Dampf an der Mosel

Die Moselstrecke zwischen Koblenz und Trier zählt sicher zu den schönsten und interessantesten Eisenbahnstrecken in Deutschland. Eröffnet im Jahr1879, wurde die ursprünglich hauptsächlich aus strategischen Gründen errichtete Bahn schon bald zu einer Hauptschlagader des Verkehrs zwischen den Nordseehäfen und dem Ruhrgebiet einerseits und Nordfrankreich / Lothringen, Luxemburg und dem Saarland andererseits. Daraus resultiert ein vergleichsweise dichter und abwechslungsreicher Güterverkehr, der weit über einen monostrukturierten Montanverkehr hinausgeht.

Da die Moselstrecke zugleich auch die wichtigste internationale Anbindung von Luxemburg nach Deutschland und darüber hinaus darstellt, sind hier bis heute auch hochwertige Reisezüge unterwegs, die einen nicht unbeträchtlichen Regionalverkehr überlagern. Daneben sorgen auch die zahlreichen Sonderzüge zu den Weinorten an der Mosel für Abwechslung.

Neben dem reichlichen Angebot an Zügen aller Zuggattungen ist es aber vor allem die einzigartige Streckenführung entlang der Mosel auf dem Abschnitt von Koblenz bis Pünderich, die den besonderen Reiz dieser Strecke ausmacht. Eingeengt zwischen der Mosel und oft steilen, bis unmittelbar an die Bahn heranreichenden Berghängen, bahnt sich die Strecke ihren Weg mitten durch ein intensiv bewirtschaftetes Weinanbaugebiet. Zahlreiche Kunstbauten - Brücken, Tunnel, Stützmauern u.ä. - liefern zahlreiche streckentypische Motive, wobei die Doppelstock-Brücke von Bullay und der Hangviadukt bei Pünderich sicherlich die Höhepunkte sind.

Alles bisher Gesagte gilt mindestens für die gesamte mir bekannte Zeit vom Ende der 60er Jahre bis heute. Ich selbst hatte das Glück, die Moselstrecke noch kurz vor der Aufnahme des elektrischen Betriebs (07.12.73) kennenzulernen. Zwei größere Fototouren im Frühjahr '71 standen ganz im Zeichen des damals noch vorherrschenden Dampfbetriebs. Dabei wurden auch die Dieselzüge nicht ausgeblendet, worüber ich mich heute sehr freue.

Die einzelnen Aufnahmen der Galerie sind in geografischer Folge angeordnet, beginnend in Koblenz. Der Schwerpunkt liegt naturgemäß auf dem "schönen Abschnitt" bis Pünderich, auf dem die Strecke direkt an der Mosel entlang führt. Aber auch der "ungeliebte Abschnitt" ab Pünderich bis Trier ist mit einigen Bildern vertreten. Nicht enthalten sind dagegen Bilder aus den Bahnbetriebswerken Koblenz-Mosel und Ehrang, um die Anzahl der Bilder in einem vertretbaren Rahmen zu halten.

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Die Reise beginnt am 30.03.71 im Koblenzer Hauptbahnhof, wo 001 199 vom Bw Ehrang am Hausbahnsteig der Moselstrecke vor P2470 zur Fahrt nach Trier bereit steht. Der Kilometerstein neben der Lok zeigt es an: Hier beginnt die Moselstrecke. Am vorderen Bahnsteig, etwas weiter hinten, wartet die Mayener 086 182 mit P4294 auf die Heimfahrt in die Eifel.

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Am westlichen Stadtrand von Koblenz überquert die Strecke bei Güls zum ersten Mal die Mosel. Das Licht reicht gerade noch für den sonntäglichen Abendzug P2476 nach Trier, der auch am 23.05.71, dem ersten Tag des Sommerfahrplans, dampfbespannt mit einer Saarbrücker 023 verkehrt.

