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Zusammenfassung der Beiträge zum Thema
Ab nach Tübingen - Ostertour 1969, Teil 1 bis 3

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  • Teil 1: Ab nach Tübingen - Ostertour 1969, Teil 1 vom 06.03.2019
  • Teil 2: Ab nach Tübingen - Ostertour 1969, Teil 2 vom 13.03.2019
  • Teil 3: Ab nach Tübingen - Ostertour 1969, Teil 3 vom 19.03.2019

Ab nach Tübingen - Ostertour 1969, Teil 1
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 06.04.2019

Solange man noch die Schulbank drückte, waren die Osterferien die erste Gelegenheit im Jahr für eine ausgedehnte mehrtägige Eisenbahntour. Wie man an weiteren Beiträgen hier im Forum sieht, haben auch andere Hobbykollegen das so gehalten, u.a.
- Klaus Groß: Südost-Niedersachsen-Tour, Osterferien 1969, Teil 1 bis 3

Ich selbst hatte das erstmals 1968 mit einer fünftägigen Fahrt nach Hamburg "erprobt" – siehe die Galerien
- Ostertour 1968 nach Hamburg – Teil 1 und Teil 2 in der Bundesbahnzeit
und zugehörige Beiträge im HiFo:
- Ostertour nach Hamburg - 1968 vom 19.09.2016, sowie
- Gestern vor 50 Jahren – Rheine zum Ersten vom 23.04.2018.

In den Osterferien 1969 sollte es nun nach Süden gehen; zu den P8, die inzwischen nur noch in der BD Stuttgart in nennenswertem Umfang im Planeinsatz standen. Heilbronn kannte ich schon vom Vorjahr, daher waren Tübingen und Rottweil gesetzt.

"Ab nach Tübingen" lautete somit das Motto, das in meinem Wuppertaler Freundeskreis spätestens ab dem Jahreswechsel 68/69 unsere Eisenbahn-Phantasien beflügelte. Aber wie das so ist: der Appetit kommt beim Essen. Je konkreter die Pläne wurden, umso länger wurde die Fahrtroute. Schließlich wurde eine regelrechte Süddeutschland-Rundfahrt daraus, mit Hof als zweitem Schwerpunkt. Die Menge der entstandenen Aufnahmen lässt mir allerdings keine andere Wahl, als diese Beitragsserie auf den ersten Schwerpunkt Tübingen zu begrenzen.

Bild 01 

Fahrtroute der Ostertour 1969. Mit allen "Foto-Halten" der zweiwöchigen Reise.

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Leider ließ sich eine Fahrt per Auto, wie ursprünglich vorgesehen, nicht realisieren. Wir mussten also die Bahn nehmen. Das war ja nun grundsätzlich auch nicht schlecht, beschränkte aber die Mobilität vor Ort doch sehr. Zusammen mit dem anfangs sehr unbefriedigenden Wetter führte das dazu, dass überwiegend Aufnahmen in den diversen Bws entstanden – aber die haben ja auch ihren Reiz.

Gerne hätte ich jetzt ein Bild der damals ausgestellten Fahrkarte gezeigt, die überraschenderweise nicht wesentlich mehr kostete, als eine normale Rückfahrkarte nach Rottweil. Mit diversen Raumbegrenzungsnummern, die herauszufinden fast eine halbe Stunde in Anspruch nahm, wäre das sicher ein interessantes Zeitdokument gewesen. Aber leider habe ich weder die Fahrkarte noch andere Reiseunterlagen aufbewahrt – da waren andere HiFo-Kollegen weitsichtiger.

Frühmorgens, am Sonntag 23.03.69, der Start in Wuppertal-Oberbarmen, zusammen mit drei Freunden. Die erste Etappe ging bis Koblenz, wo eine Stunde und 20 Minuten für einen ersten Zwischenstopp eingeplant waren. Welcher Wahnsinn uns damals getrieben hat, diese reichlich kurze Zeit für einen Besuch im Bw Koblenz-Mosel zu nutzen, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Zumal das Wetter geradezu unterirdisch schlecht war, so dass überhaupt nur drei Aufnahmen dort entstanden.

