer nach außen abgestellt - aber wenigstens standen sie so richtig im Licht. 001 111 am 29.07.69.

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Das erste und einzige Mal, dass ich Loks mit der Rauchkammer zur Scheibe hin erlebt habe, war am 31.05.73. Zum Planeinsatzende der BR 01 und dem in Hof veranstalteten DGEG-Treffen wollte man den Fotografen wohl etwas Gutes tun. Von links nach rechts: 001 131, 044 667 (ex 44 667), 044 657 (ex 44 1657), 86 201; letztere eigentlich mit neuer Nummer, die jedoch von (über-)eifrigen Fans auf alt getrimmt worden war.

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Aus den Freiständen, in denen die üblicherweise die Fremdloks abgestellt waren, fährt 044 118 am 02.06.73 auf die Drehscheibe. Die Hofer 01 hatten sich genau an diesem Tag aus dem Plandienst verabschiedet und auch sonst war "König Dampf" auf dem Rückzug. Die Diesel-Konkurrenz lauert schon im Hintergrund.

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29.07.69 - bevor es auf die nächste Fahrt geht, präsentiert sich 001 073 auf der Drehscheibe ihres Heimat-Bws noch einmal den Fotografen. Die Lok ist erst vor 27 Tagen nach Hof gekommen und darf jetzt hier wieder "richtige" Züge bespannen, nicht nur Bauzüge wie in Saarbrücken.

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Noch ein klassisches Motiv aus dem Bw Hof: Vor dem Verwaltungsgebäude im typisch fränkischen Baustil posiert 001 173 am 29.07.69. Hier gab es eigentlich immer einen kurzen Stopp, bevor es rückwärts in den Bahnhof und an den Zug ging.

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Von den vielen, vor dem Verwaltungsgebäude entstandenen Bildern zeige ich nur noch ein weiteres: 052 817, ein "Urgestein" im Hofer 50er Bestand, muss erst abwarten, dass 086 346 den Weg frei macht. Die Tenderlok ist gerade von einem kurzen Einsatz zurückgekehrt und setzt nun zur hinteren Drehscheibe, dem sog. Haus 2, um; 29.07.69.

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Direkt vor dem Verwaltungsgebäude entstand am 10.08.72 das Bild der 086 407. Ein Schneepflug verleiht den Loks m.E. immer ein besonderes Aussehen. Das gilt bzw. galt gerade auch für Dampfloks, bei denen das nicht so häufig zu sehen war. Die schneereichen Winter in der Oberpfalz waren der Grund dafür, dass in Hof zahlreiche Tenderloks damit ausgerüstet waren.

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Die Gleise an der 2. Drehscheibe (die vom Eingang her gesehen eigentlich die erste war), wurde hauptsächlich zum Abstellen der Tenderloks genutzt - leider auch hier generell mit dem Tender Richtung Drehscheibe. Von links nach rechts zeigen mir am 26.07.68 folgende Loks ihren schönen Rücken: 86 095, 86 171, 86 401, 64 031 und 86 705.

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Vier Tage später, am 30.07.68, hat sich die Lage komplett verändert. 86 705 steht jetzt ein Gleis weiter von der Schuppenwand entfernt und so frei, dass eine Ansicht genau von der Seite möglich ist. Der hinter der Lok sichtbare restliche Teil des Hauses 2 war für die Dieselloks des Bw Hof reserviert.

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Tenderlok-Getümmel am Haus 2: Am 3. April des nächsten Jahres herrscht auf den Freiständen der hinteren Drehscheibe ein regelrechtes Gedränge; v.l.n.r. : 086 493, 64 031 vor 64 049, 086 543, 086 346 sowie zusätzlich weitere Loks, jedoch nicht sichtbar. Und bemerkenswerterweise befinden sich bis auf 086 493 alle Maschinen unter Dampf!

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Der Umstand, dass 64 031 am 03.04.69 noch ihre alte Nummer besaß, während ihre großen Schwestern der Baureihe 86 fast alle schon mit neuer Nummer verunstaltet waren, war mir noch ein Einzelbild wert.

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Typisch für die frühe Umzeichnungsphase der Dampfloks Anfang 1969 war die (zunächst) nur aufgemalte neue Nummer. 086 543 ist in dieser Hinsicht ein typischer Vertreter dieser Zeit. 03.04.69.

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Um die ganze Tenderlok Versammlung auch einmal von vorn auf den Film zu kriegen, bedurfte es schon eines Weitwinkels. Von rechts nach links, bzw. von vorn nach hinten: 86 401, 86 095, 64 049, 086 346, 086 263. Bw Hof, 04.04.69.

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Hätte 333 037 nicht so schön im Licht gestanden, hätte ich sie wahrscheinlich gar nicht aufgenommen. Vor der abgestellten und Tender-losen 01 149 steht sie am 04.04.69 an der zweiten Drehscheibe als Vertreter der neuen Zeit.

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Auch sie ist ein Vertreter der neuen Zeit: 218 005 vom Bw Regensburg. Am 29.07.69 war sie noch kein Jahr im Dienst. Die Frage "Einmotorige Lok oder zusätzlicher kleiner Diesel für die Zugenergieversorgung (ZEV)" war noch nicht entschieden und 218.0 und 217 standen im betrieblichen Vergleich. Bekanntlich (und erwartungsgemäß) machte die einmotorige Version das Rennen.