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Dieses Ärgernis war planmäßig. Die Bespannung des D602 nach Saarbrücken mit 01 war in der einschlägigen Literatur verzeichnet, der Vorspann mit 216 jedoch nicht. Abgedrückt wurde aber trotzdem. Denn wie hier 216 052 und 001 227 bei Winningen um den Weinberg kurven, das hat schon Dynamik. Und wie leer die Straße am 08.04.71 ist - nur ein einsamer Ford Capri (?) befindet sich auf Urlaubsreise.

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Die gleiche Stelle wie auf dem letzten Bild, nur in die Gegenrichtung fotografiert. Noch ist von der Autobahn-Brücke der A61 über das Moseltal, die heute dieses Motiv beherrscht, nur ein einzelner Pfeiler zu sehen, der hinter den Bäumen in die Höhe wächst. 044 126 und 044 362 rollen mit einem leeren Fad-Zug durch die Außenkurve bei Winningen, 08.04.71.

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Zwischen Winningen und Kobern werden die Berghänge steiler und schroffer - die perfekte Kulisse für ein klassisches Mosel-Motiv mit Weinbergen hinter der Strecke. Und wieder ist es P2470 (vgl. Bild 1), der am 08.04.71 von 023 101 geführt wird.

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Gleich hinter dem Personenzug folgt ein gemischter Güterzug mit 044 184 an der Spitze, aufgenommen nur ein paar Meter weiter in Richtung Kobern. 08.04.71.

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Noch weiter um die große Moselschleife herum und nun fast schon in Kobern wurde 044 385 am 20.05.71 abgelichtet. An der Straße parkt, hier zum ersten aber bei weitem nicht zum letzten Mal zu sehen, mein guter alter Käfer, der mir auf vielen Touren treue Dienste leistete.

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Klettert man etwa in Höhe der Fotostelle des letzten Bildes in die Weinberge hinauf, dann wird man mit einem weiten Blick flussaufwärts ins Moseltal belohnt, mit der Ortschaft Kobern rechts im Hintergrund. Durch die lang gezogene Kurve räuchert 044 277 ohne sichtbare Anstrengung mit einem langen Güterzug in Richtung Koblenz, aufgenommen am 08.04.71.

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Ein völliges Versagen des Denkmalschutzes war die Unterquerung von Schloss Gondorf beim Ausbau der B416 mitten durch das historische Gebäude hindurch. Die Durchfahrt im Erdgeschoss ist schon fertig, jetzt kann die Straße aufgeschüttet werden. Unbeeindruckt davon brummt der mit Neigetechnik ausgerüstete 634 627 als P2442 auf der seit mehr als 90 Jahren bestehenden Eisenbahntrasse an der Baustelle vorbei. Gondorf, 20.05.71.

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V160 im Güterzugdienst waren 1971 noch eher die Ausnahme, auch an der Mosel. Insofern war es schon eine kleine Überraschung, als am 20.05.71 die Trierer 216 174 mit einem Ganzzug aus Schiebewandwagen an der Baustelle am Schloss Gondorf auftauchte. Über der Lok ist gut zu erkennen, wie sich die alte Straße in einer engen Kurve nach links durch die Felsen zwängt.

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Und natürlich gibt es von dieser Stelle auch eine Aufnahme mit Dampfzug: 044 674 vom Bw Ehrang hat einen gemischten Güterzug am Haken, wie er damals noch durchwegs die Regel war.

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Unverkennbar ein "Mitnahme-Bild" ist die folgende Aufnahme, die einen Sonderzug mit 216 105 aus der Gegenrichtung zeigt. Die Fotostelle ist immer noch die Baustelle der B416 am Schloss Gondorf am 21.05.71.

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Warum E1867 mit Zuglok 023 101 und Vorspann 216 077 nicht an der heute allseits bekannten Foto-Stelle am Ortsrand von Hatzenport aufgenommen wurde (mit Kirche, s. Bild 33 der Galerie Mehrsystem), sondern einige hundert Meter weiter östlich, weiß ich heute nicht mehr zu sagen. Die Tatsache, dass dort überhaupt keine Aufnahme entstand, spricht dafür, dass es damals, im Frühjahr '71, schlicht nicht möglich war.