Bild 02 

Als erstes gleich am Eingang die bereits ausgemusterte 082 005 (†: 11.12.68).
Ein Auftakt mit Schrottlok – das war kein gutes Vorzeichen. Aber immerhin eine 82er, die mir bis dahin nicht vor die Flinte gekommen war.

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Bild 03 

Für mich neu waren auch 082 040 und 082 021, die, direkt nebeneinander stehend, ihre Nase in den grauen Morgen steckten.

Und nein, die Mischvorwärmerlok ist nicht größer bzw. höher als die 021 mit Oberflächenvorwärmer, auch wenn sich dieser Eindruck bei der gewählten Perspektive aufdrängt.

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Bild 04 

Von Koblenz aus führte uns die Weiterfahrt rechtsrheinisch über Wiesbaden nach Darmstadt, wo wir genau rechtzeitig eintrafen, um den N1322 nach Erbach, bespannt mit 065 004, zu erwischen - den "Dampfgeführten Reisezügen" sei Dank.

Der danach vorgesehene Besuch im Bw Darmstadt kam leider nicht zustande, da man uns unangemeldet nicht hereinlassen wollte. Heute weiß ich, dass eine solche ablehnende Haltung in Darmstadt seinerzeit häufig vorkam, wenngleich ich im Sommer des Vorjahres kein Problem damit gehabt hatte. Wie dem auch sei, schneller kamen wir nun auch nicht mehr weiter zu unserem nächsten Ziel Heidelberg, wo nur ein kurzer Umsteigehalt geplant war.

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Bild 05 

Dieser war gerade mal ausreichend, um nach den Triebwagen der US-Forces zu schauen.
Da war zu einen der Salon-Triebwagen VT/VS 08 801, hier von hinten mit dem Steuerwagen 908 801 hinter dem Prellbock aufgenommen.

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Bild 06 

Und auch 633 801 war anwesend, der auf mich immer wie ein molliger ETA150 wirkte.

Von Heidelberg nach Osterburken gab‘s dann eine unvergessliche Fahrt mit dem V200-bespannten E519 nach Würzburg, der "volles Rohr" die kurvenreiche Strecke entlang des Neckars heizte.

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Bild 07 

Der Umweg über Osterburken wurde bewusst eingelegt, da der Anschlusszug Richtung Heilbronn laut "Dampfgeführte Reisezüge" mit einer P8 gefahren werden sollte.
Und richtig, vor dem N1862 gab sich die Heilbronner 038 626 die Ehre. Letzte Aufnahme vom 23.03.69.

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Fazit des ersten Tages: Bahnfahrt mit 5x Umsteigen problemlos, alle Züge pünktlich. Wetter grausig; Fotos nur als Beweisbilder brauchbar.


Der 24.03.69 sollte eigentlich der erste richtige Fototag sein und komplett in Heilbronn verbracht werden. Leider hatte der Wettergott kein Einsehen mit uns und der Tag war genauso grau und wolkenverhangen wie der Anreisetag.

Bild 08 

Ohne Licht vor‘m Schuppen: 064 419, mit großen Lampen, aber immer noch mit aufgemalter neuer Nummer, was vor allem vorne an der Rauchkammer einfach nur schlecht aussah.

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Bild 09 

Einige Crailsheimer 23er besaßen dagegen noch ihre alte Nummer. Etwa 23 059, die hier gerade vom Bekohlen kommt und jetzt erst einmal auf dem Kanal restauriert werden muss. Im Hintergrund 050 407 vom Bw Mannheim.

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Bild 10 

038 313 wartete derweil auf einem Nebengleis auf die Reparatur ihrer Treibachse.

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Bild 11 

Zu den "früh verblichenen" 23ern zählt die Crailsheimer 23 068, die angeblich trockengeheizt wurde und nur knapp einem Kesselzerknall entging – siehe DSo-Beitrag Frage zu 23 068. Die Z-Stellung erfolgte jedenfalls am 12.03.69, also 12 Tage vor unserem Besuch.

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Bild 12 

In Heilbronn Süd fanden sich noch zwei Schmalspurloks der Bottwartalbahn, leider beide nur noch als Schrottloks:
99 704, ein DRG-Nachbau der sächsischen VIk von 1926, stand zwar zwischen diversen abgestellten Fahrzeugen, aber doch einigermaßen frei zum Fotografieren.