Strecke Hof Hbf - Hof Moschendorf

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An der Bekohlungsanlage bzw. den Ausschlackgleisen stand man, wie erwähnt, direkt neben dem Streckengleis zum Hbf (s. Bild 17). Beim Umsetzen von 01 181 ergab sich am 28.07.68 das zufällige Zusammentreffen mit 01 169, die mit E531 in die letzte Gerade zum Hauptbahnhof einbiegt. Dieser Streckenabschnitt von Hof Moschendorf nach Hof Hbf war vom Bw aus fußläufig schnell und einfach zu erreichen.

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Am südöstlichen Ende des Bahnbetriebswerks gab es eine Straßenunterführung, durch die hindurch man legal auf die andere Seite zum Güterbahnhof gegenüber dem Bw gelangte. Von dort aus gelang am 03.04.69 die Aufnahme von 001 164 mit E873 bei der Einfahrt nach Hof.

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Ein paar Meter weiter stadtauswärts ließen sich ausfahrende Züge schön vor der Kulisse des Bahnbetriebswerks ablichten. So zum Beispiel 01 234, die in Bild 4 noch im Hbf auf den Kurswagen für ihren D546 wartete. Ohne besondere Eile zu Fuß durchs Bw, auf die andere Seite an die Ausfahrt des Güterbahnhofs, und schon war die Zugaufnahme "im Kasten". Hof, 30.07.68.

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Dieselbe Stelle mit Blick in die andere Richtung. "Lok rückwärts, so 'ne Sch...(ande)", das war damals der erste Gedanke. Heute weiß man auch solche Aufnahmen zu schätzen, wurde die 50er doch als "Mädchen für alles" rund um den Kirchturm eingesetzt. 051 057 hat am 03.04.69 einen Güterzug am Haken, den sie vmtl. vom Grenzübergang Asch/Selb geholt hat, über den mehrmals täglich Güterzüge geleitet wurden.

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Die Güterzüge aus der Tschechoslowakei via Grenzübergang Selb hatten z.T. ein erhebliches Gewicht, so dass ab Oberkotzau Schubunterstützung angesagt war. Beim Zug vom Bild vorher erledigt das 051 725, die mit dieser Aufgabe bis zur Einfahrt in den Güterbahnhof voll gefordert ist; im Nachschuss schon wieder eine 50er von hinten, *grummel*.

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Nachdem man Gbf und Bw hinter sich gelassen hat, windet sich die Strecke (vom Hbf aus gesehen) in einer fast 90° S-Kurve hinunter ins Saaletal. Aus dieser Kurve heraus kommt 01 213 am 26.07.68 mit E873 aus Lichtenfels. Für die Verdunklung des Himmels sind allerdings die 01 und 44 276 im Ausziehgleis des Bws verantwortlich.

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P1866, den wir hier am 03.04.69 mit 050 098 in der Kurve nach Moschendorf sehen, ist mit seinen 4-Achs-Umbauwagen und dem zweiachsigen Packwagen ein typischer Personenzug der 60/70er Jahre. Das Gleis im Vordergrund diente als selten benutztes Ausziehgleis des Rangierbahnhofs und früher als Anschlussgleis für ein Werk in Hof Moschendorf.

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Noch ein Stück weiter Richtung Moschendorf entstand das Bild der 44 535, ebenfalls am 03.04.69. Man beachte die zeittypische Zusammenstellung des Wagenparks, insbesondere die Kühlwagen hinter der Lok.

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Vormittags kam das Licht in der Kurve noch von der anderen Seite. V200 034 vom Bw Würzburg befindet sich exakt an derselben Stelle wie die 44er im Bild vorher. Oberhalb der Lok sieht man das erwähnte Ausziehgleis und im Hintergrund die Schornsteine des Bw Hof. E574 am Morgen des 29.07.68.

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So schön eine V200 auch ist, aber eine Dampflok, die zudem noch Volldampf gibt, ist doch imposanter. Das demonstriert eindrucksvoll 01 131 mit E522, die der V200 eineinhalb Stunden später folgt. Dazwischen lag, natürlich, ein weiterer Kurzbesuch im Bw Hof. 29.07.68.

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Eine V160 als 01-Ersatz, das funktionierte in Hof ebenso wenig wie in Hagen, Altona oder sonst wo. Sobald genügend 218 zur Verfügung standen, wurden die 216 an andere Bahnbetriebswerke weitergereicht. Mit zwei Loks vorm Zug war die etwas magere Leistung natürlich kein Thema. Hier leistet die Regensburger 216 024 der Hofer 001 067 Vorspann vor D145. Hof Moschendorf, 04.04.69.

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Der Gegenzug D146, der unmittelbar darauf aus Hof heran gebrummt kam, war sogar mit zwei Dieselloks bespannt; den beiden Vorserienmaschinen 217 018 und 217 019. In der Bundesbahnzeit fuhr man für eine 217 halt nicht nach Mühldorf, sondern nach Hof - In Bayern ganz oben.