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Im alten Bahnhof von Hatzenport macht sich am 01.04.71 die Mayener 094 712 vor einem Bauzug nützlich. Die Arbeiten zur Elektrifizierung der Moselstrecke waren mittlerweile voll im Gange und an vielen Stellen waren die Mastfundamente im Bau oder schon fertig.

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Die Durchfahrt in Hatzenport steht! Und zwar für 044 512 mit einem beachtlich langen gemischten Güterzug in Richtung Ehrang am 20.05.71. Bei genauem Hinschauen ist zu erkennen, dass die Mastfundamente bereits fertig sind.

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Vor den Zügen des Montanverkehrs waren Doppeltraktionen mit zwei Jumbos durchaus nicht selten (ja, so nannte man das damals auch in Eisenbahner Kreisen, technisch korrekt ist natürlich Vorspann). Zwischen Hatzenport und Burgen kommen uns am 01.04.71 die beiden Ehranger 044 568 und 044 121 mit einem Leerzug aus Lothringen oder dem Saarland entgegen.

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Beim Nachschuss auf das Jumbo-Gespann aus 044 568 und 044 121 kommt ungeplant ein alter, an der Straße abgestellter Bus ins Bild, der den Bauarbeitern an der Strecke als mobiler Aufenthaltsraum dient.

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Unter den fast 50 Maschinen der Baureihe 44, die im April / Mai 1971 bei den Bw'en Koblenz-Mosel (10) und Ehrang (38) beheimatet waren, befand sich leider nur eine einzige Schürzenlok: Und zwar 044 014, die uns hier, ebenfalls am 01.04.71, an der gleichen Stelle östlich von Burgen das erste Mal begegnet.

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Burgen - ein Motiv, das abgesehen von der inzwischen hinzu gekommenen Fahrleitung auch heute noch nahezu unverändert möglich ist. Über dem von 634 618 verdeckten Hp Burgen thront die Spornburg Bischofstein, darunter auf halber Höhe die Pauluskapelle, beide aus dem 13. Jahrhundert. Der Triebwagen ist am 20.05.71 als E1864 unterwegs.

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Mit Dampfzug sieht das Motiv in Burgen dann so aus: 044 670, eine Maschine vom Bw Koblenz Mosel, ebenfalls am 20.05.71. Die "zarte Rauchfahne" sorgt dafür, dass der Blick auf die mittelalterlichen Gebäude nur leicht getrübt wird.

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Im Vergleich zu 44 670 auf dem letzten Bild macht 044 178 zwar schön Dampf, der aber zumindest die Pauluskapelle völlig verdeckt. Burgen, 01.04.71.

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Die Moselstrecke war das erste Einsatzgebiet der gerade erst eingeführten Baureihe 634, also der luftgefederten Variante des VT24.6 mit gleisbogenabhängiger Wagenkastensteuerung (GSt): Wieder ist es 634 618, der am 01.04.71 als P2442 knapp einen Kilometer hinter Burgen abgelichtet wurde.

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An derselben Stelle, die man auch bereits der nächsten Ortschaft Moselkern zuordnen könnte, folgt kurz auf P2442 ein langer Güterzug, gebildet aus zweiachsigen E-Wagen und bespannt mit der Ehranger 044 367. Was eigentlich nur als Vorschuss gedacht war, entpuppt sich im Nachhinein als schöner Blick in das malerische Moseltal.

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Die Hauptaufnahme stellt 044 367 mit ihrem Koks-Zug in den Bildmittelpunkt. Diese Art von Zügen und die Situation mit Straße, Eisenbahn und dahinter steil ansteigenden Weinbergen waren typisch für die Moselstrecke zur Dampflokzeit. Moselkern, 01.04.71.

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In Klotten legt der in Bild 18 schon einmal fotografierte Güterzug einen längeren Halt ein - eine willkommene Gelegenheit, den Schürzen-Jumbo 044 014 jetzt in aller Ruhe zu porträtieren. Daran hindern uns auch nicht die neuen Fahrleitungsmasten, die unmissverständlich vom bevorstehenden Traktionswandel künden. Aufnahmedatum ist nach wie vor der 01.04.71.