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Bild 13 

99 650 dagegen, eine originale sächsische VIk, war dagegen eingekeilt zwischen einem Güterwagen auf der einen und "Gerümpel" auf der anderen Seite. Da war es schon fast hilfreich, dass man bei dem sch… Wetter nicht auf die Lichtverhältnisse achten musste. Und aus heutiger Sicht sorgt das Schlauchgerüst vor der Lok sogar für etwas Motiv.

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"Neuer Tag, neues Glück" … das galt leider nicht für das Wetter – am 25.03. war es eher noch schlechter als am Vortag.

Nach einem freudlosen Vormittag im Bw brachen wir die Zelte in Heilbronn ab und machten uns auf den Weg nach Horb, wo wir in der Jugendherberge zu übernachten gedachten.

Bild 14 

Vermutlich mit diesem Zug, dem N1844 mit 144 147 an der Spitze, erfolgte die erste Etappe der Fahrt bis Stuttgart. Dort verabschiedete sich einer meiner Freunde zur vorzeitigen Heimreise – aus gesundheitlichen Gründen und vermutlich auch deshalb, weil einem das einfach grauenhafte Wetter so langsam jede Lust zum Weitermachen raubte.
Aber wir betreiben unser Hobby ja schließlich nicht zu unserem Spaß …;-))

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Nach einer kalten Nacht in der JH Horb fuhren wir gleich weiter nach Rottweil, womit wir nun am 26.03.69 endlich unser Zielgebiet erreicht hatten.

Bild 15 

Die erste Aufnahme im Bahnhof Rottweil galt der 38 2242, vielleicht der Zuglok des Zuges, mit dem wir aus Horb gekommen waren.
Die winterlichen Witterungsverhältnisse Ende März sind nicht zu übersehen.

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Bild 16 

Beim Blick vom Bahnhof hinüber zum Bw drängte sich danach eine zwar abgestellte, aber besondere P8 ins Bild:
38 3551 war unverkennbar eine ehemalige Wendezuglok mit geschlossenem Führerhaus und normalem Wannentender.
Z-gestellt seit genau einem Monat (25.02.69), aber noch vollständig mit Schildern, Lampen und Stangen, und sogar Kohlen auf dem Tender.

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Bild 17 

Also gleich rüber ins Bw Rottweil. Aber dann doch noch einmal ein Blick zurück in den Bahnhof, wo gerade die Tübinger 38 2366 mit dem N1941 zur Weiterfahrt nach Böblingen aufbricht. Bei diesem aus Tuttlingen kommenden Zug erfolgte übrigens in Rottweil ein Lokwechsel von P8-Rottweil auf P8-Tübingen.
Das traurig-trübe Licht ist geradezu mit Händen zu greifen.

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Bild 18 

Nun ja, für Standaufnahmen reichte es. Zunächst für die 38 2357, die zwei Loklängen vor der 3551 seitlich des Schuppens stand.

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Bild 19 

Auf den Freigleisen an der Drehscheibe sodann 38 3958.

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Bild 20 

Ein letztes Bild aus Rottweil zeigt 38 2770 vor dem N1983, mit dem wir um 13:11 Uhr zurück nach Horb fuhren.

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Bild 21 

In Horb kamen wir zeitig genug an, um den N1928 aus Böblingen abzupassen, der mit der Tübinger 38 3970 bespannt war.

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Bild 22 

Im Schuppen des Bw Horb stand erwartungsgemäß die lange ausgemusterte Zahnradlok 97 501. Man erlaubte uns, die Schuppentore zu öffnen, so dass wenigstens ein Bild von vorn möglich war.
Wer hätte gedacht, dass aus diesem Schrotthaufen nach 50 Jahren Abstellzeit (!) wieder eine schmucke, betriebsfähige Museumslok werden würde.

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Bild 23 

Neben dem Schuppen im Bw Horb stand 44 463, leider bei den dort herrschenden Platzverhältnissen viel zu groß, um komplett ins Bild zu passen.

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Nach der Übernachtung in Tübingen ging es am nächsten Morgen voller Tatendrang ins Bw Tübingen. Aber auch am 27.03.69 waren die Lichtverhältnisse weiterhin derart erbärmlich, dass keine vorzeigenswerten Aufnahmen dabei herauskamen. Ich beschränke mich deshalb hier auf zwei exemplarische Bilder.

Bild 24 

Da ist zunächst die bereits ausgemusterte 38 3567 – Schrottlok bei Schrottwetter –, die gerade von ihrer Rottweiler Schwester 38 3958 auf eine Nebengleis rangiert wird, von wo aus es vermutlich zur letzten Fahrt zum "Schrotti" ging.

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Bild 25 

Ich beende den heutigen Beitrag mit dem Bild der 38 2242, aufgenommen am 27.03. mit dem N1988 nach Rottweil an der Bw-Zufahrt in Tübingen.

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Nach diesem, alles in allem doch ziemlich frustrierenden Auftakt unserer Ostertour 1969 konnte es eigentlich nur noch besser werden. Und tatsächlich, in den Folgetagen hellte der Himmel zunehmend auf, so dass wir doch noch auf unsere Kosten kamen.

Und wenn ich jetzt nicht für das "Schlecht-Wetter Festival" abgestraft werde, hätte ich noch zwei Fortsetzungen im Köcher.
Wie wär’s damit ?

Ab nach Tübingen - Ostertour 1969, Teil 2
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 13.04.2019

Im ersten Teil – siehe HiFo-Beitrag Ab nach Tübingen - Ostertour 1969, Teil 1 – hatte ich über die Planung und die ersten Tage meiner Ostertour ’69 berichtet, die von frustrierend schlechtem Wetter geprägt waren. Aber wir gaben die Hoffnung auf eine Wetterbesserung nicht auf und tatsächlich ließ sich am 28.03.69 erstmals ganz zart die Sonne hinter den Wolken sehen.

Nach dem verdorbenen Donnerstag waren auch der Freitag und Samstag noch voll für Tübingen verplant. Nach Anmeldung in der Lokleitung durften wir uns wie schon am Vortag frei und ohne "Aufpasser" im Bw-Gelände bewegen. Na, dann mal ran an die Loks.

Bild 26 

Noch nicht lange in Tübingen war die ex-Heilbronner 38 3711. Und wie sich das für Tübingen gehörte, war die in Heilbronn lieblos aufgepinselte neue Nummer 038 711-8 wieder durch Blechschilder mit (aufgemalter) alter Nummer ersetzt worden. Natürlich musste auch der Wannentender aus Heilbronner Zeit gegen einen Kastentender aus der Tübinger Reserve getaucht werden, damit die Lok in Böblingen auf die Drehscheibe passte.

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Bild 27 

64 250, die kannte ich doch noch aus Aalen – Schwabendampf vor 40 Jahren.
Jetzt war sie also in Tübingen heimisch geworden.

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Bild 28 

Auch (relativ) moderne Fahrzeuge wurden nicht verschmäht. Wie z.B. der in Tübingen beheimatete 427 103.

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Bild 29 

Das Gleiche galt für 456 103. Für die Triebwagen galt das Tübinger "Alte-Nummer Gebot" offenbar nicht ;-)

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Bild 30 

Doch zurück zu den Dampfern, bei denen 064 389 für ein gewisses Erstaunen sorgte: Denn als einzige Dampflok des Bahnbetriebswerks Tübingen (und übrigens auch Rottweil) trug sie bereits ihre neue Nummer. Grund ???

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Bild 31 

Bei der Rottweiler 38 3057 dagegen das gewohnte Bild: Wannentender und alte Nummer.

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Bild 32 

War das der Durchbruch? Als 38 3958 vom Kanal auf die Drehscheibe zurücksetzte, war zum ersten Mal auf dieser Tour ein Hauch von Licht zu erkennen.

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Bild 33 

Diese erfreuliche Entwicklung wurde sogleich für eine Führerhaus-Aufnahme von 38 3958 genutzt.

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Bild 34 

Ein weiteres Bild von 38 3958 war nach dem Drehen auf der Scheibe fällig.