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Dass in Klotten (wie auch in Müden und einigen anderen Stellen) die Masten schon standen, hatte uns ja gar nicht gefallen. Aber in Cochem war man noch weiter: Im gesamten Bahnhofsbereich hing bereits der Fahrdraht. Deshalb wurde hier auch nur der schon von Bild 23, 24 bekannte Kokszug mit 044 367 aufgenommen.

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Cochem ohne Fahrdraht - da muss ich in meinem Archiv schon zwei Jahre zurückgehen. Genau genommen bis zum 27.05.69, als die Ehranger 044 113 wiederum mit einem Kokszug durch den Bahnhof rauscht. Man beachte auch den links oberhalb der Lok am Berghang zu erkennenden gemauerten Wasserspeicher des Bahnbetriebswerks Cochem.

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Die Moselstrecke wurde (und wird) auch regelmäßig von Sonderzügen für Eisenbahnfreunde befahren. Am 12.05.68 war es die VersA-Lok 18 316 aus Minden, mit der eine Sonderfahrt von Frankfurt(M) nach Trier veranstaltet wurde. Dabei gab es auch einen längeren Betriebshalt in Cochem, der von einigen Fans dazu genutzt wurde, den Zug aus dem im Bahnhof gelegenen Stellwerk heraus zu fotografieren.

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Unmittelbar hinter dem Bahnhof Cochem verschwindet die Moselstrecke im 4205 m langen Kaiser-Wilhelm Tunnel, seinerzeit der längste Eisenbahntunnel Deutschlands. Auf der anderen Seite des Tunnels folgt der Bahnhof Eller, in dem am 31.03.71 P2452 mit 001 150 an der Spitze zum Halten gekommen ist. Die spätere Museumslok war zu diesem Zeitpunkt die letzte Altbaukessel-01 an der Mosel.

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Dieser Blick auf die Moselbrücke bei Eller geht nur bei schlechtem Wetter, und davon gab's am 31.03.71 reichlich. Allen widrigen Lichtverhältnissen zum Trotz wurde die Neubaukessellok 001 133 natürlich nicht unfotografiert gelassen, als sie mit ihrem ziemlich unstandesgemäßen Personenzug P2457 über die Brücke rumpelt. Hinter der Brücke ist noch schwach das Portal des Petersberg-Tunnels zu sehen, den der Zug zuvor durchfahren hat.

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Am 23.05.71 herrscht auf der anderen Seite des Petersberg-Tunnels erheblich besseres Wetter, als bei der letzten Moseltour Ende März. Wie unschwer zu erkennen ist, befinden wir uns in Neef. Aus dem Tunnel kommt 044 737 mit einem Ganzzug aus französischen Selbstentladewagen, mit denen mindestens ein Zuglauf in der Relation Ruhrgebiet - Lothringen gefahren wurde.

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Kurz vor dem Güterzug von Bild 31 hatte D356 nach Paris Est über Luxembourg die prägnante Stelle bei Neef passiert. Am Tag zuvor, im alten Fahrplan, hieß dieser Zug noch D230. Zuglok ist die Trierer 216 176.

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Der Blick vom Tunnelportal aus in die Gegenrichtung fällt auf 216 079, die E1867 nach Koblenz bringt. Neef, 23.05.71. Rechts am Bildrand die Zufahrtsstraße nach Neef, von der aus die beiden vorangegangenen Aufnahmen entstanden.

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Drei Tage zuvor, am 20.05.71, wurde an gleicher Stelle 001 150 mit D229 aus Paris und weiter nach Koblenz verewigt.

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Bei St. Aldegund hat man einen schönen und freien Blick über die Mosel auf die Strecke zwischen Neef und Bullay. Kurz hinter Neef findet sich dort ein kleiner Hangviadukt, dessen Bögen bis auf einen Durchlass zugemauert sind, und der in der belaubten Jahreszeit durch die davor wachsenden Büsche und Bäume gut getarnt ist. Genau auf diesem Hangviadukt wurde am 08.04.71 023 063 mit P2456 nach Trier fotografisch mit dem 135er-Tele eingefangen.