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Bild 35 

Auf dem Kanal gaben sich derweil die P8 die Klinke, d.h. den Schürhaken, in die Hand. Nach der Rottweiler Wannentender-Lok war nun die Tübinger Kastentender-P8 38 3650 an der Reihe. Foto erst einmal von hinten beim Wassernehmen auf dem Kanal …

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Bild 36 

… dann von vorn beim Zurücksetzen auf die Drehscheibe …

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Bild 37 

… und schließlich nach dem Drehen beim Vorziehen zum Lokschuppen.

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Bild 38 

Mit ein bisschen Sonne sieht auch die für Tübingen so typische Aufstellung der Loks vor dem (Rechteck-) Lokschuppen gleich viel freundlicher aus.
Von rechts nach links: 50 1736, 50 2953, 38 3057 und 38 3559.

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Bild 39 

Nachdem sich die 50 2953 "vom Acker" gemacht hat, war auch eine Schrägansicht der Rottweiler 38 3057 von vorn möglich.

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Bild 40 

Die gerade eben herein gekommene 38 3650 stand jetzt unter der Besandungsanlage.

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Bild 41 

Das Bw Tübingen hatte auch eine durchaus große und stattliche Bekohlungsanlage, unter der 64 289 ihre Vorräte ergänzte.

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Bild 42 

Zurück an den Sand, wo sich mit 38 2259 eine weitere, für mich neue P8 eingefunden hatte.

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Bild 43 

Die mittägliche "Beinah-Parallel-Ausfahrt" in Tübingen eröffnete 38 3057 mit dem N1988 nach Rottweil. Tübingen ab 12:16 Uhr.

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Bild 44 

Eine Minute später, um 12:17 Uhr ab Tübingen, kam dann 38 3553 mit dem N2370 nach Sigmaringen angedampft.
Um diesen Zug zu erwischen, war ein "beschleunigter Fotostellenwechsel" einmal quer durchs Bw nötig.

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Bild 45 

Nach der Hektik mit den beiden Mittagszügen konnten wir uns nun in Ruhe im Lokschuppen umschauen. Auch ohne Stativ wurde der Versuch unternommen, weitere Loks, die uns in unserer Sammlung noch fehlten, irgendwie auf den Film zu bannen.
Als da war die 64 519 mit großen Lampen …

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Bild 46 

… oder 38 3509.

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Bild 47 

Etwas später kam 38 3509 aber auch so ans Tageslicht und wurde neben 38 3559 gestellt, die ebenfalls mit großen Lampen bestückt war.

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Bild 48 

Beim Verlassen des Bws gab uns unverhofft die Tübinger 50 2953 mit einem Nahgüterzug in Richtung Horb die Ehre.
Güterzüge waren in den "Dampfgeführten Reisezügen" nicht aufgeführt, und so waren solche Aufnahmen reine Glückssache.

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Bild 49 

Das galt vor allem für den letzten Schuss des Tages: Auf dem Weg in die Stadt schlossen sich vor uns die Schranken an der Strecke nach Herrenberg und ein Zug näherte sich, zweifelsfrei mit Dampf. Viel Zeit für eine Stellensuche blieb nicht, aber immerhin gelang noch ein Notschuss von 064 389 und ihrem Nahgüterzug nach Gültstein.
Erst viele Jahre später konnte die Zugnummer mit Ng 9265 ermittelt werden.

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Dieses kleine Schmankerl am Ende des Tages war ein netter Ausklang des 28.03.69, an dem die Stimmung angesichts sich des langsam verbessernden Wetters und der reichen Foto-Ausbeute deutlich gestiegen war. Am nächsten Tag sollte es sogar richtig sonnig werden – aber davon berichte ich erst im nächsten Teil.

Ab nach Tübingen - Ostertour 1969, Teil 3
Beitrag im DREHSCHEIBE Forum "Historische Bahn" vom 19.04.2019

Für unsere Ostertour vor 50 Jahren waren die beiden Wochen vor Ostern eingeplant, und von denen war die erste Woche nun schon fast gelaufen. Der Schwerpunkt in dieser ersten Woche lag auf den P8 der Bw Rottweil und Tübingen, wo die alten Preußen noch in größerer Stückzahl im täglichen Einsatz standen.

Bevor ich mit meinem Reisebericht fortfahre, hier noch die Links zu den bisherigen Beiträgen:
- Ab nach Tübingen – Ostertour 1969, Teil 1, Anreise und erste (Schlechtwetter-) Eindrücke in Rottweil und Tübingen.
- Ab nach Tübingen – Ostertour 1969, Teil 2, Tübingen, 28.03.69, der zweite Tag im P8-Mekka.

Weiter geht’s mit dem 29.03.69, einem Samstag, der wieder ganztägig im Bw Tübingen und an den daran vorbeiführenden Strecken verbracht wurde. Am Freitag hatte es ja schon erste Aufhellungen beim Wetter gegeben, sodass wir voller Hoffnung auf bessere Fotomöglichkeiten zum Bw marschierten. Von Sonnenschein konnte zwar noch keine Rede sein, aber es war schon deutlich heller als an den Vortagen.

Bild 50 

Vor dem Schuppen das übliche P8-Gedränge: 38 3553 vor ihren Schwestern 38 3559 und 38 3650.

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Bild 51 

Damals war uns gar nicht bewusst, was für ein Nummern-Exot da vor uns stand: Die als 38 2382 beschilderte Lok war nämlich in Wirklichkeit 38 2383, für die als neue Nummer 038 382-0 festgelegt worden war. Weil sich das Bw Tübingen aber partout nicht mit den neuen Nummern anfreunden wollte, kreierte man einfach eine pseudo alte Nummer, bei der man durch Weglassen der Tausenderziffer die neue Nummer einfach ableiten konnte, die ja offiziell bereits seit dem 01.01.68 galt.
Dass die wahre 38 2382 zu diesem Zeitpunkt noch in der DDR bei der Reichsbahn in Dienst stand, interessierte hier keinen.

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Bild 52 

Unterm Sand 64 518 – immer nett anzusehen die Schilder mit spitzen Ziffern.

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Bild 53 

In der Ansicht von hinten wird deutlich, dass 64 518 hinten mit einem Scheibenrad-Nachläufer ausgestattet war.

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Bild 54 

Auch wenn die Sonne den Durchbruch noch nicht geschafft hatte – den E4505 nach Sigmaringen mit 38 3559 an der Spitze konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Der Wagenpark war schließlich schon damals ein Hingucker.

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Bild 55 

Na endlich! Voll im Licht 38 3650 auf dem Sandgleis im Vorfeld des Lokschuppens.

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Bild 56 

Direkt vorm Schuppen jetzt "nur" ein P8-Tripel, bestehend aus den Tübinger 38 3553 und 38 3477, sowie der Rottweiler 38 2770.

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Bild 57 

Und wo sie so schön von der Sonne beleuchtet wird, kommt auch 38 3553 zum wiederholten Mal auf den Film.

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Bild 58 

Na logisch. Als 38 3650 mit dem N2370 gen Sigmaringen dampfte, hatte sich die Sonne bereits wieder hinter den Wolken verzogen.

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Bild 59 

Also zurück ins Bw und weiter Standaufnahmen gemacht. Mit einer großen Lampe die Tübinger 50 443.

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Bild 60 

Sodann, mit einem Hauch von Sonne, eine Vierer-Garde P8 plus 50; von vorn nach hinten:
38 3156, 38 3553, 38 3477, 38 2770 und 50 443.

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Bild 61 

Eine Kletterpartie auf das Sandgerüst ermöglichte eine weitere Aufnahme dieser Massenversammlung vor dem Lokschuppen in Tübingen:
Im Bild rechts vorn die falsche "38 2382", sowie vor dem Schuppen wie zuvor 38 3156, 38 3553, 38 3477, 38 2770 und 50 443.
Ein entsprechendes Bild hat mein Freund und damaliger Begleiter Helmut W. ja bereits in seiner Ergänzung zum 2. Teil meines Reiseberichts angehängt. Er mit Normalobjektiv und etwas näher heran gebratzt, ich dagegen mit Weitwinkel, aber so schief, dass ein rechteckiges Ausschneiden nach dem Geradedrehen nicht mehr möglich war.

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Mit diesem typischen Tübingen-Bild möchte ich die Berichterstattung über Samstag, den 29.03.69 abschließen. Dank des stetig besser gewordenen Wetters hatten wir endlich die erhofften P8-Aufnahmen im Kasten. Ja, so hatten wir uns das 38er Getümmel in Tübingen vorgestellt.