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Dann, am 20.05.71 und mit Normal-Objektiv, ein weiterer Kokszug mit 044 737, die anscheinend die gleiche Wagengarnitur am Haken hat, wie sie bereits auf Bild 31 zu sehen war.

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Und noch ein Blick in die andere Richtung, aus der zwei Jumbos der BR 044 mit einem leeren Kokszug zurück ins Ruhrgebiet unterwegs sind (wobei die beiden Dampfer natürlich nur bis Koblenz am Zug bleiben).

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Zu den vielen außergewöhnlichen und herausragenden Bauwerken der Strecke gehört die doppelstöckige Mosel-Brücke in Bullay: Unten Straße, oben Eisenbahn. Über diese Brücke bollert am 20.05.71 die Koblenzer 044 737 mit dem Kokszug, von dem wir zuvor bei St. Aldegund schon ein "Landschafts-Suchbild" gemacht hatten (siehe Bild 36).

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Beinahe wie ein Schattenriss wirkt diese Seitenansicht auf einen flussabwärts fahrenden Koks/Kohle-Leerzug, der mit zwei Maschinen bespannt ist. Sogar die Loknummern sind bekannt: 044 533 (Vorspann) + 044 202. Am linken Brückenkopf ist noch der Durchlass für die damals längst stillgelegte Moselbahn zu erkennen, die einst die Straße auf der unteren Brückenebene niveaugleich kreuzte.

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Das bekannteste Kunstbauwerk der Moselstrecke ist zweifellos der 786 m lange Hangviadukt bei Pünderich, dem wir uns zunächst von der gegenüberliegenden Flussseite aus zuwenden. Aus dem Portal des Prinzenkopf-Tunnels kriecht hier 044 367 mit der langen Wagenschlange des schon mehrfach zu sehenden Kokszuges. Pünderich, 01.04.71.

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Auch ohne die Nummer lesen zu können, ist natürlich völlig klar, dass es sich bei dieser 01 nur um die "teil-entschürzte" Altbaukessel-Lok 001 150 handeln kann. Ebenfalls am 01.04.71 ist sie mit P2452 in Richtung Trier unterwegs.

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Und noch ein Zug, den wir bereits zuvor schon mehrfach auf den Film gebannt hatten: Schürzen-Jumbo 044 014 mit dem "Gemischten" auf ihrer mehrfach durch Pausen unterbrochenen Fahrt nach Westen.

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Für Züge in Richtung Koblenz kommt das Licht außer am frühen Vormittag nicht gerade günstig, aber auf DIE Entfernung ist ein Streiflicht durchaus akzeptabel und manchmal sogar recht reizvoll. Den Anfang macht eine nicht identifizierte 023 mit P2457. Aufnahme am 01.04.71.

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Auch die Nummer der Vorspannlok des E1867 war nicht herauszukriegen; dass es sich aber um eine Trierer 216 handelt, daran gibt es keinen Zweifel. Die Zuglok wurde dagegen aus der Sichtung der Rückleistung als 023 049 identifiziert. Pünderich, 20.05.71.

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Und noch ein Güterzug in Richtung Koblenz, bespannt mit 044 380 vom Bw Ehrang. Das Aufnahmedatum ist wieder der 01.04.71.

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Nun befinden wir uns auf der anderen Seite der Mosel und schauen von der Hangseite aus auf den Viadukt. In der starken perspektivischen Verkürzung durch das Teleobjektiv wird das gewaltige Ausmaß dieses Bauwerks deutlich, über das sich 044 888 mit einem langen Güterzug nähert. Leider war ich dabei gezwungen, die Bergkuppe anzuschneiden, weil ich auf die Spiegelung nicht ganz verzichten wollte. 01.04.71.

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Wenig später folgte ein weiterer, allerdings erheblich kürzerer Güterzug mit 044 270 vom Bw Koblenz-Mosel. Auch hier zunächst der Blick durch das 135mm Tele.

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Da die Strecke hier leicht ansteigt und der Zug dementsprechend nur langsam unterwegs war, konnte ein Objektivwechsel auf Normalbrennweite mühelos bewerkstelligt werden. In der klassischen Perspektive also noch einmal 044 270 auf dem Pündericher Hangviadukt am 01.04.71.

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Einzelne, besonders schwere Züge wurde wegen der Elektrifizierungsarbeiten in den Tunneln mit Diesellok nachgeschoben, um die Rauchbelastung im Tunnel zu reduzieren. Solch ein Zug war Dg6168, den die Ehranger 044 653 am Haken hat.

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Schieber vom Dienst ist bei diesem Zug die Trierer 290 134, die in dem hinter Pünderich gelegenen Reilerhals-Tunnel die Hauptlast der Traktion übernehmen musste. In dieser Nahansicht ist auch gut zu erkennen, dass es sich bei dem Ladegut um Koks (hell, matt) und nicht um Kohle (schwarz, glänzend) handelte. Schub Dg6168 am 01.04.71.

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Noch so vielen Jumbos ist mal wieder eine 01 fällig. Diesen Gefallen tut uns 001 199, die am 08.04.71 mit P2452 nach Trier diese herrliche Fotostelle an der Mosel passiert.

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Und schon wieder ein Jumbo, aber dieses Mal sind es gleich zwei im Doppelpack. 044 533 und 044 250 hecheln gemeinsam mit einem langen gemischten Güterzug die leichte Steigung hinauf. Pünderich, 08.04.71.

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Last not least möchte sich auch noch eine 23 an dieser Stelle präsentieren: 023 049, eine alte Bekannte aus Bestwiger Zeiten, hat mit dem leichten P2456 nun wirklich keine Mühe und lässt es bis zum Halt im Bahnhof Pünderich nur noch ausrollen.

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Der Bahnhof Pünderich kommt ins Blickfeld, wenn man sich vom Standpunkt der letzten Aufnahmen aus nach rechts, flussaufwärts wendet. Die Lichtverhältnisse für Züge aus Trier/Ehrang waren auch hier nicht ganz einfach, aber deswegen blieben diese natürlich nicht unfotografiert. Zunächst 023 041, die mit P2459 zwar einen Halt in Pünderich hatte, aber eine ziemlich saft- und kraftlose Anfahrt hinlegt. 01.04.71.

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Drei Franken an der Mosel. 044 657, 044 177 und 086 478, alles Maschinen vom Bw Nürnberg Rbf, haben eine Untersuchung im AW Trier erhalten und fahren nun am 01.04.71 zurück in ihr Heimat-Bw.

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Mosel-Alltag ist dagegen 044 184 mit einem Leerzug, der soeben den Reilerhals-Tunnel passiert hat und nun für den Rest der Strecke bis Koblenz direkt an der Mosel entlang fährt. Die rechts abgestellten Bauzugwagen zeugen von den auf Hochdruck laufenden Bauarbeiten im Tunnel (Gleisabsenkung).

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Bei einer DB Neubaukessel-01 war eigentlich immer Verlass auf eine ordentliche Dampf- oder Rauchfahne. So auch bei 001 227, die mit E1867 am Haken den Bahnhof Pünderich kräftig einnebelt.

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Die schöne Rauchentwicklung verleitete zu einem Nachschuss auf 001 227. Dabei kommt eine Kleinlok ins Bild, bei der es sich vmtl. um die Bahnhofs-Köf von Bullay handelt, die auf dem Weg nach Traben-Trarbach die Kreuzung mit P1867 abwarten muss. Datum ist, wie bei den Aufnahmen zuvor, der 01.04.71.

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Mit diesem Bild sind wir bei dem "ungeliebten" Teil der Moselstrecke angelangt. Direkt hinter dem Bf. Pünderich sticht die Strecke durch den Reilerhals-Tunnel ins Hinterland nördlich der Mosel, wo die Motive längst nicht mehr so spektakulär sind wie bisher. Kurz hinter dem Tunnel muss sich 044 568 vor dem "französischen Kokszug" kräftig ins Zeug legen, um die stetige Steigung bis Ürzig zu bewältigen. 01.04.71.