Aber noch war ja nicht aller Tage Abend. Am Sonntag war zwar die Weiterfahrt nach Aalen über Ulm vorgesehen, aber vormittags wollten wir ein letztes Mal ins Bw Tübingen.

Bild 62 

Am Sonntag, dem 30.03.69, war die Hütte in Tübingen so voll, dass kaum Platz zum Fotografieren blieb. Aber immerhin eine schöne Seitenansicht auf 38 2366 war möglich, die mit ihrem alten, genieteten Tender das klassische Bild einer preußischen P8 abgibt.

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Bild 63 

Jetzt hatten wir die Zeit, uns auch wieder den Nicht-Dampfern zu widmen.
Gerade eingetroffen war 425 116 mit einem weiteren 425, zu diesem Zeitpunkt im Bw Stuttgart stationiert.
Bei diesem Zug handelt es sich um früheren ET25 016 bzw. DRG elT 1802, also den zweiten Zug dieses Typs. Erstbeheimatung 1935 beim Bw Tübingen, das damit auf eine lange Geschichte als Bw für elektrische Triebwagen zurückblicken kann.

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Bild 64 

Schön im Licht stand auch die Stuttgarter 144 084.

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Bild 65 

Selbst eine noch ziemlich neue Kleinlok in Gestalt der 333 010 wurde auf den Film gebannt.

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Bild 66 

Nun tat sich etwas bei den Dampfern und 38 3477 – die mit den großen Lampen – brach auf zum Dienst.

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Bild 67 

Sonntags gab‘s keine Fast-Parallelausfahrt, was das Fotografieren natürlich deutlich erleichterte.
Um 10:32 Uhr verließ der N2362 mit 38 2366 Tübingen in Richtung Sigmaringen. Endlich auch eine Zugaufnahme bei Sonne.

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Bild 68 

Acht Minuten später folgte E 4565 nach Horb, bespannt mit der eben noch im Bw aufgenommenen 38 3477.

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Bild 69 

Vor dem Schuppen stand jetzt auch 38 3559 frei und glänzend im Sonnenlicht – eine weitere P8 mit großen Lampen.

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Bild 70 

Weiter vorne wollten gleich zwei Bubiköpfe aufs Bild: 64 289 und 64 250.

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Bild 71 

Die 64 289 stand so perfekt im Licht, dass hier eine meiner besten Porträt-Aufnahmen von einer Lok der Baureihe 64 mit alter Nummer entstand.

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Bild 72 

Das Gleiche gilt für 50 1681, hier sogar mit optimaler Stangenstellung à la Carl dem Großen.

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Bild 73 

Last not least der Zahnrad-Schienenbus 797 902 mit passendem Steuerwagen 997 602.

Jetzt wurde es so langsam Zeit zum Aufbruch, der in dem glücklichen Gefühl erfolgte, nach anfänglicher Durststrecke doch noch zu dem erhofften Ergebnis gekommen zu sein. Mit 38 1772, 2242, 2259, 2357, 2366, 2383, 2770, 3057, 3074, 3156, 3477, 3509, 3551, 3553, 3559, 3567, 3650, 3711, 3958 und 3970 hatten wir immerhin 20 verschiedene 38er vor die Flinte bekommen, davon 17 unter Dampf. Neben vielen Standaufnahmen waren sogar einige Zugaufnahmen geglückt. Aber damit war auch völlig klar: Hier musste man noch einmal hin, was denn auch bereits im Sommer des gleichen Jahres erfolgte – siehe meinen Beitrag Alte Preußen in der Bundesbahnzeit mit Verweis auf die neue Galerie in der Bundesbahnzeit Württemberg-Hohenzollern – die letzte Hochburg der alten Preußen.

Der zweite Teil unserer Ostertour von Tübingen über Ulm, Aalen, Crailsheim und Nürnberg nach Hof, sowie die Rückreise über Lichtenfels, Coburg und Schweinfurt nach Wuppertal ist ein eigenes Thema, das ich jetzt erst einmal zurückstelle, zumal mein Reisebericht ja ohnehin nur auf begrenztes Interesse stößt.

Einen schönen Tag noch und mit den besten Wünschen für ein frohes Osterfest,
Ulrich B.

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