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Auch im Hinterland gibt es noch zwei weitere Tunnel. Der erste davon ist der 519 m lange Kinderbeurener Tunnel, aus dem soeben 044 135 hervor kommt; der Dampf quillt noch aus dem Tunnelportal. Dieses Motiv war so nur machbar, weil sich die Sonne am 23.05.71 mal wieder vollständig hinter den Wolken versteckt hatte.

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Mit Licht bzw. Sonne musste man am Kinderbeurener Tunnel natürlich auf die Südseite der Bahn, wo sich einem dann dieses Motiv bot: 001 150 mit dem Pariser Schnellzug D357 auf der Fahrt nach Koblenz, ebenfalls am 23.05.71.

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An derselben Stelle wurde sechseinhalb Wochen vorher, am 08.04.71, schon 023 076 vor P2457 abgelichtet. Der Unterschied in der Vegetation ist deutlich erkennbar.

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Am gleichen Tag entstand auch die Aufnahme der 044 670, nur ein paar Meter weiter um die Kurve herum in Richtung Ürzig. Auch wenn die Ladung wie Rüben aussieht - natürlich haben wir es wieder mit Koks für die Stahlwerke in Lothringen zu tun.

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Um überhaupt ein Bild aus Wengerohr zeigen zu können, muss ich wieder eine Sonderfahrt bemühen. Am 25.01.70 veranstaltete der Eisenbahn-Kurier eine Fahrt mit 038 382 von Koblenz nach Wengerohr und ab dort zusätzlich mit 078 303 über Daun und Mayen zurück nach Koblenz. Bei typischem Sonderfahrts-Wetter steht die Mayener T18 im Bahnhof Wengerohr, der 1987 in Wittlich Hbf umbenannt wurde.

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Motivlich ziemlich nichtssagend ist diese Aufnahme von 044 126 am 08.04.71 bei Sehlem, aber immerhin eine weitere vom Südwestabschnitt der Moselstrecke. Bemerkenswert sind allenfalls die Container auf den ersten Wagen, Vorboten einer neuen Logistikform, die heute das Transportwesen beherrscht und bereits in der Dampflokzeit ihre Anfänge hatte.

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Hetzerath hat unter den heutigen Eisenbahnfreunden einen hohen Bekanntheitsgrad durch die mit Museumsloks bespannten "Säuferzüge" mit diesem Ziel. Am 20.05.71 jedoch war das nur ein Ort wie viele andere an der Moselstrecke, wo sich ein halbwegs brauchbares Motiv bot, um die Koblenzer 044 202 mit einem westwärts fahrenden Güterzug aufzunehmen.

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In Ehrang hatten die Güterzüge das Ende der eigentlichen Moselstrecke erreicht. Aber nicht alle wurden im dortigen Rbf behandelt und neu zusammengestellt. Vor allem die Ganzzüge legten nur einen kurzen Betriebshalt ein und fuhren dann weiter zu ihren Zielbahnhöfen im Saarland (Saar-Strecke) oder Lothringen (Obermosel). So auch 044 126, die hier am 07.04.71 mit ihrem Koks-Ganzzug die Pz-Strecke nach Trier unterquert.

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Genau über die Brücke, unter der hindurch auf dem letzten Bild die 044 126 fuhr, donnert kurz darauf 023 063 mit P2473 nach Koblenz. Im Hintergrund sind noch die Anlagen des Haltepunkts Trier Pfalzel zu erkennen, von dem aus der Weg direkt ins Bw Ehrang führte.

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Während die Güterzüge zumeist über Trier West links der Mosel verkehrten, mussten die Personenzüge in Trier Pfalzel ein letztes Mal den Fluss überqueren, um nach Trier Hbf zu gelangen. Am frühen, noch leicht dunstigen Morgen des 23.05.71 dampft 001 227 mit dem berühmten Hecken-Eilzug E1570 (Trier - Koblenz - Gießen - Kassel - Hannover - Hamburg - Westerland) über eben diese Brücke.

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Die Galerie endet, wie sie begonnen hat: Mit einer Neubaukessel-01 im Bahnhof. Denn vor der zuletzt gezeigten Aufnahme wurde E1570 mit 001 227 noch im Trierer Hauptbahnhof auf den Film gebannt.